Seltsamer Übertrager

#7746082
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Ich habe hier einen seltsamen Übertrager. Erst dachte ich an einen Stromwandler, aber es kommt sekundär nichts an. Kann ja auch nicht, da sich das Feld der äußere Wicklung wegen der Wicklungsrichtung nur durch die äußeren Schenkel schließt. Genauso läuft das Feld der inneren Spule gegensinnig durch die äußere Wicklung. Also 2 Induktivitäten (60µH und 800mH), die sich gegenseitig nicht beeinflussen. Oder ist es ein spezieller Transduktor. Er würde bei Sättigung durch eine Wicklung eine Art Gleichrichtung in der anderen bewirken. Habt ihr eine Erklärung?

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#7746522
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Ja, wenn die äußeren Spulen mit Gleichstrom durchflossen werden, werden irgendwann die Schenkel in die Sättigung getrieben, was dann wie ein mehr oder weniger großer Luftspalt wirkt und die Induktivität der Mittelspule herabsetzt. Der gegenläufige Wickelsinn kompensiert den resultierenden Magnetfluß, sodas der Steuerstrom nicht auf die Innenspule koppelt.

#7746821
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Rainer W. schrieb:

Er soll vielleicht die Schenkel des Kerns in die Sättigung treiben.

Das habe ich mal getestet. Dabei ist aber etwas ganz anderes herausgekommen. Ein Gleichstrom in der Schenkel-Wicklung steuert die Induktivität kontinuierlich. Kein Sättigungsknick, sondern in weiten Bereich fast linear. Wie das durch die gegensinnige Wicklung zustande kommt, ist mir noch nicht klar.

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Gast #7746826
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Hermann W. schrieb:

Ein Gleichstrom in der Schenkel-Wicklung steuert die Induktivität kontinuierlich. Kein Sättigungsknick, sondern in weiten Bereich fast linear.

Transduktor eben.

Wie das durch die gegensinnige Wicklung zustande kommt, ist mir noch nicht klar.

Magnetismus ist eben Zauberei...

#7746838
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Hermann W. schrieb:

Wie das durch die gegensinnige Wicklung zustande kommt, ist mir noch nicht klar.

Zunächst einmal wird jeder Schenkel für sich durchmagnetisiert. Da aber beide Magnetfelder entgegengesetzt sind, summiert sich der Magnetfluss im Joch zu Null und dementsprechend bekommt die Mittelspule nichts davon mit. Alles in Allem eine höchst einfache und sinnreiche Unterdrückung des Steuersignales durch gegensinnige Auslöschung.

#7746858
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Schorsch M. schrieb:

Die Wickeltechnik nennt sich turnover.

Wie auch immer du es nennst, entscheidend ist, dass der durch Stromfluss in der Außenspule erzeugte magn. Fluss in den beiden Schenkeln entgegengerichtet ist, z.B. links nach oben und rechts nach unten, während ein Strom in der Mittelspule in den Schenkeln magn. Flüsse mit gleicher Orientierung erzeugt.

Mark S. schrieb:

Da aber beide Magnetfelder entgegengesetzt sind, summiert sich der Magnetfluss im Joch

Die Flüsse außen addieren sich. Nur in der Mitte, wo die andere Spule sitzt, kommt, bis auf Reste durch Unsymmetrien der Außenwicklung, nichts an.

Beitrag #7746944 wurde von einem Moderator gelöscht.
#7746952
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Ich würde pragmatisch vorgehen und einfach mal mit dem Signalgenerator z.B. 10kHz auf die innere Spule geben und dann messen.

Wenn man gedanklich die Spulen zusammenschiebt, hat man den gleichen Wickelsinn, sie verhalten sich damit wie eine einzige Spule und wenn der magnet. Fluss so ist wie rawi schreibt, dann ergibt sich eine Summenspannung.

#7746983
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Schorsch M. schrieb:

Ich würde pragmatisch vorgehen und einfach mal mit dem Signalgenerator z.B. 10kHz auf die innere Spule geben und dann messen.

Was für Wunder erwartest du. Das Verhalten von dem Ding ist an die Physik gebunden.

Fluss so ist wie rawi schreibt, dann ergibt sich eine Summenspannung.

Wo ergibt sich eine Summenspannung, wenn man zwischen 1 und 2 einen Strom fließen lässt? Außen fließt die Summe der von der Spule 1-2 erzeugten magnetischen Flüsse (blau), innen heben sich die Flüsse auf, d.h. die Spule 3-4 bekommt von den blauen Flüssen nur mit, dass der Kern magnetisiert ist (bis zur Sättigung).

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#7747654
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Werner H. schrieb:

In alten Farbfernsehern war eine Menge Transduktoren zum Auslöten zu finden. Allerdings so einer nicht.

Wenn er einen Ferritkern hat, wird er trotzdem aus einem Fernseher oder Monitor stammen. Auch die geringe Grösse spricht für eine solche Anwendung.

In den Fernsehern etc. kompensierte man damit Kissenverzerrungen, indem man den 15kHz-Strom der Zeilenablenkung mit dem Sägezahnförmigen 50Hz-Strom der Bildablenkung modulierte. https://de.wikipedia.org/wiki/Kissenverzerrung

#7748775
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Schorsch M. schrieb:

Ich würde pragmatisch vorgehen und einfach mal mit dem Signalgenerator z.B. 10kHz auf die innere Spule geben und dann messen.

Wenn man gedanklich die Spulen zusammenschiebt, hat man den gleichen Wickelsinn, sie verhalten sich damit wie eine einzige Spule und wenn der magnet. Fluss so ist wie rawi schreibt, dann ergibt sich eine Summenspannung.

Ja, und die ist 0.

Schorsch M. schrieb:

Nur manche verstehen die Physik einfach nicht.

So wie Du. Die beiden Wicklungen sind zwar geometrisch betrachtet gleichsinnig, wenn man nur den äußeren Kreis betrachtet. Aber die werden ja von innen bzw. mittig befeuert, so daß beide Wicklungen gegensinnig durchströmt werden.

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