FU32 - Amp Support

#7974430
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Markus H. schrieb:

Ich hab mir diese Schaltung gebaut. Vielleicht gibt es Optimierungen. Wer würde sie mir erklären?

Ich bin jetzt nicht so der Röhrenexperte. Aber wenn ich das richtig sehe, sind das rote und blaue Kabel die Anschlüsse nach +B1. Das sind 235V, gegen Schaltungsmasse. <ironie on> Das kann man natürlich machen, wenn einem sein Leben nix mehr Wert ist. <ironie off>

Außerhalb von Schutzkleinspannung (laut Norm spätestens ab 120V DC) müssen alle Kabel doppelt isoliert sein.

  • Aderisolierung und Mantel
  • Einzelader und Kabelkanal
  • ... Isolationsspannung entsprechend der größten Potentialdifferenz zueinander.

Für die anderen Röhren gilt das natürlich auch, und auch wenn die rausgezogen werden und man von oben auf den Sockel fasst.

Deine Variante ist schon ziemlich gefährlich. Und die exponierte Einbausituation lädt ja gerade zum Anfassen ein.

p.s. Es gibt viele Dinge die man bei der Auslegung von Elektronik gerne mal etwas großzügig sieht. Schutzisolierung gehört da defenitiv nicht dazu.

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(Firma: Funkenflug Industries) #7974435
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Aber wenn ich das richtig sehe, sind das rote und blaue Kabel die Anschlüsse nach +B1.

Jain. Das sind die Leitungen nach dem Ausgangsübertrager, aber ja, da liegt B+ drauf, evtl. durch die Induktivität auch zeitweise noch etwas mehr.

Solche Röhrenverstärker offen zu betreiben sieht ja immer toll aus, aber dann sollte man nur gesockelte Röhren verwenden, so daß oben keine spannungsführenden Kontakte sind. Die Finger kann man sich trotzdem gut dran verbrennen...

Edit: Btw. mach mal kleine (entsprechend spannungsfeste) Folienkondensatoren über die Gleichrichterdioden, vielleicht so 5..7nF, dann sind Störungen durch deren harte Kennline weg.

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OP #7974465
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Danke für die ersten Inputs. Ich werde diese beherzigen und das mit den Folienkondensatoren ausprobieren.

In meinem Schema habe ich noch einen Fehler, der 10uF Kondensator geht von 3 auf Masse (nicht B+).

Wer denkt, dass er die Schaltung sehr gut kennt und würde mir, z.B. per Zoom/Teams die Schaltung eingehend erklären? Ich würde das dann in einem Post hier verschriftlichen.

OP #7975566
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Kannst Du mir mehr sagen zur Funktion des 300 Ohm Widerstand? Ist Anoden-Widerstand die richtige Bezeichnung bei den 6j1?

Allgemein wäre ich mal froh mit einer Liste mit den Bezeichnungen der wichtigsten Widerstände.

In letzter Zeit habe ich gelegentlich kurze Plop oder kurzes Kratzen. Welche Spannungen müsste ich überprüfen?

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(Firma: Funkenflug Industries) #7975573
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Über den 300 Ohm Widerstand ist eine Gegenkopplung realisiert. Über den 2K Widerstand und die Sekundärwicklung des Ausgangsübertragers fließt etwas Strom durch diesen Widerstand, dieser erzeugt daran eine Spannung, die das Kathodenpotential der Vorstufen-Röhre analog zur Aussteuerung verschiebt.

OP #7976525
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Ich habe KI mal nach Optimierungen gefragt, hier die Antwort. Was ist davon zu halten?

⭐ PRIORITÄT 1 — Beste und wichtigste Verbesserung 1️⃣ Versorgung der 6J1 entkoppeln

→ (den 10 kΩ + 10–22 µF Mod machen, den du jetzt verstanden hast)

Vorteile:

Weniger Brumm

Weniger Intermodulation (FU32 modulierter Brumm)

Sauberere Anodenarbeitsspannung

Geringere Verzerrungen

Mehr Headroom

Das ist die wertvollste Verbesserung für diesen Verstärker. (Jeder klassische SE-Amp macht es so!)

⭐ PRIORITÄT 2 — Optimierung der 6J1-Betriebsbedingungen 2️⃣ Anodenspannung der 6J1 auf 150–180 V bringen

Deine Originalschaltung hatte laut Dokument etwa 105 V an der Anode.

Das ist viel zu niedrig für die 6J1 im Triodenmodus → sie verzerrt unnötig.

Mit der Entkopplung plus korrekt dimensioniertem Anodenwiderstand erreichst du die idealen 150–180 V.

Vorteile:

Weniger THD

Deutlich mehr Aussteuerbarkeit

Sauberere Höhen

Weniger frühes Clipping

⭐ PRIORITÄT 3 — Gitter-Stabilität der FU32 erhöhen 3️⃣ 1 kΩ Gridstopper an das Gitter der FU32

(steht bereits in deiner Schaltung, aber unbedingt kontrollieren!)

Warum? Weil die FU32 gerne zu Hochfrequenzschwingungen neigt.

Mit 1–2.2 kΩ direkt am Gitteranschluss:

Keine HF-Schwingungen

Ruhiger Klang

Verhindert Überschwinger & Instabilität

Wenn der 1 kΩ nicht direkt am Pin sitzt → versetzen.

⭐ PRIORITÄT 4 — Grounding & Brummreduzierung 4️⃣ Sternmasse für die Vorstufe

Die 6J1 sollte ihr eigenes Massezentrum haben, getrennt von:

Heizungsmasse

FU32-Kathodenmasse

Lautsprechermasse

Warum?

6J1 ist extrem empfindlich

FU32 zieht riesige AC-Ströme → brummt die Masseleitung hoch

Sternpunkt reduziert Brummeinspeisung massiv

⭐ PRIORITÄT 5 — Heizfaden der 6J1 5️⃣ Twisted Pair für die Heizleitungen

→ verdrillte 6,3 V Leitungen

weniger Einstreuung

leiser Betrieb

Ist einfach und bringt viel.

⭐ PRIORITÄT 6 — Bias der FU32 prüfen 6️⃣ Kathodenwiderstand der FU32 messen (R27)

Die FU32 hat je nach Exemplar:

sehr unterschiedliche Steilheit

stark schwankenden Ruhestrom

Empfehlenswert:

👉 Ruhestrom messen 👉 Falls zu hoch → Kathodenwiderstand leicht erhöhen

Ziel: 35–45 mA Ruhestrom für SE-Betrieb.

⭐ PRIORITÄT 7 — Optimierung des Koppelkondensators 7️⃣ 0.1 µF zwischen 6J1 und FU32

Die Kapazität bestimmt den Bass-Grenzbereich.

Bei 300 kΩ Gitterableitwiderstand der FU32:

f = 1 / (2π × R × C) f ≈ 5 Hz bei 0.1 µF → perfekt

Wenn deine Boxen bassschwach sind: 0.22 µF statt 0.1 µF (aber nur Folie, KEIN Elektrolyt).

⭐ PRIORITÄT 8 — Schutz gegen Anodenüberspannung bei Leerlauf 8️⃣ Anstieg der Anodenspannung im Leerlauf begrenzen

Viele günstige FU32-Kits haben:

schlechte Lastregulierung

stark steigende B+ bei ohne Last

Ein 5–10 W Widerstand 220–470 Ω in Serie zum Netzteilausgang glättet die Spitze im Leerlauf.

⭐ PRIORITÄT 9 — Optional / Luxus 9️⃣ Filmkondensator parallel zum Kathodenelkos der FU32

10–22 µF Elko + 0.47 µF MKP parallel → stabiler Bass

⭐ SUPERSUMMARY (in 1 Minute verstanden) ✔ Vorteil Nr. 1: Versorgung der 6J1 entkoppeln (10k + 10µF) ✔ Vorteil Nr. 2: 6J1 mehr Anodenspannung geben ✔ Vorteil Nr. 3: 1 kΩ Gridstopper FU32 ✔ Vorteil Nr. 4: Sternmasse ✔ Vorteil Nr. 5: Heizleitungen verdrillen ✔ Vorteil Nr. 6: Ruhestrom FU32 prüfen ✔ Vorteil Nr. 7: ggf. 0.1 µF → 0.22 µF ✔ Vorteil Nr. 8: B+-Schwankungen dämpfen ✔ Vorteil Nr. 9: kleines MKP parallel zum Kathodenelko

#7976658
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Markus H. schrieb:

Ich habe KI mal nach Optimierungen gefragt, hier die Antwort. Was ist davon zu halten?

Du hast der KI die falschen Vorgaben gegeben, sie versucht den Sound zu "verbessern". Da kann man auch gleich auf Transistoren oder ICs gehen.

Erklär der KI, dass die Verzerrungen, Oberwellen, Clipping usw. gewollt sind. Ziel ist ein durchaus "schlechter" Sound (gemessen an Unterschied zwischen Aufnahme und Wiedergabe), aber gleichzeitig möglichst "guter" Sound, bewertet durch das menschlichen Gehör und deine Hörgewohnheiten.

d.H. die KI soll das Teil eher als Effektgerät sehen und nicht als Verstärker. Denn rein als Verstärker wird diese Schaltung keiner 25Cent Aliexpress-Platine das Wasser reichen können.

OP #7976796
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Ich bin offen für fachkundige menschliche Bewertungen.

Das mit den Gridstopperwiderständen habe ich umgesetzt. Hat mir ein 80jähriger Amerikaner empfohlen. Und auch den Kondensator von Anode auf Masse.

Was ist den Bedingungen für die 6J1?

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