Hallo Walter T.
Walter T. schrieb:
das papierarme Büro kommt bei mir immer wieder an die gleiche Grenze:
Echte Ordner lassen ich einfach besser durchsuchen als Dateiordner mit
gescannten PDF-Dateien.
Das ist eine Erschwernis aber kein "NoGo" in Bezug auf geringe Papierverwendung.
Letzteres ginge zwar super, wenn alles perfekt
verschlagwortet wäre, aber leider ist das nicht der Fall.
Richtig. Ich behelfe mich damit, sprechende Dateinahmen zu verwenden.
Man sollte sich aber vorher eine Methodik dazu überlegen.
Grundsätzlich für Dokumente bei mir:
ZweckOderKategorie_Spezialisierung1_Spezialisierung2_SpezialisierungX_FallsNoetigSeitenangabeMitGesamtanzahlDerSeiten_Datum.DateiTypischerSuffix
z.B.
Lohnabrechnung_UnternehmensName_MeinName_S1v4_07Jul2009.pdf
Aus Kompatibilitaetsgruenden werden nur die Buchstaben (groß und klein) A-Z, die Ziffern 0-9 und Bindestrich, Tiefstrich und der Punkt verwendet.
ä wird durch ae ersetzt, analog ö durch oe und ü durch ue. ß wird durch ss
ersetzt. Das Leerzeichen wird nicht verwendet.
Alle Dateisysteme mit denen ich umgehe unterstützen zwar wesentlich mehr an Möglichkeiten, aber man kann ja nie wissen, auf was man mal stösst, und wenn ein System z.B. ein Fragezeichen unterstützen würde und ein anderes nicht, kann man beim Kopieren in Probleme laufen
Es wird bei mehreren Wörtern der CamelCase (BinnenMajuskel) verwendet.
Grund: Austerität - Dateinahmen können nur eine begrenzte Länge haben. Sprechende Dateinahmen werden eh schon Lang, und auf Abkürzungen sollte man besser verzichten, weil schnell undurchsichtig.
Seitenangabe mit Angabe der Gesamtseitenzahl, damit man erkennt ob etwas fehlt.
Bei Buechern/Datenblaettern/ApplicationNotes oder vergleichbarem lasse ich die Seitenzahl weg.
Datumsangabe in der Form TageszahlMonatsabkürzunJahreszahl. Es gibt zwar eine Norm dafür, aber die vergesse ich immer. Und in der angegebenen Form ist alles gut erratbar. Der Monat in Buchstabenabkürzung ist eindeutig von der Tageszahl in Ziffern zu unterscheiden (Unterscheidung 7. eines Monats vom Jul) , und die Tage vom Jahr, weil sie durch Buchstaben getrennt sind, und die Tage 2 stellig und das Jahr vierstellig.
Buechern/Datenblaettern/ApplicationNotes haben die Dateinamenstruktur:
Titel-OptionaleErgaenzung_Revisionsnummer_ZweckOderKategorie_AutorAutorenOder-Herausgeber_DokumentID_Datum.DateiTypischerSuffix
Beispiel:
FundamentalsOfGalliumNitridePowerTransistors-GaN_Applikation_LuedenscheidMueller-BaeckerzeitungFuerElektronik_snyp0814_Apr2011.pdf
Beim Titel und dessen optionaler Ergaenzung muss ich gelegentlich Mut zur Luecke haben, weil z.B. Bachelor- Master- oder Diplomarbeiten und Dissertationen oefters irre lange Titel haben.
Die Revisions- oder Auflagenbezeichnung ist optional. Oft ist das keine gute Unterscheidung, weil z.B. die erste Auflage nicht explizit genannt ist, weil zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war, das weitere Auflagen folgen.
Darum ist eigentlich eine Unterscheidung nach dem Datum besser.
Bei Autoren nur den Nachnamen (oft schwer zu erkennen). Wissenschaftliche Abhandlungen haben oft dutzende von Autoren. Wenn es zu viele werden, den
HerausgeberEtAl.
Viele Dokumente (z.B. die Datenblaetter und Applikationen von Motorola, TexasInstruments bzw. deren Nachfolgeorganisationen) haben eine explizite Dokumenten Identitaetsnummer. Bei Buechern kann das auch die ISBN Nr. sein.
Beim Datum im allgemeinen das Erscheinungsdatum. Wird leider nicht immer explizit angegeben. Bei Artikeln oder Dissertationen kann es ganz kompliziert werden, weil mehrere Daten existieren. z.B. Datum der Einreichung, der Aktzeptierung oder der Verteidigung existieren. Da diese im allgemeinen einige Monate auseinanderliegen bietet ein Datum davon aber schon einen Ansatz, das vorhergehende und das folgende Jahr zu untersuchen.
Die Dokumente
mehrerer Jahrzehnte entsprechend systematisch aufzuarbeiten ist ja auch
keine echte Option.
Richtig. Bei mir ist auch viel aufgelaufen. Ein erster Schritt ist beim Aufarbeiten das Ablegen in Dateiordnern die eine Vorsortierung geben, wie z.B.
Datenblaetter, DatenblaetterTransistoren, DatenblaetterDioden, DatenblaetterMOSFET, ApplikationNotesTransistoren ec.
Mühsam ernaert sich dass Eichhoernchen.
Sehr viele Suchoptionen sind ja: "Ich suche das Schreiben, an das das
rosafarbene Formular in der charakteristischen Form angehängt war" oder
"Ich suche den Prospekt mit dem gelben Bagger auf der dritten Seite".
Da musst Du noch auf eine gut trainierte KI warten. ;O)
Beim echten Ordner blättert man bis zum nächsten Blatt mit dem
entsprechenden Farbeindruck und hat sehr schnell das entsprechende
Dokument gefunden. Außerdem das Dokument davor und danach.
Bei einem Verzeichnis voller PDF-Dokumente ist visuell nur die erste
Seite sichtbar, da funktioniert die Methode nicht.
Du bist Visuell-Bildorientiert, ich dagegen Visuell-Textorientiert.
Wenn PDF neu angelegt wurden, funktioniert auch eine Suche nach Text gut.
Bei eingescannten Dokumenten geht das nicht oder nur eingeschränkt wenn OCR verwendet wurde. Letzteres kann aber auch Fallen bilden, wenn Buchstaben nicht richtig erkannt werden. Ich hatte einmal den Fall, das in einem Artikel zu etwas bestimmten das Wort nirgendwo gefunden wurde, weil das Wort jedesmal falsch erkannt worden ist.
Unabhängig davon ist eine Suche nach Textvariationen beliebter Rechtschreibfehler sinnvoll....
Gibt es ein Art PDF-Datei-Browser, in der sich
Verzeichnisse/Verzeichnisstrukturen auf diese Herkömmliche Art gut
durchsuchen lassen?
TLDR: Ich suche einen PDF-Viewer, mit dem sich ganze
Verzeichnisse/Verzeichnisbäume visuell durchsuchen lassen.
Meines Wissens gibt es so etwas noch nicht.
"Visuelle Suche" halte ich sowieso für eine nicht so tolle Idee. Bei der Darstellung von Dateien waehle ich bei Dateibrowsern immer "Listendarstellung" und nie "Symboldarstellung" oder gar "Thumpnaildarstellung".
Das pflastert mir den Bildschirm nur unübersichtlich zu.
Meine "Workarounds":
Alternativ durchsuche ich meine Ordner mit der Suchfunktion des Krusaders.
Find und grep sind auch recht vielseitig und können z.B. auch regulaere Ausdruecke verwenden, was sehr komfortabel sein kann. find und grep sind Kommandozeilenprogramme, die sehr gut mit z.B. einem Pythonscript beschikt werden können, das eine gute grafische Hilfestellung gibt.
Das Programm "Catfish" bietet ebenfalls eine graphische Benutzeroberflaeche und ist sehr komfortabel.
Ich denke, das es unter Windows vergleichbares gibt
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de