Klasse D Verstärker und Oszi

OP #7985668
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Hi,

Ich wollte den Output eines "Klasse D von Adafruit mit PAM8302A2" auf den Oszi holen. Ging nicht.Die kräftigen (200 KHz) Schaltimpulse habe zunächst jede Triggerung auf das NF Signal ruiniert.
In jede der (2) Lautsprecher Zuleitungen µF-großen Kondensatoren nach Masse gelegt UND mH-starkn Induktivitäten eingeschleift. Damit war etwas war zu machen. Ist das normal?
Wie messen die Erfahren?
Danke!
Ibram

#7985696
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Ibram G. schrieb:

Ist das normal?

Ja, vor allem bei "filterless" Class-D-amp ohne Ausgangsfilter. Tiefpassfilterung hilft. Oder messen mit der Soundkarte statt mit dem Oszi. Wieso hier eine Differential-Probe weiterhelfen soll erschließt sich mir nicht. Ich denke man wird um ein Rekonstuktionsfilter nicht herum kommen.

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#7985722
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Wenn der Class-D eine H-Brücke hat, dann hat er einen differentielen Ausgang. Um da das NF Signal schön sehen zu können sollte es ein differentieller LC Filter am Ausgang sein. Eckfrequenz ca 10x unterhalb der Schaltfrequenz. 200kHz also fc <20kHz. Damit ist der meiste hochfrequente Anteil raus und man kann mit einem Scope das Nutzsignal gut betrachten. Ein Kondensator gegen GND am Ausgang bringt da wenig. Nur wenn jeder einen hat, dann sind es differenziell zwei in Serie zwischen den Terminals. Keine Elkos, nur Kerkos oder Folie, da der Differenzausgang AC ist

#7985739
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Ibram G. schrieb:

Ging nicht.Die kräftigen (200 KHz) Schaltimpulse habe zunächst jede Triggerung auf das NF Signal ruiniert.

Wieso geht das nicht? Kann sogar mein 40 Jahre altes analoges Scop.

Um das NF Signal zu triggern kannst Du evtl das Eingangssignal nutzen.

Angehängte Dateien:
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OP #7985765
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Hallo,

Mein Oszi hat Funktionen der HF-Unterdückung und der limitierter Bandbreite, die reichen aber nicht so weit 'runter. In de Tat, Brückenschaltung. Differentiell kann ich direkt nicht messen, gemäß eines alten Beitrages im Forum hab ich 2-Kanalig gegen Masse gemessen, die Kanäle gegeneinander verrechnet, Bild entsteht.
Ein Bild wie bei Rainer hätte ich gern gesehen, es sollte aber nicht sein. Die Ursache liegt wohl darin, wie Mark schrieb, das es ein "filterless Class-D-Amp ohne Ausgangsfilter" ist. Da hat man nur mehr oder weniger "dichte" Spikes vom Ein/Aus-Schalten. Der akustische Rekonstruktions-Filter ist (wohl) der Lautsprecher. Den elektronischen hat sich der Designer das gespart. Triggern mit dem Verstärker-Eingangssignal werd' ich gleich mal probieren.

Danke!
Ibram

(Firma: Funkenflug Industries) #7985801
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Der Trend geht wieder zum Class-D-Kackverstärker. Als diese Technik in den 1970er Jahren marktreif wurde, hatten die Dinger nicht nennenswert mehr Leistung als Class-AB-Endstufen und waren eher als Lang- und Mittelwellensender zu gebrauchen weil die Ausgangsfilter so mies waren. Mit modernen Kondensatoren, die wenig Induktivität aufweisen und einiges an Strom können, bekommt man sowas heute besser hin - bis irgendwelche Chinesen auf die Idee gekommen sind, daß man die Filter auch ganz weglassen kann weil eine nachfolgende Frequenzweiche oder die Pappen den Dreck sowieso wieder glattbügeln. Aber daß dann gefühlte 10% der Leistung aus den Lautsprecherkabeln abgestrahlt werden, ist solchen Herstellern völlig egal. Und ich Idiot gebe mir Mühe, meine selbstgebauten Solarwandler zu entstören, was für ein Blödsinn...

#7985820
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Bei Motor- und großen Solarumrichtern kann ich es noch ansatzweise verstehen, mehrere hundert Ampere zu filtern ist eine Herausforderung. Aber bei üblichen Heimverstärkern gibt es eigentlich keinen Grund nicht zu filtern am Ausgang. Würde mich mal interessieren wie das EMV-Technisch aussieht, 50-60V Busspannung, 200kHz PWM mit Flanken im niedrigen zweistelligen Nanosekundenbereich und ein paar Meter Kabel bis zum Speaker

Gast #7985823
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Johannes schrieb:

Würde mich mal interessieren wie das EMV-Technisch aussieht, 50-60V Busspannung, 200kHz PWM mit Flanken im niedrigen zweistelligen Nanosekundenbereich und ein paar Meter Kabel bis zum Speaker

Auf die Filterung wird nur bei kleinen Leistungen und sehr kurzen Leitungen verzichtet. Zudem verdrillt man die Leitungen.

#7985868
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Die "filterless" class-D amps sind gedacht z.B. für Bluetooth-boxen etc wo die LS-Kabel kurz sind. Ja, das ist EMV-regulatorisch so abgesegnet. Allerdings auch nur mit Entstörferriten in den LS-Leitungen, die dann natürlich auch gerne noch weg gespart werden. Erinnert mich irgendwie an die Debatten um "elektronische Halogentrafos" mit Schaltwandlern ohne irgendwelche sekundärseitige Enststörung. Dafür waren die erlaubten Antennen -äh Leitungslängen - beschränkt auf 3m.

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#7985934
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Mark S. schrieb:

Rainer D. schrieb:

Wieso geht das nicht? Kann sogar mein 40 Jahre altes analoges Scop.

Das geht weil dein class-D ganz offensichtlich ein übliches Ausgangsfilter hat.

Jepp. Ich hab sowas furchtbar hochwertiges eingesetzt: https://www.amazon.de/DollaTek-Digitalverst%C3%A4rkerplatine-HighPower-Mono600W-Subwoofer-Lautsprecher/dp/B0CPP72CQR

https://www.ti.com/lit/ds/symlink/tpa3255.pdf

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