Hier hängt seit vielen Jahren ein Android-Handy an der Wand, darauf läuft Netio von Trovago
Die APp gibt es offiziell seit Jahren nicht mehr - lief aber bis heute - jetzt leider "Application not licensed"
Es braucht also dringend einen Nachfolger
Was konnte die App:
Man konnte am PC Seiten, Untermenüs mit Buttons, Slidern, Colorpickern anlegen - nach einem Sync stand es am Handy zur Verfügung
Kommunikation zur Hausinfrastruktur erfolgte über HTTP-Requests, Telnet
Was nimmt man heutzutage als Nachfolger, gerne auch mit MQTT?
Ich will kein Raumschiff Enterprise-40" an der Wand, Visualisierung erfolgt an anderer Stelle
Toll fand ich das man die Buttons usw in einer Oberfläche per Maus anordnen konnte , kurz testen, aha, Button etwas weiter nach links - kein ewiges rumgekasper mit hunderten Programmzeilen
Anbei Beispielbilder - ja, nicht modern, 10 Jahre alt
wegen mir auch über eine Webseite - Server steht zur Verfügung
Die Displays von Shelly und Nextion sehen schick aus - nur wie flexibel ist man damit?
Es gibt auch schöne Displays mit z.B. ESP32 - nur welche Software?
Ich bekomme es hin mit händisch drawline, drawcircle usw - aber das ist für diese Geschichte hier viel zu aufwändig
Keine Ahnung was du meinst. Ich habe Untermenüs, thematisch angeordnet und es stehen alle möglichen Bedienelemente zur Verfügung. Du hast vollkommen freie was, was auf eine Seite kommt.
Habe gerade etwas rumgesucht - irgendwas gefunden das es unter NodeRed nicht weiter entwickelt wird?
Will nicht wieder auf ein jetzt schon halbtotes Pferd setzen?
Könnte ich damit eine Seite exakt so wie in meinen Bildern - Bild 1 darstellen?
(Es geht nicht darum ob das jetzt hübsch ist - aber kann ich eigene Icons in variabler Größe, Linien, Hintergrundbilder usw einfügen?)
Ich hätte jetzt auch Home-Assistant empfohlen. Damit kannst du so Menüs wie gezeigt recht problemlos anlegen. Nur bei den Buttons auf dem Grundriss ist es noch etwas umständlich, weil du da die Position selber eintippen musst.
Am einfachsten geht es natürlich dann, wenn alle Geräte auch in Home-Assistant eingebunden sind (*). Das würde ich dir eh empfehlen, weil FHEM einfach nicht mehr zeitgemäß ist, aber es geht auch ohne. Du kannst für jeden Button eine Aktion hinterlegen, die aufgeführt werden soll. Da könntest du z.B. definieren, dass ein Klick eine MQTT-Nachricht oder einen HTTP-Request sendet. Auf dem Handy muss dann nur ein Browser oder die Home-Assistant-App laufen.
Als schicke Alternative zum Handy kannst dir auch mal das NSPanel anschauen. Da gibts Custom-Firmware dafür mit sehr vielen Funktionen, auch wenn die Konfiguration dann nicht ganz so einfach ist, wie du es gerne hättest. https://docs.nspanel.pky.eu/dev/#features
Wenn du deine Geräte in Home-Assistant einbindest ist sogar eine Konfiguration ohne eine Zeile Code möglich:
https://github.com/Blackymas/NSPanel_HA_Blueprint
(*) Das geht für quasi alle Geräte auch per MQTT, wenn du in FHEM also die Geräte per MQTT steuerbar machst, ist ein Parallelbetrieb möglich. Ist aber vermutlich ein riesiger Aufwand, den ich nicht betreiben möchte.
Habe gerade etwas rumgesucht - irgendwas gefunden das es unter NodeRed
nicht weiter entwickelt wird?
Will nicht wieder auf ein jetzt schon halbtotes Pferd setzen?
Das bislang populärste Dashboard für Node-Red, "node-red-dashboard", wird in der Tat nicht mehr richtig weiterentwickelt, sondern es gibt quasi nur noch bugfixes. Laut offizieller Aussage deshalb, weil die ganzen dort verwendeten UI-Komponeten auf dem Framework "AngularJS v1" basieren, das ebenfalls nicht mehr weiterentwickelt wird. Bislang funktioniert es allerdings weiterhin problemlos, aber es kommen halt keine neuen Features dazu.
Weil mich dieser "on life support"-Zustand aber trotzdem auch ein wenig gestört hat, habe ich bei meiner letzten Node-Red-Installation stattdessen das sogenannte "Node-RED Dashboard 2.0" (@flowfuse/node-red-dashboard) benutzt, das quasi der modernere Nachfolger des bisherigen Dashboard sein soll.
Der Umstieg war sehr einfach, weil es im Grunde exakt die gleichen Nodes für Buttons, Slider etc. gibt. Es ist momentan zwar noch nicht 100% so ausgereift wie das alte (bei der Chart-Komponente z.B. habe ich noch eine Option vermisst, die das alte Dashboard hat), aber trotzdem bereits problemlos nutzbar.
Was mir aktuell aber noch nicht 100% klar ist: wieso Du sagst "Ich suche ja genau kein Dashboard". Denn für mich klingt das, was Deine bisherige App gemacht hat, ziemlich ähnlich dem, was so ein Dashboard macht: Man klickt sich aus UI-Elementen wie Buttons, Slidern, Colorpickern etc. seine eigene Bedienoberfläche zusammen.
Könnte ich damit eine Seite exakt so wie in meinen Bildern - Bild 1
darstellen?
(Es geht nicht darum ob das jetzt hübsch ist - aber kann ich eigene
Icons in variabler Größe, Linien, Hintergrundbilder usw einfügen?)
Node-Red kommt mit einer recht umfangreichen Bibliothek an Icons. Wenn die nicht genügen, müsste man für eigene Icons, Hintergrundbilder etc. vermutlich die "Template"-Komponente verwenden (mit der man quasi beliebigen custom HTML/SVG-Code ausgeben kann) und Deine Icons/Hintergrundbilder irgendwie in HTML/SVG-Code umwandeln. Das ist natürlich aufwändiger und schwieriger, als es bei Deiner App vermutlich war, aber es ist grundsätzlich zumindest möglich.
Linien wiederum könnte man mit so einem "custom HTML-Template" natürlich auch irgendwie machen - aber evtl. nicht so, wie Du das eigentlich willst. Denn in den Beispielfotos im Eröffnungsposting sehe ich nur einmal Linien - wenn ich das richtig interpretiere offenbar dazu, um den Bildschirm in vier Bereiche zu unterteilen. Das ist bei den Dashboards jetzt eher nicht möglich, weil die Dashboards nicht auf eine bestimmte Bildschirmgrösse angepasst sind, sondern auf jedem Gerät mit Webbrowser darstellbar sein müssen, vom winzigen Smartphone-Bildschirm im Hochkant-Modus bis zum riesigen 32"-Monitor.
Was die Node-Red-Dashboards stattdessen zur Unterteilung verwenden, sind "Gruppen" - man würde die Elemente in den vier per Linien abgegrenzten Bereichen des ersten Fotos in je eine "Gruppe" verschieben.
vielen Dank für Eure ausführlichen Kommentare und Denkanstöße
Ich versuche jetzt erst mal den steinigen Weg - Home Assistant
Der Einwand das FHEM veraltet ist ist ja nicht ganz unberechtigt
Ich habe es aber schon immer nur als Interface zur Hardware verwendet - irgendwelche Logik erfolgte über Bash-Skripte
Ich habe es bereits geschafft nach einem Proxmox-Update HA neu zu installieren, auch Testschalter die per MQTT bidirektional funktionieren habe ich hinbekommen
Ich wundere mich aber - ich muss in HA dazu die config.yaml bearbeiten?
Selbst bei FHEM hieß es immer las die Finger von der Config, mach alles in der Oberfläche?
Mache ich grundlegend was falsch oder ist das bei HA echt so das man wenn man etwas mehr als vorgefundene Devices anlegen will ständig in der config.yaml arbeitet?
vielen Dank für den genialen Tipp - ich lege quasi hintenrum Devices in HA an :-)
Problem bei der Sache ist - HA ist genial, aber halt auch gewachsen
FHEM läuft hier zufriedenstellend - aber es hat angefangen vor 10 Jahren mit paar FS20-Thermostaten - stolz wie Bolle dass das irgendwann funktioniert hat
Dann kam halt immer mehr dazu
Jetzt kurz in was komplett neues einsteigen - ich gebe mir Mühe :-)
Eigentlich sind wohl alle Systeme, sei es das alte FHEM, HA, IOBroker,... mittlerweile so komplex das man da nicht mal kurz so einsteigt?
Weil es bisher noch nicht erwähnt wurde:
Es gäbe da noch den ioBroker mit seinem Visualisierungs-Adapter "VIS", für den es auch eine Android-App gibt. ioBroker ist aber eher als "Gesamtlösung" zu sehen; es nur zur Visualisierung zu nutzen wäre zwar möglich, aber ob das sinnvoll ist steht auf einem anderen Blatt.
Man kann sich damit in einem grafischen Editor seine GUI relativ frei zusammenklicken. Ich habe das mit der Vorgängerversion für meine Heizungs- und Lichtsteuerung gemacht, und es funktioniert zuverlässig. Aber es war schon ziemlich viel Fleiß- und Recherchearbeit. Mittlerweile gibt es eine Neuentwicklung namens "VIS 2", aber mit der habe ich noch keine persönliche Erfahrung gesammelt.
Ich will kein "Kachel-Design" wo alles eingeschränkt ist oder man der Super-Programmierer sein muss
IOBroker läuft jetzt nach 3 Stunden erst mal, ich kann meine Geräte per MQTT steuern , auch erste Direktverknüpfungen laufen, sagt mir zugegeben wesentlich mehr zu als HA
Ich hatte ja auch jahrelang fhem... aber es ist halt mehr ein backend statt frontend... es fehlen halt die modernen und schönen Bedienoberflächen
Zuletzt hatte ich mit fhemnative https://fhemnative.de/ rumgemacht, es ist aber genau so wie oben in deinem HA Link beschrieben... mein wysiwyg dashboard sah auf jedem Gerät anders aus... Handy tablet PC... irgendwie abhängig von der Auflösung oder so...
Deine 3 screens oben sollten jedenfalls problemlos gehen, auch floorplan geht mit ha
Ich will jedenfalls erstmal nicht mehr von ha weg.... alleine wegen der riesigen hardwareunterstützung...
Gute Wahl, benutze ich auch 😊
Ja, der Einstieg in mühsam wg Doku die man zusammensuchen muss, und die Widgets passen auch nicht alle zusammen. Aber es ist die flexibelste Visu durch Integration eigener Scripte und anpassbarer css.
Vieles wird da von wenigen Entwicklern gemacht, die kommen bei den Issues nicht hinterher.
Ja, das mit dem Icon Verzeichnis nervt, ist wohl mit Vis2 gekommen.
Danke für diesen Thread und die Analyse der Nachfolge.
ich stehe vor dem gleichen Problem wie Du.
Daher eine kurze Frage bevor ich mich auch auf den IOB stürze,
lassen sich mit der Visualisierung in der App auch Hintergrundbilder laden?
Ich hatte im NetIO je eine Seite pro Etage vom Haus, eine für das Grundstück und noch weitere. die Schaltflächen und Anzeigeelemente jeweils an Ort und Stelle in der Grafik. daher wäre mir das wichtig.
Leider traten oft unerwartete Probleme auf - die dann immer rel. viel Zeit gekostet haben, aber passt jetzt
Ganz so komfortabel wie Netio ist es nicht - z.B. oft kein getrenntes "on-send" und "of-send" - aber mit paar Umwegen wie z.B. Dummy Devices, MQTT, Blockly bekommt man es hin
Teilweise bedarf es auch Tricks wie mehrere Objekte übereiander zu legen, das vordere Unsichtbar als Touchbutton, das hintere um den Status anzuzeigen
Das Ergebnis ist optisch auf alle Fälle hübscher als Netio