Fortbildung Biricha EMV

OP #8077945
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Hallo zusammen,

mein Arbeitgeber würde mir eine Schulung zum Thema EMV bezahlen. Hat jemand eine Empfehlung, aktuell plane ich den Workshop von Biricha zu besuchen:

https://biricha.com/workshops/in-person/hands-on-emc-debug-workshop/

Alternativ erscheint dieser hier auch interessant: https://emv-wissen.de/emv-workshop-2026-herbst/

Bei der Entwicklung und Zulassung unserer Produkte habe ich bereits Erfahrung mit dem Finden und Beseitigen von Störungen im Gerät gemacht (zwangsweise). Auch "EMV gerechtes Design" ist ein häufiges Thema. Ziel ist es u.a. die Problemquellen schneller zu identifizieren. Natürlich sollen auch die Ursachen besser verstanden werden, damit man sie leichter beseitigen und in Zukunft vermeiden kann. Ich habe parallel mit dem Buch von Henry Ott angefangen. Aber es kommt noch kein tieferes Verständnis zu Stande. Damit fällt die Übertragung auf unsere Situationen schwerer. Ich hoffe das ich vor Ort einfach fragen kann wenn etwas unklar ist, anstatt 20x einen Absatz zu lesen und immer noch nicht zu verstehen warum/ wie genau dieser Mechanismus jetzt zum Tragen kommt. Graue Theorie ist aus dem Studium noch reichlich vorhanden, aber Maxwell & Co sind nicht hilfreich.

Grüße Stefan

: Verschoben durch Admin
(Firma: Starfleet) #8077964
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zu Passenderes Unterforum: Meiner Erfahrung nach, ist eine Diskussion über Schulungen zum Thema "Auswirkungen/Behandlungen vob Phänomenen aus dem Bereich ElektroMagnetischen Verträglichkeit" besser im Unterforum:

Zur Themenabdeckung EMV-Schulung: Aussagen von Kollegen die dergleichen Workshops besuchten ist es im wesentlichen ein Lehrgang zur Benutzung der Würth-Klappferitte und Schirm-folien. Große Lücken bestanden hinischtlich PCB/Schaltungs-Design. Aber ja, manchen Schulungsteilnehmern ist schon die Wirkung von simplen Massnahmen des Verdrillens von Leitung unbekannt.

Das ist halt dem typischen EMV-Scenario geschuldet: während der Messkampagne vom Personal des EMV-Labors beraten lassen wie man die erkannten Probleme vor Ort beheben kann - da bleibt hat als Vor-Ort Massnahme nur Ferrite setzen und Kabel umlegen.

Als Funkamateur hat man die Möglichkeit mal den EMV-Referent im Ortsverein (falls vorhanden) zu fragen, der könnte zumindest wissen welche Schulungen in diesem Bereich für Nicht-Funker sinnvoll sein könnten.

Nach meiner Erfahrung sollte man insbesonders die Mechanik-Konstrukteure und die Projektmanager schulen, damit diese nicht Vorgaben an das Produkt machen die eine EMV-Prüfung, resp. nachträglichen Umbau, teuer machen (bspw. "billig vor Schirmung"). Oder nach Normen prüfen, die im konkreten Fall nicht zur Anwendung kommen. Seine spezielle Anforderungen an die EMV sollte man gleich zu Beginn des Workshops kommunizieren, bspw. Medizintechnik - nicht das EMV-Gegenmassnahmen vorgeschlagen werden, mit denen man an andere Stelle an der Zulassung scheitert (bspw. Patientenableitströme).

: Bearbeitet durch User
#8078068
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Ich kann diese Schulungen sehr empfehlen, war dort mehrfach.

https://www.langer-emv.de/de/category/seminare/3

Alles praktische Anwendungen und Experimente mit einer gesunden Portion Theorie. Aber nix Maxwell, nur die vereinfachen Betrachtungen zu E und H Feld, sprich induktive und kapazitive Kopplung. Das reicht für die meisten Fälle.

Auch die Beratung zu Geräten incl. Fehlersuche und Messungen sind sehr empfehlenswert, haben wir auch mehrfach erfolgreich dort gemacht.

#8078073
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Bradward B. schrieb:

Das ist halt dem typischen EMV-Scenario geschuldet: während der Messkampagne vom Personal des EMV-Labors beraten lassen wie man die erkannten Probleme vor Ort beheben kann - da bleibt hat als Vor-Ort Massnahme nur Ferrite setzen und Kabel umlegen.

Das stimmt nicht. Ich hatte schon mehrere dieser Einsätze, praktisch IMMER wurde deutlich mehr gemacht. Wir haben Platinen modifiziert und gemessen, sogar einzeln. Vor Ort, siehe meinen Beitrag oben.

OP #8078345
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Bradward B. schrieb:

Aussagen von Kollegen die dergleichen Workshops besuchten ist es im wesentlichen ein Lehrgang zur Benutzung der Würth-Klappferitte und Schirm-folien. Große Lücken bestanden hinischtlich PCB/Schaltungs-Design.

Waren das solche Schulungen in Kooperation für mehrere tausend Euro in Kooperation mit Würth oder kostenlose Ein-Tages-Workshops von Würth? L Bei einem kostenlosen mit ähnlichem Thema war ich Mal. Dort wurden vor Allem eine grobe theoretische Erklärung der Grundlagen (CM/DM) und Würth Angebote wie der RedExpert behandelt. Es gab aber durchaus auch ein paar interessante Dinge und die in der Runde besprochenen Fragen und Erfahrungen waren durchaus nett.

Falk B. schrieb:

Ich kann diese Schulungen sehr empfehlen, war dort mehrfach.

https://www.langer-emv.de/de/category/seminare/3

Kannst du die Schulung von Langer genauer beschreiben, gab es z.B. Schulungsmaterial und Messungen an Beispielplatinen um Unterschiede beim Routing zu veranschaulichen? Die Beispiele von EMV-wissen.de sehen so aus als ob sich jemand Mühe gemacht hätte was anschauliches zu bauen. Bei Biricha sieht man zumindest gutes und ausreichend vorhandenes Messeequipment (z.B. Omicron Bode) an den einzelnen Messeplätzen. Aber natürlich gilt Lernen > nettes Spielzeug

#8078678
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Stefan schrieb:

Falk B. schrieb:

Ich kann diese Schulungen sehr empfehlen, war dort mehrfach.

https://www.langer-emv.de/de/category/seminare/3

Kannst du die Schulung von Langer genauer beschreiben, gab es z.B. Schulungsmaterial und Messungen an Beispielplatinen um Unterschiede beim Routing zu veranschaulichen?

Es gab erstmal bissel Theorie, die Teilnehmer saßen auch wie auf Schulbänken. Dann gab's Experimente mit Platinen, die natürlich KEINE normalen Platinen mit normalen Schaltungen waren, sondern auf die jeweiligen Effekte zugeschnitten. Masseflächenexperimente, induktive/kapazitive Kopplung, Empfindlichkeit von ICs, Wirkung von Filtermaßnahmen und vieles mehr. Man hatte pro Tisch ein umfangreiches Set von Meßsonden und auch einen kleinen Störsender sowie ein schickes Oszi von R&S.

Dazu gab es auch Schulungsunterlagen, welche die Effekte nochmal theoretisch und praktisch darstellen. Die konnte man auch manuell in der Schulung ergänzen. Hab ich noch irgendwo rumliegen. Bei einer (mehreren?) Schulungen gab es auch Messungen am verkürzten Fernfeldmeßplatz mit Versuchsobjekten, Antenne und Spektrumanalysator. Das war aber "nur" eine Demonstration vom Kursleiter, gab ja nur einen Meßplatz. Aber die Ergebnisse und Effekte wurden immer diskutiert.

#8079386
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Falk B. schrieb:

https://www.langer-emv.de/de/category/seminare/3

Mit denen hatten wir in der Firma auch mal zu tun. War jetzt kein Seminar, aber wir hatte die mal als Dienstleister zur Unterstützung bei einem hartnäckigen Problem. Konnten uns dann auch von denen Equipment für weitere Messungen leihen. Ich war da selbst nicht involviert, aber lt. den Kollegen waren das absolute Spezialisten.

#8079405
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P. S. schrieb:

Fand die Kurse von Dirks Compliance Consulting nicht schlecht: www.emv.biz

Das kann ich so unterschreiben. Hatten aber nen deutlich theoretischeren Charakter als die Experimentalseminare vom Langer, die ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Die Seite ist nur gerade nicht erreichbar. Keine Ahnung, ob das nur temporär ist oder ob es den Laden nicht mehr gibt.

Nils Dirks ist 2022 verstorben.

#8079577
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OP #8080038
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Langer hat mit seinen Produkten durchaus einen guten Ruf. Zum EMV Workshop gibt es eine 6 Jahre alte Rezension bei Google: Fachlich guter EMV-Workshop mit Fokus auf Beratung, Verkauf und Produktschulung.

Verkauf sollte eigentlich nicht im Fokus stehen und Produktschulung deutet auf eine ähnliche Ausrichtung hin. Mir wäre ein praxisorientiertere Schulung lieber nach der ich auch ohne den Kauf von massig neuem Equipment zum Ziel komme. Also weniger: kauft unsere near field probes und unser Schirmzelt sowie die 3000 € LISN und die EMV Pistole und ... und eher: für einfache Zwecke reichen Probes und LISN, hier der konkrete Bauplan dafür.

Und ja, natürlich braucht man für gewisse Dinge auch anständige Ausrüstung. Komplett ohne Spektrumanalysator oder Oszilloskop geht es nicht. Rumfrickeln mit unzuverlässigem Gerätschaften ist am Ende teurer wegen der Arbeitszeit.

#8080077
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Stefan schrieb:

Langer hat mit seinen Produkten durchaus einen guten Ruf. Zum EMV Workshop gibt es eine 6 Jahre alte Rezension bei Google: Fachlich guter EMV-Workshop mit Fokus auf Beratung, Verkauf und Produktschulung.

Sehe ich nicht so. Das sind bestenfalls 20%.

deutet auf eine ähnliche Ausrichtung hin. Mir wäre ein praxisorientiertere Schulung lieber nach der ich auch ohne den Kauf von massig neuem Equipment zum Ziel komme.

Das ist auch so.

und eher: für einfache Zwecke reichen Probes und LISN, hier der konkrete Bauplan dafür.

Gibt es teilweise, ist im professionellen Umfeld aber Unsinn. Die Komponenten sind BILLIGER, wenn man sie fertig vom PRofi kauft. Selber bauen wird da nur drittklassiges Gebastel.

Und ja, natürlich braucht man für gewisse Dinge auch anständige Ausrüstung. Komplett ohne Spektrumanalysator oder Oszilloskop geht es nicht. Rumfrickeln mit unzuverlässigem Gerätschaften ist am Ende teurer wegen der Arbeitszeit.

BINGO!

#8080209
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Falk B. schrieb:

Stefan schrieb:

Langer hat mit seinen Produkten durchaus einen guten Ruf. Zum EMV Workshop gibt es eine 6 Jahre alte Rezension bei Google: Fachlich guter EMV-Workshop mit Fokus auf Beratung, Verkauf und Produktschulung.

Sehe ich nicht so. Das sind bestenfalls 20%.

Das kann ich bestätigen, weder bei meinem ersten Seminar vor 15 Jahren noch bei dem letztes Jahr hatte das auch nur im Ansatz den Charakter einer Verkaufsveranstaltung. Natürlich arbeitet man mit den Werkzeugen vom Langer, aber das vermittelte Wissen könnte man genauso gut mit anderen Nahfeldsonden oder selbst gebastelten Störquellen praktisch anwenden, wenn man meint, das tun zu müssen.

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