Adapter Sicherheitsstecker - Bananenstecker?

#8076762
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Peter N. schrieb:

Meßgeräte haben heutzutage Sicherheitsstecker, Netzgeräte Polklemmen.

Es gibt auch Netzgeräte mit Sicherheitsbuchsen.

Was aber hindert Dich daran, Kabel ohne Sicherheitsstecker zu verwenden? Solange Du nicht in einer Schule o.ä. mit Auszubildenden arbeitest, liegt das ja in Deiner Verantwortung.

Aber vielleicht hilft Dir ja auch schon das hier: https://www.reichelt.de/de/de/shop/produkt/adapterbuchse_ebergangstecker_4_mm_rot-346995

#8076791
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Steckspreiz-Adapter A-SLK4... diese sind eher für ein Festinstallation gedacht, da ihr Stecker rau und mit einer Inbus-Madenschraube spreizbar ist.

Ich verwende das Multilam-Metallteil aus den stapelbaren Bananensteckern LQ-4..., LM-4..., SLQ4.., SLM4.., , ggf,. mit Schrumpfschlauch isolieren: 66.2028 LS-SLQ-4N vernickelt, Querloch zum Löten 66.2029 LS-SLQ-4A vergoldet, Querloch zum Löten 66.2030 LS-SLM-4N vernickelt, Schraubanschluss 66.2031 LS-SLM-4A vergoldet, Schraubanschluss

#8076907
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Ich habe mal einen kleinen Bund Sicherheitsmesstrippen geschenkt bekommen. An denen habe ich die tollen Stecker abgeschnitten und weggeschmissen. An den Leitungenhabe ichdann gute Stäubli Stecker Ohne Sicherheitskragen angebracht. Würde ich jederzeit wieder so machen. Mit dem bescheuerten Sicherheitszeug kann man ja noch nicht mal eben die Steckerspitze zum Bestromen wo dran halten weil da meist noch eine Plasikspitze aufgesetzt ist. Sinnvoll benutzbar geht anders.

Persönliche Seite #8076926
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Hallo Armin.

Armin X. schrieb:

Würde ich jederzeit wieder so machen. Mit dem bescheuerten Sicherheitszeug kann man ja noch nicht mal eben die Steckerspitze zum Bestromen wo dran halten weil da meist noch eine Plasikspitze aufgesetzt ist.

Je nach Anwendung ist es so ok.

Sinnvoll benutzbar geht anders.

Naja, wenn Du an 900V DC Sammelschinen, die dutzende kA nachschieben können, herummmist, sind zusätzliche Sicherheitsmassnahmen schon beruhigend.

Sind ja nicht alle Adrenalin-Junkies. ;O)

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic http:www.dl0dg.de

OP #8076944
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Bernd W. schrieb:

Naja, wenn Du an 900V DC Sammelschinen, die dutzende kA nachschieben können, herummmist, sind zusätzliche Sicherheitsmassnahmen schon beruhigend.

Wenn die Bananenstecker im MM stecken, kann man keine Spannungen berühren. Und die Stecker rausziehen, während das andere Ende der Meßstrippe an Spannung hängt, sollte man nicht.

#8077409
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Bernd W. schrieb:

Sinnvoll benutzbar geht anders.

Naja, wenn Du an 900V DC Sammelschinen, die dutzende kA nachschieben können, herummmist, sind zusätzliche Sicherheitsmassnahmen schon beruhigend.

Sind ja nicht alle Adrenalin-Junkies. ;O)

Ich frage mich immer wieder, wie meine Kollegen und ich die knapp 50 Berufsjahre lebend überstehen konnten. Bei Spannungen bis 110kV AC, 20kV DC und Strömen bis 500kA DC. Kopfschüttelnde Grüße

#8077414
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Torsten B. schrieb:

[...] da ihr Stecker rau und mit einer Inbus-Madenschraube spreizbar is

Danke! Da hast Du eine Frage beantwortet, die mich unterschwellig schon fast ein Vierteljahrhundert begleitet hat.

("Welchen Sicherheitsgewinn sollen neue Kabel mit Tüllenstecker bieten, wenn jetzt überall diese Adapterstecker herumstecken, die ihrerseits beim Abziehen wieder die blanken Kontakte freilegen???")

: Bearbeitet durch User
#8077487
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Die Verwendung von Bananensteckern mit Isolierhülse ist in meinen Augen überzogenes Sicherheitsdenken. In die gleiche Kategorie fällt für mich die Forderung, dass bei neuen Installationen der Energieverteilung nach dem Abnehmen der Abdeckung immer noch IP20 Berührschutz bestehen muss. Wie konnten all die Elektroinstallateure bisher überleben?

Wenn Laien mit Bananensteckern hantieren sollen, dann ist auch die Begrenzung auf Schutzkleinspannung und ggf. Strombegrenzung schon eine wirksame Maßnahme. Oder man schaltet einfach aus, so lange noch offene Stecker herumliegen.

: Bearbeitet durch User
#8077571
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Rainer D. schrieb:

Ich frage mich immer wieder, wie meine Kollegen und ich die knapp 50 Berufsjahre lebend überstehen konnten. Bei Spannungen bis 110kV AC, 20kV DC und Strömen bis 500kA DC. Kopfschüttelnde Grüße

Survivorship Bias. Die über den Daumen gepeilten 4000 tote Fachkräfte schreiben halt nichts mehr. 90 % davon sicher in den ersten 10 der letzten 50 Jahre.

Edit: Rechtschreibung.

: Bearbeitet durch User
#8077667
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Lukas T. schrieb:

Die über den Daumen gepeilten 4000 tote Fachkräfte schreiben halt nichts mehr.

Und Du meinst, die hätten mit Sicherheitsbananensteckern überlebt? Ich habe selbst erlebt wie ein Kollege zwecks Service in die falsche Hochspannungszelle gegangen ist. Der Lichtbogen hat einige Sekunden angestanden. Der verbliebene Rest war nicht mehr als menschlicher Körper zu erkennen gewesen. Der hat die fünf Regeln der Elektrotechnik nicht eingehalten. Ein Sicherheitsbananenstecker hätte da auch nicht geholfen.

Persönliche Seite #8077683
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Hallo Peter, Dieter, Rainer und Lukas.

Peter N. schrieb:

Wenn die Bananenstecker im MM stecken, kann man keine Spannungen berühren. Und die Stecker rausziehen, während das andere Ende der Meßstrippe an Spannung hängt, sollte man nicht.

1
~~
2
~
3
Dieter W. schrieb im Beitrag #8077487:
4
> Die Verwendung von Bananensteckern mit Isolierhülse ist in meinen Augen 
5
> überzogenes Sicherheitsdenken.

~~ ~ Rainer D. schrieb im Beitrag #8077667:

Der hat die fünf Regeln der Elektrotechnik nicht eingehalten. Ein Sicherheitsbananenstecker hätte da auch nicht geholfen.

Alles richtig, aber trotzdem kann ich nicht verstehen, wie man eine solch überzogene Selbstsicherheit haben kann. Ich und andere machen genug Fehler, also sollte man sich Maßnahmen und Prozeduren ausdenken, die die eigenen Fehler wegfangen. Die fünf Sicherheitsregeln gehören übrigens dazu.

Lukas T. schrieb:

Survivorship Bias.

Genau das ist es.

Die über den Daumen gepeilten 4000 tote Fachkräfte schreiben halt nichts mehr. 90 % davon sicher in den ersten 10 der letzten 50 Jahre.

Du vergisst die, die solche Vorfälle überlebt haben, aber sich nach einem solchen "Schuss vor den Bug" eine andere Tätigkeit gesucht haben. Von denen hörst Du natürlich auch nicht so schnell wieder etwas, weil sie sich in einem anderen Umfeld bewegen.

Mit freundlichem Gruß Bernd Wiebus alias dl1eic http://www.dl0dg.de

: Bearbeitet durch User
#8077828
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Bernd W. schrieb:

aber trotzdem kann ich nicht verstehen, wie man eine solch überzogene Selbstsicherheit haben kann. Ich und andere machen genug Fehler, also sollte man sich Maßnahmen und Prozeduren ausdenken, die die eigenen Fehler wegfangen.

Kannst Du noch ruhig schlafen? Schonmal Auto gefahren? Oder eine Strasse überquert? Oder auf ne Leiter gestiegen? Man kann überzogenes Sicherheitsdenken auch völlig übertreiben. Ich war übrigens während der Dienstzeit erst Sicherheitsbeauftragter, später Sicherheitsing. Man sollte einfach mal realistisch bleiben, und den gesunden Menschenverstand benutzen. Letzteres scheint mehr und mehr abhanden zu kommen. Wenn ich sehe das Mehrheiten zweimal Trump, und den Brexit gewählt haben, usw.

Persönliche Seite #8077915
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Hallo Rainer.

Rainer D. schrieb:

aber trotzdem kann ich nicht verstehen, wie man eine solch überzogene Selbstsicherheit haben kann. Ich und andere machen genug Fehler, also sollte man sich Maßnahmen und Prozeduren ausdenken, die die eigenen Fehler wegfangen.

Kannst Du noch ruhig schlafen? Schonmal Auto gefahren? Oder eine Strasse überquert? Oder auf ne Leiter gestiegen? Man kann überzogenes Sicherheitsdenken auch völlig übertreiben.

Letztlich handhabe ich das vermutlich genauso wie Du, aber ich nenne das nicht "gesunder Menschenverstand" sondern "zocken". Weil genau das ist es auch. Man lernt mit seiner Erfahrung Risiken einzuschätzen, und entscheidet dann. Aber das bleibt in letzter Konsequenz immer ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten, also "zocken". Es gibt sehr viele Situationen, wo uns das Leben dazu zwingt zu zocken.

Den Euphemismus "gesunder Menschenverstand" halte ich aber für sehr überheblich.

Ich war übrigens während der Dienstzeit erst Sicherheitsbeauftragter, später Sicherheitsing.

Den Sicherheitsbeauftragten hab ich auch mal gemacht. Aber ich bin halt kommunikativ nicht so begabt. Darum habe ich das irgendwann auch wieder gelassen. Man muss seine Grenzen kennen, auch wenn es wenig gibt, was deprimierender ist, als seine Grenzen zu kennen.

Man sollte einfach mal realistisch bleiben, und den gesunden Menschenverstand benutzen. Letzteres scheint mehr und mehr abhanden zu kommen. Wenn ich sehe das Mehrheiten zweimal Trump, und den Brexit gewählt haben, usw.

Ich hätte beides nicht gemacht, ich habe grundsätzich ein Problem mit Charismatikern und Leuten, die den Willen zum Führen haben. ;O)

Mit freundlichem Gruß Bernd Wiebus alias dl1eic http://www.dl0dg.de

#8077963
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Bernd W. schrieb:

Den Sicherheitsbeauftragten hab ich auch mal gemacht. Aber ich bin halt kommunikativ nicht so begabt.

Das ist aber nicht alles was einen Sicherheitsfuzzy ausmacht bzw einem Sicherheitsfuzzy das Leben so unsäglich schwer macht wenn man die Kollegen ständig von überzogenen Sicherheitsmaßnahmen überzeugen muss hinter denen man selber nicht zu 100% stehen kann weil manchmal schon Lebensfremd. Ich habe bei uns immer wieder gesagt : Ich brauche mich, wenn ich durch unsere Anlagen laufe, nur an alle meine Sicherheitsunterweisungen halten, dann brauche ich, wenn ich unterwegs bin mein Hirn nicht zu benutzen weil mir nichts passieren wird.

Und ja, ich hab für meinen Bereich auch mal Betriebsanweisungen geschrieben. Alte jedoch auch schon mal abgeändert weil meine Vorgänger so viel Stuss mit dazu geschrieben haben um ja alle irgendwie erdenklichen Gefahren sowie Nebengefahren zu erfassen, zu benennen und davor zu warnen. Wir hatten über 40 Maschinenbetriebsanweisungen und an die 50 Gefahrstoffbetriebsanweisungen. Alle hatte der Meister wenigstens einmal Jährlich vorzutragen. Und unser Meister war schlecht im Vorlesen. Ich höre besser auf...🥱🫢

: Bearbeitet durch User
#8078233
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Bernd W. schrieb:

Letztlich handhabe ich das vermutlich genauso wie Du, aber ich nenne das nicht "gesunder Menschenverstand" sondern "zocken". Weil genau das ist es auch. Man lernt mit seiner Erfahrung Risiken einzuschätzen, und entscheidet dann. Aber das bleibt in letzter Konsequenz immer ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten, also "zocken". Es gibt sehr viele Situationen, wo uns das Leben dazu zwingt zu zocken.

Das sehe ich nicht als "Zocken". Darunter verstehe ich uA Extremsportler, die sich zB, mit was auch immer, irgendwelche Berge herunter stürzen, dann ggf von Bergrettern geborgen werden müssen. Sowas würde ich als "Zocken" bezeichen. Aber nicht die Entscheidung ob ich Bananenstecker oder Sicherheitsstecker verwende.

Als Sicherheitsmensch ist man natürlich immer der Doofe, wenn man anderen Ihr Handeln vor Augen führt. Aber allein die ganzen Schriften mit Unfallszenarien, die man so in die Hände bekommt, beeinflussen das Denken über sein Handeln im Handwerk. Und dann sollte es einem auch nicht mehr sooo schwer fallen, gelegentlich zum "Doofen" zu werden. Aber das verändert nicht mein Denken über den Einsatz des gesunden Menschenverstandes.

#8078302
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Rainer D. schrieb:

Ich frage mich immer wieder, wie meine Kollegen und ich die knapp 50 Berufsjahre lebend überstehen konnten.

Das klappte dank natürlicher Auslese, wer den Darwinaward gewann war halt nicht 50 Berufsjahre tätig.

Ich habe mir auch Jahre später nie abgewöhnen können eine Hand immer in der Hosentasche zu behalten, verhindert das beidhändige anfassen.

#8078304
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Bauform B. schrieb:

Während hier diskutiert wird, ist mir mein 24 Volt-Lötkolben explodiert, mit eindrucksvoll lautem Knall.

Faszinierend. Was ist in einer Magnastat drin, was explodieren könnte?

Passen diese Sicherheitsstecker auch in normale Schukosteckdosen?

Natürlich nicht, sofern sie nicht die Sonderbauform mit federnd angebrachten Schuthülsen sind, die man zurückschieben kann.

Und das ist auch gut so, damit niemand auf die Idee kommt, so etwas zu machen.

#8078515
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Lukas T. schrieb:

Rainer D. schrieb:

Ich frage mich immer wieder, wie meine Kollegen und ich die knapp 50 Berufsjahre lebend überstehen konnten. Bei Spannungen bis 110kV AC, 20kV DC und Strömen bis 500kA DC. Kopfschüttelnde Grüße

Survivorship Bias. Die über den Daumen gepeilten 4000 tote Fachkräfte schreiben halt nichts mehr. 90 % davon sicher in den ersten 10 der letzten 50 Jahre.

wo kommt die Zahl 4000 her, mWn sind das eher 400? (was aber natürlich auch 400 zuviel sind)

"über den Daumen gepeilt" und "90 % davon sicher" klingt auch nicht sehr vertrauenswürdig

Persönliche Seite #8078523
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Hallo Rainer.

Rainer D. schrieb:

Letztlich handhabe ich das vermutlich genauso wie Du, aber ich nenne das nicht "gesunder Menschenverstand" sondern "zocken". Weil genau das ist es auch. Man lernt mit seiner Erfahrung Risiken einzuschätzen, und entscheidet dann. Aber das bleibt in letzter Konsequenz immer ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten, also "zocken". Es gibt sehr viele Situationen, wo uns das Leben dazu zwingt zu zocken.

Das sehe ich nicht als "Zocken". Darunter verstehe ich uA Extremsportler, die sich zB, mit was auch immer, irgendwelche Berge herunter stürzen, dann ggf von Bergrettern geborgen werden müssen. Sowas würde ich als "Zocken" bezeichen. Aber nicht die Entscheidung ob ich Bananenstecker oder Sicherheitsstecker verwende.

Das ist eher eine Unterscheidung, ob man es als Broterwerb betreibt oder als Hobby. Aber es ist beides das gleiche: Ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten, also "zocken". Natürlich kann man auch mehr oder weniger Arbeit und Geschick darauf verwenden, wie man die Wahrscheinlichkeiten einschätzt. Allerdings: Auch "Profis" machen da viel aus dem Bauch heraus.

Mit freundlichem Gruß Bernd Wiebus alias dl1eic http://www.dl0dg.de

Persönliche Seite #8078537
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Hallo Harald, Joachim und Walter.

Harald K. schrieb:

Vielleicht sollte man sich, bevor die Fetzen fliegen, mal den konkreten Anwendungsfall ansehen.

In meinem Falle die Netzwechselspannung die z.B. in einen PFC hineingeht und die 400V DC, die dort wieder herauskommen. Bei meistens ca. 3kW maximal.

Bei Kabeln, die auch mal mit Netzspannung zu tun bekommen, halte ich Sicherheitshülsen für sehr viel wichtiger, als bei Kabeln, die im Korad 3005 stecken, das gerade mal 30 V ausgeben kann ...

Und ob das ganze potentialfrei ist. Also Trenntrafo bzw. Hochvoltlabornetzteil, das ausgangsseitig nicht geerdet ist. Allerdings kann man sich auch bei solchen Systemen trotzdem eine Erdung zuziehen. Wenn z.B. ein Isolationsfehler auftritt, oder man eine interne Masseverbindung für Messungen benötigt.

Joachim B. schrieb:

Ich frage mich immer wieder, wie meine Kollegen und ich die knapp 50 Berufsjahre lebend überstehen konnten.

Das ist eine ganz typische Frage, die einem immer wieder begegnet, und die eine Antwort hat: Survivorship Bias. Wurde auch oben schon genannt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Survivorship_Bias

Das klappte dank natürlicher Auslese, wer den Darwinaward gewann war halt nicht 50 Berufsjahre tätig.

Und genau dass ist der Survivorship Bias. ;O)

Wer das aber "Darwinaward" nennt, übersieht, dass doofe Fehler jedem passieren können. Auch eine Form der Überheblichkeit.

Ich habe mir auch Jahre später nie abgewöhnen können eine Hand immer in der Hosentasche zu behalten, verhindert das beidhändige anfassen.

Den Reflex habe ich auch, aber das geht nicht immer, weil in der Energietechnik vieles zu schwer oder sperrig zum festhalten mit einer Hand ist. Und ich habe schon Cheffs kennengelernt, die darum sagten, wer sich an Sicherheitsregeln hält fliegt, weil er ist zu langsam. Das Wirtschaftsleben ist eine Form von Krieg, und tote und Verletzte werden einkalkuliert. Wir leben halt in einem Wohlstand, der uns den Luxus von Arbeitssicherheit meistens erlaubt. Das Problem ist andersherum, das gerade Wohlstand über den Klimawandel die Existenz der Menschheit grundsätzlich gefährdet.

Walter S. schrieb:

Die über den Daumen gepeilten 4000 tote Fachkräfte schreiben halt nichts mehr. 90 % davon sicher in den ersten 10 der letzten 50 Jahre.

wo kommt die Zahl 4000 her, mWn sind das eher 400? (was aber natürlich auch 400 zuviel sind)

Möglicherweise hierher: https://www.bgetem.de/arbeitssicherheit-gesundheitsschutz/institute/institut-zur-erforschung-elektrischer-unfaelle/statistik-der-stromunfaelle

D.h. es gibt weniger tödliche Stromunfälle bei einschlägigen Fachkräften als es tödliche Blitzschläge in Deutschland gesamt gibt.

https://www.med.uni-rostock.de/medien/pressemitteilungen/aktuelles/news/bis-zu-1000-verletzte-pro-jahr-rostocker-rechtsmediziner-warnt-vor-unterschaetzten-blitzschlaegen und https://www.vde.com/de/blitzschutz/infos/bitzunfaelle-blitzschaeden

"über den Daumen gepeilt" und "90 % davon sicher" klingt auch nicht sehr vertrauenswürdig.

Das ist auch nicht richtig. 4000 tote Fachkräfte kommt wohl für Deutschland nicht hin. Möglicherweise aber weltweit, wenn man die gruseligen Installationen mancherorten kenn. Nicht das ich solche Installationen nicht auch hier schon gesehen hätte, aber die sind halt seltener. Außerdem hat er nicht dabei geschrieben seit wann. Seit der Entdeckung und Nutzbarmachung der Elektrizität könnte das für Deutschland schon sehr gut hinkommen.

Mit freundlichem Gruß Bernd Wiebus alias dl1eic http://www.dl0dg.de

: Bearbeitet durch User
#8078614
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Bernd W. schrieb:

Und ich habe schon Cheffs kennengelernt, die darum sagten, wer sich an Sicherheitsregeln hält fliegt, weil er ist zu langsam.

Solche Chefs musste ich zum Glück nicht kennenlernen. In den Firmen, in denen ich gearbeitet hab (Anfangs Groß- und Schwerindustrie, später im Rundfunkbereich) wurde auf Sicherheit immer großen Wert gelegt. Besonders im letzt genannten Bereich gab es jährliche Sicherheitsunterweisungen, alle 3 Jahre Erste Hilfe Auffrischungskurse, regelmäßige Rettungsübungen (zB Abseilen aus großen Höhen), alle 4 Jahre Brandschutzübungen, usw usw.

Wichtig ist doch in unserem Bereich neben der Beachtung der 5 Sicherheitsregeln, keine Oberflächlichkeiten aufgrund der Gewohnheit aufkommen zu lassen, und eben den grauen Pudding zwischen den Ohren zu benutzen.

Das Wirtschaftsleben ist eine Form von Krieg, und tote und Verletzte werden einkalkuliert. Wir leben halt in einem Wohlstand, der uns den Luxus von Arbeitssicherheit meistens erlaubt.

Man muss sich glücklicherweise nicht an den schwächsten orientieren und die als Maßstab nehmen. Auch hierzulande war das ein langwieriger Lernprozess.

Das Problem ist andersherum, das gerade Wohlstand über den Klimawandel die Existenz der Menschheit grundsätzlich gefährdet.

Das muss man wohl unter "Evolutionsverlusten" einsortieren. Hats auf dieser Welt immer wieder gegeben, und es gibt keinen Grund weshalb das ausgerechnet mit unserer Spezies aufhören sollte. Klingt böse, ist aber so.

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