Da hat sich nur die Anzahl Bit in der QAM geändert.
https://de.wikipedia.org/wiki/DVB-S
DVB-S2 ist eine Weiterentwicklung des DVB-S-Standards. Durch Verwendung verbesserter Kodierungs-, Modulations- und Fehlerkorrekturverfahren wird die Datenrate um bis zu 30 % gesteigert. Im März 2005 ratifizierte ETSI den DVB-S2-Standard unter der Nummer EN 302 307. Zur Umstellung des Empfangs von DVB-S auf DVB-S2 wird kein neuer Signalumsetzer (LNB) benötigt, „lediglich“ neue Set-Top-Boxen (Receiver) bzw. Fernsehgeräte mit entsprechendem DVB-S2-Empfangsteil.
Anstelle von 4PSK (QPSK) bei DVB-S verwendet DVB-S2 optional die Modulationsarten 8PSK, 16APSK oder 32APSK. Die Anpassung (ACM) erfolgt optional durch Rückmeldung der Empfangsqualität durch Referenzempfänger. So kann bei schlechter Empfangslage die Modulation verändert werden, um einen Empfangsabbruch zu vermeiden.
Bei gleicher Bitfehlerhäufigkeit (BER) erfordert 8PSK ein höheres Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) von etwa 4 bis 4,5 dB. Gleichzeitig wird meistens (außer beispielsweise beim Dish Network in den USA) der effizientere Fehlerkorrektur-Code LDPC eingesetzt, der etwa 1,5 dB weniger Rauschabstand als DVB-S benötigt. Unter anderem deshalb wird auch eine höhere Netto-Datenrate gegenüber DVB-S erzielt. LDPC kann auch bei QPSK zur Reduktion der benötigten SNR oder für höhere Netto-Datenraten verwendet werden. Unterhalb der für fehlerfreien Empfang benötigten SNR führt LDPC jedoch schneller zu totalem Signalverlust, während bei DVB-S zunächst immer mehr Bildfehler entstehen.
DVB-S2 ermöglicht auch eine effizientere Auslastung von DVB-C-Kanälen in Kabelnetzen, die als Signalquelle Satelliten-TV-Transponder verwenden. Waren „breite“ Astra-Transponder im DVB-S-Modus in der Lage, typischerweise ca. 38 MBit/s Nettodatenrate zu transportieren (DVB-S, QPSK, 27500 kSymb/s, FEC 3/4)[2] und damit einen Kabelkanal mit 64-QAM-Modulation weitgehend zu füllen, stehen im moderneren Modulationsschema 256-QAM in Kabelnetzen 50,8 MBit/s Nettodatenrate zur Verfügung. Eine bessere Auslastung dieser Nettodatenrate ist nur bei einer Zuführung mit DVB-S2 möglich.
So ergibt der Modus DVB-S2, Pilot on, 8PSK, 22000 kSymb/s, FEC 2/3 eine Nettodatenrate von ca. 42,5 MBit/s.[2] Die öffentlich-rechtlichen HDTV-Programme laufen in Deutschland mit dieser Konfiguration auf „schmalen“ Astra-Transpondern.[3][4] Eine Absenkung des Fehlerschutzes auf FEC 3/4 ergibt bei ansonsten identischen Parametern eine Nettodatenrate von ca. 47,7 MBit/s[2], benötigt aber ca. 1,3 dB mehr SNR für stabilen Empfang (C/N lock)[5]. Einige Transponder von HD+ und von Sky Deutschland nutzen diese Betriebsart. „Breite“ Astra-Transponder erlauben mit der Kombination aus DVB-S2 und der älteren QPSK-Modulation eine noch bessere Auslastung: mit den Parametern DVB-S2, Pilot off, QPSK, 27500 kSymb/s, FEC 9/10 ergibt sich eine Netto-Datenrate von 49,2 MBit/s[2]. Der extrem geringe Fehlerschutz FEC 9/10 wird hier möglich durch die Kombination mit der effizienteren LDPC-Fehlerkorrektur von DVB-S2.
„Breite“ Astra-Transponder, in DVB-S2 und mit der Modulationsart 8PSK betrieben, erreichen Nettodatenraten von 53 MBit/s bis knapp 60 MBit/s[2] und sind deshalb nur praktikabel, wenn der Inhalt des jeweiligen Transponders nicht 1:1 in Kabelnetze eingespeist werden soll.
Nötige SNR bei FEC 2⁄3 nach Lyngsat.com Verfahren QPSK 8PSK
DVB-S 4,4 8,1
DVB-S2 3,1 6,6
Der Einsatz besserer Algorithmen zur Bilddatenreduktion (beispielsweise H.264 bzw. MPEG-4 AVC statt H.262 bzw. MPEG-2-Video) und besserer Auflösung (HDTV) ist nicht notwendigerweise an DVB-S2 gekoppelt. So sendete das WDR Fernsehen seine HD-Programme H.264-kodiert noch bis Dezember 2021 parallel zu einem im März 2021 aktivierten DVB-S2-Transponder auch über DVB-S (auf denselben Transpondern wie die SD-Programme). Sogar der UHD-Kanal von RTL wird auf einem DVB-S-Transponder verbreitet[6]. Da aber für neuere Formate ohnehin neue Endgeräte mit anderen Demodulatoren und Decodern benötigt werden, wechseln die meisten Anbieter auch auf ein datenraten-effizienteres und damit für sie kostengünstigeres Modulationsverfahren, wenn dieses von allen auf dem Transponder ausgestrahlten Programmen ohnehin aufgrund der Decoder-bedingten Anforderungen im Empfangsgerät unterstützt wird. Auch aus diesem Grund geht mit DVB-S2 oft ein Wechsel des Audiocodecs zugunsten von Dolby Digital (AC-3) einher, welches die großen Sender allerdings bereits bei DVB-S zusätzlich anbieten. Von den deutschsprachigen HD-Sendern senden nur die öffentlich-rechtlichen und Servus TV noch zusätzlich mit dem üblicherweise für MPEG-2-Audio verwendeten Codec MPEG-1 Audio Layer 2 (MP2).