Leider hatte ich unter der Woche keine Zeit, mich mit dem Akku näher zu beschäftigen, deshalb erst jetzt eine Rückmeldung von mir.
Ich glaube, ich muss etwas weiter ausholen, weil es mittlerweile nicht mehr nur um eine reine IC-Identifikation geht.
Der Akku, um den es geht, stammt aus einer UE Megaboom (Bluetooth-Lautsprecher) von 2014. Das dürfte also das erste Modell sein.
Ich habe den Lautsprecher schon letztes Jahr mit der Bitte um Reparatur bekommen. Die Box lag zusammen mit einer Wasserflasche im Rucksack, welche ausgelaufen ist. Infolgedessen ließ sich die Box nicht mehr laden und einschalten.
Nach dem Zerlegen konnte ich auf der Controller-PCB (Bild im Anhang) einen Wasserschaden feststellen. Nach der Reinigung der Platine und Austausch einiger Keramikkondensatoren und der Micro-USB Buchse lief die Box wieder problemlos.
Von März bis Oktober diesen Jahres wurde die Box nicht verwendet und nun kam sie wieder zu mir, dieses Mal mit dem Hinweis, sie ließe sich nicht einschalten. Als ich zum Testen das Ladekabel eingesteckt habe, fing die Lade-LED kontinuierlich an zu pulsieren, ich konnte aber nur einen Strom von 30 mA zwischen USB-Netzteil und Box messen. Als ich versuchte, die Box während dem Laden einzuschalten, kam eine Ansage "Der Batteriezustand ist kritisch. Bitte laden.". Aber auch nach über 24 Stunden im Ladegerät hat sich nichts an der Situation geändert.
Ohne Ladegerät hat sich beim Einschalten der Box nichts getan.
Daraufhin habe ich die Box wieder zerlegt und den Akku vermessen. Es sind zwei 18650 Zellen verbaut, die in Serie geschaltet sind und an eine kleine Platine angelötet sind (ich habe sie "Battery PCB" getauft, sie Anhang). Die Battery-PCB wird von unten in die Controller-PCB eingesteckt. Eine der beiden Zellen hatte nur noch 0,9 V, die andere Zelle knapp über 2 V.
Ein Ersatzakku ist für ca. 40 € im Netz erhältlich, ich wollte aber erstmal nicht so viel Geld investieren, weil ich mir nicht sicher bin, ob dann nicht in zwei Monaten wieder etwas anderes kaputt geht aufgrund des damaligen Wasserschadens.
Deshalb habe ich aus meinem Fundus zwei gebrauchte 18650 Zellen angelötet, die zwar nicht mehr neu, aber noch in Ordnung waren (ca. 1 Jahr alt und vielleicht 10 mal geladen). Zellspannung beider Zellen beträgt ca. 3,58 V, also nicht ganz voll, aber auch nicht leer.
Nach dem Austausch der Zellen ließ sich die Box nach wie vor ohne Ladegerät nicht einschalten. Schließe ich das Ladegerät an, pulsiert die Lade-LED, allerdings geht sie nach ca. 30 Sekunden aus. Der Stromfluss in die Box beträgt nach wie vor nur 30 mA.
Nun ist eben die spannende Frage, ob das Problem von der Controller-PCB kommt oder von der Battery-PCB. Und um das herauszufinden, ist dieser Thread entstanden ;-).
Das erstmal zum Hintergrund.
Klaus R. schrieb:
ft ist es doch so dass Akkupacks erst von außen kurz aktiv geladen
werden müssen damit sie wieder Spannung ausgeben?
Wie oben beschrieben habe ich das Ladegerät an die Box angeschlossen, allerdings geht die Lade-LED nach ca. 30 Sekunden von selbst aus.
Mike A. schrieb:
Was haltet Ihr von dem hier:
S-8264A/B/C Series
Treffer! Vielen Dank fürs recherchieren :-).
Anhand des Datenblatts ist klar, dass H. H. Recht hatte, das IC ist für die Schnellauslösung der Sicherung zuständig und soll die Batterie vor Überspannung schützen.
Torsten B. schrieb:
Hat dieses auch einen Namen und einen Hersteller?
Bitte immer so viel Informationen wie möglich posten.
Siehe oben.
Mike A. schrieb:
Wären ggf. diese beiden protection ICs eine gute Option:?
R5641L oder R5439 von Nisshinbo
Die könnten theoretisch auch passen, ich denke aber, dass das Datenblatt weiter oben von Ablic das richtige ist.
Um das Problem weiter einzugrenzen, habe ich heute morgen einen unvollständigen Schaltplan von der Battery PCB erstellt und ein paar Spannungen gemessen (siehe Anhang).
Auf der Controller-PCB sind zwei Pins eindeutig mit "BATT-GND" und "VBATT+" beschriftet. Ich meine, mich daran zu erinnern, dass ich bei ersten Reparatur hier die Batteriespannung messen konnte, als ich die Batterie in die Controller-PCB gesteckt habe, was nun aber nicht der Fall ist.
Anhand der Spannungen ist auch klar, warum: Zum einen muss der High-Side MOSFET Q102 von der Controller-PCB aktiviert werden. Zusätzlich müssen die beiden N-Kanal MOSFETs Q100 und Q101 im GND-Zweig eingeschaltet sein. Es wird jedoch nur Q101 angesteuert, Q100 hat 0 V am Gate.
Verbinde ich testweise den Pin 5 am Steckverbinder auf GND, schaltet Q102 durch. Ich habe dann zwar 7,17 V am Steckverbinder, jedoch schaltet Q100 nach wie vor nicht durch, sodass ich keine GND-Verbindung habe.
Q100 und Q101 werden durch das SOT-23 IC mit der Aufschrift CBME angesteuert (siehe Bild in meinem Beitrag weiter oben). Meiner Ansicht nach könnte dies ein Unterspannungsschutz sein. Ich verstehe jedoch nicht, warum das IC nur einen MOSFET ansteuert und nicht beide. Meiner Ansicht nach sollten entweder beide oder kein MOSFET angesteuert werden.
Die Spannungen liegen meines Erachtens im Rahmen, sodass das IC einschalten sollte.
Hat jemand noch eine Idee, was ich versuchen könnte?
EDIT: Sorry, ich habe im angehängten Bild vergessen, Q102 zu beschriften. Es istder P-MOSFET oben rechts mit dem 10M Pullup und der Beschriftung Q_PMOS/Q?.