Können 100-200 Smartphones eine Mobilfunkzelle lahmlegen?

OP #7947208
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Wenn ein Glasfaserausfall ist, und alle Handys die sonst per WLAN online sind, nun per Mobilnetz online gehen, kann das reichen um eine Mobilfunkzelle lahmlegen? Ich schätze mal 100 bis 200 zusätzliche Handys. Im Normalfall hat man hier ein paar 10 Mbit/s per Handy, nun tröpfeln die Daten so langsam dass viele Webseiten wegen Timeout noch nicht mal mehr laden oder sogar überhaupt keine Daten-Verbindung mehr möglich ist sondern nur noch 2G Telefonie und SMS.

#7947215
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Wahrscheinlicher scheint mir dass die Mobilfunkzelle selber über Glasfaser ans Backbone des Mobilfunkbetreibers angebunden ist. Wenn diese Glasfaserstrecke jetzt ausfällt, muss entweder die Nachbarzelle ran oder es gibt vielleicht noch eine Richtfunkstrecke als Backup. So ne Richtfunkstrecke reicht aber nicht aus um genug Bandbreite für eine moderne 5G-Zelle bereitzustellen.

#7947275
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Sven schrieb:

Wäre ja doof wenn faktisch alles an 1 Kabel hängt und 1 Bagger gleich mehrere Provider killen kann.

Das ist aber häufig so, es wird ja nicht für jeden, der eine Glasfaser anmietet, neu (und woanders) gegraben.

Wenn Redundanz gewünscht ist (und bezahlt wird), gibt es die natürlich. Ringförmige Vernetzung der Standorte, separate Hauseinführungen etc.

#7947449
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Sven schrieb:

Vodafone und O2 ist praktisch auch down da kommt kaum was durch. T-Mobile geht.

Ja, die Telekom hat oft ihre eigenen Glasfaser-Leitungswege, die Leerrohre und Kabelstrecken übernommen von der Bundespost und dann irgendwann Glasfaser reingezogen. Während die anderen Provider sich irgendwo bei wem anderen mit einmieten, z.B. bei den Stadtwerken, Wasserwerken, Überland-Gasleitungen, Bahn etc.

Das passt also. Oder ist das (jetzt tote) Glasfaser bei Eurer Firma von der Telekom?

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#7947561
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Sven schrieb:

Wäre ja doof wenn faktisch alles an 1 Kabel hängt und 1 Bagger gleich mehrere Provider killen kann.

Genau das ist die Realität, die vor Jahren bei uns passiert ist. Tiefbau der nahen Autobahn, unter der alle Leitungen verlaufen.

Hmmm schrieb:

Wenn Redundanz gewünscht ist (und bezahlt wird), gibt es die natürlich. Ringförmige Vernetzung der Standorte, separate Hauseinführungen etc.

Eine schöne Theorie, mehr nicht.

(Firma: Hobbytheoretiker) #7947601
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Matthias S. schrieb:

Das ist logistisch gar nicht zu machen.

Google: Für Großveranstaltungen eignen sich spezielle temporäre Mobilfunk-Versorgungszellen (oft als "Cell-on-Wheels" oder "COWs" bezeichnet), die eine erweiterte oder neue Netzwerkabdeckung bieten, da übliche Repeater für große, offene Areale nicht ausreichen. Diese Lösungen sind auf die Bedürfnisse der Veranstaltungsgröße und die voraussichtliche Nutzung abgestimmt und werden von den Netzbetreibern oder spezialisierten Dienstleistern bereitgestellt. Sie sind für den Einsatz auf Festivals, Konzerten oder Messen konzipiert, um der hohen Anzahl an Mobilfunkverbindungen gerecht zu werden.

Siehe auch: https://www.informationszentrum-mobilfunk.de/2022/10/13/mobilfunkversorgung-fuer-grossveranstaltungen/

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#7947613
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Dieter D. schrieb:

Matthias S. schrieb:

Das ist logistisch gar nicht zu machen.

Mit der Logistik haben deutsche Mobilfunkprovider ohnehin ihre Schwierigkeiten. Da bleibt eine kaputte Basisstation schon mal 2 Monate kaputt, bevor dann mal der Service kommt.

Google: Für Großveranstaltungen eignen sich spezielle temporäre Mobilfunk-Versorgungszellen (oft als "Cell-on-Wheels" oder "COWs"

Aber eben nur an /ausgewählten/ Standorten. ☺ Damit keine Panik ausbricht!

Mit der /full featured Engineering App/ braucht es auch keine 100, sondern deutlich weniger, um sie effektiv lahm zu legen. Das ist natürlich verpoten.

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#7947618
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Für das Oktoberfest in München wird das Festgelände mit Extramobilfunkzellen ausgerüstet, deren Versorgungskapazität etwa der von Ingolstadt entspricht. So habe ich das mal bei einer Doku über die Wies'n gesehen.

Somit ist die Versorgung wohl dort ziemlich stabil. Konnte das noch nie testen, da ich dort noch nie war.

Während der Silvesterfeier 1999/2000 war ich am Brandenburger Tor, und da hatte ich zwar ein Netz mit hoher Feldstärke, aber stundenlang keine Verbindung, damals gab es aber nur G2, und das ganze lief nur irgendwo um die 800 oder 900 MHz.

Damals gab es nur Telefonie und SMS und eine schmale Bandbreite, die Modulation war auch noch einfacher und wenn dann doch eine Verbindung zustande kam, hörte es sich ab und an so an, als würden Wildschweine dazwischenrülpsen :-)

#7947620
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Manfred P. schrieb:

Eine schöne Theorie, mehr nicht.

Über den Einwand würde man z.B. beim DE-CIX herzlich lachen. Die alleine in Frankfurt zig Rechenzentren sind selbstverständlich redundant verbunden, da kann ein Bagger an einer Stelle wenig ausrichten.

Doppelte Hauseinführungen bekommst Du ohne Probleme, aber wenn auch der Rest redundant ausgelegt sein soll, wird es natürlich aufwendig und teuer.

Matthias S. schrieb:

Du kannst doch nicht beim Berlin Marathon oder bei 'Rund um Köln' Zellen aufstellen. Wie soll das gehen?

Ungefähr so: https://youtu.be/FqYWA6iqpvo?t=282

Matthias S. schrieb:

Und jedes Wochenende finden was weiss ich wieviele grosse Fussballspiele statt, von Konzerten usw. mal abgesehen. Das ist logistisch gar nicht zu machen.

Dort, wo regelmässig viele Kunden rumlaufen (Fussballstadien, Messegelände etc.), sind dauerhaft entsprechende Kapazitäten vorhanden, insbesondere auch innerhalb von Gebäuden.

Thomas S. schrieb:

Während der Silvesterfeier 1999/2000 war ich am Brandenburger Tor, und da hatte ich zwar ein Netz mit hoher Feldstärke, aber stundenlang keine Verbindung

Ja, wenn bei GSM alle Kanäle dicht sind, kommen nur noch Notrufe durch, für die ggf. Teilnehmer abgeworfen werden.

Thomas S. schrieb:

damals gab es aber nur G2, und das ganze lief nur irgendwo um die 800 oder 900 MHz.

900 MHz (D1, D2) und 1800 MHz (E-Plus und Viag Interkom).

Thomas S. schrieb:

wenn dann doch eine Verbindung zustande kam, hörte es sich ab und an so an, als würden Wildschweine dazwischenrülpsen :-)

Bei starkem Verbindungsaufkommen wurde teilweise der Half-Rate-Codec eingesetzt, der mit der halben Bandbreite auskommt, aber dafür nicht gerade toll klingt.

#7947741
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Afaik gibt es eine maximale Anzahl an Verbindungen, die im Notfall verdoppelt wird, bei Reduzierung der Bandbreite. Da kannst Du noch soviele Balken haben, aber die Zelle lässt dich nicht rein.

PS: Rein auf Die Überschrift bezogen: Ja, wenn es alte Nokias sind und du gut treffen kannst :P

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#7947867
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Mobilfunk funktioniert trotzdem wunderbar. 4G+5G sei Dank!

Und bevor es 4G und 5G gab, brach regelmäßig das Netz an der Festwiese zusammen? Wohl kaum, da wurde schon vorgesorgt.

Aber kaum jemand denkt daran, seinen eigenen Datenbedarf zu reduzieren.(*) "Wozu habe Flatrate, Bildtelefonie kostet ja nichts extra...". Wie oft sah ich schon Leute videofonieren, ohne aufs Display zu schauen... Oder 4k-Musikvideos rund um die Uhr (statt UKW-Radio).

Meiner Meinung nach soll jedes MByte abgerechnet werden, da würde der Wahn schnell aufhören. Doch da haben die Werbeleute was dagegen, weil dann jeder Addblocker installieren würde, um nicht für die Werbung zahlen zu müssen.

(*) Genauso, wie nur sehr wenige daran denken, bei einem Stromausfall alle Verbraucher - oder gleich den Hauptschalter nach dem Zähler - auszuschalten, um das Wiederanfahren des Netzes zu erleichtern. Denke an die hohen Anlaufströme (Kühl- und Gefrierschrankkompressor, alle Zwischenkreis-Elkos der Schaltnetzteile etc.). "Dann bekomme ich ja nicht mit, wenn / wann der Strom wieder kommt."

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#7947875
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Torsten B. schrieb:

Und bevor es 4G und 5G gab, brach regelmäßig das Netz an der Theresienwiese zusammen? Wohl kaum, da wurde schon vorgesorgt.

Genau, auch schon 3G (UMTS) hatte im 3GPP-Standard sogenannte Mini- und Mikrozellen spezifiziert.

Da wurde einfach ein Container mit der Technik und den Strahlern auf dem Dach an geeigneten Orten des Festgeländes aufgestellt.

Macht man heute noch so. Und vor 3G waren datenhungrige Apps noch nicht verbreitet und lange Telefonate astronomisch teuer.

#7947897
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Torsten B. schrieb:

Meiner Meinung nach soll jedes MByte abgerechnet werden, da würde der Wahn schnell aufhören.

Och, ich kann mich an Zeiten erinnern, als für jedes MByte im Mobilfunknetz der Telekom 24 ct. abgerechnet wurden. Dahin wollen wir nicht mehr zurück.

Aktuell nutze ich fürs Smartphone Prepaid von Norma (= Telekom) mit Telefon-Flat und 15 GB Daten je 28 Tage für 9,00 Euro. Ich schaffe es nicht, das Datenvolumen aufzubrauchen.

Will sagen: So schlimm kann der Wahn nicht sein, wenn die Telekom solches Datenvolumen problemlos bewältigen und zu diesen Preisen anbieten kann.

#7947946
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Torsten B. schrieb:

Mobilfunk funktioniert trotzdem wunderbar. 4G+5G sei Dank!

Und bevor es 4G und 5G gab, brach regelmäßig das Netz an der Festwiese zusammen? Wohl kaum, da wurde schon vorgesorgt.

2G (GSM) und 3G (UMTS) waren leitungsvermittelt. Da hast Du zum Telefonieren einen Funkkanal bekommen, also einen Zeitschlitz in einer der Trägerfrequenzen, und deren Anzahl war begrenzt. Wollte man mehr Kapazität, musste man mehr Funkzellen aufstellen. Wenn alles belegt war, war aber Schluß. Fünf Balken und kein Netz.

Ab 4G (LTE) wird paketvermittelt. Telefongespräche werden wie Daten als IP-Pakete auf die Reise geschickt und am Ende wieder zusammengebaut. Die Mobilfunkdaten können sogar über WLAN und durchs Internet laufen, am Ende treffen sie sich wieder. In ein paketvermitteltes Netz passt irgendwie immer noch einer mehr rein. Dann steigen Latenz und Fehlerrate, aber man bekommt trotzdem noch eine Verbindung aufgebaut.

#7948009
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Soul E. schrieb:

2G (GSM) und 3G (UMTS) waren leitungsvermittelt. Da hast Du zum Telefonieren einen Funkkanal bekommen, also einen Zeitschlitz in einer der Trägerfrequenzen, und deren Anzahl war begrenzt.

Nur fast richtig: Daten waren bei 3G / UMTS generell paketvermittelt. Bei Telefonie kam es auf die verfügbaren Codes (Spreizfaktor) an. Auf Kosten der Qualität konnte man den Codec (AMR) mit geringerer Datenrate betreiben, zusammen mit höherem Spreizfaktor.

Auch ab 4G & 5G ist irgendwann Schicht-Ende mit Telefonie. Wenn auch erst bei mehr Teilnehmern.

#7949125
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Zu GSM-Zeiten hattest Du das auf jedem Musikfestival. Sichtkontakt zum Funkmast, fünf Balken auf dem Display und kein Netz. SMS brauchten fünf Minuten bis die BTS mal Zeit hatte. Anrufe mit Vorrang, insbesondere die 112, gingen natürlich immer. Dafür wurde ein anderes Gespräch beendet.

#7949721
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Sven schrieb:

Können 100-200 Smartphones eine Mobilfunkzelle lahmlegen?

Was meinst du, wie viele Smartphones während eines gut besuchten Spieles in einem großen Fußballstadion eingebucht sind und auf wie viele Mobilfunkzellen sich das aufteilt. Frag doch einfach einmal die Besucher solcher Massenveranstaltungen nach Erfahrungswerten.

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