Georg S. schrieb:
Ziel ist es ein D/5 cm PVC Rohr zu bewickeln,
PVC ist HF-technisch schlecht. Die Verluste sind so hoch, dass man das Material sogar mit HF schweissen kann.
PE oder Glas sind von Haus aus weit besser.
Die vielen Anzapfungen an der langen Spule sind auch nicht gut.
Zum einen ist der Induktivitätszuwachs relativ gering, denn in der Formel für die Induktivität kommt D²/L vor. Kurze Spulen haben also bei gleicher Windungszahl mehr Induktivität.
Zum Anderen hat, bei Verwendung nur eines Teilstücks, das unbeschaltete Ende eine transformatorisch angekoppelte Eigenresonanz, die durchaus in den aktiven Bereich fallen kann und dort heftige Verluste verursacht.
Georg S. schrieb:
Man könnte auch einen normalen Ringkern mal test aber eine Spule mit
Anzapfungen und Koppschaltern ist das gleiche.
Das glaubst auch nur du.
Koppschalter kenne ich nicht, aber falls Kippschalter gemeint sind, dann solltest du wissen, dass für Netzspannung oder HF andere Kontaktmaterialien verwendet werden.
230V scheren sich nicht darum, ob sich auf den Kontakten dünne Oxidschichten befinden, die werden einfach durchschlagen. Teilweise sind solche Schichten sogar absichtlich vorhanden. Ob solch ein Kontakt auch noch bei ein paar µV leitet, ist Glücksache.
Deshalb bevorzugt man für Kontakte, die so kleine Leistungen schalten sollen, Oberflächen aus Edelmetallen wie Silber oder Gold.
Ringkerne haben überhaupt den Nachteil, dass sie nicht abgleichbar sind, und ihre Werte wegen des fehlenden Luftspalts auch nicht stabil sind.
Für Empfänger würde ich entweder zylindrische Spulenkörper mit abgleichbarem Ferritkern verwenden, wie man sie in alten Radios findet, oder die ebenfalls abgleichbaren Kappenkerne aus den ZF-Kreisen von etwas jüngeren Transistorradios.
In der Vergangenheit gab letztere immer mal für ein paar Cent in einer Wundertüte als "Sortiment" mit unbekannten Werten.
Und ich würde die unbenutzen Spulen deines Filters an beiden Enden abschalten, idealer Weise auch noch kurzschliessen, denn ein Drahtverhau, wie der gezeigte, hat erhebliche parasitäre Koppel- und Schwingkreiskapazitäten.
Wenn solch ein parasitärer Schwingkreis zufällig auf einer Nutzfrequenz Resonanz hat, brauchst du dich über Löcher im Frequenzgang nicht zu wundern.
P.S.:
Georg S. schrieb:
Ein Dipmeter habe ich leider nicht, also improvisieren wie immere.
Das kann man sich leicht selbst bauen. Quasi zum Nulltarif.
Lediglich bei der Konstruktion der Spulen sollte man sich genau an die Angaben eines der zahlreichen Bauvorschläge halten.
Wenn du aber, wie zu vermuten ist, über einen Allwellenempfänger verfügst, kannst du auch mit dessen Hilfe die Frequenzskala beschriften.
Heutzutage würde ich aber einen NanoVNA bevorzugen, der weit mehr Meßmöglichkeiten bietet, quarzgenau ist und für ca. 50EUR aus Chinesien kommt.
Zugegeben braucht man dafür etwas Einarbeitung, aber dafür kann man ein Filter wie deines, oder einen Antennenverstärker in einem Rutsch vermessen.