Laden von zwei Bleiakkus

Gast #4262975
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Hello,

in einem mobilen Projekt betreibe ich 2x12V15AH Akkus in Serie. 
Mittelabgriff ist auch auf die Platine geführt.

DB:
http://www.qbatteries.de/uploads/tx_akkusys/QB_Export_neutral_12LCP-15.pdf

Jetzt geht es um das Ladekonzept. Verfügbar ist bei Anschluss ans 
Stromnetz via Netzteil 24V.

Idee:
Schaltregler, StEP-up auf 29,4V, Strombegrenzung bei 1,5A.

Spannung wird über einen uC am Mittelabgriff und Endabgriff gemessen. 
Sollten die Spannungen zu stark auseinanderdriften, will ich über 
Mosfets und Kondensatoren aktives Balancing verwirklichen.

Soweit so gut? Oder gibts da eine hübschere Lösung?

Wandler gibts bei TI genug, die Strombegrenzung würde eine kleine 
nachgeschaltete OPV Schaltung übernehmen. (Oder gibts da schon was 
kombiniertes?); Als "Schaufelkondensatoren" hätte ich jetzt mal grob 
überschlagen 1500uF * 0,1Ohm = Tau = 0.15ms; Somit sollte ich mit einer 
ms "Schaufeltakt" doch recht gut dabei sein. Die "Erstladung" der 
Kondensatoren erfolgt natürlich über einen Widerstand, uC gesteuert.

Konzept soweit i.O.?
#4263338
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Tach,
du machst dir deutlich zu viele Gendanken. Wenn die Wahl auf einen 
Bleigelakku gefallen ist willst du dich explizit nicht mit solchen 
Fragen beschäftigen. Das ist heute der einzige Grund warum man noch 
Blei verwendet. Im Ernst, bevor deine Akkus ernsthaft driften ist die 
Lebensdauer längst überschritten.

Mein Rat: Wenn du dir schon so ausführlich Gedanken über deinen Akku 
machst verwende gleich einen LiIon Akku (einen leichten Akku zu haben 
ist sicherlich auch nicht verkehrt bei einem mobilen Projekt). Zwei 
Konzepte sind denkbar.

Methode einfach ist das Ladegerät komplett vom Gerät zu trennen. Der 
Akku wird dann zum Laden ausgebaut und am Ladegerät geladen. Um das 
balancen kümmert sich dann das Ladegerät. Sowohl Akku als auch Lader 
gibts von der Stange.

Methode edel ist du baust dir den Akku aus 18650 Zellen selbst. Bei der 
Wahl passender Zellen ist im Normalfall balancen extrem selten, meist 
sogar völlig unnötig. Zu empfehlen sind da zB die guten alten Sony 
Konion Zellen (US18650VTC4).

Gruß
Thor
#4265964
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@ Hansdampf (Gast)

>Naja, die AKkus driften schon einige 100mv auseinander, ich habe
>bedenken, dass das auf dauer schadhaft wird?

Und was macht ein (Blei)Akku mit seinen Zellen? Dort gibt es auch keine 
Balancer.
AFAIK ist es gängige Praxis, bei der Reihenschaltung von BleiAkkus diese 
VORHER einfach einzeln vollständig zu laden und dann einfach in Reihe zu 
schalten. Die laufen dann hinreichend "synchron".

Bei LiPos geht das halt nicht, hier braucht man Balancer. Die arbeiten 
aber allein, da muss man von aussen nix messen.

>Ansonsten, Strombegrenzung + 29,4V = i.o?

Ich würde sagen, JA. Sind das nicht aber eher 2x14,4=28,8V?
Persönliche Seite #4266001
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Hallo Alex.

Alex S. schrieb:

> Mein Rat: Wenn du dir schon so ausführlich Gedanken über deinen Akku
> machst verwende gleich einen LiIon Akku (einen leichten Akku zu haben
> ist sicherlich auch nicht verkehrt bei einem mobilen Projekt). Zwei
> Konzepte sind denkbar.

Das Gewicht pro W/s ist bei LiIon Akkus deutlich besser als bei 
Bleiakkus, und sie haben, solange sie "gut" sind, einen sehr kleinen 
Innenwiderstand, (der aber auch fatal sein kann).

Persönlich habe ich mich selber aber dann trozdem für Bleiakkumulatoren 
entschieden, weil

1) Ich die Erfahrung gemacht habe, das LiIon Akkus bei Kälte im Winter 
katastrophal und komplett versagen. Für mich ein KO Kriterium, weil ich 
auch bei Schnee und Frost unterwegs bin.

2) Bleiakkumulatoren wesentlich unkritischer im Handling sind.

Eine Alternative wären aber eventuell Lithium Eisen Phosphat 
Akkumulatoren.


Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Persönliche Seite #4266017
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Hallo Hansdampf und Falk.

Hansdampf schrieb:

> Soweit so gut? Oder gibts da eine hübschere Lösung?

wenn Einfachheit hübsch ist: Blei-Gel Akkus können durch moderate 
Überladung (Ausgleichsladung) "balanciert" werden.

Siehe: Beitrag "Re: Blei-Gel-Akkus richtig laden"

Das führt zu:
Falk B. schrieb:
>>Ansonsten, Strombegrenzung + 29,4V = i.o?
>
> Ich würde sagen, JA. Sind das nicht aber eher 2x14,4=28,8V?

Danach wären 28,8V die untere Grenze und 29,4V die obere.
Hängt etwas am Akku und der damit gemachten Erfahrung.

Meine persönliche Erfahrung: Gute Akkus sollten so 2,42V pro Zelle 
vertragen. Im Zweifel eher den Strom oder die Zeit der 
Ausgleichsladung verringern.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

Nachtrag: Das Dokument von Panasonic über das Laden von VRLA Akkus 
existiert am angegebenen Ort nicht mehr.
Aber dafür existiert ein neues: 
http://na.industrial.panasonic.com/sites/default/pidsa/files/downloads/files/panasonic_vrla_chargingmethods.pdf
#4266101
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> 1) Ich die Erfahrung gemacht habe, das LiIon Akkus bei Kälte im Winter
> katastrophal und komplett versagen. Für mich ein KO Kriterium, weil ich
> auch bei Schnee und Frost unterwegs bin.
Uiui, grandioser Blödsinn. Es gibt nichts Kälte empfindlicheres als 
Bleiakkus. Wenn du Pech hast frieren dir die Dinger sogar kaputt. Wenn 
dein Projekt längere Zeit unklimatisiert (Heizung) den Elementen 
ausgesetzt ist sind Blei Akkus auf gar keinen Fall zu empfehlen.

2) Bleiakkumulatoren wesentlich unkritischer im Handling sind.
Und dafür auch viel schneller kaputt ;)

Thor
Persönliche Seite #4266128
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Hallo Alex.

Alex S. schrieb:
>> 1) Ich die Erfahrung gemacht habe, das LiIon Akkus bei Kälte im Winter
>> katastrophal und komplett versagen. Für mich ein KO Kriterium, weil ich
>> auch bei Schnee und Frost unterwegs bin.
> Uiui, grandioser Blödsinn. Es gibt nichts Kälte empfindlicheres als
> Bleiakkus. Wenn du Pech hast frieren dir die Dinger sogar kaputt.

Ja. Irgendwann frieren auch die ein*). ;O)

Aber zwischen 0°C und -20°C kann ich aus Blei Akkumulatoren noch Strom 
ziehen.

Bei LithiumIon Akkus kommt spätestens unterhalb 0°C nichts brauchbares 
heraus, und unterhalb plus 10°C wird es schon mager.

Das ist halt meine persönliche Erfahrung.

> Wenn
> dein Projekt längere Zeit unklimatisiert (Heizung) den Elementen
> ausgesetzt ist sind Blei Akkus auf gar keinen Fall zu empfehlen.

Richtig. Das tut keinem Akku gut. Aber immerhin funktioniert ein 
Bleiakku noch bei Minusgraden. Ein Lithium ionen Akku funktioniert dort 
nicht mehr.
Auch wenn das ganze reversibel ist, wenn er wieder warm wird.

Ein weiterer Nachteil von Bleiakkumulatoren ist die hohe Selbstentladung 
(und innere Korrosion) ab 30°C und ganz extrem ab 40°C. Da fangen 
Lithium Ionen Akkus eigentlich an, so richtig Lebendig zu werden.

Trozdem gilt für mich: Wenn es um Robustheit und Allwettertauglichkeit 
geht in unseren Breiten, dann Bleiakkus. Lithiumionen ist aber bestimmt 
eine Alternative für die Tropen.

LithiumEisenPhosphat könnte auch für mich eine Alternative sein. Leider 
bin ich noch nicht dazu gekommen, das auszutesten.

> 2) Bleiakkumulatoren wesentlich unkritischer im Handling sind.
> Und dafür auch viel schneller kaputt ;)

Nun, Ich habe halt gegenteilige Erfahrung gemacht, und halte Lithium 
Ionen Akkus für sehr heikel im Handling. Es ist nicht ohne, die Grenzen 
einzuhalten. Du kannst natürlich die Sicherheitsabstände groß machen, 
aber dann machst Du eben auch erhebliche Abstriche an der Kapazität (und 
reduzierst drastisch die Alterung).
Aber für mich ist das Kälteproblem eben das KO Kriterium bei Lithium 
Ion.

*) wenn Du in die Arktis willst, ginge nichts über 
Edison-Akkumulatoren:https://de.wikipedia.org/wiki/Nickel-Eisen-Akkumulator
Die sind noch robuster, allerdings auch etwas pflegeintensiver.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Gast #4270534
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Hello,

jetzt habe ich mal meine "specs" festgelegt:
1. Laden mit 28,8V/1,5A
2. Laden mit 29,4V/150mA

Das sollte für den Anfang ja mal passen bei 2x12V 15AH in Serie.

So, Bauteilauswahl geht los, denkste.

Gibt es da einen Switcher mit Programmable Output Current & Voltage 
(über FB Pins, z.B. via digitales Potentiometer) + Boost Converter? ich 
finde bei Gott nichts.

Grüße!

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