Lupenbrille vom Chinesen

#7996383
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Hallo,

hat irgendjemand Erfahrung mit diesen "echten" Lupenbrillen für Zahnärzte, die sich relativ günstig (200 Euro) bei Ali finden lassen? Gibt's eine Empfehlung? Vor Jahren habe ich Mal zum Spaß eine für 10 Euro gekauft, das waren nur zwei Lupen am Gestell, komplett sinnlos. Im Prinzip suche ich eine mit echter Fernglasoptik und ca 4-5x Vergrößerung... Was ich nicht suche sind normale Lupenbrillen, Lesebrillen mit 5 Dioptrien etc., sondern wirklich eine mit zusammengesetzter Optik!

#7996505
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sondern wirklich eine mit zusammengesetzter Optik!

Sowas gibt es, aber sie haben nicht deine Vergroesserung:

https://www.eschenbach-vision.com/de-DE/produkte/produkt/maxdetail1624511

Mir waere z.B eine Vergroesserung von 4-5 noch zu wenig und auf Zoom moechte ich auch nicht verzichten. Das Problem ist aber mit steigender Vergroeserung wird die Tiefenschaerfe kleiner. Das macht es dann irgendwann schwierig vernuenftig auf etwas zu fokusieren. Daher dann die Standmikroskope.

Vanye

Beitrag #7996595 wurde vom Autor gelöscht.
#7997305
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Harald A. schrieb:

und da als bessere Alternative genannt:

Das sucht der TO nicht. Das ist eine schnöde Lupenbrille mit EINER einzigen Linse pro Auge. Also leider nix "besser" oder "Alternative" Das was der TO sucht, sind "echte" Lupenbrillen mit zwei (oder mehr) Linsen pro Auge. Ich glaub (!) das nennt sich Keppler-Optik. Oder eben sowas wie die Eschenbach MaxDetail.

Wobei ich persönlich Eschenbach etwas skeptisch gegenüber stehe.

#7997318
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Ich habe so ein Teil von Eschenbach. Hatte mir mein Optiker vor Jahren für viel Geld verkauft.

Hat funktioniert, kann man über der normalen Brille tragen oder alleine.

Zusammen mit der normalen Brille kann man auch scharf dran vorbeisehen, wenn man das Objekt nicht direkt betrachtet. Ist aber auf die Dauer sehr anstrengend, weil man ständig hin- und herfokussiert. Der Vorteil ist natürlich das 3D-Sehen mit so einer Brille.

Ich bin aber inzwischen auf ein Aufsicht-Kamera-only-Mikroskop mit kleinem Bildschirm umgestiegen. Für schnell mal zwischendurch reicht der kleine Bildschirm. Wenns mehr wird, wird per HDMI ein alter 19-Zöller angeschlossen.

Das positionieren des Lötkolbens ohne 3D lernt man mit der Zeit, indem man auf den Schattenwurf achtet.

Angehängte Dateien:
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#7997332
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Moin,

ich arbeite schon viel Jahre mit diesen Lupenbrillen Aufsteck Gebilden:

https://grobetusa.com/product/clip-on-opticaid-magnifiers-with-2-3-4x-power-item-no-29-772/

Arbeits Distanz ist 15cm und es gibt sie in verschiedenen Vergroesserungsklassen. Fuer feine SMD Arbeiten eignen sie sich vorzüglich. Auf Grund der 15cm Arbeitsdistanz ist auch das Arbeiten mit dem Loetkolben sehr angenehm (JBC T211)

Die von ALI oder AZ angebotenen LBs aus Fernost empfehle ich nicht. Die sind schlechte Kopien des Originals und passen nicht gut auf die Brille.

Gerhard

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#7997374
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Carsten W. schrieb:

Ich habe so ein Teil von Eschenbach. Hatte mir mein Optiker vor Jahren für viel Geld verkauft.

Lässt sich "viel" in eine halbwegs aktuelle Zahl pressen?

Hat funktioniert, kann man über der normalen Brille tragen oder alleine.

Wie groß ist denn der Arbeitsabstand und wie komfortabel ist der nutzbare Schärfebereich?

Es gibt jede Menge Vergrößerungshilfen, die allesamt an Abstand, Schärfebereich und Sichtfeld kranken.

#7997389
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Noch ergänzend aus meiner persönlichen Erfahrung: Ich hatte mal mit einem Mantis Mikroskop gearbeitet. Das ist einfach der Hammer! Leider auch vom Preis her. Stereo, aber völlig entspannt, komplett andere Liga wie die üblichen Stereomikroskope. Mal ausprobieren! https://www.visioneng.de/produkte/stereomikroskope/mantis/

Ich hab auch mal sowas wie die Aufklemmlupe von Eschenbach gehabt. Hat mich nicht begeistert, ist mir zu fummelig.

Die Aufsetzlupen mit Kopfband sind für mich erträglich, aber für einen ganzen Tag, nee, sorry, geht nicht.

Dann hab ich eins der billigen Kamera-Mikroskope von Adonstar (ca. 120€). Ich setze das an einer Werkzeugschleifmaschine ein (da gehts um 0.01 mm). Wenns sein muss, hängt ein alter 21 Zöller dran. Da kann ich dann die Werkstücke mit den Meterstab ausmessen. :-) In der Anwendung war mir der Arbeitsabstand wichtig (100 mm), weils sonst Kollisionen mit der Schleifscheibe gibt. Tiefenschärfe, 3D, etc. was bei SMD-Arbeiten wichtig wäre, spielt da keine Rolle. Für die Anwendung war das eine Offenbahrung. Bisher hab ich versucht mit der Messlupe Maße zu ermitteln. Werkstück wegfahren, mit Verrenkungen messen, Kopf nicht gegen die laufende Schleifscheibe bringen, Schleifscheibe doch lieber abschalten und von Hand abbremsen (geht aber eindeutig nicht mit jeder!), Werkstück zurückfahren, infinite loop.

Quintessenz ist eigentlich: Muss jeder selbst ausprobieren. Der Eine kommt mit X zurecht, der Andere verliert die Nerven. Der Eine hat sowieso Adleraugen, der Andere ist eine Blindschnepfe. Ich hatte mal Adleraugen. Jetzt bin ich Brillenträger bei der Arbeit.

#7997415
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Manfred P. schrieb:

Carsten W. schrieb:

Ich habe so ein Teil von Eschenbach. Hatte mir mein Optiker vor Jahren für viel Geld verkauft.

Lässt sich "viel" in eine halbwegs aktuelle Zahl pressen?

Aktuell: Keine Ahnung. Vor Corona habe ich dafür mindestens 350€ gezahlt.

Hat funktioniert, kann man über der normalen Brille tragen oder alleine.

Wie groß ist denn der Arbeitsabstand und wie komfortabel ist der nutzbare Schärfebereich?

Meiner einer ist kurzsichtig mit ca. -6 Dioptrien. Die Lupenbrille hat bei mir einen einstellbaren Schärfebereich von 15-18 cm. Schärfentiefe so +/- 0,5 cm. Das oben abgebildete Exemplar hat einen Vergrößerungsfaktor von 4x.

#7997418
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Manfred P. schrieb:

Lässt sich "viel" in eine halbwegs aktuelle Zahl pressen?

Hatte mal meinen Zahnarzt gefragt was man für eine Brillenlupe mit LED wie seine ausgeben muss.

Meinte er ganz trocken: So 2,5k muss man für was Gutes ausgeben. Jedoch ist er auch damit nicht komplett glücklich weil nun schon mehrmals das Kabel vom externen Akku zur Leuchte gebrochen ist und dessen Reparatur ziemlich teuer wäre... Die Sicht ist jedoch Spitze und die Ausleuchtung, durch die LED-Leuchte an der Brille auch. Mir war nämlich auch aufgefallen, dass er den obligatoerischen Scheinwerfer bzw Strahler, den die Assistentin zur Zahnreinigung nutzt, gar nicht aktiviert hatte.

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#7997435
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Noch ergänzend aus meiner persönlichen Erfahrung: Ich hatte mal mit einem Mantis Mikroskop gearbeitet.

Das wissen wir natuerlich wurde auch hier oft genug diskutiert. Ich hab so ein Teil auch in der Firma. Allerdings sind die privat unerschwinglich und in einem Thread ueber Lupenbrillen sowieso. Dafuer kann man sich ein Auto kaufen oder ein schickes Oszi von R&S. .-)

Ich hab vor Jahren auch mal mit einer Eschenbach angefangen. Ja, besser wie nix. Aber irgendwann endet man im privaten Bereich immer beim chinesischen 3D Mikroskop. Ich wuerde z.B niemals mehr etwas haben wollen mit dem ich nicht zoomen kann. Die MaxDetail von Eschenbach hat im uebrigen auch noch ein Problem. Man kann den Augenabstand nicht einstellen. Je nach persoenlichen Quadratschaedel kann das ein Problem sein oder auch nicht!

Vanye

#7997444
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Ach, das Alter. :-) Jetzt hab ich in meiner Auflistung (Mantis, Adonstar, Klemmlupe, Kopfbandlupe) glatt vergessen, dass ich auch eines der Stereomikroskope vom freundlichen Chinesen habe. Ich nehme es selten her. Das SMD-Löten (0603) geht noch mit der Kopfbandlupe und VIIIIEL Licht. Mich stört daran, dass man seine Äuglein genau auf den Okularen ausrichten muss. Etwas daneben, dann wird das Sichtfeld kleiner. Das strengt dann leider auch wieder an. Denn man sitzt bewegungslos und festgenagelt vor dem Ding.

So eine Keppler-Optik hab ich leider nie ausprobieren können. Vom Preis abgesehen scheint mir das aber die beste Lösung zu sein. Die Bereiche wo sie sich etabliert haben (Zahnarzt, Gefäßchirugen, ...) haben nämlich die gleichen Probleme wie wir Löter. Repositionieren, Dran-Vorbeischauen-Können, Werkzeug greifen und grob vorpositionieren. Zum Löten hab ich mein Kameramikroskop nie ausprobiert. Ist jetzt auch so umgebaut, dass es an die Schleifmaschine passt. Glaub aber, dass man mit dem mangelnden 3D-Vermögen dennoch gut damit zurechtkommt. Viele Andere haben das auch schon hinbekommen.

#7997485
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Dieter S. schrieb:

Carsten W. schrieb:

Aktuell: Keine Ahnung. Vor Corona habe ich dafür mindestens 350€ gezahlt.

Das ist eine Eschenbach ridoMED:

https://www.eschenbach-vision.com/de-DE/produkte/produkt/ridomed

Mitte 2021 hat man das Modell mit "4.0 x" für um die EUR 270 bekommen.

Idealo.de hat einen Anbieter der dieses Modell für ~250€ feil bietet. Alles anderen Preise gehen ab 415 Euro los. Fragt sich also, wie seriös das billigste Angebot ist.

Bevor meine Brille noch mehr Staub ansetzt: Ich würde Sie für 150€ abgeben. Bei Bedarf bitte PN an mich.

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