Funktionsfähigkeit des ESP32 C3 super Mini?

OP #7971756
Lesenswert?

Könnte man das Modul in Heiskleber einpacken ohne das die Funktionsfähigkeit des ESP32 C3 Super Mini leidet. Speziell WiFi und BLE? Über die Taster Stückchen Folie, damit die Taster ihre Funktion behalten. Wenn keine Änderungen mehr nötig sind ist auch ein Vollständiges Einpacken in Erwägung zu ziehen.

MfG ein 81 Jähriger Alter Knacker

#7971956
Lesenswert?

Al. K. schrieb:

Es ist also die Wärmeabführung das Problem.

Es ist zunächst das Problem, daß Du nicht erwähnt hast, warum Du das überhaupt machen willst. Die Vermutung liegt nahe, daß Du das irgendwie gegen Feuchtigkeit abdichten willst.

Und dafür ist Heißkleber ausgesprochen ungeeignet. Das Zeug wird spröde, wenns kalt wird, und ist auch nicht sicher dicht.

Silikon (kein Sanitärsilikon, das setzt beim Vernetzen Essig frei und ruiniert jede Elektronik).

Die Wärmeentwicklung eines ESP32 ist recht überschaubar, die würde ich nur als zweitrangiges Problem betrachten.

Aber, wie in diesem Forum so oft:

Was willst Du eigentlich erreichen, und warum meinst Du, das mit Heißkleber machen zu wollen?

#7972045
Lesenswert?

Jetzt grätsch ich da mal rein, mit einer Grundsatzfrage: Ist die Wärmeleitfähigkeit einer Kunststoffmasse (egal welcher, Heißkleber, Epoxy oder Silikon) nicht wesentlich höher als die von Luft? Ja, die Konvektion fehlt, aber die Oberfläche wird größer und vor allem die Masse nimmt zu, d.h. vor allem die Kurzzeitimpulsspeicherfähigkeit der Platine wird erhöht. Und jetzt mal ehrlich: meine ESPs werden warm, ja, aber wenn man den Finger draufhält ist es nicht "aua", also weit unter dem "der Heißkleber schmilzt", und Finger und Heißkleber würde ich als ähnlich ansetzen was Dämmung und Ableitung angeht, jedenfalls ähnlicher zueinander als Luft und Finger.

Ich würde daraus schlußfolgern, das ein Verguss in Heißkleber zumindest thermisch kein Problem darstellt, 80° sind weder für Elektronik noch für Heißkleber ein Problem, außer dass (die üblicherweise nicht auf diesen Modulen vorhandenen) Elkos austrocknen. Hinsichtlich der Wasserfestigkeit stimme ich allerdings zu, da ist Heißkleber die falsche Wahl.

#7972148
Lesenswert?

Jens M. schrieb:

F. schrieb:

Laut [1] ist die Wärmeleitfähigkeit 0.35W/(m*K)

Gugel sagt Luft hat 0,0262, Wikipedia stimmt zu. Interessant: Öl um 0,14, Wasser 0,55, Epoxid 0,2, Silikon um 0,25. Sand 0,58, Epoxid/Sand sogar 1,2. Das Ding also in irgendwas einzupacken, sollt ein jedem Fall kein thermisches Problem sein.... Oder?

Man sollte an alles denken, also auch Wärme(ab)strahlung und Wärmetransport durch z.B. Thermik/Konvektion. Und diese Dinge werden bei der Knacker-Methode weitgehend verhindert.

#7972178
Lesenswert?

Christoph M. schrieb:

Das hängt von der thermischen Leitfähigkeit des Heißklebers ab. Wenn die 0 ist, wird der ESP unendlich heiß.

Das Perpetuum Glühicum!

Heißkleber ist angeblich locker 15x besser leitfähig als Luft und immerhin halb so gut wie Wasser. Daher die Frage.

Ralf X. schrieb:

Man sollte an alles denken, also auch Wärme(ab)strahlung und Wärmetransport durch z.B. Thermik/Konvektion.

Das ist ja was mich wundert. Was ist besser: a) ich lege die Platine in ein Kästchen, als Füllstoff also Luft. Das Kästchen ist "luftdicht" im Sinne der Konvektion, d.h. Konvektion kann nur innerhalb des Gehäuses wirken, außen wiederum entsteht eine eigene (identisch zum Fall b) Die Strahlung muss durch die innere Luft bis zur Gehäusewand und dann irgendwie nach draußen kriechen.

Oder

b) ich lege die Platine in das gleiche Kästchen, fülle es aber mit Material, sei es nun Heißkleber, Silikon oder Epoxy. Blasen denken wir uns mal weg. Nun ist es mit der Strahlung vorbei. Das Füllmaterial ist nicht beweglich (Kein Wasser/Öl), also keine Konvektion. Nach meinem Dafürhalten ist aber jetzt ein wesentlich besserer Wärmeübertrag auf die Gehäusewand gegeben, d.h. die Platine wird ihre Wärme dank größerer Masse und wesentlich erhöhter Leitfähigkeit der Füllung wesentlich besser los. Widerstand der Gehäusewand und die dort entstehende Konvektion/Strahlung sind identisch zum Fall a).

Wenn man jetzt eine moderate Wärmeentwicklung annimmt (die Schaltung hat keine Kühlflächen/-Körper, alles ist anfassbar ohne "aua", also <60°C) und eine ebenso moderate Einpackung, also kein Hochleistungsprozessor in 10 Kilogramm Knete sondern eine normalerweise knapp über handwarme Schaltung in einem gerade so passenden Kastl, dann hat die Füllung m.E. einen definitiv positiven Effekt, i.a.W. es wird auf jeden Fall besser für das Board sein, vielleicht nicht viel, aber eben auch nicht schlechter (heißer).

Rein vom thermischen her jedenfalls.

Anekdotisch: viele Modellbauer gießen die Motorsteuerungen in Epoxy in den "Tank" des LKW oder der Baumaschine ein, so ist er rappelsicher und "scale" (=optisch dem Original ähnlich) untergebracht. Probleme sind da eigentlich keine bekannt, außer man macht wirklich einen Kurzschluss. Und die Dinger sind normalerweise mit Kühlkörper aber passiv und werden gut handwarm wenn offen, aber man kann das Teil mangels Raum nicht gut belüftet verbauen. Durch den Verguss hat man die Oberfläche draußen und spart Platz.

: Bearbeitet durch User
#7972203
Lesenswert?

Jens M. schrieb:

Heißkleber ist angeblich locker 15x besser leitfähig als Luft und immerhin halb so gut wie Wasser. Daher die Frage.

Ich vermute, das gilt für stehende Luft (also z.B. Luft in der Blisterverpackung oder Schaumstoff). Bei bewegter Luft könnte die Kühlung durch die Konvektion eine Rolle spielen (also auch im kleinen Gehäuse).
Aber du hast Recht: das ist eher schwierig abzuschätzen. Der ESP hat einen eingebauten Temperatursensor. Du könntest ja einen eingießen und den Unterschied dann vorher und nachher messen.

#7972246
Lesenswert?

Über 30 Jahre hatte/n ich/wir eine 18 Watt Feuchtraumleuchte mit Leuchtstoffröhre (60cm) als transportable Arbeitsleuchte innen und aussen bei jeder Witterung und Temperatur im Einsatz. Vor kurzem reichte bei Temperaturen um 0°C ne halbe Stunde unter einer Antirutschmatte auf einer Matratze aus, für reichlich Verformung und Stinkerei zu sorgen.

Man lernt auch im Alter dazu, dass die bisherige lange und umfangreiche Lebenserfahrung zuwenig war, manches abzuschätzen.

Angehängte Dateien:

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren