Hallo
in der Hoffnung nicht nur dumme Antworten zu bekommen und den Wissen das
es dringender Fragen gibt, aber vor allem weil es einfach interessant
ist und Spaß macht:
Dauerbrenner wie der xx555, BC54x, 78xx... sind schon sehr alt aber in
Hobbykreisen immer noch sehr beliebt.
Abgesehen von der Anwendung in einfachsten "Super billig" Produkten und
manchmal bei Kleinstserien (und da eigentlich nur der78xx oder BC54x
bzw. deren SMD Varianten) scheinen mir diese Halbleiter im Massenmarkt
und bei Hochwertigen Produkten schon lange kaum noch benutzt zu werden.
Insgesamt scheint es ganz generell keine "Dauerbrenner" mehr zu geben,
sondern selbst bei unkritischen Sachen wird immer das verwendet was
gerade am Preiswertesten zu beschaffen ist, was der Entwickler als
passend gewählt hat, oder was bei der Parametersuche als erstes
passendes, billiges und gut verfügbares Greifbar war.
Gibt es eigentlich heute (in den letzten Jahren) wirklich noch
"Dauerbrenner" auch im Massenmarkt und auch in größeren Serien >1000 die
"jeder" Entwickler quasi als Standard einsetzt?
Marvin der depressive Roboter
"in Hobbykreisen immer noch sehr beliebt."
Woran machst du das fest? wer sagt das?
"Dauerbrenner"
sorry, aber das sind wieder so leere Worthülsen und Thesen
Wenn man sich manchmal selbst hinterfragt, kommt man selbst auch auf die
Antworten ;)
Marvin der depressive Roboter schrieb:> Abgesehen von der Anwendung in einfachsten "Super billig" Produkten und> manchmal bei Kleinstserien (und da eigentlich nur der78xx oder BC54x> bzw. deren SMD Varianten) scheinen mir diese Halbleiter im Massenmarkt> und bei Hochwertigen Produkten schon lange kaum noch benutzt zu werden.
Wie kommst Du darauf?
Schau Dich mal bei den üblichen Verdächtigen um. Ich denke nicht, dass
Schukat, RS, etc. ausschließlich für das Hobby einiger Weniger immer
noch eine beachtliche Palette unterschiedlicher 555er listen würden. Und
von denen ist kein einziger abgekündigt.
Dasselbe hast Du beim 7805, LM317 usw.
Die Dinger werden nach wie vor massenhaft von der Industrie verbaut.
Preiswert, robust, bewährt, kennt man, läuft :-)
Marvin der depressive Roboter schrieb:> Abgesehen von der Anwendung in einfachsten "Super billig" Produkten und> manchmal bei Kleinstserien (und da eigentlich nur der78xx oder BC54x> bzw. deren SMD Varianten) scheinen mir diese Halbleiter im Massenmarkt> und bei Hochwertigen Produkten schon lange kaum noch benutzt zu werden.
Die werden auch in hochwertigen Produkten verwendet wegen:
1. zuverlässig
2. keine Lieferprobleme
3. billig
4. teurere Lösungen sind nicht zwingend besser
5. das-haben-wir-schon-immer-so-gemacht
6. vielseitig einsetzbar
wenn es allerdings gute Gründe (Stromverbrauch, Abwärme,
Funktionsumfang, Platzbedarf...) für eine bessere Lösung gibt, dann wird
diese meist verwendet.
Marvin der depressive Roboter schrieb:> Gibt es eigentlich heute (in den letzten Jahren) wirklich noch> "Dauerbrenner"
Laut Wikipedia ist der NE555 seit 1973 jedes Jahr der meistverkaufte
Chip weltweit. Keine Ahnung ob das heute immer noch so ist, ich hätte
auch erwartet daß er durch uA7805 und TL431 eine starke Konkurrenz hat.
Das waren aber sicher nicht alles Hobbyisten.
Keine Ahnung, wo die milliarden an NE555 verkauft sien sollen, ich
glaube ich habe noch nie eine kommerzielle Schaltung gesehen in der er
verbaut war.
MaWin schrieb:> Keine Ahnung, wo die milliarden an NE555 verkauft sien sollen, ich> glaube ich habe noch nie eine kommerzielle Schaltung gesehen in der er> verbaut war.
Das sehe ich genauso. Ich hab in all den Jahren auch noch kein Projekt
entwickelt, wo es nicht eine bessere/billigere Lösung als mit dem 555
gab.
MaWin schrieb:> Keine Ahnung, wo die milliarden an NE555 verkauft sien sollen, ich> glaube ich habe noch nie eine kommerzielle Schaltung gesehen in der er> verbaut war.
Ich/Wir setzen den NE555 in der Ansteuerung eines Sperrwandlers ein.
Läuft seit ca. 22 Jahren. Stückzahl ca. 30000Stk p.A.
MaWin schrieb:> Keine Ahnung, wo die milliarden an NE555 verkauft sien sollen, ich> glaube ich habe noch nie eine kommerzielle Schaltung gesehen in der er> verbaut war.
Mach mal einen Maulwurf-Schreck auf. In 50% der Fälle sind ein oder zwei
davon drin. Jedenfalls in denen, die ich aufgemacht hab.
Hallo
danke erst mal, habe mir wohl die falschen Produkte angeschaut - aber
bei den Massenmarktprodukten für den Konsumenten (Computer, Notebook,
TV, Drucker, allen möglichen Steuerungen verschiedenster "weiße Ware"
Geräte...) ist mir tatsächlich bei einigermaßen aktuellen Geräten ein
555 nicht und ein 78xx kaum vorgekommen.
Sieht bei "Industrieware" und Sachen die noch wirklich Made in Germany
oder zumindest EU sind (Heizungssteuerungen, Automotive...) dann wohl
doch anders aus?
Marvin der depressive Roboter
In vielen kleineren Messgeräten von HP/Agilent/Keysight finden sich oft
Typen wie LM317/337, 78xx, 79xx, 78Lxx usw. Die kommen alle dort vor.
Die werden schon ihre Gründe haben. Viele davon haben mit der Bank zu
tun;-)
Habe letzens erst eine Platine aus den Achtzigern ausgepackt "Zeitmodul"
mit NE555, so haben wir auch Pakete 7805 um Steuerungen aus den 80igern
zu reparieren.
Zuhause hab ich auch noch einige von den beiden.. ich denke das man
heute zu besserem greifen kann wenn man nicht noch den einzelnen Cent
zählt und bereit ist sich mit der neueren Materie zu befassen.
@Ghost (Gast)
>555 und 7805 sind nicht nur bei Hobbybastlern sehr bekannt. Auch viele>professionelle Entwickler kennen keine Alternativen zu diesen Bauteilen.
Nur dumme Leute und ideologisch verblendete Menschen kennen keine
Alternativen! Es gibt IMMER Alternativen!
"Schau doch mal ob bei dir ein 555 verbaut ist. Vielleicht bist du
deshalb depressiv :-P"
Nein - das liegt an den Dioden ;-)
Marvin der depressive Roboter
Ehrlich gesagt finde ich diese ganze Diskussion hier wie der Streit um
des Kaisers Bart.
Ich vermute eher, wirtschaftliche und markttechnische Faktoren bestimmen
maßgeblich die Vielfalt der verwendeten Bauelemente. Wenn ein 78xx in 10
verschiedenen Produkten eingesetzt werden kann, ohne dass
entwicklungstechnische Gründe dagegen sprechen, ist es wirtschaftlicher
denselben Typ wo nur möglich einzusetzen.
Wenn sich ein bestimmtes Bauteil über Jahre hin bewährt hat, dann hat
man auch einen Erfahrungsmoment.
Ältere Bauteile wie die 78xx und ähnliche "Dependables" sind schon lange
im Markt von verschiedenen Herstellern erhältlich und deren
Erhältlichkeit ist in der Regel gesichert.
Wie oft wurden schon "Single Trick Ponies" von Herstellern wie z.B.
Maxim und Co. ohne große Warnung abgekündigt. In Industrie Design sind
solche Faktoren eben viel wichtiger wie ein "Sexy" Design mit einem
Eintags Wunder Chip.
Für Batterie betriebene Schaltungen gelten andere Maßstäbe und auch dort
haben sich schon lange gewisse Vorzugstypen herauskristallisiert. Es
besteht absolut kein Grund in 90% der Schaltungen auf spezielle
Sondertypen zugreifen zu müssen.
In meiner Industrie müssen die Geräte auf Jahrzehnte wartbar und
reparierbar sein. Da baue ich lieber Komponenten ein, die "Staying
Power" haben.
Marvin der depressive Roboter schrieb:> Gibt es eigentlich heute (in den letzten Jahren) wirklich noch> "Dauerbrenner" auch im Massenmarkt und auch in größeren Serien >1000 die> "jeder" Entwickler quasi als Standard einsetzt?
garantierte Dauerbrenner:
Drahtbrücke und 0 Ohm Widerstand
Letztens erst eine elektronische Dartscheibe repariert.
Spannungsversorgung besteht aus 12V Trafonetzteil->Diode->7805. D.h. 60%
Der Energie wird verbraten. Heute würde man eher eine USB Buchse
einbauen.
MaWin schrieb:> Keine Ahnung, wo die milliarden an NE555 verkauft sien sollen, ich> glaube ich habe noch nie eine kommerzielle Schaltung gesehen in der er> verbaut war.
Ich habe gestern zu meiner Überraschung endeckt, dass ein 555 in den
ATARI 1050 Floppy-Laufwerken verbaut wurde.
Wolfgang E. schrieb:> Ich habe gestern zu meiner Überraschung endeckt, dass ein 555 in den> ATARI 1050 Floppy-Laufwerken verbaut wurde.
Im Apple II-Floppycontroller sitzt sogar ein NE556. Zum Glück nicht als
Datenseparator, sondern nur für den Nachlauf des Motors ;-)
MaWin schrieb:> Keine Ahnung, wo die milliarden an NE555 verkauft sien sollen, ich> glaube ich habe noch nie eine kommerzielle Schaltung gesehen in der er> verbaut war.
geht mir ähnlich.
bisher ein einziges mal einen NE555 in einem Gerät gefunden.
Oder sagen wir besser: bemerkt.
Und ich schlachte schon seit mindestens 30 Jahren alles,
was mir in Sachen Elektronik und Elektrogeräten zugelaufen kommt.
Die Bevorzugung des generischen 555 (NE555...ICL7555 (CMOS) für manche
Timing Anwendungen mag vielleicht auch daran liegen, dass jene im
Vergleich zu 8-pin uC einen weiteren Spannungsbereich haben. Manchmal
ist es praktisch eine einfache Timing Schaltung am 12V Bordnetz
betreiben zu können ohne Spannungsregler und Leistungsstufen zu
brauchen.
Der 555 hat ja eine leistungsfähige Gegentaktendstufe für bis zu 300mA
und bis zu 16VDC. Damit kann mal viel machen.
Beim uC verursacht das schon einen groesseren Aufwand.
Die Hintergründe warum ein Entwickler ein gewisses Bauteil bevorzugt
sind oftmals komplex und der Allgemeinheit vielfach undurchsichtig;-)
Und, nein! Ich habe schon jahrzehntelang keinen 555 mehr eingesetzt.
Wenn allerdings ein 555 eine Vorteil bringt, verwende ich ihn
natuerlich.
78xx verwende ich auch nur in Fällen wo Leistungsaufnahme gering ist.
Die einfachen Schaltregler wie z.B. LM2596, LT1074, LM2674 um einige zu
nennen, in allen ihren Varianten und Herstellern, sind mir heutzutage
lieber.
Aber wie gesagt, ich finde es ist ein Streit um des Kaisers Bart. Es
zählt letzten Endes nur ob alle Anforderungen und Erwartungen des
Anwenders erfüllt werden. Wie man es macht ist doch wurscht.
Nun, so schlimm kann es mit der Obsoleszenz des 555 nicht wirklich sein,
wenn es ihn in zahlreichen Varianten wie SO-8, TSSOP, DIP gibt. Die D.K.
Lagerbestände sind auch gewaltig und der Preis ist spottbillig.
ATTINY13 QTY: 8000 kostet $0.73653
NE555 QTY: 5000 kostet $0.13356
Kein Wunder dass Hersteller die billigere Lösung vorziehen.
Ich/wir haben 555er schon mehrfach verbaut. In einigen Fällen hätte man
auch uC verbauen können. ABER, jede SW hat Fehler, muss gewartet,
archiviert und programmiert werden (jeder Chip). Zudem dürfte ziemlich
jeder uC empfindlicher auf Störungen sein als ein oller, bipolarer 555.
LM 317, TL 431, 74 ACT 00, SM 4007 aka 1N4007, 78 L 05, 1N5819.
Tolle Teile, setze ich als SMD-Teile rollenweise ein, weil sie nichts
kosten.
Übrigens ist der LM317 ein prima Teil für die Herstellung der 1,2 V
etlicher FPGA z.B. Spartan 3.
555er habe ich auch des öfteren als Multivibrator für irgendeinen
Hilfstakt eingesetzt, um Resourcen in kleinen CPLD wie dem XC9536XL zu
sparen (Teilerkette).
XC9536XL und XC9572XL sind bei mir auch Dauerbrenner, die dann im 800er
Pack günstig eingekauft werden.
Die Kunden bezahlen mich nicht für die ingeniöse Schönheit der
Schaltung, sondern für anstandslos funktionierende Geräte.
Bernd G. schrieb:> Übrigens ist der LM317 ein prima Teil für die Herstellung der 1,2 V> etlicher FPGA z.B. Spartan 3.
Wir nehmen hier für alle gering belasteten Spannungen den LM317. Damit
kann man alles erschlagen und den kriege ich auch noch in zehn Jahren
von einem Dutzend verschiedener Hersteller.
> Die Kunden bezahlen mich nicht für die ingeniöse Schönheit der> Schaltung, sondern für anstandslos funktionierende Geräte.
So isses :-)
Und wenn dann auch noch die Ersatzteilversorgung gesichert ist - umso
besser!
Mir ist auch schon aufgefallen, dass Agilent/HP alle diese "hier
verpönten" Typen in vielen ihrer Geräte (noch) verwenden. Ich bin sicher
das hier auch kosten-technische Faktoren eine große Rolle spielen. Die
Tauglichkeit dieser Teile steht ja nicht zur Debatte.
Gerhard O. schrieb:> Mir ist auch schon aufgefallen, dass Agilent/HP alle diese "hier> verpönten" Typen in vielen ihrer Geräte (noch) verwenden.
..die werden simpel eine Bibliothek mit getesteten "building blocks"
haben aus denen sie ihre Geräte erstellen.
Gruß,
Holm
Christoph Z. schrieb:> Zudem dürfte ziemlich> jeder uC empfindlicher auf Störungen sein als ein oller, bipolarer 555.
Ich habe mehrfach genau das Gegenteil erlebt, da die 555 keine
Schutzdioden an den Eingängen haben. Die 555 sterben daher sehr leicht
und die CMOS nochmal leichter.
In einer Anwendung hat es gereicht, den CMOS-Typ durch bipolar zu
ersetzen, damit er überlebt.
In der anderen wurde er durch einen ATtiny25 ersetzt, der dann noch eine
sehr umfangreiche Außenbeschaltung eingespart hat.
Rein schaltungstechnisch konnte ich keinen Grund ausmachen, warum es die
555 erwischt hat, alle Spannungen waren innerhalb 0V..VCC. Allerdings
wurden auf den gleichen Platinen bis zu 3500V erzeugt, die auch mal
Überschläge an der Last aushalten mußten. Die 555 sind auch immer nur im
Feld gestorben, nie auf dem Labortisch. Vielleicht hätte ein
Schirmgehäuse um den 555 geholfen.
Ehrlicherweise habe ich den 555 erst bei einem HPI-Kurs
in der Meisterschule kennengelernt. Bis dahin alles
mit einen a-stabilen MV gelöst.
Marvin der depressive Roboter schrieb:> ... BC54x ... sind schon sehr alt aber in> Hobbykreisen immer noch sehr beliebt.
Ich wundere mich dass es überhaupt so viele verschiedene
BJTs gibt.
s= Ie/UT und ist bei allen Siliziumtypen gleich.
Hatte mal einen Badlüfter modifiziert. Da wäre
ich über einen 555 froh gewesen. Verwendet wurde
irgendein cmos Gatter in Kreuzknobelschaltung.
Dauerbrenner sind auch ECC83 und EL84
LG
old.
OXI T. schrieb:> Kreuzknobelschaltung
was ist das?
Soll das ne bestimmte Schaltung sein, oder ist das einfach nur ein
Ausdruck für eine komische, schwer zu durchschauende Verschaltung.
google hat mir da auch nicht weiterhelfen können.
Vlad T. schrieb:> Soll das ...
Kannst Du selbst beurteilen.
Anbei die modifizierte Schaltung des Badlüfters
mit zusätzlicher Einschaltverzögerung.
LG
old.