ich bräuchte für ein Forschungsprojekt ca. 300 m emaillierten Kupferflachdraht mit ca. 4 mm² Querschnitt. Er soll für einen Linearmotor verwendet werden, der auch möglichst kompakt sein soll und daher einen hohen Kupferfüllfaktor benötigt. Kennt jemand einen Lieferenaten, der solche Drähte in kleinen Mengen liefert? Ich habe bereits bei 7 Firmen angefragt, davon haben 3 gar nicht erst geantwortet und die anderen haben die benötigte Größe entweder nicht vorrätigt oder die Mindestbestellmenge beträgt 1000 kg.
Wie viel Forschung (Voraussetzung von Dokumentation, Datenblätter, Spezifikationen, Herkunftsnachweise - ja kein Witz auch bei Metallen...) steht denn dahinter?
Wenn alles egal, bzw. einfach dein (euer) Fachwissen als "Nachweis" ausreichen:
Frag mal bei Trafo- und Motorwickelbetriebe, ja nachdem werden sie euch gerne inoffiziell, zum Vorteil von beiden Seiten, Kupferlackdraht in diesen Mengen (weiter) verkaufen.
Billig wird das aber trotz allen nicht werden, Kupfer ist seit längerer Zeit irgendwie das "neue Gold"...
Habe ich schonmal bei Hochstromanwendung gepaart mit "HF" (na ja einige 10 kHz bis vielleicht wenige 100 kHz) gesehen.
Das wird wohl schwierig werden.
Eventuell bei potenziellen Kollegen (TH Technische Universitäten?) nett anfragen - wobei:
Bürokratie wird dort hoch sein, das "Zeug" wird ja nicht "privat" von den Leuten (Studenten, Forschern, Entwicklern) an der Front aus dem zugewiesenen Budget ohne Rückfragen gekauft und von der Finanzabteilung dann "vergessen".
Gesucht ist aber doch ein emailierter Kupfer-Flachdraht (was das auch
immer sein mag).
Das ist Kupferlackdraht.
Der nennt sich im amerikanischen Sprachgebrauch enamelled copper wire.
Ahh <kopfklatsch>
Es wird also doch ein Lackdraht und nicht ein komischer emaillierter Flachdraht gesucht. Ich hatte mich schon gewundert, wie der verarbeitet werden soll.
In kleinen Mengen bekommt man so was am ehesten bei verarbeitenden
Firmen wie z.B. https://www.lasslop.com/
So sieht es aus. Hochstromanwendungen bei mittleren Frequenzen verwenden so etwas. Nicht nur (Drossel)spulen und Trafos, auch Schwingspulen für Lautsprecher werden aus Flachdraht gefertigt. Hatte hier nicht erst letztens jemand einen Planar-Trafo aufgesägt? Da drin war eine Wicklung auch aus Flachdraht.
Ich hatte das Wort enamelled auch schon gelegentlich gelesen, aber nicht darüber nachgedacht, was es genau bedeutet.
https://dict.leo.org/englisch-deutsch/enamel
also es kann auch Emaille bedeuten.
Danke für die Hinweise und Links, das sieht schonmal vielversprechend aus. Ich werde dort mal nachfragen. Es war tatsächlich Kupferlackdraht gemeint, der eben auch flach sein soll (wusste nicht, wie man das in Deutschland üblicherweise formuliert). Ich hatte bspw. hier den "Enameled Square Copper Wire" angefragt:
Der Fachbegriff ist Profildraht.
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/kupferdraht-profildraht-z-b-4-3x2-4mm/3110297686-84-19370
als Beispiele bietet er 4,32,4=10,32mm² für 2 Euro/m und 6,41,1=7,04 für 1,25 an.
300m bei 7mm² sind 2,1 Liter, also um die 20 kg, bei 9 Euro/kg allein 180 Euro Materialwert, Verkaufspreis 3001,25=375
300m bei 10mm² sind 3,0 Liter, 27 kg, 243 Euro, 3002,00=600
Ich vermute, dass bei 300m ein besserer Preis als angegeben erzielt werden kann.
Ansonsten systematisch die CuL-Verarbeiter, also Motoren- und Trafowickler abfragen. Noch ein Tipp, bei diesem Querschnitt ist das Wickeln kein Spaß mehr, vor allem wenn man eine hohe Packungsdichte erreichen will.
Da ist der 6,4x1,1 deutlich im Vorteil, weil besser biegbar.
Ich ließ mal Spulen damit wickeln, da musste in den ersten Lagen das Kupfer hydraulisch an den Wickelkörper gepresst werden, weil sonst die Spule zu bauchig geworden wäre. Viel Aufwand, aber gute Performance der Spule.
Je nach Schaltfrequenz muss man für gute Leistung schon auf Proximity-Verluste achten, hier ist der eher quadratische Draht besser, denke ich.
Wenn es sich nur um einen Versuch und die eine, kleine Menge handelt wäre evtl. runder Lackdraht und anschließende Verwendung eines manuellen Kurbelwalzwerks, wie Goldschmiede es verwenden, eine Alternative?
Wenn es sich nur um einen Versuch und die eine, kleine Menge
handelt
wäre evtl. runder Lackdraht und anschließende Verwendung eines manuellen
Kurbelwalzwerks, wie Goldschmiede es verwenden, eine Alternative?
Naja, das Kurbelwalzwerk müsste man auch erst mal bauen und 300 m Draht durchzupressen stellen ich mir nicht so spaßig vor. Außerdem hätte ich Bedenken, die Isolierung zu beschädigen.
Danke für die Links, aber Litzendraht ist für die Anwendung nicht unbedingt notwendig und meines Wissens nach auch teurer. Außerdem habe ich in der Lagerliste keinen passenden Querschnitt mit etwa 4 mm² gefunden.
Das Kleinanzeigen-Angebot stammt aus Ostdeutschland und ist vermutlich
nicht lack-isoliert, sondern umwickelt.
...und vor allem 50 oder 60 Jahre jung. Also ein perfekter Start für das
Forschungsprojekt des TO!
Habe dort nachgefragt. Es handelt sich um Restbestände aus einer Ankerwickelei, die Ende der 1960 Jahre aufgelöst wurde. Mit dem Alter hätte ich auch gar kein Problem gehabt, aber der Kupferfüllfaktor wäre durch die Dicke der Gewebeisolierung nicht vorteilhaft gewesen.
Danke für die Links. Habe zunächst in bei Scheiing in Dortmund angerufen. Der kleinste verfügbare Rechteckquerschnitt ist 4x1,12 mm und die Mindestbestellmenge ist eine Spule mit etwa 50 kg. Noch besser geeignet wäre der Draht von Ruggaber mit 2,50x1,60 mm Rechteckquerschnitt. Laut Telefonat ist die Mindestbestellmenge ebenfalls eine Spule mit etwa 50 kg. Preisauskunft nur per Mail. Habe ich versucht, aber keine Antwort bekommen. Bin also immer noch auf der Suche ...