Germanium Leistungstransistor zeigt EC Durchgang in beiden Richtungen. Normal?

OP #8096143
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Man arbeitet ja nicht täglich mit Ge-Leistungstransistoren - kennt jemand noch die Werbefigur "Oliver Germanium" aus den 70er und 80er Jahren ? Es gab mit seinem bärtigen Konterfei halbseitige Anzeigen in ED (Elecronic Design) und Electronics (McGraw Hill).

Mir fiel jetzt ein Transistorverstärker eines Fender Rhodes Pianos Suitcase in die Hände. Der Typ nennt sich 80W Peterson Design (der sog. 4-Pin Amp).

Die Endstufen werden betrieben mit 2x Delco 120725 an +/- 35 DC und 16 Ohm Last. Für die Vorstufen werden in einem seriengeregelten Netzteil 25V erzeugt.

Als ich das Teil stufenweise in Betrieb nahm, fehlten die 25V im Netzteil und beim Durchmessen fiel mir der ebenfalls darin befindliche Delco 120725 auf, den ich mit dem Ohmmeter, in der üblichen Weise mit einem Drehspul-Ohmmeter x10 Bereich durchmaß: B-E B-C Durchgang/Umpolen. Und noch C-E gemessen und da maß ich plötzlich Durchgang ca. 150 Ohm und noch mal umgepolt, auch Durchgang 20 Ohm. Kaputt, dachte ich sofort. Bevor die neuen kamen (Pärchen Delco 120725 79€ *), habe ich einen AD140 ins Netzteil eingebaut und dann waren die 25V da. Heute kamen die Delco, ich messe wieder den EC Durchgang mit der unterschiedlichen Ohmzahl, bei beiden (wahrscheinlich keine Neuware oder NOS, man sieht Schraubspuren am TO-3 Befestigungsloch).

Jetzt meine Frage: ist das vielleicht bei Germanium Transistoren normal? Oder ist da noch eine Flybackdiode drin? Anm.: mein Ohmmeter hat eine 3V Batterie drin. Nein, keine Varta Stabbatterie aus den 80ern. Aber mein Ohmmeter ist tatsächlich aus den 70ern, ein ICE Milano Supertester 680E. Aber Messungen mit modernen DMMs ergeben das gleiche.

  • bezahl nicht ich.
(Firma: matzetronics) #8096148
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Christoph K. schrieb:

ist das vielleicht bei Germanium Transistoren normal?

Nö. Ge ist zwar nicht ganz so hochohmig im Sperrbetrieb wie Si, aber niederohmig ohne Ansteuerung der Basis in dem von dir gemessenen Bereich bedeutet kaputt.

Christoph K. schrieb:

die neuen kamen (Pärchen Delco 120725 79€ *)

Könnte wetten, das es keinen Umtausch gibt. Sie haben dich betrogen. Ausserdem hast du ja den AD140 zum Vergleich, der in der Schaltung spielt. Nimm die AD140 aus der Kiste und restauriere damit den Amp.

#8096205
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H. H. schrieb:

Aber weshalb unbedingt Germanium? Einfach Silizium rein und Arbeitspunkt neu einstellen.

Vor vielen Jahren hatte ich mal einen Minispion für 100MHz gebaut. Der wurde von einer einzelnen Solarzelle gespeist, also ca. 0.4V. Dieser Minispion bestand aus einem AF139. Welchen Si-Transistor diese Anwendung empfielst und welchen Arbeitspunkt?

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#8096262
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Es gab mal Ge-Leistungstransistoren aus Ungarn.
5NU74, wenn ich mich richtig erinnere. Bei denen hätte man auch in alle Richtungen nur Widerstände von einigen 100 Ω messen können.

Entsprechend fiel auch der Ruhestrom einer damit aufgebauten Endstufe aus. Die brauchten eine wirklich gute Kühlung, sonst neigten sie zum thermischen "Durchgehen".

Es kann also durchaus sein, dass die Transistoren so wie sind, in einer dafür ausgelegten Schaltung normal funktionieren.

Aber immer auf die Temperatur der Kerlchen achten!
Wenn sie warm werden, werden die Restströme noch grösser.

Tipp:
Schalte eine KFZ-Glühbirne zwischen Stromversorgung und Verstärker.
Ohne Aussteuerung sollte die nur mild glimmen. ☺

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