Elko nach 24h noch geladen

OP #7964134
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Ich wollte ein Netzteil für einen Saugroboter reparieren. Das Ding hatte ich ca. 24h zuvor vom Netz getrennt. Dennoch bekam ich bei der Demontage der Platine kräftig einen geschossen. Nachmessen bestätigte: Der Elko, der die gleichgerichtete Netzspannung filtert, hatte noch 198V. Unter der Annahme, dass er vor 24h mit 230V*sqrt(2) = 325 V geladen war, ergibt das nach dem Expotentialgesetz ziemlich genau eine Zeitkonstante von 48h, die durch meine Hand abgeflossenen Ladung nicht eingerechnet. Bei einer Kapazität von 47µF wäre der Leckwiderstand 3.7 TOhm. Ich bin sehr erstaunt, dass ein schnöder Alu-Elko eine so geringe Selbstentladung hat.

(Firma: Funkenflug Industries) #7964139
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LOL!! Lernen durch Schmerzen.

Ich hatte hier ein Netzteil von einem größeren Fernseher zu liegen (leider aufgrund Schaden am Mainboard wirtschaftlicher Totalschaden), da waren nach zwei Wochen noch knapp 300Vdc auf den Zwischenkreiskondensatoren und wollten auch nicht weg. Das Problem habe ich dann so gelöst, daß ich die Messleitungen des Multimeters unter die Anschlüsse geklemmt habe, dadurch haben sich die Kondensatoren binnen 1..2 Tagen über dessen Spannungsteiler entladen. 300V aus vergleichsweise dicken Kondensatoren durch Kurzschluss abzubauen ist jetzt auch nicht so prickelnd, erst recht nicht für den Schraubendreher oder was immer man dafür nimmt.

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(Firma: ;-) gibt es auch) #7964141
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Selbst wenn man solch einen Kondensator kurz mal mittels eines Widerstandes entladen hat, ihn dann längere Zeit ohne einen Widerstand oder Kurzschluss an die Seite legt, kann sich da wieder eine nette Spannung aufbauen! Nennt sich Reformierung. Auch die kann dir gut welche verpassen! Dabei wird die Energie, die zur Formierung aufgewendet wurde wieder in Ladung freigesetzt. Es handelt sich dabei um den Auf- und Abbau der Oxydationsschicht bei einem Elektrolytkondensator.

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#7964171
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Keine Ahnung wie groß der "Kondensator" Bildröhre ist/war aber bei einem Reparaturversuch (haha im Alter von 12 Jahren; Philips Raffael) habe ich beim Abziehen des HV Steckers an der Röhre auch ohne Netzstecker und nach vielen Minuten wartens noch ganz fürchterlich eine geschossen bekommen.

(Firma: Funkenflug Industries) #7964189
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Als Schüler hatte ich einen MP-Kondensator 3µF auf 500V aufgeladen.

Den Geck kennt man doch heute eigentlich aus einschlägigen Firmen oder Berufsschulen... Man nehme gute neue Folienkondensatoren mit schönen langen Beinchen, lade sie auf 300..500V auf und lasse sie irgendwo herumliegen. Ergebnis: Viel Spaß für denjenigen, der sie wegräumen möchte.

#7964202
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Ove M. schrieb:

Selbst wenn man solch einen Kondensator kurz mal mittels eines Widerstandes entladen hat, ihn dann längere Zeit ohne einen Widerstand oder Kurzschluss an die Seite legt, kann sich da wieder eine nette Spannung aufbauen! Nennt sich Reformierung. Auch die kann dir gut welche verpassen! Dabei wird die Energie, die zur Formierung aufgewendet wurde wieder in Ladung freigesetzt. Es handelt sich dabei um den Auf- und Abbau der Oxydationsschicht bei einem Elektrolytkondensator.

Ich kenne den Effekt als Kombination von Dielektrische Absorption und chemische Veränderung des Elektrolyts von Alu-Elkos. Dadurch können sie über Wochen eine Phantomladung haben und deswegen sollte man gebrauchte Elkos, die lange an hoher Spannung waren, immer kurzgeschlossen lagern.

#7964214
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Ben B. schrieb:

300V aus vergleichsweise dicken Kondensatoren durch Kurzschluss abzubauen ist jetzt auch nicht so prickelnd, erst recht nicht für den Schraubendreher oder was immer man dafür nimmt.

Deshalb tut man das auch nicht. Es geht nicht um Punktschweißen. Wer vorher ein ganz klein wenig nachdenkt, entlädt den Elko über einen Widerstand, so dass der Spitzenstrom sinnvoll begrenzt wird.

Fritz G. schrieb:

... ergibt das nach dem Expotentialgesetz ziemlich genau eine Zeitkonstante von 48h, die durch meine Hand abgeflossenen Ladung nicht eingerechnet. Bei einer Kapazität von 47µF wäre der Leckwiderstand 3.7 TOhm.

Rechne noch mal nach. 48h wären nur 172800s.

#7964432
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Thomas R. schrieb:

Keine Ahnung wie groß der "Kondensator" Bildröhre ist/war aber bei einem Reparaturversuch (haha im Alter von 12 Jahren; Philips Raffael) habe ich beim Abziehen des HV Steckers an der Röhre auch ohne Netzstecker und nach vielen Minuten wartens noch ganz fürchterlich eine geschossen bekommen.

Das ist ein Vollröhren Chassis. Die Anodenspannung an der Bildröhre hält sich über Wochen/Monate je nach Wetter.

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Beitrag #7964450 wurde vom Autor gelöscht.

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