Durchrutschende Schraubzwingen reparieren

OP #7914596
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Hallo, kann man durchrutschende Schraubzwingen irgendwie reparieren, so dass sie (wieder) halten?

Ein paar von meinen Temperguss-Schraubzwingen haben die Eigenschaft, sich erst mal voll anziehen zu lassen. Nach ein paar Minuten haben sie die Haltekraft aber wieder verloren. Woran kann das liegen?

#7915094
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Wenn Reinigen nichts hilft, dann entsorgen.

Ich habe Schraubzwingen aus Zeiten des 1. Weltkrieges die noch anstandslos halten und auch meine Bessey Zwingen, die etwa 15 Jahre alt sind, halten noch anstandlos. Zwischenzeitlich habe ich mal günstige aus dem Baumarkt gekauft, weil ich eine größere Menge benötigt habe. Die haben es inzwischen alle auf Grund des Durchrutschens auf den Schrottplatz geschafft.

#7915144
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Harald W. schrieb:

Zwischenzeitlich habe ich mal günstige aus dem Baumarkt gekauft,

Ich auch, und alle funktionieren seit vielen jahren einwandfrei ohne Durchrutschen.

Um das näher zu beleuchten, müsste man mal ergründen, wie dieses Prinzip genau funktioniert. Muss der Spalt zwischen dem Schaft und der "Öse" so klein wie möglich sein, oder doch größer? Vermutlich muss die Öse aus härterem Material als der Schaft bestehen, damit sie sich sozusagen in diesen hineingräbt?! Bevor man das nicht weiß, kann man lange nach der Ursache suchen, oder gar Abhilfe schaffen. Und dummerwiese basieren nicht nur Schraubzwingen darauf. Genau dasselbe passiert auch in Kartuschenpressen, und fast dasselbe in Blindnietzangen. Bei beiden hatte ich auch schon, daß sie nicht griffen. Selbstverständlich spielt die Qualität eine Rolle, aber was geschieht dort genau, und warum funktioniert es irgendwann nicht mehr? Ihr seid doch immer so fit bei irgendwelchen Tools und Berechnungen, also dann, macht euch mal ran! So seid ihr ausnahmsweise mal zu was nütze... Ich würde die Tage mal in den Garten gehen, solch eine durchrutschende Zwinge mal genauer betrachten. Anätzen würde mir als erste Maßnahme einfallen, das raut beide Teile schön auf, und man muss sie auch nicht trennen.

#7915157
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Lu schrieb:

Seitdem ich Einhandzwingen habe, liegen die Schraubzwingen meist nur in der Ecke.

Ich hab sauteure von Bessey und die schaffen nichtmal die Hälfte einer richtigen Schraubzwinge. Man kann sie schon zuknüppeln, aber sie lassen dann in der Kraft recht schnell wieder nach. Bei einer habe ich beim Zudrücken die Mechanik zerstört.

Einhandzwingen sind super für niedrige Kräfte, aber zum ordentlichen anspannen nicht geeignet.

#7915343
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Martin S. schrieb:

Ich hab sauteure von Bessey und die schaffen nichtmal die Hälfte einer richtigen Schraubzwinge. Man kann sie schon zuknüppeln, aber sie lassen dann in der Kraft recht schnell wieder nach. Bei einer habe ich beim Zudrücken die Mechanik zerstört.

"zuknüppeln", "Mechanik zerstört". Dafür sind die ja auch nicht gedacht. Einfach mal in die Bedienanleitungen und Datenblätter schauen. Wenn man nicht weiss wie man mit Werkzeug umzugehen hat, einfach mal die Finger davon lassen.

#7915418
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Jens G. schrieb:

Oftmals ist die Gleitschiene an ihren schmalen Seiten geriffelt, damit man sich nicht komplett auf die Reibwerte verlassen muss (wenn z.B. verölt und schmierig).

Ich habe zwei unbekannten Alters, ähnlich "uralt_ok.jpg", entweder vom Opa oder gar Uropa, da ist nichts geriffelt. Die klemmen sauber, man muß eher aufpassen, diese wieder öffnen zu können.

Zwei andere mit heller Oberfläche und Riffelung halten nicht annähernd so zuverlässig.

#7915421
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Jens G. schrieb:

https://de.wikipedia.org/wiki/Selbsthemmung

Ja, danke, dort steht was dazu, aber finden wir auch den Grund, warum die Teile erst funktionieren, irgendwann aber nicht mehr?

Jens G. schrieb:

Oftmals ist die Gleitschiene an ihren schmalen Seiten geriffelt, damit man sich nicht komplett auf die Reibwerte verlassen muss (wenn z.B. verölt und schmierig).

Muss mal bei meinen gucken. Bisher gehe ich davon aus, daß allein die Geometrie diese Hemmung bewirkt. Der Hebelarm der Ausladung der Zwinge ist ja deutlich größer, als die Höhe der "Öse". Werden nun z.B. 20Kg Druck am Werkstück aufgebaut, werden in der Öse z.B. 100Kg aufgebaut. Eigentlich kann sich das also nur festkrallen. Öle/Fette haben bei so langsamen Bewegungen und winzigen Flächen normalerweise keine Bedeutung, der Stahl berührt sich sofort, es gibt keinen Schmierfilm.

#7915426
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Uwe S. schrieb:

Öle/Fette haben bei so langsamen Bewegungen und winzigen Flächen normalerweise keine Bedeutung, der Stahl berührt sich sofort, es gibt keinen Schmierfilm.

Teste es einfach mal mit der Reinigung aus, als Druckluft und Bremsenreiniger. Desweiteren lieber etwas zu stark anziehen, statt gefühlt gerade passend.. Je nach einzuspanndenden Material muss dieses dann ggf. durch Unterlagen geschützt werden.

#7915433
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Ralf X. schrieb:

Teste es einfach mal mit der Reinigung aus

Ja, das testweise zuerst, falls nicht erfolgreich wird die ganze Zwinge kurz angeätzt, falls immer noch nichts, wird das Teil zerlegt, mal in der Öse gefeilt. Wenn gar nichts geht, wird die Öse in der Höhe eingekürzt, so daß dieser Hebel noch kürzer wird. Man hat ja nichts zu verlieren, wenn das Teil eh nicht geht...

#7915444
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Lu schrieb:

Solange die Flächen noch parallel verlaufen ist wenig Klemmwirkung vorhanden.

Das glaub ich nicht, im Gegenteil, es sieht so aus, als verlören die Klemmen ihre Funktion, sobald der Spalt durch Abrieb zu groß wird...

Von den Hebelarmen her ist die Kraftübersetzung doch immer dieselbe, ob mit kleinem, oder großem Spalt. Um sie zu erhöhen, möchte ich mal eine Klemme in der Höhe einkürzen, auch wenn sie dann natürlich weniger parallel sein wird und nicht mehr so belastbar. Nur rein des Verständnisses wegen...

#7915537
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Rainer D. schrieb:

Wenn man nicht weiss wie man mit Werkzeug umzugehen hat, einfach mal die Finger davon lassen.

Wenn ich als Nicht-Maurer es schaffe, mit einer Hand eine Einhandzwinge kaputt zu machen, dann spricht das gegen das Produkt.

https://bessey.de/de-de/bessey-tool/produkte/spannwerkzeuge/einhandzwingen/einhandzwinge-ez

Von Bessey gibt es keine Angaben über die maximale Zudrück-Kraft. Und die 1,5 Tonnen schafft sie auch nicht.

(Firma: Papier & Knalltüten Manufaktur) #7915544
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Lu schrieb:

Die Qualität kann sehr verschieden sein. Bisher sehe ich kein Foto vom fraglichen Objekt.

Das liegt nur an dem Troll.

Lu schrieb:

Martin S. schrieb:

Einhandzwingen sind super für niedrige Kräfte, aber zum ordentlichen anspannen nicht geeignet.

Das stimmt. Für übermäßige Kräfte braucht man echte Schraubzwingen (DIN), die nicht aus Alu-Guss sind, wie manches Wald- und Wiesenangebot.

Hahaha, nimm ne Hydraulikpresse

OP #7915617
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Danke für die vielen Antworten und das rege Interesse.

Meine Vermutung ist, dass sich der Schlitten beim Spannen auf der Schiene verkantet und das bevorzugt an einem der zahlreichen Schlitze tut. (wobei es wohl auch Schraubzwingen ohne Kerben auf der Schiene gibt)

Uwe S. schrieb:

Das glaub ich nicht, im Gegenteil, es sieht so aus, als verlören die Klemmen ihre Funktion, sobald der Spalt durch Abrieb zu groß wird...

Man könnte hier auch argumentieren, dass dann das Verkanten nicht mehr richtig funktioniert.

Mir ist auf jeden Fall noch aufgefallen, dass die durchrutschenden Zwingen oft durchrutschen, wenn das Werkstück relativ groß ist und damit der bewegliche Spannarm (Schlitten) besonders weit vom unbeweglichen Spannarm entfernt ist und sich die Stahlschiene dabei etwas nach hinten durchbiegt. Dadurch entsteht möglicherweise ein Winkel, der der Selbsthemmung entgegenwirkt!?

#7915840
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Daniel schrieb:

Mir ist auf jeden Fall noch aufgefallen, dass die durchrutschenden Zwingen oft durchrutschen, wenn das Werkstück relativ groß ist und damit der bewegliche Spannarm (Schlitten) besonders weit vom unbeweglichen Spannarm entfernt ist und sich die Stahlschiene dabei etwas nach hinten durchbiegt. Dadurch entsteht möglicherweise ein Winkel, der der Selbsthemmung entgegenwirkt!?

Ein Bild oder genaue Daten Deiner Zwinge/n wäre hilfreich. Die "üblichen" grossen haben wohl um 120 mm Ausladung und es gibt sie von kurzer Spannweite ?? bis ??. Ich hatte diverse in der >2 m Spannweite Nonameausführung und damit nie Probleme, obwohl da die Durchbiegung richtig ins Auge fiel. Bei den kurzen Spoannweiten ist das an sich gar nicht wahrnehmbar. Aber Deine Zwingen sind ja leider geheim, was ich als reichlich dämlich empfinde.

Ein Eisenguss lässt sich in unterschiedlicher Güte und Härte herstellen, daraus auch unterterschiedlich abriebfest. Zieht man Zwingen zu lasch an, rutschen sie ggf. und haben Abrieb. Je öfter das passiert, desto weniger hat man noch Kanten, die sich verkanten können, da man mit der falschen Nutzung eine Gleitfläche im verkanteten Zustand erzeugt hat.

#7915964
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Hi!

Zwinge so weit wie möglich zusammenschieben, erst das letzte Reststück zuschrauben. Die Hebelkräfte und -winkel dahinter möge bei Bedarf bitte jemand anderes ausrechnen.

Zu den Einhandzwingen: diese sind möglichst sauber zu halten, für "im Dreck" = Maurereinsatz sind die nix. In sauberer Umgebung halten dann auch 2 Stück 3m Hebelarm mit 40kg am anderen Ende.

VG

#7915973
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Matthias B. schrieb:

Zwinge so weit wie möglich zusammenschieben, erst das letzte Reststück zuschrauben. Die Hebelkräfte und -winkel dahinter möge bei Bedarf bitte jemand anderes ausrechnen.

Ja, Hebel, Winkel und Kräfte, sind wirklich nicht dein Ding...

Matthias B. schrieb:

Zu den Einhandzwingen: diese sind möglichst sauber zu halten, für "im Dreck" = Maurereinsatz sind die nix.

Auch hier liegst du voll daneben. Da gets um Körperkraft und nicht um ein Einsatzgebiet.

An der Profilschiene könnt ihr soviel rum dengeln und biegen wie ihr wollt. Das Problem liegt, denke ich, an der Öse der Gleitbacke. Da hab ich noch nie Hand angelegt. Schlechter Guss, falsch Form, innen gewölbt, untere Kannte greift deswegen nicht richtig --> Ausfeilen!?

(Firma: Papier & Knalltüten Manufaktur) #7916170
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Teo D. schrieb im Beitrag #7915973: ...

Matthias B. schrieb:

Zu den Einhandzwingen: diese sind möglichst sauber zu halten, für "im Dreck" = Maurereinsatz sind die nix.

Auch hier liegst du voll daneben. Da gets um Körperkraft und nicht um ein Einsatzgebiet.

... Je mehr, desto Knack? an der Stelle?

#7916282
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Teo D. schrieb:

An der Profilschiene könnt ihr soviel rum dengeln und biegen wie ihr wollt. Das Problem liegt, denke ich, an der Öse der Gleitbacke. Da hab ich noch nie Hand angelegt. Schlechter Guss, falsch Form, innen gewölbt, untere Kannte greift deswegen nicht richtig --> Ausfeilen!?

Wird Stahlguss sein, weil Grauguss garantiert brechen würde. Von dem her, Durchschlag nehmen und die Kante kalt eckig schmieden oder mit dem WIG bisschen draufschweissen und hinterher mit Feile und Flex eckig und passend machen. Damit nachher wieder Kante da ist, die greift

#7922190
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Die Gleitreibung nicht von der Fläche abhängig ist, sondern von der Kraft und dem (Gleit-)Reibungskoeffizienten. Hier ist es allerdings die Haftreibung, die ist dann schon von der Fläche und der Oberfläche abhängig. Ein Gummiplättchen müßte sich gut anschmiegen und hohe Haftreibung bewirken . Eine ausgeleierte Öse veringert aber die Auflagefläche auf nur eine kleine Ecke, da ist dann auch die Haftreibungs-maximalkraft geringer. ich habe schon Zwingen gesehen wo ein Metalstreifen an den Seiten umgebogen in der Öse steckt. Ein ducktiles Blech (Aluminium ?) wäre wohl gut, denke ich ? Vielleicht ist aber auch die Hebelkraft materialbedingt begrenzt und es kann nicht viel Haftreibung erzeugt werden.

Warum geht die Zwinge erst nach einiger Zeit lose, das kriecht doch etwas. ich vermute, da ist Blei, Magnesium, Zinn, Zink ? mit in der Zwingenbackenlegierung. Vielleicht schmiert es sich frei bis härteres Eisenkorn zutage tritt wo wieder eine geringerer Haftreibungskoeffizient wirkt.

#7922261
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irrtum meinerseits, bei der Haftreibung ist die Flächegröße auch nicht mitbestimmend, die Oberflächenbeschaffenheit und Materialeigenschaft schon. Kann ich fast nicht glauben.

Was man sagen könnte, daß bei kleinere Auflagefläche von ausgenudelter Zwingenöse der Anpressdruck die Streckgrenze des Materials eher übersteigt und zum Fließen übergeht, sich also verformt.

Sand, stimmt, benutzt man als Bremshilfe und Anfahrhilfe bei der Bahn.

#7922484
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Habe zwischenzeitig die Schraubzwingen untersuchen können, aber wie immer beim Vorführeffekt rutscht prompt keine durch, sie ziehen alle an...das passiert erst wieder, wenn es wirklich drauf an kommt, man völlig verrenkt und schwitzend überkopf arbeitet, alle Hände voll, im Mund schon Schrauben...

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