SPI über 3m mit mehreren Slaves; Frage zur Terminierung

Gast #861868
Lesenswert?

Hallo,

ich bräuchte etwas Hilfe bei der Terminierung des SPI. Folgende 
Situation liegt vor:

Ich will zwei MAX6675 über ca. 3m langen SPI mit einem ATmega16 
auslesen. Auf kurze Distanz ist das kein Problem und funktioniert 
soweit. Aber jetzt muss ich das ganze über 3m Entfernung hinbekommen. 
Der SPI wird mit dem Prescaler 128 bei 8MHz Clock = 62,5kHz betrieben. 
Der MAX6675 braucht nur sehr wenig Strom und kann nur ausgelesen werden.
Ich habe mir schon den Artikel über Terminierung durchgelesen und bin 
jetzt etwas ratlos, denn ich verwende ein Kabel, mit 6 Adern und einem 
Schirm, von dem ich den Wellenwiderstand nicht weiss.

Welche Terminierung kann ich verwenden und wie berechne ich diese am 
besten?

Wie sollte ich die Verbindung von den Master zu den Slaves wählen?

Möglichkeit 1) Durchschleifen:

Master-------*-Slave1
             |
             *---------------Slave2

Möglichkeit 2) Sternförmig:

Master*---------Slave1
      |
      *---------Slave2

Wie sieht die Terminierung bei beiden Möglichkeiten aus?

Danke im Vorraus.
Angehängte Dateien:
Gast #861900
Lesenswert?

Ich weiss dass der SPI nicht für solche Distanzen gemacht wurde, aber es 
geht mit der entsprechenden Terminierung. Zumindest wenn man dem Forum 
glauben kann. Ich habe hier schon was von 14m gelesen... allerdings 
wurde dort immer nur ein Slave angesteuert, wie die Beschaltung bei 
mehreren Slaves aussieht weiss ich nicht, deshalb ja auch der neue 
Thread.
Gast #861928
Lesenswert?

Terminierung brauchst du wenn Reflektionen auftreten
können. Bei der unglaublichen Treiberleistung des MAX
von 1.6mA wird es sich wohl eher um Übersprechen
zwischen den Adern handeln. Nimm geschirmte
Leitungen für jede einzelne Ader. Oder auf beiden Seiten einen
niederohmigen Treiber mit ordentlich Bumms dahinter.
#861929
Lesenswert?

Trivial: Variante 2 mit Software-SPI und getrennten Signalen für beide 
MAXe. Was die Terminierung angeht ist natürlich ein Oszi von Vorteil. 
Aber probier mal 100 Ohm, vielleicht klappt es damit.

Wobei, wie holger anführt, die Datenleitungen wohl schon selber 
hochohmig genug sind. Aber wenn ein kräftiger 5V-AVR in die 
CLK/CS-Leitungen bläst, dann dort lieber mit Serienterminierung.
Gast #862857
Lesenswert?

Hast du vielleicht ein Beispielcode in C zum Software SPI?

Aber wenn ich das Problem schon mit einem besseren Kabel hinbekommen 
würde, wäre das Softwar SPI hinfällig. Selbst mit Software SPI würde das 
Problem mit dem Übersprechen oder der Refelexion bestehen bleiben, dann 
wäre ich fast wieder am Anfang.
Gast #862922
Lesenswert?

Also wenn die CPU schon SPI per Hardware kann und wir dann wieder alles 
per Bitbang rauswackeln, warum dann nicht gleich Morsen per Hand 
(schafft auch gleich Arbeitsplätze) ? Oder noch besser wären 
Rauchzeichen ...
Gast #863231
Lesenswert?

@Sven,

so einfach ist das nicht, denn die Schaltung also der MAX6675 (die 
Vergleichsstelle) würde dann nicht im selben Außentemperaturbereich 
liegen wie das Thermoelement! Also wird die Messung verfälscht, da der 
MAX bei der Messung der Thermospannung gleich die Umgebungstmperatur 
bestimmt und diese dann verrechnet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Thermoelement

@Peter
Mit der Taktfrequenz kann ich ohne die CPU Clock zu verringern, nicht 
mehr runter gehen. Beim Prescaler ist 128 schon das Höchste.

@Morsen
Ich habe nicht vor einen Softwar SPI zu realisieren, wenn es schon 
diesen in Hardware gibt.
#863442
Lesenswert?

Bei der Datenleitung lässt sich die Länge durch Taktfrequenz 
kompensieren. Beim Taktsignal jedoch nicht, nämlich dann nicht wenn eine 
Reflektion aus einem Taktimpuls deren zwei macht. Wie in 
Wellenwiderstand dargelegt, ist dafür nicht die Taktfrequenz 
entscheidend, sondern die Signalflanke.

Ein Serienwiderstand als Abschluss klappt prima, wenn der Empfänger des 
Signals am anderen Ende der Leitung sitzt. Wenn er in der Mitte sitzt 
klappt das jedoch nicht.

Im diesem Fall könnte man also die Stern-Variante mit Serienterminierung 
des Taktsignals ausprobieren, wobei dann eher 2 100 Ohm Widerstände 
angesagt sind, einer pro Strang.
Gast #863745
Lesenswert?

@Andreas

Also sollte ich sternförmig vorziehen und die Takt- und Datenleitung 
jeweils bei beiden Slaves am Ende mit 100 Ohm Widerständen versehen.
                            ___
Master Clk--*--------------|_100_|-Slave1 Clk
Master Data-|-*------------|_100_|-Slave1 Data
            | |             ___
            | *------------|_100_|-Slave2 Clk
            *--------------|_100_|-Slave2 Data
#863747
Lesenswert?

Master Clk--*-|_100_|--------------------------Slave1 Clk
            |
            *-|_100_|--------------------------Slave2 Clk

Master Data-*----------------------------------Slave1 Data
            |
            *----------------------------------Slave2 Data

Master CS1----|_100_|--------------------------Slave1 CS
Master CS2----|_100_|--------------------------Slave2 CS
Gast #865165
Lesenswert?

@olaf

je länger die leitung desto geringer die geschwindigkeit mit der du spi 
übertragen kannst.
habe mir jetzt nicht den gesamten beitrag angeschaut, aber mit welcher 
geschw. arbeitest du ?

ggf runter mit der geschwindigkeit.
in welcher umgebung arbeitest du ? hast du viele störquellen ?
abschirmung wurde ja schon angesprochen.
was vllt. auch noch bei der terminierung hilft sind kondensatoren die 
evtl. spannungspitzen glätten die dein signal verfälschen können.
die größe des kondensators hängt dann an der spi geschwindigkeit.
Gast #865174
Lesenswert?

SPI = Clk 62,5kHz Ich kann nicht weiter runter gehen (siehe erster 
Post).

Störquellen sind jetzt so gut wie keine Vorhanden, vielleicht der CRT 
Monitor und eine Funkmaus, das war's.
Kabel mit einzeln geschirmten Leitungen ist jetzt auch nicht so leicht 
aufzutreiben...
Gast #865179
Lesenswert?

Ein kleine Kapazität wäre evenuell noch einen Versuch Wert, falls die 
Signalflanken (Oszi gucken) recht steil sind.

Einige Bustreiber limitieren bewußt die Anstiegszeit (Slewrate), um das
EMV-Verhalten günstiger zu gestalten.
Gast #865182
Lesenswert?

versuchs mal mit nem kondensator von 1-10nf auf den leitungen (clock und 
daten) gegen masse.
ansonsten dürfte nur noch ein abgeschirmtes kabel helfen, oder aber ein 
höherer pegel.
was du versuchen kannst ist mit nem max232 die clock und datenleitung zu 
übertragen (durch die höhere spannung dürften störeinflüsse minimiert 
werden).
aber 3m sind auch nicht die welt bei 5v und 62.5khz. eigentlich dürfte 
(sollte) es eigentlich keine größeren probleme geben.
Gast #865237
Lesenswert?

Entwarnung, der MAX läuft wieder. Allerdings macht mir das Ergebnis noch 
sorgen, ich muss erstmal nachvollziehen ob die Bits so stimmen können.

Was bedeutet die Aussage im Datenblatt über das Bit D0 = Threestate, 
welchen Zustand nimmt das Bit wann an?

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren