Hallo,
wir haben ein Gerät, bei dem 3,3 V Pins einer MCU direkt auf eine Steckerleist ans Gehäuse gehen.
Bei Montage des Geräts können diese Pins berührt werden.
Wie würdet ihr diese Pins gegen ESD schützen ?
TVS Diode gegen GND. Mit Vorwiderstand ? Mit Kondensator parallel ?
Vorwiderstand ca 100 Ohm zur Strombegrenzung
danach TVS-Diode gegen GND
und optional noch ein Logikgatter (ich nehme gerne einen 74LVC2G241 für
einen UART) dahinter.
Die TVS gehört direkt aussen an die Pins. Denn wenn da eine ESD-Entladung mit 1kV kommt, dann springt die glatt über den Widerstand drüber.
Ausserdem hilft eine TVS am µC-Pin nicht viel, weil dessen Schutzdioden schon lange leiten, bis die TVS-Diode mal loslegt.
Wenn aber die TVS-Diode die Spannung am Steckerpin auf 20V begrenzt, dann kann der Serienwiderstand zusammen mit dem Kondensator und den Schutzdioden im µC tatsächlich was bewirken. Mein erster Ansatz mit den bisher gegebenen Informationen wäre also sowas:
1
____ R
2
uC ---o---|____|------o-- Stecker
3
| |
4
=== C -
5
| ^ TVS
6
| |
7
GND --o---------------o--
Über R und C müssen wir nach Beantwortung meiner obigen Fragen nochmal reden...
Und noch eine Frage: wogegen soll eigentlich geschützt werden?
Berührung oder Störeinkopplung oder beides?
Und noch eine Frage: wogegen soll eigentlich geschützt werden?
Berührung oder Störeinkopplung oder beides?
Tja, wir haben seltsame hohe Ausfälle in der Serienproduktion.
Wahrscheinlich nach der Hochspannungsprüfung des Gerätes. Die Pins hängen dann frei in der Luft, da beide Module einzeln getestet werden.
Tja, wir haben seltsame hohe Ausfälle in der Serienproduktion.
Wahrscheinlich nach der Hochspannungsprüfung des Gerätes. Die Pins
hängen dann frei in der Luft, da beide Module einzeln getestet werden.
Wenn schon so "brutale" Prüfmethoden von den Regulierungbehörden verlangt werden, dann hätte ich die Idee mit den Dummy-Plugs entgegenzuhalten, die während der Prüfung zeitweise aufgesteckt werden als Busabschluss.
Die Geräte sind ja im ordnungsgemäßen Betrieb korrekt mit der erforderlichen Anzahl der Leiterplatten bestückt, laufen im Betrieb auch nicht solo, so dass die Dummy-Plugs keine Verfälschung des Prüfergebnisses erwarten lassen. Diese simulieren dann nur die Verbindung zur anderen Baugruppe.
Prüfung zeitweise aufgesteckt werden als Busabschluss.
Ja genau. Bei der HV Prüfung werden ja alle elektrischen Anschlüsse gebrückt und an einen Pol der HV Spannung angeschlossen. Der ander Pol an PE.
Nur sind aktuell die Pins der Busverbindung nicht mit gebrückt worden und fangen sich so wohl Stötungen ein.
Also der Plan ist, alle Buspins zu brücken und mit den anderen Pins bei der HV Prüfung zu verbinden.
ESD steht für electrostatic discharge. Bei übliche ESD-Testpulse fließen Ströme im zweistelligen Ampere-Bereich, Anstieg typ. 1ns, Dauer des "langsamen" Pulses unter 100ns.
Ich würde alle fristlos feuern, die mit diesem Produkt etwas zu
tun hatten.
Edith: fristlos ergänzt.
Zum Glück bist du kein Unternehmer und hast auch so nix zu sagen.
Zum Thema:
Man kann natürlich, wie schon empfohlen, die Pins schützen. Eine andere Idee wäre es, erstmal den "Fehler" zu suchen und zu analysieren. Die bisherige Beschreibung klingt für mich auch so, als würde nicht jede BG diesen Tod sterben, was mir sagt, dass der eigentlich Fehler noch nicht verstanden wurde und sowas ist immer schlecht.
Wenn das das Problem verursacht, könnten schon Pull-Up- oder -Down-Widerstände helfen.
Aber wenn man es anfassen kann, dann ist ESD-Schutz auf jeden Fall notwendig.
Eine TVS-Diode von GND kann man durch zwei 'normale' Dioden (z.B. 1N4148) von GND und zu VCC ersetzen; ist meist schneller und billiger. Die TVS wäre notwendig, wenn VCC an dieser Stelle nicht vorhanden ist.
Eine TVS- oder normale Diode leitet den Störstrom in GND (oder VCC), aber damit er dort dann keinen Schaden anrichtet, sollte an dieser Stelle ein Kondensator zwischen VCC und GND sitzen. (Manchmal ist er als Stützkondensator schon vorhanden.)
Eingänge sind einfach zu schützen -> R/C mit tau z.B. << 1/10 der Bitzeit
Ein-Ausgänge sind schwierig. Wenn sie explizit umgeschaltet werden können, geht es natürlich wie Ein- und Ausgang parallel mit "Tri-State" als Ausgang und als Eingang.
Eine TVS-Diode von GND kann man durch zwei 'normale' Dioden (z.B.
1N4148) von GND und zu VCC ersetzen; ist meist schneller und billiger.
Nur, wenn die Vcc auch tatsächlich den Strom aufnehmen kann.
Eine TVS- oder normale Diode leitet den Störstrom in GND (oder VCC)
Mitnichten: der Witz der TVS-Diode ist ja, dass sie die eingeleitete Energie in ihrem Inneren in Wärme umsetzt und so "vernichtet", vor sie in die Schaltung kommt.
Wenn die Energie des ESD-Impulses nur über eine Diode irgendwohin abgeleitet wird, dann muss sie woanders in Wärme umgesetzt werden. Oder eben in einem Kondensator gepuffert werden, dessen Kapazität hinreichend groß ist, dass die Spannung nicht zu sehr ansteigt. Und zudem darf im Strompfad zu diesem Kondensator nichts sitzen, was die Impedanz dorthin unnötig erhöht.
Und du laberst im Grunde nur heiße Luft daher. Oder hast du hier im Thread irgendwas sachdienliches beigetragen? Ich sehe nur jemanden, der große Töne spuckt. Und übrigens: 'Edit' schreibt man ohne 'h'.
Ausgänge sind einfach zu schützen -> Treiber-IC
Eingänge sind einfach zu schützen -> R/C mit tau z.B. << 1/10 der
Bitzeit
Hallo, danke für die bisherigen Hinweise.
Ja, es fallen nur teilweise Geräte bei aus.
Die Pins sind Eingang oder Ausgang, nicht beides (SPI halt)
Bei einigen Pins ist ein Treiber 74HC125 dazwischengeschaltet.
Und auch der überlebt es machnachmal auch nicht, da auch hier die Signale zum Bus ungeschützt sind.
Und du laberst im Grunde nur heiße Luft daher. Oder hast du hier im
Thread irgendwas sachdienliches beigetragen? Ich sehe nur jemanden,
der große Töne spuckt. Und übrigens: 'Edit' schreibt man ohne 'h'.
Heisse Luft umschreibt wohl eher das bisherige Design treffend.
Das könnte so in einem "Arduino-Bastel-Buch" zu finden sein.
Einfachste Möglichkeit:
Man sieht auf beiden Platinen einen FPC-Connector vor, und
verbindet die Signale per FPC intern, ohne sie auf Buchsenleisten
der Aussenwelt zu exponieren.
Ansonsten gibt es für diese Zwecke sogar eine ganze Serie,
die mit 74ABT anfängt. Z.B. den 74ABT245B, über den man
solche Signale dann routen muss.
Du kannst es ja gerne wieter mit TVS-Dioden "probieren".
Die haben in dem Zusammenhang nicht nur Vorteile.
Trotzdem sollte man solchen "Murksern" keine weitere
Gelegenheit zum "Weitermurksen" geben.
Man sieht auf beiden Platinen einen FPC-Connector vor, und
verbindet die Signale per FPC intern, ohne sie auf Buchsenleisten
der Aussenwelt zu exponieren.
Also zu erwartende Signalverfälschung und -verzögerung durch Umweg über Optoelektronik?
Es ging hier ja um die Annahme, dass die Ausfälle in erster Linie auf die Prüfmethoden mit Hochspannung zurückzuführen seien. Also Leiterplatten befinden sich temporär in einem nicht im tatsächlichen Betrieb auftretenden Zustand.
Klar, es gibt PSUs, die weisen "hot swappable" Einschübe auf.
Aber davon ist hier ja nicht die Rede.
FPC deutete ich als FCPC. Und das ist Glasfasertechnik.
Bin der Meinung, dass man Spezialitäten des Designs schon dem Team vom TO überlassen sollte. Es wird schon seine tiefere Bedeutung haben, wieso die von Dir in die Debatte geworfenen "Plastik-Strips" nicht zur Anwendung kommen.
Zitat:
Disadvantages of FPCs
Cost increase over rigid PCBs
Increased risk of damage during handling or use
More difficult assembly process
Repair and rework can be difficult or impossible
Generally worse panel utilization resulting in increased cost
/Zitat
FPC deutete ich als FCPC. Und das ist Glasfasertechnik.
Bin der Meinung, dass man Spezialitäten des Designs schon dem Team vom
TO überlassen sollte. Es wird schon seine tiefere Bedeutung haben, wieso
die von Dir in die Debatte geworfenen "Plastik-Strips" nicht zur
Anwendung kommen.
An der Bezeichnung FPC gibt es nichts zu deuten.
Eine "Spezialität" mögen sie allenfalls für "Bastler" sein.
Eigentlich wird heute fast alles, wenn es die Stromtragfähigkeit
zulässt, es mehrere Platinen/Module sind, per FPC und Konsorten verbunden.
Als "Spezialität" muss man im industriellen Umfeld, wohl eher die
Ausführung interner Verbindungen über externe Steckverbindungen ansehen.
Zitat:
Disadvantages of FPCs
Cost increase over rigid PCBs
Increased risk of damage during handling or use
More difficult assembly process
Repair and rework can be difficult or impossible
Generally worse panel utilization resulting in increased cost
/Zitat
Das ist auf dem Niveau "nachplappernder Papagei".
Wobei der Papagei wahrscheinlich schlauer ist:
"Polly will Keks!"
Im übrigen würde ich dem "fristlos", noch ein "achtkantig"
hinzufügen wollen.
Man sieht auf beiden Platinen einen FPC-Connector vor, und
verbindet die Signale per FPC intern, ohne sie auf Buchsenleisten
der Aussenwelt zu exponieren.
Du meinst wohl eher simple FFC (Flat Foil Cable). Zumindest ich sehe hier keinen Bedarf für einen komplexeren FPC, auf dem meist mehr passiert als eine stumpfsinnige 1:1 Verbindung.
Wenn die Geräte im Feld nicht getrennt sind, reicht eigentlich korrektes Testen und korrektes Handling.
Wenn die Pins bisher gar nicht geschützt waren, schaue mal nach, ob die die interne Body-Dioden haben. Dann reicht ein kleiner Seriewiderstand, sonst ein großer Pull-Down. Und natürich ein korrekt durchgeführter HF-Test ohne ungewollte "Antenne". (Wenn es nur um die PE-Isolierung geht, dann geht da vermutlich irgendwas schief)
Tja, wir haben seltsame hohe Ausfälle in der Serienproduktion.
Never ever geht man mit einem Pin vom Controller oder FPGA direkt vom Board runter nach draußen!
Uns nur weil was mit dem Evalboard oder Arduino auf dem Labortisch funktioniert, heißt das noch lange nicht, daß das Produkt fertig ist und in Serie gehen kann...
Man sieht auf beiden Platinen einen FPC-Connector vor, und
verbindet die Signale per FPC intern, ohne sie auf Buchsenleisten
der Aussenwelt zu exponieren.
Du meinst wohl eher simple FFC (Flat Foil Cable). Zumindest ich sehe
hier keinen Bedarf für einen komplexeren FPC, auf dem meist mehr
passiert als eine stumpfsinnige 1:1 Verbindung.
Ob nun FFC oder FPC, der Zweck ist, die Signale zwischen den
Baugruppen intern im Gerät zu führen. Weitere zusätzliche
Bauelemente sind dann gar nicht mehr nötig.
Ratsam wäre allenfalls eine Serienterminierung.
Das sollte in meinem Beitrag eigentlich deutlich geworden sein.
Aber auch das tut hier im Grunde nichts zur Sache und hilft dem TO nicht
weiter.
Ob nun FFC oder FPC, der Zweck ist, die Signale zwischen den
Baugruppen intern im Gerät zu führen. Weitere zusätzliche
Bauelemente sind dann gar nicht mehr nötig.
Ratsam wäre allenfalls eine Serienterminierung.
Es ist aber nicht ein Gerät, in dem mehrere Leiterplatten vorhanden sind.
Es ist etwa wie bei einer SPS aufgebaut, bei der mehrere Baugruppen (E/A Module) hintereinander gesteckt werden. Also nix mit Flachbandkabel....