Die große Politik ruht nicht: mit der Übernahme von Qorvo steht eine weitere Fusion im Bereich der Halbleiterhersteller an. Espressif liefert neue Software, während Debian seine Maintainer mit dem Zwang zur Verfügbarkeit eines Rust-Compilers verärgert. Außerdem lässt sich der Raspberry Pi Pico als SCPI-Gerät verwenden.
Nexperia: Chinesische Regierung erlaubt Ausnahmeregelungen für Chipauslieferung
Kompromisslosigkeit führt in den meisten Fällen zu suboptimalen Ergebnissen. Nachdem man in China der niederländischen Regierung gezeigt hat, dass die von ihr besessenen Assets sehr schnell sehr wertlos werden, versucht man sein Glück an Schadensbegrenzung für die Kunden.
Unter https://german.cri.cn/2025/11/04/ARTI1762240604907239 findet sich die folgende Stellungnahme des chinesischen Handelsministeriums:
SpecFive: Android 12-Smartphone mit LoRA-Transciever
Android mag viele Funktechnologien unterstützen; bisher gab es indes keine Geräte mit eingebautem LoRA-Transciever. Mit dem in der Abbildung gezeigten Gerät soll sich dies ändern.
Obwohl das Gerät bereits bei Amazon gekauft werden kann, gibt es sonst wenig Informationen – besonders interessant wäre die Frage, wie die Kommunikation zwischen Android-Applikation und Meshtastic erfolgt.
Nuvoton MA35D16AJ87C – MPU mit 512MB integriertem DRAM
Das Layout der DRAM-Interfaces bei MPUs ist eine durchaus arbeitsintensive Aufgabe. Nuvoton versucht, durch Anbieten von MPUs mit integtriertem DRAM gegenzusteuern – die Produktlinie ist so erfolgreich, dass nun eine neue Version mit 512MB DRAM angeboten wird.
Bildquelle: Nuvoton
Über die sonstigen technischen Attribute vermeldet man folgendes:
dfRobot HUSKYLENS 2 – AI-Kamera auf Basis von Kendryte K230
Mit dem unter Anderem im MaixDuino verwendeten Kendryte K210 gelang Canaan die Lancierung einer neuen Chipart: des Mikrocontrollers mit AI-Beschleuniger. Wohl aufgrund des gewinnbringerenden Bitcoin-Geschäfts tat Canaan mit dieser Technologie dann nicht mehr viel, der Nachfolger K230 erhielt bisher keine nennenswerten Design Wins.
dfRobot – das Unternehmen offerierte eine Kamera mit dem K210 – lanciert nun das in der Abbildung gezeigte Nachfolgemodell.
Im Hause Espressif setzt man auch auf Rust. Die Version 1.0 der als Crate bezeichneten Ansteuerungsbibliothek liegt seit einiger Zeit als Beta vor, und wurde vor drei Tagen in den Final-Zustand überführt. Die Abbildung informiert über die stabilisierten Interfaces.
Die Einführung von Rust ist in der Linuxcommunity nicht unumstritten. Im Hause Debian plant man, Rust bald für alle Portierungen verpflichtend vorzuschreiben – Architekturen, die derzeit ohne Rust-Compler auskommen müssen, werden verwaist.
Spezifischerweise findet sich unter https://lists.debian.org/deity/2025/10/msg00071.html die folgende Meldung:
Raspberry Pi – Sicherheits-Challenge für RP2350 verlängert
Im Hause Raspberry Pi zeigt man sich von der Sicherheit der hauseigenen Mikrocontrollerplattform so überzeugt, dass man vor einiger Zeit eine Sicherheitschallenge auslobte – bestimmte Angriffe wurden mit einer Geldprämie ausgezeichnet.
Unter der URL https://www.raspberrypi.com/news/rp2350-hacking-challenge-2-into-extra-time/ verkündet man nun, die Einreichungsdeadline verlängert zu haben:
Der einst vor Allem in GPIB-Systemen verwendete SCPI-Standard hat sich mittlerweile selbständig gemacht. Mit dem unter https://github.com/K4zuki/pipico-micropython-scpi bereitstehenden pipico-micropython-scpi steht nun eine Software zur Verfügung, die einen Raspberry Pi Pico in ein SCPI-System verwandelt. Im Prinzip ist die Idee dabei, dass der RPi über sein serielles Interface vom PC aus mit Steuerungsbefehlen versorgt wird.
Microchip: CAN FD-Transciever fürs Weltall mit Preisdaten in der Ankündigung
Microchip investiert nach wie vor im Bereich New Space. Neuestes Offert ist der in der Abbildung gezeigte CAN FD-Transciever, der nun auch in einer strahlengehärteten Version zur Verfügung steht.
Bildquelle: Microchip
Die relevanten Passagen der Pressemeldung sind hier:
Einer der Gründe, warum das US-Patentamt eingehende Anträge so extrem prüft, ist – zumindest dem Hörensagen nach – eine vor einigen Jahren von der chinesischen Regierung durchgeführte Aktion, wo chinesische Unternehmen mit erfolgreichen Patent- und Gebrauchsmusteranmeldung Geld verdienen (!!!) konnten. In der EU gibt es ein ähnliches Programm, das rund 70% der Kosten übernimmt und dem regelmäßig das Geld ausgeht.
Die im Allgemeinen gut informierte Rechtsanwaltskanzlei WBS.Legal berichtet nun nach folgendem Schema darüber, dass abermals Fördermittel aufgetaucht sind:
Meine Wenigkeit kaufte vor einigen Jahren eine minimale Menge von Canaan-Aktien, um eine Aufnahme in den Presseverteiler zu erzwingen und Nachrichten über neue Chips zu erhalten (vergeblich). Der Wert der seit Jahren nicht aktiv gehandelten Position stellt weit weniger als 1 Promill des Gesamtvermögens dar, und beeinflusste die Erwähnung von Canaan in keiner Weise.
Viel Spaß dabei, ich bin an Berichten in Sachen OpenSCAD sehr
interessiert.
In letzter Zeit ist es da ja recht ruhig zugegangen.
(Und nein, am Freitag hab' ich leider anderes zu tun, als nach Bozen
fahren zu können)
Hallo Harald,
danke dir. Ja, die Entwicklung steht ein wenig still...mein Buch von vor ein paar Jahren ist, zumindest im Allgemeinen, noch komplett a jour ;)
It's important for the project as whole to be able to
2
move forward and rely on modern tools and technologies
3
and not be held back by trying to shoehorn modern software
4
on retro computing devices.
Der Gegenentwurf zu solcheiner Phrase wäre wohl woke=broke.
Oder: Wie jetzt, keine Freiheit mehr?
Nun ist ja bekannt, dass so eine Programmiersprache auch das Denken beeinflusst bzw. beeinflussen kann. Man könnte zum Zitat oben aber meinen, die Community beeinflusst das Denken und die Ausdrucksweise..
Unabhängig davon kann ein gewisser aktueller Schwerpunkt in Richtung: weniger Probleme mit dem OS durchaus seine Berechtigung haben.
Das heißt aber trotzdem nicht - bzw. erklärt jetzt nicht, warum so eine funktionale (oder so halb funktionale) Programmiersprache nicht auch auf 68000er CPUs laufen sollte.
Vielleicht sollte man,
a) schauen, ob und wie sich die Kommunikation verbessern lässt -
oder
b) sich einfach freuen, dass OpenIndiana wieder mehr Unterstützer bekommt ;)
Das heißt aber trotzdem nicht - bzw. erklärt jetzt nicht, warum so eine
funktionale (oder so halb funktionale) Programmiersprache nicht auch auf
68000er CPUs laufen sollte.
Das hat auch keiner behauptet, es geht nur darum, dass sich bislang keiner die Mühe gemacht hat, einen Rust-Compiler für solche Plattformen zu entwickeln. Sobald jemand die Arbeit rein steckt, wird es gehen.
Ich habe keine Ahnung, was du da eigentlich willst.
Retrocomputing-Enthusiasten können ja einfach gern ihre Retrocomputing-Sachen machen. Auch ohne apt kann man ein Linux betreiben.
Du wirst aber auch Plattformen finden, die nicht uralt sind und trotzdem keinen Support mehr haben. Man denke nur mal an VIAs C3/Eden-Prozessoren. An sich ja recht modern, irgendeine Instruktion fehlt denen allerdings, daher war Mitte der 2010er schon Schluss mit Linux-Support.
Dass man bei so kritischen System-Tools wie apt, das mit superuser-Rechten läuft und auch ständig irgendwelche Dateien verarbeitet, die irgendwo aus dem Internet kommen, ganz gerne eine Programmiersprache verwenden will, die hinsichtlich der Speichersicherheit einfach bestimmte Eigenschaften zusichert, ist verständlich und sinnvoll.
Man denke nur mal an VIAs C3/Eden-Prozessoren. An sich ja recht modern,
irgendeine Instruktion fehlt denen allerdings,
Das ist nicht irgendeine Instruktion sondern CMOV, die deutlich effizientere Programme ermöglicht. Es bestand also die Wahl zwischen:
CMOV in der Distribution gar nicht verwenden und den Effizienzgewinn verschenken
CMOV zwingend voraussetzen und damit alte Prozessoren nicht mehr unterstützen
Zwei Varianten der Distribution anbieten, eine mit CMOV und eine ohne
Man hat sich für zweiteres entschieden, weil die dritte Option einfach zu viel Arbeit ist. Es hindert dich aber nichts daran, deine eigene Distribution ohne CMOV -Voraussetzung zu bauen. Musst halt alles selbst kompilieren.
Dieser Prozessor kann das nicht per Exception-werfen und dann
Softwaremulation abservieren?
Vielleicht schon, aber da der Sinn von CMOV ja die Effizienzsteigerung ist, wäre eine solche Emulation derart langsam (insbesondere langsamer als Code der ohne CMOV kompiliert wurde) dass sich dann alle beschweren würden dass die neuen Linux -Versionen zu langsam sind 😉
Ich hab mich immer beschwert das Linux bei der Umstellung von a.out auf
elf lahmer wurde..
Das ist immerhin ein eher Hardware-unabhängiges Problem - lässt sich durch den Kauf einer schnelleren CPU lösen. Die CMOV-Problematik besteht ja nur wenn man explizit einen besonders alten Prozessor nutzen möchte, und wenn der plötzlich dramatisch langsamer wird, würde wohl keiner die neuere Linux -Version verwenden wollen. ELF bringt immerhin signifikante Vorteile die über den Geschwindigkeitsverlust hinweg trösten. Zudem verlangsamt das Emulieren von CMOV alle Prozesse ständig und deutlich, während das Laden von ELFs nur den Programmstart bremst, und das nur minimal - schwache Rechtfertigung für den Aufwand, eine a.out -Variante zu pflegen.
OpenSCAD, nutze ich sehr gern, leider fehlt ein Export nach .stp/.step. Der viel beschriebene Umweg über FreeCad funktioniert nicht, sobald es ein klein wenig komplexer wird. Wenn OpenSCAD das hinbekommen würde, wäre stark.
Ich habe keine Ahnung, was du da eigentlich willst.
Naja, Kurzfassung:
Rust finde ich OK
Rust-Installation auf Linux ist auch OK.
Es gibt ja u.a. auch https://github.com/BurntSushi/ripgrep z.B.
APT in Rust - ja mei.. man braucht ja APT nicht unbedingt ;)
-> das Zitat oben müffelt einfach zu sehr (und vertraut) nach Rust-Ideologie, wie man sie halt schon kennt.
Früher im Kindergarten hätte sich so ein Sprücheklopfer in die Ecke stellen müssen.
Dass man bei so kritischen System-Tools wie apt, das mit
superuser-Rechten läuft und auch ständig irgendwelche Dateien
verarbeitet, die irgendwo aus dem Internet kommen, ganz gerne eine
Programmiersprache verwenden will, die hinsichtlich der
Speichersicherheit einfach bestimmte Eigenschaften zusichert, ist
verständlich und sinnvoll.
Ich denke auch, dass das eine gute Idee ist. Aber eben erstmal nur eine gute Idee ;)
Vielleicht schon, aber da der Sinn von CMOV ja die Effizienzsteigerung
ist, wäre eine solche Emulation
Der kritische Punkt ist doch eher, das du einen Timer für CMOV brauchst um eventuelle Abhängigkeiten abzuwarten.
Wie jetzt wo was besser läuft müsste man sich direkt mal mit geeigneten Messinstrumenten etwas genauer ansehen.
Darüber hinaus ist Emulation nonsense man müsste halt den Code anpassen bzw. Checken.
CMOV ist doch keine FPU - sondern nur eine Beschleunigung bei Sprungvorhersagen, bzw. Vermeidung von falschen Sprungvorhersagen - nur eben dann auch mit Timer nötig und Abhängigkeitsproblem.
Wie gesagt, ohne direkte Messwerte ist hier noch gar nichts gewonnen.
Der kritische Punkt ist doch eher, das du einen Timer für CMOV brauchst
um eventuelle Abhängigkeiten abzuwarten.
Wenn der Kernel im Exception Handler feststellt, dass das CMOV auf Adresse X zugreifen wollte (indem der Kernel die Instruktion dekoriert), und der Kernel dann einfach selbst auf diese Adresse zugreift, wartet er doch schon ganz automatisch. Ist halt langsam. Oder?!
Nuvoton MA35D16AJ87C – MPU mit 512MB integriertem DRAM
Das Layout der DRAM-Interfaces bei MPUs ist eine durchaus
arbeitsintensive Aufgabe. Nuvoton versucht, durch Anbieten von MPUs mit
integtriertem DRAM gegenzusteuern – die Produktlinie ist so erfolgreich,
dass nun eine neue Version mit 512MB DRAM angeboten wird.
Gibt es dazu irgendwelche Preise? Die "erfolgreiche Serie" ist bei Octopart nur mit ein paar Demoboards vertreten.