Ich habe eine kleine batteriebetriebene Elektronik, die mit 3 V versorgt wird (2xAA).
Wenn die Schaltung aktiv ist, werden 10 mA benötigt und das für geschätzt 5 Minuten pro Tag.
Die restliche Zeit läuft das Gerät im Sleep-Mode und zieht dann 150 nA.
Der Jahresverbrauch beträgt damit
aktiv: 5 min * 356d * 10 mA = 30,4h * 10 mA = 304 mAh
inaktiv: 24h * 365d * 150 nA = 8760h * 150 nA = 1,31 mAh
Bestimmend für den Stromverbrauch ist die aktive Phase.
Wenn ich mit 6% und 20"C rechne, verliere ich im ersten Jahr 240 mAh durch die Selbstentladung und 305 mAh durch die Schaltung.
Nach ca. acht Jahren wären die Zellen leer.
Sind das realistische Zahlen oder habe ich wichtige Aspekte übersehen?
Was mich überrascht, daß die geringe Stromaufnahme eim Sleep-Mode hier eine eher untergeordnete Rolle spielt. Selbst, wenn der Ruhestrom um den Faktor 10 größer wäre, würde es kaum auffallen.
Sind das realistische Zahlen oder habe ich wichtige Aspekte übersehen?
Primärzellen sind exemplarabhängig sehr UNTERSCHIEDLICH. Einige haben nach 10 Jahren noch ordentlich Kapazität und nach 20 Jahren immer noch was drin, andere sind nach 5 Jahren PLATT. Kleinste Verunreinigungen oder Kratzer können das bewirken..Wenn du dich also auf eine Lebensdauer VERLASSEN willst (Pioneer Raumsonde) mach was anderes, geht es nur um mittlere Lebensdauer werden viele sogar 10 Jahre halten.
Was mich überrascht, daß die geringe Stromaufnahme eim Sleep-Mode hier
eine eher untergeordnete Rolle spielt. Selbst, wenn der Ruhestrom um den
Faktor 10 größer wäre, würde es kaum auffallen.
Deine Nanoampere sind ja auch sehr wenig, da fliesst ja schon so viel Strom als Leckstrom über Platine und durch Kondensatoren. Mikroampere wären üblicher.
Ich habe eine kleine batteriebetriebene Elektronik, die mit 3 V
versorgt wird (2xAA).
Die Kapazität beträgt ca. 2x 2000 mAh, damit kommt man theoretisch auf
13 Jahre Nutzungsdauer.
Dann hast du 2000mAh. Die Kapazität addiert sich bei Reihenschaltung nicht, nur die Spannung. Die Spannung bleibt auch nicht stabil. Wieviel Spannung benötigt deine Schaltung Minimum um zu funktionieren?
Die Kapazität beträgt ca. 2x 2000 mAh, damit kommt man theoretisch auf
13 Jahre Nutzungsdauer.
Nein, die Kapazität beträgt 1x 2000mA. Verdoppeln kannst du nur eine Größe, entweder die Spannung (bei Serienschaltung) ODER die Ladung (bei Parallelschaltung).
Die Selbstentladung hängt zu allem Ärger auch noch von der Temperatur und Exemplarstreuungen der Batterien ab. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kapazitätsangabe nur bei einem bestimmten, hoffentlich angegebenen Entladestrom, gilt.
Dein Sleep Strom erscheint sehr gering und wird auch von der Temperatur abhängen. Hast du den einmal für die gesamte Schaltung gemessen?
Wenn deine Schaltung auch 3.6V verträgt: es gibt Primärbatterien auf Lithium-Basis, die viel genauer spezifiziert und stabiler sind. Zum Beispiel LiFeS2 mit 95% Restkapazität nach 20 Jahren.
Selbst wenn es 200nA wären spielt es keine große Rolle.
Das denke ich auch. Man ist da in Bereichen wo es zuviele Unwaegbarkeiten gibt. Sagen wir mal den Leckstrom eines Kondensators, einen Fingerabdruck auf einer Leiterbahn, vielleicht noch abhaengig von der Luftfeuchtigkeit.
Es gibt natuerlich auch spezielle Batterien die auf moeglichst geringe Selbstentladung designt wurden, aber die haben dann ueblichweise auch einen hohen Innenwiderstand.
Du schreibst leider nicht, welche Laufzeit Du benötigst. Danach muß man die Stromversorgung auslegen.
Wenn es zum Beispiel nur zwei Jahre sind, sind die aufgeführten Zahlen belanglos.
Du schreibst leider nicht, welche Laufzeit Du benötigst.
Ich finde es schon statthaft ein "moeglichst lange" anzustreben. Das wuerde so mancher Entwicklerbude gut zu Gesicht stehen. Aber irgendwann wenn man die 3-5Jahre ueberschritten hat wird es sehr schwer vorhersagbar.
Man sieht das ja auch gut an den Dallas Uhrenchips die auch so 5-20Jahre halten. Das sind auch erstaunliche Spannweiten die von wer weiss was abhaengen.
Sind das realistische Zahlen oder habe ich wichtige Aspekte übersehen?
Du hast alle Arten von Kriechströmen in deiner Abschätzung vergessen. Hängt natürlich von der Umgebung ab.
Ich habe hier Temperatur-/Feuchte-Sensoren, die ihre Daten mit einem ATmega128RFA1 ins Innere funken bzw. aus einzelnen Zimmern im Inneren. Die Batterien halten tatsächlich viele Jahre (wie viele genau, finde ich auf Anhieb nicht heraus), beim Außensensor hatte ich aber sehr lange gekämpft, bis ich ihn halbwegs kriechtromfrei bekommen habe.
Die Batterien sind irgendein 08/15-Kram, da habe ich nichts extra ausgesucht dafür.
Mein Szenario ist ansonsten ähnlich: MCU im Sleep, wacht per Watchdog jede Sekunde auf, schaut aber dabei erstmal nur nach, ob wieder 5 Minuten vergangen sind. Aller 5 Minuten dann eine Messung mit dem SHT-21 und das Senden der Daten per IEEE 802.15.4. Da gibt es CSMA/CA sowie ACK/retry, jede Aussendung braucht also leicht unterschiedlich Energie.
PS: Bei mir sind es keine 2 x LR6, sondern 2 x LR03. Genügt völlig.
Bei Primärzellen, insbesondere bei nur gering/gepulst belasteten, sollte man das Thema Auslaufen im Auge behalten.
Egal, welche blumigen Begriffe die Hersteller der Alkaline-Zellen verwenden, die Dinger laufen /alle/ aus. Und das ist dann in der Regel der Punkt, wo die Elektronik über den Jordan geht.
Abhilfe schafft hier nur ein möglichst gut vom Rest der Elektronik abgetrenntes Batteriefach, das auch räumlich entfernt ist, so daß man im Auslauffall nur die Zuleitungen zum Batteriefach trennt und ein komplett neues Batteriefach nebst neuer Zuleitungen einbauen kann.
Ich habe eine kleine batteriebetriebene Elektronik, die mit 3 V versorgt
wird (2xAA).
Wenn die Schaltung aktiv ist, werden 10 mA benötigt und das für
geschätzt 5 Minuten pro Tag.
Die restliche Zeit läuft das Gerät im Sleep-Mode und zieht dann 150 nA.
Der Jahresverbrauch beträgt damit
aktiv: 5 min * 356d * 10 mA = 30,4h * 10 mA = 304 mAh
inaktiv: 24h * 365d * 150 nA = 8760h * 150 nA = 1,31 mAh
Hast du vielleicht beim Sleep-Mode 'uA' mit 'nA' verwechselt? Falls das 150uA sind, sieht die Rechnung schon ganz anders aus.
Selbst der sehr sparsame MSP430 braucht im LPM-3 typisch 1,3uA (= 1300nA) wenn er mit dem 32kHz Clock zyklisch aufwachen soll. Erst wenn alle Taktgeneratoren aus sind, geht er auf typisch 100nA runter. Und dann wacht er aber nur noch durch einen externen Interrupt auf.
Selbstentladung.
Wenn ich mit 6% und 20"C rechne, verliere ich im ersten Jahr 240 mAh
durch die Selbstentladung und 305 mAh durch die Schaltung.
Nach ca. acht Jahren wären die Zellen leer.
6 % von der Nennkapazität oder 6 % von der Restkapazität am Jahresanfang?
Der Windows-Rechner sagt: (1 - 0,06) hoch 8 = 0,61
Naja, der oben genannte ATmega128RFA1 bringt es schon auch noch auf unter 1 µA, denn da läuft nur noch der Watchdog-Oszillator. Die kurzen sekündlichen Aufwachphasen tragen nicht allzu viel zum Energiebudget bei.
Aber wie der TE schon schrieb, solange der Sleep-Strom in diesem Bereich bleibt, ist es kaum relevant für das Gesamtbudget. Ob nun 1,3 µA oder einige 100 nA macht nicht viel aus, denn man bewegt sich dann ohnehin in dem Bereich der Batterie-Selbstentladung.
Du schreibst leider nicht, welche Laufzeit Du benötigst.
Ich finde es schon statthaft ein "moeglichst lange" anzustreben. Das
wuerde so mancher Entwicklerbude gut zu Gesicht stehen. Aber irgendwann
wenn man die 3-5Jahre ueberschritten hat wird es sehr schwer
vorhersagbar.
Lange Laufzeit ist ja 'nett', aber wenn viele Faktoren unbekannt sind, nützt keine Schönrechnerei. Wenn tatsächlich 3 V benötigt werden, ist mit üblichen Alkali-Mangan Zellen eh recht schnell Schluß. Da sollte man eher 3 x AA-Zellen + LDO mit niedrigem Reststrom einplanen und die Zellen rechtzeitig erneuern. Als Resteverwertung alternativ auch einen LiIon-Akku in kleiner Bauform verwenden und gelegentlich nachladen.
Nur kann man das erst entscheiden, wenn die Anforderungen klar sind.
Mir ist der Dreck schon in Messgeräten, Digitalkameras, Funkuhren und anderem in ausgelaufener Form begegnet, ja, tatsächlich habe ich auch schon ausgelaufene Primärzellen noch in der Originalverpackung erlebt - das war Qualitätsware von Varta, und das vor dem aufgedruckten Zerfallsdatum.
Mir ist der Dreck schon in Messgeräten, Digitalkameras, Funkuhren und
anderem in ausgelaufener Form begegnet, ja, tatsächlich habe ich auch
schon ausgelaufene Primärzellen noch in der Originalverpackung erlebt -
das war Qualitätsware von Varta, und das vor dem aufgedruckten
Zerfallsdatum.
Das hat aber nichts mit der von dir beschriebenen geringen bzw. Pulsbelastung zu tun.
habe ich, nur habe ich NIE nicht auslaufene Alkaline gesehen, manche liefen schon in der Packung aus oder in ausgeschalteten Geräten.
Du mußt also ein Wunderkind oder absoluter Glückspilz sein und deine Aussage "keine Probleme" heißt aber auch nicht daß bei dir Alkaline nicht auslaufen, es heißt nur du hattest persönlich keine Probleme.
Wenn deine Schaltung auch 3.6V verträgt: es gibt Primärbatterien auf
Lithium-Basis, die viel genauer spezifiziert und stabiler sind. Zum
Beispiel LiFeS2 mit 95% Restkapazität nach 20 Jahren.
Sehr schön, dass Du die Batteriesysteme durcheinander wirfst. Die von Dir genannten Lithium-Eisen haben 1,5 Volt Nennspannung, aber sollen mehr Strom liefern können und eine höhere Kapazität als Standard-Alkali aufweisen.
Für Langzeitanwendung bei niedrigem Strom gibt es SOCl2, bekanntester Hersteller Tadiran. Die Dinger haben 3,6 Volt und diese ziemlich stabil bis kurz vor dem Ende. Bei seltener Impulslast muß man aber aufpassen, nicht in den Spannungssack zu fallen. In der Bauform AA (14500) liefert eine um 2500mAh. In der Bauform C (Babyzelle) bekommt man um 7Ah.
Wenn tatsächlich 3 V benötigt werden, ist
mit üblichen Alkali-Mangan Zellen eh recht schnell Schluß. Da sollte man
eher 3 x AA-Zellen + LDO mit niedrigem Reststrom einplanen und die
Zellen rechtzeitig erneuern. Als Resteverwertung alternativ auch einen
LiIon-Akku in kleiner Bauform verwenden
Anstatt drei Alkali in Reihe scheint ein LiIon-Akku sinnvoller. Einen MCP1702/3 oder HT7x30 drauf, die sind mit max 5µA Qoerstrom = 50mAh/Jahr zufrieden.
Mir ist der Dreck schon in Messgeräten, Digitalkameras, Funkuhren und
anderem in ausgelaufener Form begegnet, ja, tatsächlich habe ich auch
schon ausgelaufene Primärzellen noch in der Originalverpackung erlebt -
das war Qualitätsware von Varta, und das vor dem aufgedruckten
Zerfallsdatum.
Auslaufen war eine Spezialität von Varta, inzwischen heben es alle Fabrikate gelernt. In der Packung ausgelaufen kenne ich auch und niemand weiß, wie viele Fabriken es tatsächlich gibt bzw. wer alles aus der selben Bude kommt.
Ob das mehr als niedrig einstellige mA für ein paar ms sind?
Nö, aber auch da läuft der Dreck aus. Hohe Impulsbelastung (und dann lange unbelastet liegenlassen) scheint nicht nötig zu sein, hilft aber auch (Digitalkamera).
Aber auch im Multimeter (da sind zwar meistens 9V-Klötze drin, die sich wegen der meist doppelten Verpackung etwas schwerer mit dem Auslaufen tun, es gibt aber auch welche mit AA- oder AAA-Zellen) schon gesehen, und das ist auch nur ziemlich geringe Belastung mit dann wieder langem unbelastetem Herumliegen.
Du mußt also ein Wunderkind oder absoluter Glückspilz sein und deine
Aussage "keine Probleme" heißt aber auch nicht daß bei dir Alkaline
nicht auslaufen, es heißt nur du hattest persönlich keine Probleme.
Ich hatte bei dieser Anwendung bislang kein einziges Problem damit – und die Teile laufen nun schon über 10 Jahre, nicht mehr mit dem ersten Batteriesatz, aber dem zweiten oder dritten. Beim Außensensor passierte es irgendwann dann doch, dass er durch irgendeine Ungeschicktheit klatschnass geworden war, das war's natürlich dann erstmal. Aufwärmen, trocknen, und bei der Gelegenheit hatte er dann auch neue Batterien bekommen.
Ansonsten geht es mir natürlich wie allen, ich habe bereits genügend ausgelaufene Alkali-Mangan-Zellen gesehen. Bei irgendwelchen Knopfzellen-Sets (bei denen man immer welche dabei hat, die man sowieso erst in 5 Jahren wieder benötigen würde) auch welche, die das bereits in der Verpackung taten.
Wenn deine Schaltung auch 3.6V verträgt: es gibt Primärbatterien auf
Lithium-Basis, die viel genauer spezifiziert und stabiler sind. Zum
Beispiel LiFeS2 mit 95% Restkapazität nach 20 Jahren.
Sehr schön, dass Du die Batteriesysteme durcheinander wirfst. Die von
Dir genannten Lithium-Eisen haben 1,5 Volt Nennspannung, aber sollen
mehr Strom liefern können und eine höhere Kapazität als Standard-Alkali
aufweisen.
Mir ging es um die geringe Selbstentladung; dabei sind die mindestens genauso gut wie die Tadiran (ja, alles auf dem Papier). Den kleineren Innenwiderstand gibt's als Bonus.
Die "3.6V" sehen nur rein zufällig wie SOCl2 aus, weil LiFeS2-Zellen 1.8V Leerlaufspannung haben.
Erschwerend kommt hinzu, dass
die Kapazitätsangabe nur bei einem bestimmten, hoffentlich angegebenen
Entladestrom, gilt.
Ich hatte die Kapazität (2000 mAh) von der Wikipediaseite.
Einige Hersteller geben für die Kapazität die Entladebedingung an (z.B. Varta) bei anderen Herstellern darf man die Kapazität selber aufintegrieren (z.B. Duracell)
Hast du den einmal für die gesamte Schaltung gemessen?
Ja, natürlich.
Das Datenblatt verspricht 200nA @ 3V.
Bei 85°C dürfen es 400nA werden.
Wenn deine Schaltung auch 3.6V verträgt: es gibt Primärbatterien auf
Lithium-Basis, die viel genauer spezifiziert und stabiler sind. Zum
Beispiel LiFeS2 mit 95% Restkapazität nach 20 Jahren.
Für ernsthafte Anwendungen würde ich das tatsächlich in Betracht ziehen.
Je nach Aufwand für den Batteriewechsel (u.a. abhängig vom Einsatzort) relativiert sich ggf. auch der Preis.
Bei Primärzellen, insbesondere bei nur gering/gepulst belasteten, sollte
man das Thema Auslaufen im Auge behalten.
Ja, das kann ich prinzipiell bestätigen.
Ich habe hier eine Sammlung von gebrauchten Zellen.
Früher habe ich alles aussortiert, was unter 1 V Restspannung hatte. Inzwischen hebe ich nur noch die auf, die mindestens 1,2 V haben.
Ca. alle halben Jahre wird mal wieder durchgemessen und aussortiert. Da ist fast immer was dabei, was beginnende Auslauferscheinungen zeigt und gleich mit aussortiert wird.
Wenn man an den Auslaufzellen misst, sind da auch gerne mal welche dabei mit 1,3 V oder gar 1,4 V Leerlaufspannung...
Wieviel
Spannung benötigt deine Schaltung Minimum um zu funktionieren?
Das werde ich nochmal nachmessen.
Auf "nachmessen" würde ich mich dabei nicht verlassen, weil es viel zu viele Randbedingungen gibt, die deine Messung zu einem Stich in einen Heuhaufen werden lassen. Guck nach, bei welcher Mindestspannung die Hersteller die spezifizierten Eigenschaften garantieren.
Kommt man mit LDOs auch unter die magische 1µA-Schwelle?
Knapp dran: MCP1711 mit 1.5µA oder TPS709 mit max. 2.05µA @85°C. Bei beiden sollte man das kleingedruckte im Datenblatt sorgfältig lesen. Es sind LDO-Regler, die schwingen schon mal, wenn das Ausgangs-C kleiner als 1.5µF oder größer als 47µF ist - inklusive TK und Spannungs-Derating und was-ich-noch-vergessen-hab. Zum Trost haben sie bei µA-Last fast Null Drop-Out.
Der MCP1711 ist ein ganz besonderer, weil der überhaupt nur bei 25°C spezifiziert ist. Wenn's warm wird, ist der schlechter als der TPS. Dafür funktioniert er auch mit einem einzigen 100nF - mehr oder weniger; große Lastsprünge kann er damit nicht machen. Aber es ist nett, weil größere Cs auch einen nennenswerten Leckstrom haben. Manchmal wird ja ein Tantal empfohlen, sowas kommt hier garnicht in Frage und die Polymer-Typen sind noch viel schlechter.
Aber es ist nett, weil größere Cs auch einen nennenswerten Leckstrom
haben.
Kann ich nicht bestätigen. Wir hatten diese Befürchtung letztens auch, die tatsächlich messbaren Leckströme waren alle um mehrere Größenordnungen kleiner als die Datenblattwerte, auch noch bei 70 °C. Wir hatten dabei kleine (0201 oder 0402, weiß ich nicht mehr ganz genau) X5R bei hohen Spannungen gemessen. Der Leckstrom nahm überhaupt erst in dem Bereich der maximalen Nennspannung irgendwie zu – aufgrund der spannungsabhängigen Kapazitätsabnahme wird man solche Piezo-Keramiken ja aber normalerweise deutlich unterhalb der Nennspannung betreiben wollen.
Kommt man mit LDOs auch unter die magische 1µA-Schwelle?
Wo liegt da momentan die Grenze des Möglichen?
Dein ganzes Theoriegeschwafel geht von falschen Rabndbedingungen aus und hilft nicht zum Ziel. So würde ich vorgehen, wenn ich einen Grund suchte, etwas nicht zu bauen.
Einige Hersteller geben für die Kapazität die Entladebedingung an (z.B.
Varta) bei anderen Herstellern darf man die Kapazität selber
aufintegrieren (z.B. Duracell)
Beachte dabei die Schlußspannung, bis 0,9V/Zelle herunter kann kaum ein reales Gerät! Im Anhang Entladekurven mehrerer Batterien mit Konstantstrom, Rohdaten finden sich in einer älteren Diskussion:
Beitrag "Re: Varta Super Heavy Duty ver**ung"
Beispiel LiFeS2 mit 95% Restkapazität nach 20 Jahren.
Für ernsthafte Anwendungen würde ich das tatsächlich in Betracht ziehen.
Ich hatte mal einen Satz für meine analogen DCF-Wanduhren und war enttäuscht, die längere Laufzeit war nur etwa 50% und stand in keinerlei Relation zum Preis.
Aber es ist nett, weil größere Cs auch einen nennenswerten Leckstrom
haben.
Kann ich nicht bestätigen. Wir hatten diese Befürchtung letztens auch,
die tatsächlich messbaren Leckströme waren alle um mehrere
Größenordnungen kleiner als die Datenblattwerte,
Selbst ältere Elkos klassischer Bauart haben sehr geringe Leckströme. Es wird immer nachgeplappert, wie gewaltig hoch die seien, aber niemand macht sich die Mühe, selbst zu messen. Und selbst messen heißt, die mehrere Tage an Spannung zu belassen, bis der Leckstrom stabil bleibt.
die tatsächlich messbaren Leckströme waren alle um mehrere
Größenordnungen kleiner als die Datenblattwerte, auch noch bei 70 °C.
Allerdings weiß man trotzdem nicht wie es sich nach Jahren verhält?!
Stimmt schon.
Kurze Recherche zeigt, dass es offenbar einige Untersuchungen zur Alterung dieser Kondensatoren gibt. Diese zielen allerdings alle auf Kristallisierungseffekte der Keramik und damit einher gehende Kapazitätsreduktion ab. Ich denke mal, wenn mit der Alterung ein nennenswerter Anstieg des Leckstroms einher gegangen wäre, wäre das bei diesen Untersuchungen aufgefallen.
Die Kapazität beträgt ca. 2x 2000 mAh, damit kommt man theoretisch auf
13 Jahre Nutzungsdauer.
Nun mit Berücksichtigung der Selbstentladung.
Die Hersteller schweigen sich in ihren Datenblättern zur Selbstentladung
aus. Wiki schreibt was von 6% pro Jahr:
Ich habe eine Körperwaage auf AA Batterien umgebaut und die sind schon sehr lange drin.
Wenn ich "rein rechnerisch" die Batterien 13 Jahre drin lassen könnte, was interessiert mich dann die Selbstentladung, wenn ich die Batterien nach 10 Jahren tausche? Und wenn es wirklich relevant ist, dann tausche ich die nach 5 Jahren. Ich finde das ist eine recht lange Zeit und da kann man schon mal ein paar neue Batterien investieren.
Meine Meinung.
Wenn das auch noch bei allen Betriebsumständen (Temperatur, Feuchtigkeit) der Fall ist, dann reichen auch locker 2 x LR03 für dich für viele Jahre.
Wie viele Jahre es genau sind, darum würde ich mir nur dann noch eine Rübe machen, wenn der Batteriewechsel infolge des Einbauorts des Geräts extrem aufwändig ist.
Wie viele Jahre es genau sind, darum würde ich mir nur dann noch eine
Rübe machen, wenn der Batteriewechsel infolge des Einbauorts des Geräts
extrem aufwändig ist.
Das wäre tatsächlich ein Grund.
Wie Michael es schon anfangs schrieb, dass Batteriezellen immer von-bis gehen.
Wenn das Teil auf dem Mars steht, ok da würde ich auch rechnen.
Wenn das auch noch bei allen Betriebsumständen (Temperatur,
Feuchtigkeit) der Fall ist, dann reichen auch locker 2 x LR03 für dich
für viele Jahre.
Ja, wahrscheinlich.
Die Temperatur habe ich mal kurz mit Kältespray und Heißluftfön variiert:
Wenn es kalt wird, steigt der Ruhestrom auf 180 nA, wenn es heiß wird (>50°C) geht es auf 9 µA hoch. Da spielt vermutlich der Stützkondensator mit rein.
Putzen mit Ethanol brachte übrigens keine Verbesserung...
Wenn es kalt wird, steigt der Ruhestrom auf 180 nA, wenn es heiß wird
(>50°C) geht es auf 9 µA hoch. Da spielt vermutlich der Stützkondensator
mit rein.
Den deutlichen Stromanstieg auf einen Kondensator zu schieben, geht auch voll in Richtung Ignoranz.
Da spielt vermutlich der Stützkondensator mit rein.
Weiß nicht, was du als Kondensator hast, aber wenn das die üblichen X5R oder so sind, die sind nicht so stark temperaturabhängig. Halbleiter dagegen sehr stark.
Kältespray
Wenn es kalt wird, steigt der Ruhestrom auf 180 nA
vielleicht eher weil es feucht wird?
Wäre auch meine Vermutung. Insofern braucht es natürlich noch eine Abschätzung, wie feucht es im realen Betrieb werden kann. Ggf. (das brauchte ich bei meinem Außensensor) muss man nicht nur säuberlich alle Flussmittelreste entfernen (die sind gerne ein wenig hygroskopisch), sondern ich wurde auch erst glücklich damit, nachdem ich wirklich die ganze Platine mit Lack überzogen habe (natürlich außer der Öffnung des SHT-21). Aus dem gleichen Grunde konnte ich auch keine fertigen Funkmodule benutzen – die sind durch die (kondensierende) Feuchtigkeit im Inneren korrodiert und dann ausgefallen.
Ich wollte jetzt auch keine hochwissenschaftliche Arbeit zur Temperaturabhänigkeit von Kondensatoren und Halbleitern draus machen. Das Kältespray und die Heißluft lagen griffbereit da.
Mir ging es um eine ungefähre Abschätzung der Batterielebensdauer und das wurde zu meiner Zufriedenheit beantwortet.