Ja, mein 23 jähriger FT1000MP Field ist kaputt.
Sendet auf 80m 100W, auf 40m 50W, auf20m und darüber ganze 20W. Urplözlich, gestern alles io, heute kaputt.
Ueberlegung ist die PA wirds kaum sein da bei 80m und 160m die volle leistung kommt. Der strom auf höheren bändern ist entsprechend der leistung niedrig, deshalb wird das weder ATU noch LPF sein. Empfänger läuft top.
Man kontrolliere das geplante vorgehen:
PA strom abhängen + dummy load dran. Zwischen driver und PA messen, roter kreis koax zur PA abziehen und da messen.
Ist das OK so? Weitere vorsichtsmassnahmen?
Der grün eingezeichnete smd-C (auf dem driver board) sieht wie nachträglich gewechselt aus, flux-reste drum herum. Soll ich den als "verdächtig" einstufen?
Der grün eingezeichnete smd-C (auf dem driver board) sieht wie
nachträglich gewechselt aus, flux-reste drum herum. Soll ich den als
"verdächtig" einstufen?
Als sehr verdächtig. Schön reinigen sieht ja grausam aus.
Hast du mal gemessen, ob der C durchgeschlagen ist (Durchgangsprüfer)?
Ich würde vor dem Ablöten auch prüfen, ob einer der C-Pole möglicherweise einen Kurzen zu den benachbarten Leiterbahnen ausgebildet hat (möglicherweise passiert das aber auch nur beim Senden durch kleinen Lichtbogen oder so, was bei höheren Frequenzen meiner Ansicht nach wahrscheinlicher passiert).
Mach doch mal eine kurze Testaussendung auf 20m, ein paar Sekunden reichen, und dann fühlst du bei ausgeschaltetem Gerät nach, ob irgendwo was warm geworden ist.
Wird beim Senden auf 20m die volle Leistung gezogen, aber nur 20% abgestrahlt? Mit Dummy-Load gemessen?
Hat die Antennenleitung irgendwelche Probleme, Korrosion an Steckern oder so? Bei manchen Koax-Kabeln korrodiert mit den Jahren der Cu-Schirm.
Als sehr verdächtig. Schön reinigen sieht ja grausam aus.
Nicht nur reinigen, sondern vorher vernünftig verlöten, d.h. das ganze überschüssig Lötzinn entfernen (1/3 davon ist mehr als genug, schön mit Flussmittel) und bei der Gelegenheit vielleicht auch gerade rücken.
Der schaut mir recht komisch aus, so, als wäre er nachträglich hingeflickt worden. Ohne Überprüfung und Abgleich mit der Schalte würde ich den nicht so einfach akzeptieren.
Nicht nur reinigen, sondern vorher vernünftig verlöten, d.h. das ganze
überschüssig Lötzinn entfernen (1/3 davon ist mehr als genug, schön mit
Flussmittel) und bei der Gelegenheit vielleicht auch gerade rücken.
Hab ich gemacht. Gemessen 10nf genau wie spec. Eingelötet und auf 7Mhz nur noch 20W, vorher 50W. Rest der bänder gleich wie vorher.
Der level was in die PA reingeht (bei ausgesteckter PA):
1
CW Vpp Pout (mit PA)
2
1.8 4.5 100
3
3.5 4.5 100
4
07 4.4 20
5
10 4.2 30
6
14 3.5 20
7
21 3.0 25
8
24 2.6 25
9
28 2.3 21
Wobei das ist mit nicht HF tauglichem kopf gemessen, das erklärt sicher teil der dämpfung.
Schau mal erst mit Deiner IR-Kamera nach Auffälligkeiten.
Z.B. nach Unsymmetrien bei spiegelbildlichen Bauteilen,
wie z.B. den PA-Basis-Widerständen der Endstufen-Transistoren.
Oder nach heißen Spulen und Kondensatoren oder Leiterbahnen
aufgrund von Übergangs-Widersänden an kalten Lötstellen.
Ich suche ja nach einem pegel-unterschied 5:1 zwischen 3.5M und 14M.
Was ich an der basis des ersten transistors messe ist auf 14M ein viel höherer wert als auf 3.5m. Das kommt von der ALC die bei 3.5M auf 100W out zurückregelt, bei 14M aber volle leistung macht weil eh nur 20W RF anstehen.
Das ist komplizierter als es aussieht. Schäzt du transistor putt oder was anderes? Wie ist die vorgehensweise?
Oder den TS50 aus dem keller holen weil ich die reparatur eh nicht schaffe ?
Edit
Markus W. schrieb im Beitrag #7950685:
Schau mal erst mit Deiner IR-Kamera nach Auffälligkeiten.
Top idee !
Die alte FLIR war teuer, hat kein makro und ist immer entladen.😡
ich kenne den internen Aufbau vom FT1000MP nicht und weiss
deshalb nicht, wie gut man an verschiedene Stellen mit einem
10:1 Tastkopf im Inneren messen kann.
Hast Du möglicherweise Service-Unterlagen, die gibt es bei Yaesu
und Icom oft als PDF zum Download.
Ich habe Dir mal in den Schaltplan eingetragen wo ich als erstes
an der PA messen würde.
Wenn Du da messen kannst, oft braucht man ja vier Hände, deshalb einen
OM zur Hilfe holen, oder Du hast bei Deinem TRX einen Fußschalter, um
auf Sendung zu gehen, dann stell mal hier ein paar Bilder der gemessenen
Stellen.
Aber aufpassen, dass Du keinen Kurzschluss verursachst.
Hast Du einen Trenntrafo, oder einen Bat. betriebenen Oszi, wie z.B.
den OWON HDS2102 oder ähnlich, um Potenzialfrei zu messen?
Falls Du Dir die Reparatur nicht zutraust, frag Doch mal im OV nach
ob jemand die Möglichkeiten/Wissen hat, die Die eventuell fehlen und
sich das Gerät anschauen kann.
oder ist das Kabel durch gescheuert und heizt sich auf?
Nein das ist die parallaxe vom flir.
Das muss alles 2cm nach rechts. Die warme stelle ist der basis widerstand vom T1 und nicht das kabel. Der rote widerstand ist der 2cm rechts vomn flir bild.
Traust Du Dir zu mit dem Tastkopf in der PA zu messen?
Das ist alles auf der unterseite der platine. Da ist nicht ranzukommen, nicht im betrieb. Messen kann ich nur von oben, und ja, auch live. Bei dem ding ist restwert << reparaturkosten (hier in CH).
Wenn der rot eingerahmte widerstand oben im bild wesentlich wärmer wird
als kollege auf der anderen seite, was heisst das?
Also der liegt ja in der Rückkopplung und ist mit 1W Belastbarkeit nicht ohne Grund so groß dimensioniert, ich denke der muss im Normalbetrieb dann auch warm werden. Meine Vermutung wäre dass ein Problem besteht in dem Zweig, wo der Widerstand kalt bleibt.
Du könntest durch die Übertragener eine Windung isolierten Draht
durch stecken um die Signale auszukoppeln und mit dem Oszi messen.
Diese Windung kannst Du z.B. mit 1k Ohm Wid. abschliesen, damit sie
etwas belastet ist und dann daran den Tastkopf messen.
Damit bist Du dann galvanisch getrennt und würdest zumindest die
Signalform sehen können.
An den PA Transistoren müsstest Du auch die Lötfahnen mit dem
Tastkopf erreichen. Dort kannst Du B, C, E, gegen Masse messen.
Den 2SC2879 bekommt man noch gut zu kaufen, falls einer defekt ist.
übrigens der selbe PA-Transistor wie im TS50.
Habe Dir die Anschlussbelegung zum 2SC2879 mit angehängt.
An den Leistungs-Widersänden kannst Du ja auch messen
👍
Mein verdacht ist einer der 2SC3133.
Einer bringt genug drive um unter 3.5M die endstufe auf 100W auszusteuern, aber bei 7M reichts nur noch für 50W. Klingt plausibel.
Da die über trafo gekoppelt sind kann man wohl nicht eindeutig feststellen ob einer hinüber ist. Ausse ich nehme einen raus und schaue ob was ändert.
Würde das collector beinchen hochbiegen reichen? Oder geht der dann kaputt wenn er basisstrom hat?
Die Chancen, dass die auch irgendwas wie original sind, dürften doch
sehr gering sein.
Das ist mir völlig egal wenn sie problemlos funktionieren. Natürlich werde ich beide wechseln weil sonst wird es asymmmetrisch. Wenn einer der 3 shops ausgelötete ware bringt werde ich genau diese brauchen.
Ich warte mit auslöten bis ersatz da ist, sonst vergess ich in den 2 wochen wie was wo. Ja, alt sein hat eine tragische komponente.
Ich danke allen mithelfern für die tips und die motivation. Ohne euch wäre der FT1000MP schrott. 🥰🥰🥰 Alleine hätte ich das nie geschafft.
Das ist mir völlig egal wenn sie problemlos funktionieren.
Das weißt du aber nicht, ohne sie nicht zumindest rudimentär zu verifizieren.
Natürlich
werde ich beide wechseln weil sonst wird es asymmmetrisch.
Nicht einmal das würde ich als gegeben annehmen, also dass von dem, was du bekommst, die Daten zwischen den Exemplaren vergleichbar sind.
Wenn einer
der 3 shops ausgelötete ware bringt werde ich genau diese brauchen.
Das siehst du nicht – die verkaufen die natürlich “refurbished”, also wieder aufpoliert.
Ich warte mit auslöten bis ersatz da ist, sonst vergess ich in den 2
wochen wie was wo. Ja, alt sein hat eine tragische komponente.
Dafür gibt's elektronische Kameras an allen Ecken und Enden, die können sich das merken.
Ich würde sie an deiner Stelle schon deshalb vorher ausbauen und messen, weil ja noch völlig unsicher ist, ob es überhaupt an den Transistoren liegt. Kann ja auch noch was ganz anderes sein, und in diesem Falle wäre natürlich das Einsetzen der originalen Transistoren an dieser Stelle auf jeden Fall die sinnvollste Option.
Naja, dass die auf mehreren Bändern zugleich den Geist aufgeben, halte ich für eher unwahrscheinlich. Die Tiefpässe umfassen doch jeweils größere Frequenzbereiche.
Naja, dass die auf mehreren Bändern zugleich den Geist aufgeben, halte
ich für eher unwahrscheinlich. Die Tiefpässe umfassen doch jeweils
größere Frequenzbereiche.
Wenn da ein Relais "klebt", kann das schon so aussehen...
Besonders, wenn einer der TPs der unteren Bänder nicht abgeschaltet werden kann.
Ausserdem sind die kollektorspannungen der push-pull vorstufe ziemlich eindeutig. Da pullt einer nicht.
Ob die endstufe auch einen knax hat sehe ich erst wenn die vorstufe repariert ist. Da auf 80m volles signal kommt denke ich eher nicht.
Da würde ich zumindest erwarten, dass das Originale sind.
Ist ein Jammer, das Zeug war dazumals, als CB noch überall gängig war, vergleichsweise billig. Man hätte sich davon mal 10 Stück auf Halde legen können …
würde auch auf einen defekten 2SC3133 tippen, habe schon zwei Fields hier gehabt, bei beiden war einer der 2SC3133 defekt, schaut euch die Beschaltung der Stufe an, da hat Yaesu "alles" gegeben...
Die 2SC3133 die du so im Netz findest sind zu 99% Fälschungen...
ein Umbau auf RD16HHF wäre denkbar, das habe ich zumindest bei ICOM Radios gemacht und funktioniert bis heute.
Das Problem beim FT1kmp/field ist, das die die Vorspannung/ den Ruhestrom der Stufe nicht einstellbar haben, somit ist das nur mit experimentieren zu lösen.
Notfalls, wenn die china dinger nicht spielen, nehme ich originale aus
dem TS50 raus, der hat die gleichen.
Dann würde ich an deiner Stelle lieber erstmal 2SC1945 versuchen – so sehr unterschiedlich sehen mir die Daten nicht aus. Der grundsätzliche Anwendungszweck (CB-PA mit viel Reserve) war der gleiche für beide.
Interessant wäre ja der Test bei einigermaßen HF, also einen Verstärker
aufbauen und die Verstärkung messen, durchaus mit etwas Last.
Denke da würde ein 5 ohm R im collector bei 12V ausreichen?
Die bias auf 0.5 A strom einstellen?
Als ansteuerung reicht aber der signalgenerator des fnirsi oszi kaum, zu wenig leistung und nur bis 10mhz. Wo nehme ich 0.5W @ 30mhz her?
wenn die funktionieren, wäre mir das auch egal, war aber nicht so, keine HF Transistoren, ich habe die mit einer alten CB PA getestet.
Du solltest versuchen die Schaltung zu verstehen und auch schauen wo und wie du messen kannst, sonst lass das lieber und gebe das Gerät zu jemanden mit Erfahrung, bevor der schaden größer wird.
Im Ernst: schau dir in beiden Zweigen des Verstärker einzeln die Bauteile an, passen alle Widerstände? Ist ein Kondensator kaputt? Vielleicht einfach nur 'ne kalte Lötstelle?
Kauf dir nen TinySA (bezahlbar, aber eigentlich unbezahlbar) und nen Satz billige SMA-Abschwächer aus China.
Damit kannst du dann eine "klassische Signalverfolgung" machen.
Vor allem siehst du die Pegel; zwar nicht kalibriert, aber du kannst effektiv vergleichen.
Meist gehts auch ohne Abschwächer, wenn du kapazitiv über paar pF direkt auf den Messpunkt einkoppelst.
Wenn du erstmal weist, in welcher Stufe das Problem auftritt, sollte sich auch der Fehler relativ leicht finden lassen.
Das wäre jedenfalls meine (bewährte) Vorgehensweise.
Wenn du erstmal weist, in welcher Stufe das Problem auftritt, sollte
sich auch der Fehler relativ leicht finden lassen.
Da er Unsymmetrien im (Gegentakt-)Treiber bereits ausgemacht hat, hat er doch eigentlich schon die Stufe, in der es passiert. Nur dass es eben nicht – wie seine erste Annahme war – einer der beiden Transistoren dort ist, sondern irgendwas anderes.
Wobei ich gerne wissen würde, wie er das gemessen hat, nach meiner Erfahrung ändert sich die Schwelle der Durchbruchsspannung leicht, so das die unsymmetrisch laufen, da der Ruhestrom nicht getrennt regelbar bzw. Für die Stufe Überhaupt nicht einstellbar ist, führt das dann zu Problemen.
Man könnte die Stufe mit jeweils einem rlc nachbilden und dann die verhältnisse messen, vielleicht ist auch ein Kondensator fehlerhaft, wie schon geschrieben wurde.
Da er Unsymmetrien im (Gegentakt-)Treiber bereits ausgemacht hat, hat er
doch eigentlich schon die Stufe, in der es passiert. Nur dass es eben
nicht – wie seine erste Annahme war – einer der beiden Transistoren dort
ist, sondern irgendwas anderes.
Zuerst hätte ich die verbliebenen Halbleiter und Relais unter Verdacht, dann Kondensatoren und Widerstände, dann Drosseln und dann die Leiterplatte selber.
Dass eine Sichtkontrolle auf schlechte Lötstellen und abgerissene Anschlüsse ergebnislos war, davon gehe ich schon einmal aus.
Andere Vorgehensweise: Zuerst das Untersuchen, was gut zu untersuchen ist, aber im Hinterkopf behalten, dass der Fehler durchaus anderswo sein kann.
Doof sind Fehler, die sich nur unter bestimmten mechanischen Spannungszuständen zeigen, wie bei angerissenen Leiterbahnen, Widerständen oder Kondensatoren (NP0 ist da robuster als Vielschicht).
PS: Was ich mal hatte waren "verschwundene" Kerne von Ferritdrosseln. Das waren kunststoffgebundene, und deren Material war altersbedingt zerfallen und rieselte heraus. War aber aus einem Schaltregler und thermisch/mechanisch gut beansprucht.