Mit dem hohen Anschaffungspreis als Begründung müsste man
heute noch die Röhren-Fernsehtruhe und sonstige "Braune Ware"
von Oma betreiben ... oder die Analogscopes vom Opa.
Wo ist da das Problem? Wenn ich das möchte, kann ich das durchaus machen. Egal ob ich mir irgendwie ein FBAS-Signal aus HDMI zaubern muss oder ich kann dafür auch ein altes Videogerät ausbuddeln, manche Leute betreiben sogar noch Exoten wie Laserdisc-Player... Vielleicht ist der Betrieb solcher Geräte heute erschwert, aber nicht unmöglich.
Wie sinnvoll das ist, musst Du jedem schon selbst überlassen. Nur weil Du kein Retro magst, heißt das nicht, daß niemand Retro mag.
Na klar, alles geschenkt haben wollen - ist ja bald wieder
Weihnachten ... sinnvoller wäre es statt den Hersteller in
den finanziellen Ruin zu treiben, quasi die Kosten für den
Serverbetrieb etc zu übernehmen bspw. als Abo.
Also jetzt pass mal auf...
Erstens habe ich nie gesagt, daß ich irgendwas umsonst haben wollen würde und Bosch hat auch nichts umsonst rausgerückt. Ich kaufe solche Produkte aber heute mit dem Risiko, daß mir vom Hersteller nach wenigen Jahren einfach so wieder geklaut werden können. Nicht physikalisch - aber was soll ich mit dem toten Stein wenn der Dank Cloud-Abschaltung nur noch zum Ausschlachten oder Wegschmeißen zu gebrauchen ist? Der Endeffekt ist der gleiche, ich darf mal wieder Geld in die Hand nehmen und was neues kaufen.
Zweitens reden wir hier nicht über 'ne Ich-AG oder Gebrüder Gleichpleite GBR, sondern wir reden hier von Bosch. Mal ein kurzer Einschub aus der Google-KI: "Der operative Gewinn (EBIT) von Bosch betrug 2024 3,1 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 90,3 Milliarden Euro." So, und nun willst Du mir allen Ernstes erklären, der Betrieb einer oder zwei angeblich kaum genutzter Cloudserver treibt dieses Unternehmen in den Ruin? Also wenn das tatsächlich der Fall ist, dann ist Bosch sowieso nicht mehr zu retten.
Drittens liefen offenbar viele der Spexor-Geräte auch als Abo-Modelle, ich weiß nicht, ob man für die Cloud-Nutzung zahlen musste oder nicht, ob die Mobilfunkverbindung (und die dazugehörende eSIM) zwingend erforderlich war oder nicht. Die Einnahmen aus dem Produkten dürften also nicht Null gewesen sein, auch wenn sie möglicherweise hinter den erwarteten Milliardengewinnen zurückgeblieben sind.
Viertens ging mein Vorschlag doch genau in diese Richtung, einen Cloud-Server für diese Geräte - oder zumindest für meine eigenen Geräte - selbst zu betreiben. Das ist aber schlicht nicht möglich, wenn der Hersteller beim vorzeitigen geplanten Ablebenlassen seiner Geräte die Schnittstellen nicht freigibt. Wenn sich diese Geräte gegenüber einer Cloud authentifizieren müssen oder sich die Cloud gegenüber diesen Geräten authentifizieren muss, dann wird es verdammt schwierig, einen eigenen Cloudserver dafür auf die Beine zu stellen wenn man die zwingend erforderlichen Zertifikate oder Schlüssel nicht hat und der Betrieb ohne diese Zugangsdaten nicht möglich ist.
Daß man die Hersteller dazu verdonnern sollte, den Kaufpreis zurückzugeben meine ich nur für den Fall, daß er die Geräte absichtlich komplett unbrauchbar macht und jede weitere Nutzung durch Nichtfreigabe der Geräte-Schnittstellen verhindert. Dann hat der Hersteller doch die Wahl, wenn ihm das nicht passt, kann er seine Schnittstellen (hier die Cloudverbindung) in einem letzten finalen Firmware-Update doch offenlegen - eben damit sich wie ich vorgeschlagen habe, die Community um einen eigenen Cloudserver kümmern kann. Ob das dann passiert oder nicht weiß ich nicht, aber es stünde dann jedem frei, sich entsprechend einzubringen.
Und "Zwanzig Jahre" ... solange war nicht mal die landesweite
Fernsehbestrahlung per DVB-T aktiv.
Normal, wenn da es keine gesetzlichen Regelungen zu gibt und die Hersteller auf diese Weise schnell und effektiv die gesamte Bevölkerung zum Kauf neuer Geräte zwingen können.
Wenn man davon ausgeht, das viele der Sexors von Ruheständlern
in ihre Wohnmobil-Burgwagen gestoppft wurden wären
"zwei Jahrzehnte" auch über der "Restlaufzeit" der Besitzer.
Das ist doch total banane wo bzw. wofür ein Käufer ein gekauftes Gerät einsetzt und wie lange er danach noch lebt. Ich gehe stark davon aus, daß diese Spexor-Geräte nicht nur von Ruheständlern gekauft wurden. Oder anders gesagt, wenn Du nachher beschließt, 'ne Runde mit dem Fahrrad zu fahren oder einfach nur 'ne Straße überqueren musst und dabei aus Versehen von den 40 Tonnen eines LKWs sanft in den Asphalt gedrückt wirst, dann überleben Dich Deine aktuellen technischen Geräte auch. Das eine hat doch mit dem anderen rein gar nichts zu tun.