Typische Beschaltung USB Eingang µC gesucht

OP #8053135
Lesenswert?

Ich versuche gerade einen Raymarine AIS700 Transceiver/Splitter wieder zu beleben. Angeblich hat der keine Schiffe mehr erkannt bzw. keine entsprechenden Signale über NMEA ausgegeben.

Auf der Werkbank verhält der sich aber mit angeschlossenen Antennen soweit normal (läßt man die GPS Antenne weg, erscheint nach kurzer Zeit die rote Störungs LED, schließt man keine Sendeantenne an, erscheint ebenfalls nach dem ersten Sendeversuch die rote LED UND er schaltet sich ab [Schutz der Endstufe?])

Mit einem SDR kann man kurze Impulse auf den beiden AIS Frequenzen empfangen.

Soweit normaler Betrieb.

ABER: der USB Eingang zum Einrichten des Transceivers ist TOT. Beim Anschluß der Hauptplatine sinkt die Versorgungsspannung aus dem PC von 5,1Volt auf 2,8Volt ab. Da liegt wohl ein Kurzschluß vor.

Nun ist das eine doppelseitig bestückte 4-lagige HF Platine, da suche ich mir einen Wolf.

Wie würde eine typische Schaltung für die Anbindung eines USB Eingangs an einen µC STM32F429 aussehen?

Das ganze wird noch komplizierter durch ein duale Versorgung des µC. Nur allein der USB Anschluß soll die LEDs aufleuchten lassen, genauso wie der Anschluß über die Hauptstromversorgung.

Es sein denn für die Konfiguration werkelt da nur ein EPROM.....

(Firma: matzetronics) #8053179
Lesenswert?

Was passiert, wenn du den AIS über SeatalkNG speist?

Das ist unabhängig vom USB. Betreibe das Dings nicht ohne Antenne. Sind MMSI und Schiffsname bereits schon mal programmiert worden? Firmware Updates können auch über SeaTalkNG und ein Lighthouse MFD eingespielt werden. Dazu sollte im MFD eine SD Karte mit den Updatefiles stecken.

: Bearbeitet durch User
#8053184
Lesenswert?

Thomas schrieb:

ABER: der USB Eingang zum Einrichten des Transceivers ist TOT. Beim Anschluß der Hauptplatine sinkt die Versorgungsspannung aus dem PC von 5,1Volt auf 2,8Volt ab. Da liegt wohl ein Kurzschluß vor.

Hast Du ne Thermocam? Wenn ja, dann würde ich das USB anschließen und mit der Thermocam mal schauen wo es warm wird.

Andere Variante wäre den Stromfluss mit einem Aim-TTI I-prober zu verfolgen.

OP #8053198
Lesenswert?

Matthias S. schrieb:

Was passiert, wenn du den AIS über SeatalkNG speist?

Das ist unabhängig vom USB. Betreibe das Dings nicht ohne Antenne. Sind MMSI und Schiffsname bereits schon mal programmiert worden? Firmware Updates können auch über SeaTalkNG und ein Lighthouse MFD eingespielt werden. Dazu sollte im MFD eine SD Karte mit den Updatefiles stecken.

Danke für den Hinweis! Tatsächlich hat ein Bootskollege das AIS als defekt entsorgen wollen und da ist noch SEINE MMSI drin, die muß auf jeden Fall ersetzt werden.

Wir haben ein altes C140W auf dem Schiff, damit könnte das evtl auch gehen? Ist nur schade das nicht hier auf der Werkbank machen zu können...

(Firma: matzetronics) #8053355
Lesenswert?

Thomas schrieb:

Tatsächlich hat ein Bootskollege das AIS als defekt entsorgen wollen und da ist noch SEINE MMSI drin, die muß auf jeden Fall ersetzt werden.

Das geht nicht ohne weiteres, denn die MMSI und der Schiffsname wird als 'Write-Once' im AIS700 behandelt. Einmal geschrieben, ist ein Reprogrammieren mit ProAIS2 (der Windows Software) nicht möglich. Anbei mal Belegung von Kabel und Steckern bei NMEA2000 aka SeatalkNG. Zum Betrieb des AIS700 im aktiven Modus benötigst du eine zugewiesene MMSI und eine Funkgenemigung, gen. 'Zuteilungsurkunde', in der die Sendkefunkanlagen des Schiffes (Funk, AIS, Radar) erklärt sind. Dir wird ein Rufzeichen, eine ATIS Kennung und die MMSI zugewiesen. Für den Funk legst du eine kurze Prüfung ab. Aich habe das alles schon mal eingerichtet, aber der Papierkram muss vorher erledigt sein.

MMSI und Schiffsname sind bei funktionierenden AIS700 übrigens im Vesselfinder zu finden. Ich gucke ab und zu mal da rein, um meine Installation zu verfolgen :-)

Angehängte Dateien:
: Bearbeitet durch User
OP #8053367
Lesenswert?

Matthias S. schrieb:

Thomas schrieb:

Tatsächlich hat ein Bootskollege das AIS als defekt entsorgen wollen und da ist noch SEINE MMSI drin, die muß auf jeden Fall ersetzt werden.

Das geht nicht ohne weiteres, denn die MMSI und der Schiffsname wird als 'Write-Once' im AIS700 behandelt. Einmal geschrieben, ist ein Reprogrammieren mit ProAIS2 (der Windows Software) nicht möglich.

Ich gucke ab und zu mal da rein, um meine Installation zu verfolgen :-)

In der Anleitung wird von "Write Once" leider nicht geschrieben; da sieht das so aus als ob das auch für den Endanwender beliebig wiederholbar wäre. Professionelle Dienstleister und der ursprüngliche Verkäufer (SVB und ähnliche) können das definitiv; benutzen die eine andere SW?

Alles andere liegt vor (UKW, SRC, Zuteilungsurkunde etc.), ich müßte der BNA nur das aktive AIS nachmelden.

: Bearbeitet durch User
(Firma: matzetronics) #8053378
Lesenswert?

So findet sich das in den 'Installation Instructions' auf Seite 11 unten. Ich gehe davon aus, das die Raymarine Händler eine andere Software haben.

Harald K. schrieb:

D.h. wenn das Schiff umbenannt wird, muss das Gerät zwangsweise durch ein neues ersetzt werden?

Beim Namen bin ich nicht sicher, bei der MMSI aber schon.

Angehängte Dateien:
: Bearbeitet durch User
#8053381
Lesenswert?

Matthias S. schrieb:

bei der MMSI aber schon.

Oh, wie schön.

To help mitigate against MMSI number exhaustion, manufacturers are required to cripple DSC-capable radios so that an MMSI number can only be entered once, which means that a device owner may not move the radio from one boat to another. This is especially egregious for hand-held VHF devices, for which a single MMSI number makes little sense.

https://en.wikipedia.org/wiki/Maritime_Mobile_Service_Identity#Exhaustion_of_MMSIs

OP #8053403
Lesenswert?

Harald K. schrieb:

Matthias S. schrieb:

bei der MMSI aber schon.

Oh, wie schön.

To help mitigate against MMSI number exhaustion, manufacturers are required to cripple DSC-capable radios so that an MMSI number can only be entered once, which means that a device owner may not move the radio from one boat to another. This is especially egregious for hand-held VHF devices, for which a single MMSI number makes little sense.

https://en.wikipedia.org/wiki/Maritime_Mobile_Service_Identity#Exhaustion_of_MMSIs

Glücklicherweise gibt es da auch "Ausnahmen", dieses Raymarine Gerät gehört wohl nicht dazu. Mein zusätzliches "hand held VHF device" läßt sich jedenfalls beliebig umprogrammieren ;-)

Nur muß ich den Fehler trotzdem finden; selbst der "authorisierte Händler" wird es sonst als defekt zurückweisen.

(Firma: matzetronics) #8053533
Lesenswert?

Thomas schrieb:

Nur muß ich den Fehler trotzdem finden; selbst der "authorisierte Händler" wird es sonst als defekt zurückweisen.

Da das sowieso nur ein Spass ist, kannst du dann ja auch mal in den EEPROMs rumschnüffeln, falls die Kiste wieder laufen sollte.

Sehr ärgerlich ist, das die Kiste zwar intern GPS hat und die Daten auch versendet, aber über SeaTalkNG sie nicht zur Verfügung stellt. Man muss also trotzdem im NMEA Netzwerk einen anderen GPS Empfänger benutzen. Wir haben dann erstmal den im Lighthouse Display benutzt.

: Bearbeitet durch User
#8054173
Lesenswert?

Thomas schrieb:

... schließt man keine Sendeantenne an, erscheint ebenfalls nach dem ersten Sendeversuch die rote LED UND er schaltet sich ab [Schutz der Endstufe?])

Wie wäre es, wenn du für deine Testerei den Inkognitomodus einschaltest.

Matthias S. schrieb:

Das geht nicht ohne weiteres, denn die MMSI und der Schiffsname wird als 'Write-Once' im AIS700 behandelt. Einmal geschrieben, ist ein Reprogrammieren mit ProAIS2 (der Windows Software) nicht möglich.

Dann ist ProAIS2 die falsche Software zum Ändern der MMSI. Der Raymarine-Händler kann das Gerät neu programmieren - sagt das Manual im Kap. 2.2.

("Wenn Sie die Nummer falsch eingeben oder wenn Sie sie ändern müssen, muss das Gerät von einem autorisierten Raymarine®-Händler neu programmiert werden.")

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren