Krass, laut http://www.wetteronline.de/dldlrad.htm hatten wir heute
zwischen 12 und 14 Uhr mindestens 3/4 der Landesfläche Niederschlag und
laut http://www.wetteronline.de/dldlsat.htm fast geschlossene
Wolkendecke*.
Trotzdem hatten wir laut http://www.transparency.eex.com/de/ zu dieser
Zeit 18% der Stromproduktion aus Solarstrom*. Mit 7.8 GW noch ein
Drittel der Produktion wie zu den Spitzentagen um Pfingsten.
Dass Solarzellen auch bei bedecktem Himmel Strom produzieren, ist ja
bekannt. Aber dass es bei dieser trüben Suppe noch so viel ist, erstaunt
mich jetzt schon.
Wie sah es bei euch heute aus, auch Dauerniesel mit grauem Himmel wie im
Herbst? Und was hat eure Solaranlage - sofern vorhanden - dazu gesagt?
*) Die Links zeigen natürlich nur heute (03.06.) das Ergebnis, auf das
ich mich beziehe. Schade besonders, dass man bei transparency.eex nicht
die Daten an vergangenen Tagen sehen kann. Das wäre wohl zuviel
transparency...
'Wir' haben halt die besten Solarzellen der Welt ...
Angeblich hat Deutschland irgendwann im letzten Winter ( !!! -
abends ? ) sogar der Atom(strom)-Macht Frankreich mit Spitzenlaststrom
ausgeholfen !?
Wer ist denn in diesem Zusammenhang D für dich??
Grün ist halt schick im Moment. Das es ein ökonomisches Desaster ist,
war von Anfang an klar. Da sollte doch tatsächlich Deutschland zum
Solarnabel der Welt gemacht werden, es wurde von 100tausenden, wenn
nicht gar Millionen neuen Arbeitsplätzen gefaselt. Nachdem Milliarden
versenkt wurden, geht jetzt eine Solarfirma nach der anderen pleite.
Allerdings geschickt eingefädelt das ganze, bezahlen muss den
unausgegorenen Mist jeder einzelne Stromnutzer, noch auf viele Jahre
hinaus.
Die ersten anderen Betriebe gehen an den Energiekosten ein, da muss man
eben grosszügig drüber hinwegsehen :-)
Wenn ich allein an den langen Winter denke, mit kurzen Tagen,
tiefstehender Sonne, oft genug bedeckter Himmel und gerade dann immensem
Energiebedarf...
Ja, so ein Strahletag wie zu Pfingsten macht sich natürlich prima, das
ist dann schon ne Erfolgsmeldung wert.
Vielleicht ist wirkungsgradmässig und/oder preislich noch viel Potential
drin und die Sache wird interessant (ökonomisch, nicht nur polemisch).
Die Folge der Subvention war jedenfalls absoluter Stillstand in der
Technologie. Einfach den vorhandenen Kram produzieren und verkaufen, man
wurde es ja reissend los...
Ich kenne kein einziges Beispiel, wo Subventionen jemals irgendein
Problem gelöst hätten. Man richtet sich im warmen Nest ein, erwartet,
dass es weiterhin warm bleibt. Geändert wird nichts.
Das hindert Politiker allerdings nicht, dieses Spiel immer wieder zu
betreiben.
Und nein, ich habe mir keine aufs Dach gepflastert, obwohl ich die
perfekte Dachfläche dafür habe und es sich für mich persönlich sogar
gelohnt hätte.
H.joachim Seifert schrieb:> Wenn ich allein an den langen Winter denke, mit kurzen Tagen,> tiefstehender Sonne, oft genug bedeckter Himmel und gerade dann immensem> Energiebedarf...
Ach, das ist doch alles nicht so schlimm. Wenn schon bei Regenwetter
Solarstrom erzeugt wird, dann sollte man als nächstes daran gehen, Strom
aus Mondlicht zu gewinnen und wenn die Panele das erst mal gelernt
haben, dann können sie auch bald bei Nacht Strom produzieren...
H.joachim Seifert schrieb:> bezahlen muss den> unausgegorenen Mist jeder einzelne Stromnutzer, noch auf viele Jahre> hinaus.
Stimmt nicht, Großverbraucher sind von der EEG-Umlage ausgenommen. Du
hast halt keine Lobby.
Schon spannend, wie hier in einem Technik-Forum Bauchgefühle die
Diskussion bestimmen. Wo waren denn im letzten Winter die versprochenen
Stromausfälle?
Aber die Daten bei transparency sind bestimmt alle gefälscht. Und die
Amis waren auch nie auf dem Mond.
H.joachim Seifert schrieb:> Die Folge der Subvention war jedenfalls absoluter Stillstand in der> Technologie.
Kann man so oder so sehen. Die Anlagen wurden jedenfalls schneller
billiger als gleichzeitig die Subventionen sanken.
Das Problem der Subventionen ist vor allem das nicht nach effektivität
gefördert wird.
Uhu Uhuhu schrieb:> dann können sie auch bald bei Nacht Strom produzieren...
Hatten sie doch schon vor ein paar Jahren, ich glaub' das war in
Spanien. Da hatte man doch glatt vergessen, die Diesel-Generatoren
abends abzuschalten, die den Ertrag und damit die Subventionen
zusätzlich erhöhten...
Icke ®. schrieb:> Möglicherweise wurde nicht direkt aus den Solarzellen gespeist, sondern> aus den Pufferakkus?
Oder über Umwege aus anderen Quellen. Ist halt leicht verdientes
Subventionsgeld.
Ohne vernünftige Speichermöglichkeiten ist weder Solarenergie noch
Windenergie sinnvoll.
...
Jörg S. schrieb:> Kann man so oder so sehen. Die Anlagen wurden jedenfalls schneller> billiger als gleichzeitig die Subventionen sanken.
Aber nicht die hier produzierten...
Jörg S. schrieb:> Das Problem der Subventionen ist vor allem das nicht nach effektivität> gefördert wird.
Das ist/war bei der Kernenergie nicht anders. Dort war ursprünglich der
Krieg Vater aller Dinge. Geblieben ist die Entsorgungsfrage, die nur in
soweit gelöst ist, als der Steuerzahler für die Kosten aufzukommen hat,
während die Energiekonzerne sich mit den Gewinnen begnügen.
Ein so gewichtiges Netzwerk von "Argumenten" hat die Solarbranche leider
nicht zu bieten.
Jörg S. schrieb:> H.joachim Seifert schrieb:>> Die Folge der Subvention war jedenfalls absoluter Stillstand in der>> Technologie.> Kann man so oder so sehen. Die Anlagen wurden jedenfalls schneller> billiger als gleichzeitig die Subventionen sanken.> Das Problem der Subventionen ist vor allem das nicht nach effektivität> gefördert wird.
1. In seinem Buch "Das grüne Paradoxon" hat H.W. Sinn schon erläutert,
dass die PV die teuerste Methode ist um C02 zu sparen. Dass man es
trotzdem macht ist also eine rein politische Entscheidung.
2. Das EEG sah ja eine geringer werdende Vergütung vor. Es ist natürlich
mal wieder handwerklich unsauber, im Jahr 1999 (oder wann das war) schon
eine Degression qua Ministeramt vorauszusehen und starr ins Gesetz
aufzunehmen.
Da hätte was dynamisches hergehört, d.h. eine Degression, die sich an
den Anlagenpreisen orientiert und nicht am politischen Wunschdenken.
Es muss ja nicht sein, dass man mit den Anlagen zweistellige Renditen
einfährt.
H.joachim Seifert schrieb:> Jörg S. schrieb:>> Kann man so oder so sehen. Die Anlagen wurden jedenfalls schneller>> billiger als gleichzeitig die Subventionen sanken.> Aber nicht die hier produzierten...
Die auch, nur waren die halt logischerweise immer noch teurer als die
aus China
>1. In seinem Buch "Das grüne Paradoxon" hat H.W. Sinn schon erläutert,>dass die PV die teuerste Methode ist um C02 zu sparen. Dass man es>trotzdem macht ist also eine rein politische Entscheidung.
Die Solarförderung an sich ist ja nicht verkehrt. Nur viel zu hoch für
den nutzen.
>Da hätte was dynamisches hergehört, d.h. eine Degression, die sich an>den Anlagenpreisen orientiert und nicht am politischen Wunschdenken
Für die Degression wurde ja später eine automatische Anpassung
eingebaut. Nur leider werden dazu Schätzungen für das Folgejahr zu
Grunde gelegt. Und diese Zahlen waren "zufällig" immer wesentlich
niedriger als es tatsächlich dann kam :)
Jörg S. schrieb:>>Da hätte was dynamisches hergehört, d.h. eine Degression, die sich an>>den Anlagenpreisen orientiert und nicht am politischen Wunschdenken> Für die Degression wurde ja später eine automatische Anpassung> eingebaut. Nur leider werden dazu Schätzungen für das Folgejahr zu> Grunde gelegt. Und diese Zahlen waren "zufällig" immer wesentlich> niedriger als es tatsächlich dann kam :)
Es fing wohl mal bei 99 Pfennig pro kWh an... mit automatischer
Absenkung jedes Jahr. Die war wohl zu gering, so dass man im Jahr 2010
nach"gebessert" hat und nun versucht, runterzuschneiden wo es nur geht.
Dumm halt, dass die Hersteller sich beim Kauf von Maschinen, Einstellung
von MA etc. auf langfristige Rahmenbedingungen eingestellt haben und
nicht auf so nen Faschingszug wie mit Rösler &Co.
Michael K-punkt schrieb:> Dumm halt, dass die Hersteller sich beim Kauf von Maschinen, Einstellung> von MA etc. auf langfristige Rahmenbedingungen eingestellt haben und> nicht auf so nen Faschingszug wie mit Rösler &Co.
Das hat wohl weniger mit der Politik zu tun. Die Hersteller sind ja
nicht kaputt gegangen weil es weniger Subventionen gab, sondern weil die
Konkurrenz aus Asien einfach billiger war(ist).
Jörg S. schrieb:> Kann man so oder so sehen. Die Anlagen wurden jedenfalls schneller> billiger als gleichzeitig die Subventionen sanken.
Da siehst du mal, wie sich diese Firmen (vom Hersteller bis zum Monteur)
ganz am Anfang eine goldene Nase verdient haben. Ich kenne auf jeden
Fall 2 solcher Solarinstallateure hier in der unmittelbaren Gegend, die
es vor 10 Jahren noch gar nicht gegeben hat. Das begann mit einem
rostigen Fiat Ducato als Montagefahrzeug, und heute kurven pro Betrieb
locker 8-10 neue Mercedes Sprinter durch die Gegend. Plus sonstiger
Kleinkram (Hänger, Gerüst...). Das kann m.E. kein normales Wachstum
sein. Elektrikermeister Huber&Söhne tut sich da mit seinen
Hausinstallationen offenbar deutlich schwerer beim Waschstum...
Michael S. schrieb:> Wartet mal ab, wenn die nächste Preiserhöhung kommt, dann wird> es D bereuen sich auf das Solarabenteuer überhaupt eingelassen> zu haben.
Wartet mal ab wenn die fette Rechnung aus der Asse-Evakuierung kommt,
dann wird D bereuen sich auf das Atomabenteuer überhaupt eingelassen zu
haben.
Bernd T. schrieb:> Wartet mal ab wenn die fette Rechnung aus der Asse-Evakuierung kommt,> dann wird D bereuen sich auf das Atomabenteuer überhaupt eingelassen zu> haben.
Ist dem so? Wie hoch würde die Rechnung denn werden? Wenn man dann noch
berücksichtigt wieviele Jahrzehnte von AKW's günstig Strom produziert
wurde, auf was würde das dann pro Jahr pro Kraftwerk hinauslaufen? Wenn
man das mal mit den Milliarden vergleicht die jedes Jahr in die EE
fließen. Oder die wir gerade den verrotteten Banken in den Rachen
werfen.
Man hätte den "Müll" ja auch aufbereiten können und somit die Menge an
Müll, der ganz am Ende übrig bleibt beträchtlich reduzieren. Wollten die
ökologisch veranlagten aber nicht. Nicht nur das, sie gehen sogar noch
weiter und wollen das Müll eingeglast wird, nur damit man ihn eben nicht
mehr aufbereiten und wiederverwenden kann:
http://www.greens.org/s-r/35/35-08.html
Man hätte auch einige Milliarden in die Forschung und Entwicklung von
LFTR und TWR investieren können. Beides Konzepte die schon 50-60 Jahre
alt sind. Dann wäre der "Müll" plötzlich ein wertvoller
Energielieferant. Aber die Forschung in dem Bereich will man ja auch
nicht mehr.
Ist halt alles nicht so schwarz/weiß wie es manch einer gerne hätte. Das
"Müllproblem" ist nämlich zum Teil auch von den Leuten verursacht, die
jetzt so gerne darüber schimpfen.
Grüße,
Chris
Bernd T. schrieb:> Michael S. schrieb:>> Wartet mal ab, wenn die nächste Preiserhöhung kommt, dann wird>> es D bereuen sich auf das Solarabenteuer überhaupt eingelassen>> zu haben.>> Wartet mal ab wenn die fette Rechnung aus der Asse-Evakuierung kommt,> dann wird D bereuen sich auf das Atomabenteuer überhaupt eingelassen zu> haben.
Verstehen werde ich wikrlich nie wie Menschen mit Kosten Atomkraftwerke
rechtfertigen können. Es geht ja nicht nur um Asse sondern auch um den
Rückbau der AKW's, das Erkunden von Zwischenlagern bzw. Endlagern, die
Jahrhundertlange instandhaltung dieser etc...
Ansonsten finde ich hier nur Leute die sich wegen einer Solarförderung
aufregen. Aber wievieln Menschen gibt diese Förderung einen Job ? Das
sind nicht nur Modulhersteller, Kabelhersteller etc.. sondern vorallem
der Mittelstand wie Dachdecker, Installatuere, Metallbauer etc..
Ich würde mir wirklich eine Umlage für Atommüll/Lager&Rückbaukosten auf
den Strompreis wünschen. Dann hätten alle Kritiker einen direkten
Vergleich.
M. S. schrieb:> Es geht ja nicht nur um Asse sondern auch um den Rückbau der AKW's,
Für den Rückbau haben sie Rücklagen gebildet - mit denen sie kräftig
Geschäfte machen. Wenn wir Pech haben, sind sie weg, wenn es an den
Rückbau geht.