Ich benutze in der Regel Keil c51, habe mir aber angewöhnt meinen Code auch für SDCC kompatibel zu machen. Die Unterschiede löse ich mit ein paar macros.
Bisher hatte ich v3.9 installiert nun aber ein Update auf v4.4 gemacht. Da die Jungs inzwischen wieder mal am Parser gespielt haben lassen sich alte Programme nicht mehr übersetzen, das sind aber Kleinigkeiten die sich einfach lösen lassen. Gut ist dass sich das CBYTE macro aus Keils <absacc.h> nun auch im SDCC fehlerfrei benutzen lässt. ( #define CBYTE ((uint8_t volatile CODE *) 0) )
Dieses reduzierte Programm wirft eine warning:
warning 196: pointer target lost const qualifier in Zeile 14.
Die warning bekommt man relativ einfach weg wenn man const uint8_t *ptr schreibt. Soweit so gut. Ich habe mich aber ganz bewusst gegen const auf den generic Pointer entschieden weil ich auch schreibend zugreifen muss. Das geht natürlich nicht mit const.
Der generierte code ist ok und funktioniert, ich mag allerdings keine Warnings da diese sehr oft eben doch auf ein Problem hinweisen. Ich halte die warning für einen Bug. Die kommt übrigens auch bei v3.9. Keil übersetzt das ohne zu meckern.
Was meint Ihr? Mach ich da einen Fehler oder ist das ein Bug im SDCC?
Du konvertierst ein "const uint8_t*" nach "uint8_t*", das gibt in jedem
Compiler für jede Plattform eine Warning (zu Recht).
ich könnte das verstehen wenn da stehen würde
1
const__codeuint8_tDevDesc[18]
Der Compiler scheint aus __code automatisch const __code zu machen. Trotzdem ist es doch legal einem generic Pointer ein Array aus dem Flash zuzuweisen.
Du überschreibst den Device-Deskriptor im Flash? Über eben diesen
Pointer?
natürlich nicht. Wie sollte das auch gehen? Ich benutze den Pointer halt an anderer Stelle auch schreibend.
Was meint Ihr? Mach ich da einen Fehler oder ist das ein Bug im SDCC?
Als langjähriger ASM-Programmierer der 8051-Familie würde ich mir natürlich erstmal den generierten Code ansehen, dann wüßte man mehr.
Meine Vermutung ist, daß es sich um eine Warnung vor einer eventuellen Fehlermöglichkeit handelt. Der deklarierte Pointer steht im internen RAM und kann benutzt werden, um auf internes und externes RAM sowie auf ROM zuzugreifen. Auf ROM kann man eben (mit movc) nur lesend zugreifen und nicht schreibend, das ist m.E. die potentielle Fehlermöglichkeit, die später als error aufschlagen kann.
Schreibt man das Ganze ohne Pointer, solte es ohne Warnung durchgehen.
EP0_Buffer[i] = DevDesc[i];
Bei mir scheint heute der Euro nur cent-weise zu fallen. Natürlich gehört da korrekterweise ebenfalls ein cast hin, bin aber nich ganz sattelfest, wie der aussehen muß. Der 8051 hat nun mal 3 unterschiedliche Adreßräume und der korrekte Typ muß für einen Pointer per cast angegeben werden, wenn es nicht der definierte (in diesem Fall auf inernes RAM) ist.
Ich benutze den Pointer halt
an anderer Stelle auch schreibend.
Ich würde local verwendete Pointer auch local definieren. Dann könnte der Compiler sie in Register optimieren (kürzere Befehle, weniger SRAM) oder mit anderen temporären Variablen überlagern.
Man kann auch den Pointer ganz weglassen und über den Schleifenzähler als Index auf das Element zugreifen. Dann kann sich der Compiler selber überlegen, wie er das optimiert.
Globale Variablen nimmt man nur, wenn sie auch funktionsübergreifend ihren Wert behalten müssen.
Tatsächlich ist die ptr
Variable nicht global sondern in einer Interrupt Funktion lokal
definiert
Dann würde ich erst recht nicht mit dem Hammer "generic Pointer" draufschlagen, sondern memory spezific Pointer nehmen.
Hast Du Dir mal den erzeugten Code dafür angesehen?
Globale Variablen nimmt man nur, wenn sie auch funktionsübergreifend
ihren Wert behalten müssen.
Der wert muss erhalten bleiben da ich immer nur Teile des Deskriptors pro Aufruf zurück geben kann. Deswegen auch die Deklaration als static in der Interrupt Funktion.
Dann würde ich erst recht nicht mit dem Hammer "generic Pointer"
draufschlagen, sondern memory spezific Pointer nehmen.
generic ist notwendig weil einige wenige Descriptoren im Ram liegen. (z.B. Seriennummer). Mir ist klar, dass der Zugriff über lib Funktionen passiert
und deswegen etwas mehr code erzeugt wird. Wie angemerkt funktioniert das mit Keil ohne Warnung. Der SDCC erzeugt halt ohne const diese Warnung.
generic ist notwendig weil einige wenige Descriptoren im Ram liegen.
Ist natürlich schwer nachzuvollziehen, da keiner den wirklichen Code kennt.
Ich würde die 18 Bytes mit in XDATA legen, ist ja nicht so viel. Sind es zusammen <256 Byte, dann muß der Compiler auch nur 1 Byte Index sichern, statt 3 Byte generic Pointer.
Ich habe mich über die Feuertage noch mal intensiver mit den diversen Pointer Varianten beschäftigt. Neben Keil habe ich auch SDCC und testweise mal IAR EW8051 benutzt.
Im Ergebnis ist wohl so dass bei Keil relativ gutmütig ist was Pointer angeht. SDCC schaut da schon genauer hin. Bei IAR ist es so dass mein Code nur mit expliziten Typ Konvertierungen kompiliert.
Die zusätzlichen Typkonvertierungen stören übrigens weder Keil noch SDCC. Die Codegröße bleibt unverändert.
Ich bin da wahrscheinlich etwas vom Keil Pointer Konzept verwöhnt. Die anderen Compiler sind nicht so großzügig was den Umgang mit Pointern angeht.
Ich bin da wahrscheinlich etwas vom Keil Pointer Konzept verwöhnt.
"Verwöhnt" ist hier der falsche Begriff. Der Compiler ist "fehlertoleranter", d.h. prüft den Code weniger genau. Das mag auf den ersten Blick "bequemer" erscheinen, hilft aber, sich einen fehlerhaften Programmierstil anzugewöhnen, mit dem man irgendwann auf die Nase fallen wird, weil der Compiler daraus unter irgendwelchen Bedingungen dann doch anderen Code generiert, als erwartet.
Man sollte mit einem modernen Compilter und mit der schärfsten Warnungsstufe arbeiten und nur sehr offensichtliche Warnungen deaktivieren (wie z.B. "Rückgabewert von printf() wird nicht ausgewertet").
Und dann so programmieren, daß der Compiler keine Warnungen auswirft.
Der Gegenentwurf wäre ein "K&R"-Compiler für den Sprachstandard /vor/ C89, der praktisch keinerlei Typüberprüfungen durchführen kann, weil eben der fossile K&R-Dialekt so etwas nicht vorsieht. Der ist dann richtig "bequem" und "verwöhnt" einen mit ohne Warnungen und Fehlermeldungen compilierendem Code.
"Verwöhnt" ist hier der falsche Begriff. Der Compiler ist
"fehlertoleranter", d.h. prüft den Code weniger genau.
Nö.
Harward mit getrennten Adreßbereichen und damit verbundene generische Pointer sind nicht von C-Standard abgedeckt und daher immer implementationsabhängig. Man kann daher nicht sagen, das eine ist richtig und das andere ist falsch.
Im AVR-GCC werden ja auch viele Prüfungen ausgeschaltet, um Daten im Flash abzulegen. Da der keine generic und memory specific Pointer kennt, muß man spezielle Zugriffsfunktionen benutzen (strcmp_P usw.).
Man kann daher nicht sagen, das eine ist richtig und das andere ist
falsch.
Naja, das Verhalten von "const" da trotzdem konsistent durchzuziehen ist aber sinnvoll. Dass man auf Flash-Pointer nicht schreiben können soll macht ja Sinn. Welchen Sinn hätte "const" in der Sprache sonst, wenn der Compiler das einfach übergeht?
Harward mit getrennten Adreßbereichen und damit verbundene generische
Pointer sind nicht von C-Standard abgedeckt und daher immer
implementationsabhängig. Man kann daher nicht sagen, das eine ist
richtig und das andere ist falsch.
Aha. Also ist ad-libitum-Programmieren nach dem Motto "Mach, was ich meinen könnte, aber ich sag's Dir nicht genau" die bessere Vorgehensweise?
Aha. Also ist ad-libitum-Programmieren nach dem Motto "Mach, was ich
meinen könnte, aber ich sag's Dir nicht genau" die bessere
Vorgehensweise?
Peter hat schon recht. Pointer sind auf einem 8051 eine ziemlich teure Sache. Die verschiedenen Speicherklassen machen die Sache kompliziert. So hat jeder Compiler Hersteller sein eigenes Süppchen gekocht. Keil Raisonance und SDCC lösen die ganze Sache ziemlich ähnlich. Ein Pointer ohne zusätzliche Angaben ist erst mal ein generischer Pointer.
Anders ist es beim IAR. Da hängt der der Pointertyp von der gewählten Speicherklasse ab. Generische Pointer muss man extra mit __generic deklarieren. Auch Typkonvertierungen ändern daran nichts und führen ggv zu falschem Code.
Er kann die Pointer nicht auf Bereiche (SRAM, Flash) prüfen.
Wenn ich z.B. statt sscanf_P nur sscanf schreibe, gibt es keinerlei Warnungen, aber er wird ins Leere lesen.
Ich benutze das AS7 (avvr-gcc 5.4.0).
Harward mit getrennten Adreßbereichen und damit verbundene generische
Pointer sind nicht von C-Standard abgedeckt […]
Kommt darauf an, was man unter dem "C-Standard" versteht. Im eigentlichen Sprachstandard ISO/IEC 9899:1990 findet sich zwar nichts dazu, aber das gilt genauso auch für manch andere in C übliche Funktionalität, die sich stattdessen in TS/TR findet, z.B. IEEE-Arithmetik in ISO/IEC TS 18661.
Für die verschiedenen Adressbereiche des MCS-51 sind die Abschnitte zu "named address spaces" in ISO/IEC TR 18037 (auch "Embedded C"-Standard genannt) relevant. __code und __xdata in SDCC sind "address space type qualifier" für "intrinsic address spaces" im Sinne von ISO/IEC TR 18037.
Er kann die Pointer nicht auf Bereiche (SRAM, Flash) prüfen.
Wenn ich z.B. statt sscanf_P nur sscanf schreibe, gibt es keinerlei
Warnungen, aber er wird ins Leere lesen.
Da gibt es 2 Lösungen:
Verwende Standard-C, also sscanf etc.
Verwende ISO/IEC TR 18037 "Embedded C" mit __flash und passendem Prototyp:
Das PSTR aus avr/pgmspace.h verwendet PROGMEM, das formal im Generic Space liegt. Daher wird auch ein eigenes FLASH_STR verwendet, das in __flash allokiert, so dass -Waddr-space-convert keine Warnung wirft.
Das __asm setzt den Assembly-Name der Funktion, d.h. im generierten Assembly wird die Funktion mit sscanf_P angesprochen.
Er kann die Pointer nicht auf Bereiche (SRAM, Flash) prüfen.
Wenn ich z.B. statt sscanf_P nur sscanf schreibe, gibt es keinerlei
Warnungen, aber er wird ins Leere lesen.
Ich benutze das AS7 (avvr-gcc 5.4.0).
Da ist aber nichts abgeschaltet, der Compiler kennt halt nur C, und das kennt kein Harvard-Konzept. Die ganze Flashbehandlung mit progmem, die ja in den _P-Funktionen steckt, findet auf Sourcelevelebene statt, nicht auf der Compilerebene.
Anders wäre das mit _flash, falls dein Compiler das schon kennt.