in Datenblättern von Potis finde ich nur Angaben zur maximalen Spannung und Leistung, nicht jedoch zum entsprechenden Strom.
Es geht mir um Schaltungskonstellationen, in denen das Poti als veränderbarer Widerstand, nicht als Spannungsteiler beschaltet ist und die Spannung über das Poti definiert und gering ist. Namentlich um die Anwendung in einer Strombegrenzung, bei der normalerweise ein Shuntwiderstand parallel zur B-E-Strecke des dazugehörigen Transistors geschaltet ist. Beispielhaft habe ich ein Bild aus dem Elektronikkompendium angehängt. Im Bild R_M, diesen würde ich durch ein Poti ersetzen wollen. In einer echten Schaltung würde ich natürlich noch einen Festwiderstand in Reihe ergänzen.
Bei Pmax = 250mW und U_BE = 0,6V ergeben sich rein rechnerisch
Imax = Pmax/U = 0,25W/0,6V = 416mA.
Selbst 200mA, die dann mit ~125mW deutlich unterhalb von Pmax liegen würden, würde ich dem Poti aus dem Bauch heraus nicht zumuten wollen. Ich gehe davon aus, dass die Stromdichte viel zu hoch wäre.
Welchen Strom also kann ich durch ein Poti in dieser Konstellation jagen?
Genau! Wenn Du nur 1/100 der Schleifbahn nutzt, sollte dort auch nur ein 1/100 der Leistung verbraten werden. Deswegen schrieb jar "kurz vor NULL" durchgebrannt.
Die maximale Leistung gilt bei Nutzung des Gesamtwiderstandes, woraus
sich bei bekanntem R alle anderen Werte ergeben, auch für Teilbereiche.
Diese Angabe ist richtig. Aus der Leistung und dem Gesamtwiderstand lässt sich der maximal zulässige Strom nach der Formel P=I²*R berechnen. Nur für diesen Strom sind die Anschlüsse und der Schleifer ausgelegt. Wird der Widerstand (als Vorwiderstand genutzt) kleiner, wird zwar die Leistung an dem Poti geringer, der Strom darf aber dennoch nicht höher werden - selbst wenn das Poti das in gewissem Umfang erträgt. Sonst brennt bei kleinem Widerstand irgendwann der Anfang des Potis durch, wie in den Kommentaren beschrieben.
Wenn man eine Schaltung unbedingt so aufbauen will, muss man damit leben dass man ein dickes Drahtpoti braucht.
Sicherheitshalber mit einem Festwiderstand in Reihe, der den max. Strom bestimmt.
Eine etwas aufändigere Regelung würde das Problem eleganter lösen.
Netzteilschaltungen gibt es ja wie Sand am Meer.
Moin,
parallel zum niederohmigen RM könntest Du ein Poti (oder Poti+ Widerstand in Reihe) schalten und den Schleifer an die Basis vom T2 legen.
Gruß
Carsten
Moin,
parallel zum niederohmigen RM könntest Du ein Poti (oder Poti+
Widerstand in Reihe) schalten und den Schleifer an die Basis vom T2
legen.
Wenn ich das richtig verstehe, dann heisst das aber, dass beim höchsten Strom der Spannungsabfall an Rm hoch wird. Beispiel er will von 20 bis 200mA einstellbare Strombegrenzung. Dann muss er Rm so wählen dass bei 20mA 0,7V an ihm abfallen. Bei 200mA wären das dann 7V.
Welchen Strom also kann ich durch ein Poti in dieser Konstellation
jagen?
Sehr wenig.
Die Rechnung "sqrt(angegebene Leistung / vollen Widerstandswert)"
sagt ein 100 Ohm Poti mit 0.25W sagt 50mA und damit ist man auf der sicheren Seite.
Da Potis unterschiedlicher Werte mit gleicher Mechanik gebaut werden kann dein Exemplar mehr aushalten, aber ohne weitere Datenblattangaben kann man sich nicht drauf verlassen.
Deine Schaltung ist also ungünstig, zumal der Widerstandswert reziprok zur Stromeinstellung läuft.
Wenn du 0.6V bei 415mA schaffen willst (1.45 Ohm 0.25W), aber bis 4.15mA (145 Ohm) runterregeln können willst, brauchst du ein 60W Drahtpoti (und einen Anschlag bzw. Festwiderstand von 1.45 Ohm)
Wenn ich das richtig verstehe, dann heisst das aber, dass beim höchsten
Strom der Spannungsabfall an Rm hoch wird. Beispiel er will von 20 bis
200mA einstellbare Strombegrenzung. Dann muss er Rm so wählen dass bei
20mA 0,7V an ihm abfallen. Bei 200mA wären das dann 7V.
Ja, das ist dann der Preis für die einfache Schaltung. Eine andere Möglichkeit ist die Basis mit einem Poti „vorzuspannen“. Dann ist der maximale Spannungsabfall 0,7V. Dann würde ich aber eher eine andere Schaltung wählen.
Gruß
Carsten
Vielen Dank für die zielführenden Antworten. Die Erkenntnis, dass es so nicht sinnvoll funktioniert, ist schließlich auch eine Erkenntnis. An anderer Stelle habe ich das Problem mit Stufenschalter und Widerstandsreihe gelöst, ich habe mich nur immer wieder gefragt, ob es nicht auch stetig mit Poti gehen würde.
Wenn du 0.6V bei 415mA schaffen willst (1.45 Ohm 0.25W), aber bis 4.15mA
(145 Ohm) runterregeln können willst, brauchst du ein 60W Drahtpoti (und
einen Anschlag bzw. Festwiderstand von 1.45 Ohm)
Ein gutes Poti mit 30W Leistung kosten mehr als 200 Euro.
alte 300W Potis wurden hier immer für nen Appel und Ei angeboten, leicht verstaubt aber unzerstörbar bei richtiger Anwendung, einziges Problem der Platzbedarf und die Akzeptanz.
alte 300W Potis wurden hier immer für nen Appel und Ei angeboten, leicht
verstaubt aber unzerstörbar bei richtiger Anwendung, einziges Problem
der Platzbedarf und die Akzeptanz.
Dabei sind die so vielseitig: Mit einem Papst-Lüfter drunter hat man einen Föhn, und in eine Niveacremedose gestellt hat man ein Lötbad.
Auf den alten Phywe-Schiebewiderständen steht der Strom. Weil das bestimmende Element ist halt der Draht, bzw. dessen Übergang zum Schleifer. Und das läßt sich aus der angegebenen Leistung nicht herleiten.
Auf den alten Phywe-Schiebewiderständen steht der Strom.
Weil das bestimmende Element ist halt der Draht, bzw.
dessen Übergang zum Schleifer.
Und das läßt sich aus der angegebenen Leistung nicht herleiten.
Schon krass. -
Gott sei Dank gibt es inzwischen KI!
DIE kann mit dem auf den Dingern ebenfalls angegebenen Widerstandswert
noch etwas anfangen...
Auf den alten Phywe-Schiebewiderständen steht der Strom. Weil das
bestimmende Element ist halt der Draht, bzw. dessen Übergang zum
Schleifer. Und das läßt sich aus der angegebenen Leistung nicht
herleiten.
Wenn das wirklich nicht geht, müssen 99,x% nochmal auf die Schulbank.
Man könnte in der Schaltung / von ganz oben /
parallel zu Rm ein Potentiometer mit z.B. 100-fach größerem Wert
schalten und an dessen Schleifer die Basis von T2 schalten...