SmartMeter mit MBus: simpler Pegelwandler gesucht

OP (Firma: Brainit GmbH) #8068570
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Hallo zusammen,

bis gestern hatte ich ein SmartMeter vom Netzbetreiber, konkret ein Sagemcom T210-D-r. Dessen Kundenschnittstelle liefert einen Ausgang als Open Collector, serielles Signal und basiert auf dem niederländischen Standard DSMR 5.0.2. Durch die Schnittstelle ist eine Spannungsversorgung von 5V mit 250mA möglich. Die Schnittstelle ist gegen Überlast und Kurzschluss geschützt.

Mit einem einfachen Pullup konnte ich damit ein RS232-kompatibles Signal erzeugen (0..5V) welches noch dazu schon entsprechend invertiert ist (also wirklich RS232 und nicht UART). Dahinter eine Waveshare RS232-to-Ethernet wandler, der mit den Signalen wunderbar stabil über viele Jahre zurechtgekommen ist.

Leider kam gestern der "Herr SmartMeter" und hat mir wegen Problemen mit der Konnektivität in meiner Siedlung ein neues SmartMeter verpasst, diesmal ein Landis & Gyr E450. Das Ding hat zwar auch eine Kundenschnittstelle, aber leider diesmal mit M-Bus :-(

Details zu beiden SmartMetern bzw. deren Kundenschnittstelle gibts hier: https://www.e-netze.at/downloads-data/pdf.aspx?pdf=EN_Update%20Kundenschnittstelle%20Smart%20Meter%20(03_2024)_WEB_RGB.pdf

die guten Nachrichten:

  • Das SmartMeter spielt M-Bus-Master, und macht reinen Datenpush, ich muss also nur passiv "mitlesen" und muss nichts senden.
  • die M-Bus-Signale sind bereits potentialfrei, ich brauch keine Optokoppler

ich habe allerdings nur die 2 M-Bus Leitungen, keine Spannungsversorgung wie beim alten SmartMeter

Die Datenpegel sind wie folgt beschrieben:

Space: L ≥12 V

Mark: H Space Spannung + ≥10V aber <42V

Im Leerlauf messe ich ziemlich genau 26 Volt, Space dürfte also bei etwa 16 Volt liegen (Oszi-Vermessung steht noch aus)

Was ich nun suche ist eine möglichst einfache (temporäre) Lösung, wie ich aus diesen Pegeln wieder etwas machen kann, was mein RS232-Konverter als gültiges RS232 annimmt. Möglichst mit Bauteilen aus der Wühlkiste.

Ob ich invertieren muss, bin ich mir auch noch nicht sicher... ich fürchte aber ja

Ich wäre für alle Hinweise sehr dankbar!

lg Michi

#8068597
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#8068652
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Spannungsversorgung hast du ja prinzipiell schon. Sowohl Mark als auch Space liefern dir Spannung. Also simple Spannungsmodulation auf der Versorgung könnte man sagen. Frage ist nur, wie stark belastbar die ist.

Ich hab mir schon mal vor längerer Zeit einen Decoder für sowas gebaut. War aber einfach für mich, weil ich mit extrem energiesparenden Geräten welche ebenfalls über Spannungsmodulation auf der Versorgung betrieben wurden, genügend Erfahrung habe. Also mit sparsamen Prozessoren und rückwirkungsarmer Stromversorgung. Man will ja nicht durch die Stromversorgung die Modulation killen.

Du könntest versuchen über z.B. Diode und in Serie sehr hochohmig die Leitung abgreifen. Und dann erst zu einem Kondensator von dem du dann deine Versorgungsspannung generierst. Also z.B. Diode, 30kR, 10uF nur so als Idee.

Andere Möglichkeit ist über eine Konstantstromquelle, z.B. 0,5mA einen C laden, welcher mit z.B. einer 8V2 Z-Diode gegen Hochlauf auf die 8V2 begrenzt wird. Und von da eine Schaltung versorgen. Ev. kannst sogar mit mehr als 1mA belasten. Müßte man messen. Obwohl ich mich erinnern kann, dass die max. Last bei meinem Zähler sogar spezifiziert war.

OP (Firma: Brainit GmbH) #8068656
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Andi B. schrieb:

Obwohl ich mich erinnern kann, dass die max. Last bei meinem Zähler sogar spezifiziert war.

genau an eine Versorgung aus dem M-Bus habe ich auch gedacht.

Die Doku vom Netzbetreiber sagt dazu:

Übermittlung vom Slave MARK L=0 mA bis 1,5 mA SPACE H=(11 mA bis 20mA + MARK-Strom)

was insofern verwirrend ist, als es keine Übermittlung vom Slave gibt.

Aber wenn ich das richtig interpretiere, darf ich 1mA ziehen, ohne was zu stören. Und das sollte für eine simple Invertierung mit Transistor reichen.

Meine Idee wäre eine sehr simple Schaltung: Spannungsteiler, Z-Diode, Transistor in Emitterschaltung als Inverter.

Ich muss von den Pegeln einmal nach 0V kommen, und einmal irgendwas zwischen 3? 5? Volt und 25V, das sollte von meinem RS232-Receiver sauber erkannt werden.

#8068779
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Michael R. schrieb:

Leider kam gestern der "Herr SmartMeter" und hat mir wegen Problemen mit der Konnektivität in meiner Siedlung ein neues SmartMeter verpasst, diesmal ein Landis & Gyr E450. Das Ding hat zwar auch eine Kundenschnittstelle, aber leider diesmal mit M-Bus :-(

Landis & Gyr hat das Herstellerkürzel LZG, aus der Schweiz.

Ich bekam vor einem Jahr meine eHZ Zähler wegen Umstieg auf iMSYS getauscht mit LZG Zähler. Nach 12 Tagen wurden die wieder gewechselt. Einen Tag später wurde wieder, dieses Mal nur einer, gewechselt. Am 14.08.2025 erfolgte der 4. Wechsel.

Die LZG Zähler waren wohl nicht kompatibel. Ich bekam dann Zähler mit Kürzel ISK. Die kommen wohl aus Slowenien. Die ISK Zähler laufen wohl. Leider hat Westnetz den einzelnen Zähler vergessen zu buchen, so daß ich bis heute nicht meine Daten selber bei Medaco einsehen kann. Typisch Westnetz. Da gibt es jede Menge Theater. Man schaue mal im Photovoltaik - Forum nach. mfg Klaus

: Bearbeitet durch User
#8069120
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Rainer W. schrieb:

Michael R. schrieb:

Mit einem einfachen Pullup konnte ich damit ein RS232-kompatibles Signal erzeugen (0..5V)

0..5V ist nicht RS-232 kompatibel.

Ack.

... the signal shall be considered in the marking condition when the voltage .. measured at the interface point, is more negative than -3 volts..... The signal shall be considered in the spacing condition when the voltage .... is more positive than +3 volts ... The region between +-3 volts is defined as the transition region. The signal state is undefined when the voltage is in this transistion region.

Ich sehe da keinen Diskussionsspielraum. Entweder unter -3V, oder über +3V. Und zwar deutlich drunter & drüber um auch eine Reserve für Störer zu haben.

OP (Firma: Brainit GmbH) #8069126
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Deswegen sagte ich ja: theoretisch korrekt, praktisch irrelevant:

zB MAX232: Über 2.4V wird high erkannt, unter 0.8V low.

praktisch alle Datenblätter sagen, dass die Eingangsseite TTL-Kompatibel ist, selbst der uralte SN75189 (aus 1973).

um peda zu zitieren: Man kann nur nicht die maximale Kabellänge erreichen, wie mit einem echten RS-232 Transmitter (+/-6V), aber das wars auch schon.

Angehängte Dateien:
: Bearbeitet durch User
#8069209
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Wenn man sich seine eigene proprietäre Schnittstelle baut, mit seinen eigenen definierten Umgebungsbedingungen (Belastungen, Temperatur, Störfestigkeit, Schutzbeschaltungen, Kabellängen, ...) kann man machen was man will. Nur sollte man es dann auch so bezeichnen - proprietäre Schnittstelle. Nicht fälschlicherweise nach internationalen Standards benennen. Vor allem wenn man diese bewußt mißachtet. Man kann nicht erwarten, dass Mitmenschen einem verstehen, wenn man mit falschen Worten diskutiert.

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