Hallo,
ich möchte einen Drehstromgetriebemotor in einem Hackschnitzelbunker
einbauen, welcher an der Decke montiert ist und die Hackschnitzel
auseinander räumen soll. meine Frage:
reicht hier ein normaler DS-Motor, oder muss diese eine Ex (Atex)
Zulassung haben? Im Bunker staubt es natürlich bei der Befüllung, daher
tendiere ich zu Ex, aber ich finde nirgends eine entsprechende Norm oder
glw.
evtl kann mir hier jemand helfen, oder auf eine entsprechende Norm
verweisen.
..den Motor nach außen verlegen geht leide nicht.
Danke!
Bei einem normalen DS-Motor gibt es nichts, welches einen Funken
erzeugen kann, also wozu dann EX?
Die Steuerung muss natürlich außerhalb liegen, was ja sowieso
normal ist...
Mani W. schrieb:> Bei einem normalen DS-Motor gibt es nichts, welches einen Funken> erzeugen kann, also wozu dann EX?
Und EX-konforme Drehstrommotoren gibt es darum auch überhaupt nicht.
Was ist wenn sich etwas am Klemmbrett losrappelt? Was ist mit
unzulässiger Erwärmung wenn der Motor blockiert sein sollte?
Ich empfehle in deinem Fall einen ordentlichen Motorschutz. Im
Hackschnitzebunker kann es passieren, dass der Motor blockiert.
Idealerweise zusätzlich zum Überstromschutz auch eine
Temperaturüberwachung (Motorvollschutz), denn die Kühlung kann durch
Staub verstopfen, sodass der Motor auch bei Nennlast in Flammen aufgehen
kann. Das sollte man nicht unterschätzen.
An dem Motor ist natürlich ein Motorschutzschalter angebaut, einen
Motorvollschutz kann ich auch mit anbauen. Die Steuerung liegt natürlich
außerhalb des Bunkers.
Der Motor läuft nur bei der Befüllung des Bunkers und soll die
Hackschnitzel verteilen. Danach steht der Motor wieder.
Also einen Standardmotor einbauen oder doch Ex?
>Motor im Hackschnitzelbunker
Mein Bruder hat das so gelöst:
Motor (und Schalter etc.) sind ausserhalb des Bunkers an einer Wand
montiert. Nur die bereits drehzahlreduzierte Welle führt durch die Wand
in den Bunker.
Gruss
Hallo Mani.
Mani W. schrieb:> Bei einem normalen DS-Motor gibt es nichts, welches einen Funken> erzeugen kann, also wozu dann EX?
Aber sicher. Mit eine der häufigsten (elektrischen) Ausfälle bei
Drehstromasynchronmotoren ist ein Windungsschluss der Ständerwicklung.
Je nach Lage wird das zumindest lokal auch "feurig". Beim Zerlegen
findet man dann Kupfernuggets in einer Aschematrix.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Ex Drehstrommotoren sind so gebaut, dass im Inneren eine Staubexplosion
stattfinden kann ohne dass er auseinanderfliegt bzw alles was passiert
lokal im Motor stattfindet.
Erich schrieb:>>Motor im Hackschnitzelbunker>> Mein Bruder hat das so gelöst:> Motor (und Schalter etc.) sind ausserhalb des Bunkers an einer Wand> montiert. Nur die bereits drehzahlreduzierte Welle führt durch die Wand> in den Bunker.
Genau das. Der Motor bleibt üblicherweise draußen.
Mani W. schrieb:> Bei einem normalen DS-Motor gibt es nichts, welches einen Funken> erzeugen kann, also wozu dann EX?
Du kennst die Anforderungen für sekundären Explosionsschutz? Es wird die
maximal mögliche Energie im Falle eines Doppelfehlers bewertet, "keinen
Funken" genügt nicht. Die Anforderungen für Staub sind dabei weitaus
schärfer als für Gas.
Hackschnitzel schrieb:> Der Motor läuft nur bei der Befüllung des Bunkers> und soll die Hackschnitzel verteilen.
Also zu dem ungünstigsten Zeitpunkt mit maximaler Staubentwicklung!
Armin X. schrieb:> Ex Drehstrommotoren sind so gebaut,> dass im Inneren eine Staubexplosion stattfinden kann> ohne dass er auseinanderfliegt bzw alles was passiert> lokal im Motor stattfindet.
Mit Motoren hatte ich nichts zu tun. In anderen Bereichen ist es
durchaus möglich, die Geräte so einzuhausen, dass im Fehlerfall nichts
nach außen dringt. Bevorzugt ist die Begrenzung der Energie, was bei
einem Motor natürlich nicht möglich ist.
michael_ schrieb:> Und der funkt!
Hier philosophieren Leute mit die von EX-Schutz keine Ahnung haben.
IM Exbereich wird nur das verbaut, das nicht mit unverhältnismäßigen
Aufwand auch außerhalb angeordnet werden könnte.
Dazu gehören alle Schaltgeräte die sich üblicherweise in einem
Schaltschrank befinden UND vor Allem Funkenerzeugende Geräte.
Taster und sonstige Schalter dir dort sein müssen werden in gekapselte
Form verbaut und sind so teuer, dass Du die als Privatmann nicht
bezahlen willst. Zudem werden diese mit Ex-zugelassenrn
Stromversorgungen gespeist deren Spannung und Strom so niedrig sind,
dass bei gekapselter Bauform des Schaltelemente nichts passieren kann.
Lackierrobotet mussten früher beispielsweise bei jedem Neu einschalten
erst minutenlang mit Frischluft gespült werden damit sich garantiert
keine entzündlichen Gase angesammelt haben könnten.
Hallo Armin.
Armin X. schrieb:> Zudem werden diese mit Ex-zugelassenrn> Stromversorgungen gespeist deren Spannung und Strom so niedrig sind,> dass bei gekapselter Bauform des Schaltelemente nichts passieren kann.
Was umgekehrt auch Auswirkungen auf die Auslegungen der Kontaktstücke
hat. "Freibrennen" bei 24V und 20mA ist dann halt nicht. Störabstände
sind dann auch mau.....
> Lackierrobotet mussten früher beispielsweise bei jedem Neu einschalten> erst minutenlang mit Frischluft gespült werden damit sich garantiert> keine entzündlichen Gase angesammelt haben könnten.
Ist bei Heizungen (Öl/Gas) aber auch so. Es soll nur der Brenner zünden,
nicht das komplette Volumen von Brennkammer und Kamin.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Bernd W. schrieb:> Ist bei Heizungen (Öl/Gas) aber auch so. Es soll nur der Brenner zünden,> nicht das komplette Volumen von Brennkammer und Kamin.
Jetzt wo Du das sagst fällt mir eine Begebenheit ein von der mir eine
Verwandte vor vielen Jahren erzâhlte, ich aber lange nicht
nachvollziehen konnte.
Die Erzählte nämlich genau, dass deren Ölbrenner/kessel beim Start
explodierte. Zum Glück aber niemand körperlich zu Schäden kam. Muss aber
schon 40 Jahre her sein.