Mir ist bei einer ca. 40 Jahre alten Bauheizung, die nur läuft, wenn ich anwesend bin, der Feuerungsautomat abgebrannt. Anscheinend ist ein Entstörkondensator ? hochgegangen, und hat sein Elektrolyt überall hin versprüht, das hat sich dann entzündet. Es stinkt unfassbar, und es kam bräunliche ölige Brühe raus (ich gehe davon aus, das das giftig ist, und behandle das entsprechend). Die Heizung läuft noch mit dem Teil, schaltet sich aber sehr schnell wieder aus. Irgendein Sensor wird also doch nicht mehr korrekt ausgewertet, es gab also Folgeschaden auf der Platine. Aufgrund der Brühe überall da drin hab ich jegliche Rettungsversuche unterlassen.
Nun konnte ich einen identischen Automaten besorgen, der sehr gut aussieht, und der auch noch funktionieren soll. Den wollte ich jetzt testen, und ihn dann einbauen.
Da ich nicht weiß, ob ich in XX Jahren das Problem mit den Kondensatoren wieder haben werde, und ob ich dann nochmal so einen in gutem Zustand finde, überlege ich, die Kondensatoren bei dem guten Teil vorab präventiv zu tauschen.
Sollte ich das machen ? Wenn ja, welche wären die Kandidaten, die man tauschen sollte ?
Wenn ja, welche wären die Kandidaten, die man tauschen sollte ?
Welcher hat bei deiner alten Steuerung denn den Geist aufgegeben?
Auf den Bildern kann man im entscheidenden Bereich fast nichts erkennen.
Die neue Steuerung ist schon deutlich anders aufgebaut. Vielleicht zeigst du einmal ein Photo, wo man die Beschriftung der Elkos lesen kann.
Und mach die Photos bei vernünftiger Beleuchtung, damit sie nicht so verrauscht sind.
Besser sogar gleich einen für 275V~ oder 305V~ einsetzen. Mit den 240V~ die wir heute im Netz haben sind 250V~ schon recht knapp.
Das die Kondensatoren mit diesem transparenten Überzug hochgehen, ist schon fast normal.
Kritik akzeptiert, ich hab bessere Bilder gemacht. Anbei.
An dem alten Teil mach ich wohl besser nix mehr. Die Brühe ist überall, und bestimmt auch unter den Bauteilen. Und ich müsste vermutlich auch den Abschalt- Fehler nach dem Brand noch finden.
Bleibt - welche von der neuen Platine tauschen ?
den großen grünen gegen… ?
den silbrigen links daneben ? Der wäre mir ja aufgrund der Ähnlichkeit zum Sprengsatz auf der alten Platine schon sehr verdächtig
die drei senkrechten ?
Bild 138-142 ist das alte Ding. Die anderen Bilder sind die vom neueren Automaten.
Danke !
Die Alten leben 40Jahre, bei Neuen sind 10 schon Glück.
Das sieht man schon am "neuen" Kontaktsatz: der ist schon mehr
heruntergerammelt als der Alte...
Naja, der alte Automat ist seit 1992 nur gelaufen, wenn ich mal ne Stunde oder 2 in der Halle war. Betriebszeit also eher minimal. Der andere könnte einen größeren Teil dieser Zeit aktiv in einem Mehrparteienhaus geknechtet haben.
Beide Automaten dürften sich vom Baujahr her kaum unterscheiden, der alte ist ein Danfoss BHO11.1, der heile ein BHO 11.
Heißt, ich sollte dieses Bauteil auslöten und aufheben ?
Am Besten keinen. Die Alten leben 40Jahre, bei Neuen sind 10 schon
Glück.
Sehe ich ähnlich, aber wurde neulich eines Besseren belehrt: Ich hatte silberfarbene, axiale Rodederstein in der Schublade, gleich denen auf seinem Bild und vergleichbar alt. Einer konnte als Ersatz in ein älteres Gerät, drei andere mangels Kapazität in den Müll.
Heißt, ich sollte dieses Bauteil auslöten und aufheben ?
Welches Bauteil? Egal, wenn schon, hebt man das komplette Gerät auf
Vorher aber mit Alkohol (Isopronanol/Ethanol) anständig reinigen. Denn das schwarze Zeug ist nicht nur hygroskopisch, sondern es wird zusammen mit dem angezogenen Wasser gerne auch chemisch aktiv...
Die silbernen Elkos drücken gerne mal ihren Gummideckel aus dem Gehäuse. Also ruhig austauachen. Den 0,47µF haben wir ja mittlerweile oft genug genannt.
Naja nach der Erfahrung, das die alten Dinger jetzt nach nur fast 50 Jahren schon hochbrennen und evtl. die Platine mitnehmen, muss ich mir überlegen, was ich mit der Heizung mache, wenn das wieder passiert. Ich kann nicht sicherstellen, das ich dann das Glück haben werde, noch so‘n Automaten zu bekommen. Zumal der, den ich jetzt habe, auch schon diese Lebenszeit hinter sich hat, und - siehe Schaltkontakte- auch eher mehr als weniger gelaufen sein dürfte.
Daher dachte ich halt, was tausch ich vorbeugend aus… Damit ich da mehr Sicherheit habe.
Das wäre zu diskutieren. Philosophisch, was wäre „ewig“ ?
Real betrachtet: doch, wenn wir ewig als „noch 25 Jahre oder so“ definieren. Das reicht mir aus.
Der Rest ist Metall, und die folgenden Teile wird man noch sehr sehr lange bekommen, eben mindestens noch so lange, wie meine persönliche Restlaufzeit: eine kleine Ölpumpe, eine Rohrleitung, etwas Schlauch, nen Optosensor, nen Thermoschalter, einen Ventilator und eine Düse. Und ein Tank, der bei Durchrostung evtl. nachzubauen oder per Hartlot zu fixen wäre.
Das komplizierteste Teil in dieser Heizung ist der Automat. Der Rest ist vergleichsweise easy.
Also muss ich gucken, das ich den Automat am Laufen halte….
Die Ausfallwahrscheinlichkeit ist eine Badewannenkurve. Den steilen Abfall durch Frühausfälle, sowie den sanften Boden hast du hinter dir. Deine heizung ist wieder auf dem aufsteigenden Ast, allerdings im negativen Sinne. Es wird irgendwann alle naselang was anderes kommen.
Also muss ich gucken, das ich den Automat am Laufen halte…
Aber das ist es ja: der läuft schon. Ich würde von dem Ding ein paar Fotos machen und mir dann Gedanken ums "am Laufen halten" machen, wenn er es nicht mehr tut.
Daher dachte ich halt, was tausch ich vorbeugend aus…
Damit ich da mehr Sicherheit habe.
Das ist, wie wenn du eine Versicherung auf diese Kondensatoren abschließt. Und wenns drauf ankommt, geht sowieso was anderes kaputt.
Mein Plan wäre also wie bereits gesagt: die defekte Steuerung ordentlich reinigen und als "Ersatzteillager" aufbewahren. Und die neue Steuerung unverändert ins Gerät und arbeiten lassen.
Ok. Ich mach die alte Steuerung mal sauber, tausch den Brandkondi, und gucke ob sie läuft… wenn ja, Reservebank, sonst schaue ich mal, ob ich rausgemessen kriege, was sie hat. Vielleicht kann man das gut sehen.
Ich konnte sie jetzt reinigen und dabei den explodierten Kondensator ausbauen. Puh, so en detail, dem hat es fett zerhauen.
Leider ist ein weiteres Bauteil mit kaputt gegangen. Ich halte es für einen Widerstand. Leider keine Ringe bis auf silber ganz rechts wirklich erkennbar.
Auf dem neueren Automaten ist der Widerstand an derselben Stelle auch da. Ringe sind gelb, lila, schwarz, silber.
Ich besorg den jetzt mal neu, und löte den ein, mal gucken, ob er dann wieder tut.
Viele Grüße,
Carsten
P.S. - leider hat mein iPad beim Hochladen das Bild mehrfach genommen- ich weiß nicht, wie ich das editieren kann. Sorry.