Potentiometerproblem

OP #7970088
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In der Vergangenheit habe ich zahlreiche Radios gebaut, die allesamt gut funktionieren. Doch bei einem habe ich laufend Probleme mit dem Lautstärkepotentiometer, denn es fängt nach einiger Zeit an zu knacksen und dann verliert der Schleifer den Kontakt zur Schleifbahn. Warum? Was kann man beim Einbau eines Potentiometers mittels Schraubbefestigung an einer Gehäusewand alles falsch machen? Eigentlich sollte es doch, wenn es fest sitzt keine Probleme geben. Oder? Wie ist das mit dem Drehknopf? Ist es schlecht für das Potentiometer, wenn dieser an der Schraubbefestigung schleift? Gibt es eigentlich Drehpotentiometer bei denen der Schleifer nicht seinen Kontakt zur Schleifbahn verlieren kann?

#7970104
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H. H. schrieb:

Cartman E. schrieb:

In der Studiotechnik verwendet man auch gerne vielpolige Schalter und eine Widerstandskette.

Schon lange nicht mehr.

Meine ist halt etwas älter. ☺

Da der TO aber nach einer /dauerhaften/ Lösung gefragt hat, wäre es für ihn vielleicht eine Empfehlung. Mehr als 16 oder 32 "Positionen", kann manche Unterhaltungselektronik ja heute auch nicht.

: Bearbeitet durch User
#7970148
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Thomas S. schrieb:

Warum

Kaputt. Verdreckt oder schlechte Kontaktfeder.

Bau ein anderes ein, eins von denen die funktionieren.

Thomas S. schrieb:

Ist es schlecht für das Potentiometer, wenn dieser an der Schraubbefestigung schleift

Ja. Ein gutes Poti läuft smooth, durch Fett gedämpft. Dieses wird sich wohl beim Drehen ungleichmässig anfühlen. Kann ja nicht so schwer sein, den Knopf mit etwas mehr Abstand zu montieren.

: Bearbeitet durch User
#7970176
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Thomas S. schrieb:

... zahlreiche Radios gebaut ... bei einem habe ich laufend Probleme mit dem Lautstärkepotentiometer, denn es fängt nach einiger Zeit an zu knacksen und dann verliert der Schleifer den Kontakt zur Schleifbahn. Warum? ...

Mechanische Verspannung wurde schon genannt.

Vielleicht weil Gleichstrom über den Schleiferkontakt fließt.

-> DC-Trennkondensatoren am Schleiferanschluss und auch am Eingang prüfen.

-> Ist ein Elko verpolt eingebaut?

#7970206
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CerMet-Schichten sind sehr robust, vertragen auch relativ viel thermische Leistung und die thermische Drift des Widerstandswerts ist oft gering.

Aber CerMet-Schichten rauschen stärker als Kohleschicht. Der Schleifer-Kontaktwiderstand ändert sich etwas beim Verstellen.

Für Audiozwecke würde ich Kohleschicht bevorzugen. Die Verlustleistung muss ohnehin gering sein. Und Drift des Widerstandswerts ist bei der Potentiometerschaltung ziemlich egal.

Gast #7970250
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Bernhard schrieb:

Aber CerMet-Schichten rauschen stärker als Kohleschicht.

Da weißt Du entweder mehr oder es gibt mehrere Elektronik-Welten:

"Volume control in audio equipment: Cermet potentiometers are commonly used in audio devices, such as amplifiers and mixers, to control the volume or signal level. Their low-noise performance and smooth operation make them ideal for these applications."

"Low noise: Due to their smooth resistive track and high-quality construction, cermet potentiometers produce minimal electrical noise, making them suitable for audio and precision applications."

https://www.electricity-magnetism.org/cermet-potentiometer/

#7970269
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Cevlov@pooj.de schrieb:

Due to their smooth resistive track and high-quality construction, cermet potentiometers produce minimal electrical noise,

Dem Sinn nach übersetzt steht da, dass die Glattheit der Schicht und die mechanische Präzision dieser Potis für geringere Störeffekte BEIM VERSTELLEN sorgen. Auf Deutsch: Die kratzen weniger. Mit Rauschen im eigentlichen Sinne hat das nichts zu tun.

#7970339
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Beispielsweise NOL und Vishay empfehlen für Audio-Zwecke Widerstandsschichten aus Kohle-Lack (Carbon) oder noch besser aus ähnlich aufgebautem Leitkunststoff (Conductive polymer).

Quellen:

NOL Comparison of Resistive Elements (HTM) https://nolelc.com/comprehensive-comparison-of-resistive-elements-in-potentiometers-and-sensors/

Vishay Selector Guide (Download PDF) https://www.vishay.com/docs/49800/49800_sg2130.pdf

Betratronix geht nur kurz auf das Rauschen ein (HTM): https://www.betatronix.com/element-technologies

Objektive quantitative Angaben habe ich jedoch nicht vorliegen.

Potentiometer mit CerMet-Schicht sind sicherlich auch gut geeignet, besonders wenn sie Mehrfachkontakt-Schleifer verwenden. Also meine Aussage „Für Audiozwecke würde ich Kohleschicht bevorzugen.“ bitte nicht falsch verstehen.

Allerdings finde ich die Aussage „Due to their smooth resistive track ... cermet potentiometers …“ seltsam. CerMet ist sehr hart, das Material schleift den Schleifer schneller ab als andere Schichten. Die CerMet-Widerstandsschicht ist oft mit einen dünnen Fett- oder Ölfilm benetzt.

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