Thomas R. schrieb:
Genau das finde ich gespiegelt in den
Beiträgen zu dem Proxy Thema (was immer das ist?)
Ein Proxy (https://de.wikipedia.org/wiki/Proxy_(Rechnernetz)) ist ein Rechner, der stellvertretend für mich eine Verbindung aufbaut.
Ich verbinde mich nicht direkt mit dem Ziel, sondern mit dem Proxy. Dem teile ich mit, wohin die Verbindung gehen soll.
Client ------------------------> Mediathek
vs.
Client -----------> Proxy ----------> Mediathek
Die Verbindung im Falle geht bei den Mediatheken der ÖR in den meisten Fällen zu dem Dienstleister Akamai, einem der großen Anbieter von Netzwerkdienstlesitungen weltweit. Dazu gibt es irgendwo auf dem Weg dorthin
-> Entweder einen Router, der mit einem Bein im Telekom-Netz steht, mit dem anderen Bein im Akamai-Netz, das wäre dann ein direktes Peering
-> Oder einen Router zu einem dritten Netz, das weder Telekom noch Akamai gehört und dann zu einem Router aus diesem Netz zu Akamai (oder noch mehr Zwischenstationen). Das ist indirektes Peering, da die beiden Partner ihre Netze nicht zusammengeschaltet haben.
Bei beiden Versionen des Peerings kommt es nun darauf an, welche Bandbreite übertragen werden kann. Die Telekom verlangt bei einem Peering vom ersten Typ von den meisten anderen Netzen zusätzliches Geld für den Datentransfer. Ich gehe davon aus, dass Akamai nicht bereit ist, dafür zu zahlen, oder für eine Bandbreitenerhöhung zu Spitzenzeiten zu zahlen.
Obwohl bei mir gerade der direkte Download geht, habe ich mal meine direkte Verbindung mit einer meiner Proxy-Verbindungen gegenübergestellt.
Der Traceroute zu pdodswr-a.akamaihd.net und rodlzdf-a.akamaihd.net (beides Server mit Mediathekinhalten) läuft über 13 Hops, mit wachsenden delays von 12ms bis zu 70 ms je näher am Ziel
Der Traceroute zu meinem Proxy läuft über 10 Hops mit delays zwischen 12ms und 22ms
Der Traceroute von meinem Proxy (Hetzner) zu Akamai läuft über 12 Hops, mit delays zwischen 0,7ms bis zu 5,48ms
Wenn der Download von der Mediathek mal wieder nicht geht, zeigt der Traceroute auch gerne bis zu 16 Hops, delays im Bereich von 400ms bis 600ms
Was man hier sieht, dass das Peering zwischen Hetzner (wo einer meiner Proxy steht) und Akamai vorbildlich ist. Das Peering zwischen Hetzner und der Telekom ist schon schlechter, aber das direkte Peering Telekom<->Akamai ist sehr bescheiden.
Die Pakete über den Proxy laufen also über 22 Hops, also eine deutlich längere Strecke, die aber mehr Durchsatz erlaubt. Das ist vergleichbar, mit einer Verbindung über eine freie gut ausgebaute Autobahn, die zwar fast doppelt so lange ist, mit einer kurzen Verbindung über Landstraßen, die durch zahlreiche Ortschaften und Baustellen gehen.