Bei elektromechanischen Relais mit Goldkontakten war entweder bei 50mW Schluss oder die Spannungsfestigkeit war nicht mehr gegeben.
Jetzt bin ich auf Reed-Relais gestoßen. In den Datenblättern ist mir aufgefallen, dass nur max. Werte spezifiziert sind. Heißt das, es gibt nach unten keine Begrenzung ?
Außerdem ist nie die Spannungsfestigkeit zwischen den Kontakten bzw. am offenen Kontakt angegeben. Teilweise ist "Dielectric Strength Coil/Contact", "Breakdown Voltage min.", "Contact Resistance" oder "Insulation Resistance" angegeben, aber kann ich aus irgendeinem dieser Werte auf die Spannung, die dauerhaft am offenen Kontakt anliegen darf, rückschließen, oder muss ich mich da an den Kundensupport wenden ?
Die Mischung dürfte selten bis unmöglich sein. Du mußt improvisieren.
Jetzt bin ich auf Reed-Relais gestoßen. In den Datenblättern ist mir
aufgefallen, dass nur max. Werte spezifiziert sind. Heißt das, es gibt
nach unten keine Begrenzung ?
Doch, denn zaubern können die auch nicht. Aber deren Kontakte sind halt hermetisch dicht in einem Glasröhrchen verschlossen.
Außerdem ist nie die Spannungsfestigkeit zwischen den Kontakten bzw. am
offenen Kontakt angegeben.
Glaub ich nicht.
Teilweise ist "Dielectric Strength
Coil/Contact", "Breakdown Voltage min.", "Contact Resistance" oder
"Insulation Resistance" angegeben, aber kann ich aus irgendeinem dieser
Werte auf die Spannung, die dauerhaft am offenen Kontakt anliegen darf,
rückschließen, oder muss ich mich da an den Kundensupport wenden ?
Es reicht, das Datenblatt zu lesen und zu verstehen ;-)
Das Ding erfüllt die meisten deiner Forderungen. Musst du nur noch auf einen Träger bauen, damit es auf die Hutschiene passt und eine 230V Ansteuerung per Trafo ergänzen.
Ja, was denn jetzt? Interpretierst du die "Schaltspannung" anders als
der Rest der Welt?
Kann sein, dass ich es falsch verstanden habe, aber bei den elektromechanischen Relais war häufig zb. "Dielectric Strength between open contacts" (siehe Bild) gegeben und das war deutlich höher als die Schaltspannung. Oder ist damit die Spannungsfestigkeit zwischen den Leitungen gemeint ?
wie wäre es denn, wenn du die eigentliche Aufgabe beschreibst und nicht
nur deinen Lösungsweg?
Ich möchte nach der 60335-2-34 automatisiert den Wicklungswiderstand eines Motors bei Überlast messen (und damit auf die maximale Temperatur am Ausschaltzeitpunkt extrapolieren). D.h. der Motor wird über einen FU versorgt und soll bei einem Steuersignal auf die Messschaltung wechseln. D.h. an den offenen Klemmen des Relais zum Schalten des Messgeräts liegt im Betrieb die FU-Ausgangsspannung an. Habe meinen aktuellen Aufbau als Bild beigefügt.
Ja, was denn jetzt? Interpretierst du die "Schaltspannung" anders als
der Rest der Welt?
Kann sein, dass ich es falsch verstanden habe, aber bei den
elektromechanischen Relais war häufig zb. "Dielectric Strength between
open contacts" (siehe Bild) gegeben und das war deutlich höher als die
Schaltspannung.
Ja logisch! Wenn ein Relaiskontakt 1000V SICHER isolieren soll, MUSS er DEUTLICH mehr aushalten.
Oder ist damit die Spannungsfestigkeit zwischen den
Leitungen gemeint ?
Zwischen den Kontakt anschlüssen.
Ich möchte nach der 60335-2-34 automatisiert den Wicklungswiderstand
eines Motors bei Überlast messen (und damit auf die maximale Temperatur
am Ausschaltzeitpunkt extrapolieren). D.h. der Motor wird über einen FU
versorgt und soll bei einem Steuersignal auf die Messschaltung wechseln.
D.h. an den offenen Klemmen des Relais zum Schalten des Messgeräts liegt
im Betrieb die FU-Ausgangsspannung an. Habe meinen aktuellen Aufbau als
Bild beigefügt.
Naja, bissel merkwürdige Darstellung.
Prinzipiell ist das kein sonderlich schwieriges Vorhaben.
Ok, d.h. die Gefahr liegt eigentlich nicht darin, dass bei hohen Spannungen am Kontakt dieser selbst überbrückt wird, sondern die Kontakte untereinander? Ich habe Lothar so verstanden, dass Schaltspannung = Spannungsfestigkeit am offenen Kontakt, aber wenn diese immer geringer als "Dielectric Strength between Open Contacts" ist, würde der Fehlerfall ja sowieso schon viel früher eintreten.
Ok, d.h. die Gefahr liegt eigentlich nicht darin, dass bei hohen
Spannungen am Kontakt dieser selbst überbrückt wird, sondern die
Kontakte untereinander?
Nein, das meine ich nicht. Mehrere Kontakte in einem Relais ist nochmal ein anderes Thema. Aber im Normalfall ist die Spannungsfestigkeit zwischen zwei Kontaktpaaren mindestens so hoch wie zwischen einem Kontaktpaar. Sonst wäre es ja eher fragwürdig.
Ich habe Lothar so verstanden, dass
Schaltspannung = Spannungsfestigkeit am offenen Kontakt,
Falsch! Die zulässige Schaltspannung ist IMMER kleiner als die Spannungsfestigkeit eines Kontakts! Denn der soll die Spannung ja SICHER isolieren!
aber wenn diese
immer geringer als "Dielectric Strength between Open Contacts" ist,
würde der Fehlerfall ja sowieso schon viel früher eintreten.
Was redest du hier?
Spannungsfestigkeit am offenen Kontakt ist die deutsche Übersetzung von "Dielectric Strength between Open Contacts". Real ist es eher die Durchbruchsspannung, denn bei der Spannung schlägt der Kontakt über.
Falk B. schrieb:
Naja, bissel merkwürdige Darstellung.
Weshalb?
Weil kein E-Mensch so Schaltpläne mit Relais zeichnet. Selbst als Bockschaltbild ist das nicht sonderlich verständlich.
Doch, denn zaubern können die auch nicht. Aber deren Kontakte sind halt
hermetisch dicht in einem Glasröhrchen verschlossen.
Also gehen so kleine Lasten oder nicht ? Weil im Datenblatt steht es
nicht explizit.
Es funktioniert praktisch, wenn auch nicht explizit spezifiziert und auch vom Hersteller offiziell nicht garantiert. Du willst ein paar Dutzend mV udn mA messen, das ist noch recht entspannt. Erst unterhalb weniger mV wird es dann echt kniffelig, nicht nur mit Thermospannungen.
so verstanden, dass Schaltspannung = Spannungsfestigkeit am offenen Kontakt
Genau so muss man das interpretieren.
Also gehen so kleine Lasten oder nicht ?
Dann präge doch zur Widerstandsmessung einfach mit einer Konstantstromquelle einen Strom von 100mA ein und miss die anfallende Spannung. Mit 100mA wird das Relais dann sicher schalten, wenn die KSQ eine Leerlaufspannung deutlich über der Frittspannung hat:
Und das wird sie haben, denn Reedkontakte in Schutzatmosphäre heben sehr niedrige Frittspannungen. Und wenn der Kontakt dann mal geschaltet hat, dann gilt nur noch der spezifizierte Kontaktwiderstand im Bereich um 100 mOhm, die den von dir gemessenen Spulenwiderstand dann noch verfälschen (zusätzlich zu irgendwelchen Leitungswiderständen und Übergangswiderständen in Klemmstellen).
Aber im Normalfall ist die Spannungsfestigkeit
zwischen zwei Kontaktpaaren mindestens so hoch wie zwischen einem
Kontaktpaar. Sonst wäre es ja eher fragwürdig.
Spannungsfestigkeit am offenen Kontakt ist die deutsche Übersetzung von
"Dielectric Strength between Open Contacts". Real ist es eher die
Durchbruchsspannung, denn bei der Spannung schlägt der Kontakt über.
Ok verstehe. Habe ich dann falsch interpretiert. Woran würdest Du dich dann beim Szenario "kleine Spannung schalten, große Spannung isolieren" prinzipiell eher orientieren: Schaltspannung oder Spannungsfestigkeit der Kontakte ? Ich hatte es so verstanden, dass wenn die hohen Spannungen nie geschaltet werden, auch Spannungen überhalb der Schaltspannung dauerhaft an den Kontakten anliegen dürfen (man braucht aber ausreichend Puffer zur Durchbruchspannung). Oder ist das auch falsch ?
Edit: habe eben erst Lothars Kommentar gesehen. D.h. das ist nicht zulässig .
Es funktioniert praktisch, wenn auch nicht explizit spezifiziert und
auch vom Hersteller offiziell nicht garantiert. Du willst ein paar
Dutzend mV udn mA messen, das ist noch recht entspannt. Erst unterhalb
weniger mV wird es dann echt kniffelig, nicht nur mit Thermospannungen.
Und wenn der Kontakt dann mal geschaltet hat,
dann gilt nur noch der spezifizierte Kontaktwiderstand im Bereich um 100
mOhm, die den von dir gemessenen Spulenwiderstand dann noch verfälschen
(zusätzlich zu irgendwelchen Leitungswiderständen und
Übergangswiderständen in Klemmstellen).
Das sollte mit der Vierleitermessung kompensiert werden, zumindest bis zu den Klemmen am Motor.
Ok verstehe. Habe ich dann falsch interpretiert. Woran würdest Du dich
dann beim Szenario "kleine Spannung schalten, große Spannung isolieren"
prinzipiell eher orientieren: Schaltspannung oder Spannungsfestigkeit
der Kontakte ?
Spannungsfestigkeit, denn man schaltet ja lastfrei.
Ich hatte es so verstanden, dass wenn die hohen
Spannungen nie geschaltet werden, auch Spannungen überhalb der
Schaltspannung dauerhaft an den Kontakten anliegen dürfen
Jain. Damit vermindert man die Reserve.
(man braucht
aber ausreichend Puffer zur Durchbruchspannung).
Musst du nur noch auf
einen Träger bauen, damit es auf die Hutschiene passt und eine 230V
Ansteuerung per Trafo ergänzen.
Habe sowas noch nie gemacht, aber vom Prinzip her wäre das einfach eine Platine, wo ich das Teil drauflöte und die Kontakte als Pads ausführe und dort dann Kabel dranlöte um das Teil anzuklemmen ?
Habe sowas noch nie gemacht, aber vom Prinzip her wäre das einfach eine
Platine, wo ich das Teil drauflöte und die Kontakte als Pads ausführe
und dort dann Kabel dranlöte um das Teil anzuklemmen ?
Nicht ganz. Bei Hutschienenbauteile sind Klemmen üblich, seien es Schraub- oder Federklemmen.
Das Relais und die Klemmen auf Lochraster löten, verdrahten, ggf. ein paar Lochrasterpunkte entfernen, um die Spannungsfestigkeit zu erreichen. Fertig.
Ich habe noch zwei, drei spezielle Hochspannungsreedrelais in meinem Fundus. Sind grob geschätzt etwa 70mm lang und im Durchmesser mit aussenliegender Spule etwa 10-15mm. Die Ansteuerspannung weis ich gerade nicht.
Sie entstammen aus einem Fluke Sicherheitstester.
Die kannst du haben wenn du möchtest. Allerdings bin ich gerade nicht zu Hause, also frühestens nächste Woche kann ich dich mit Bildern versorgen.
Schick mir ne PM, dann geht es nicht unter…
Viele Grüsse Ove