Kann man mit 17V und 1mA ein Relais schalten?

OP #6263052
Lesenswert?

Bei einem Wassersensor der leitet, habe ich bei vorhandenem Wasser einen 
Durchgang von 17V und 1mA gemessen.

Ich nehme an durch den Widerstand des Wassers gehen bei 17V von der 
Quelle nicht mehr als 1mA durch.

Wenn ich damit etwas schalten will (ein Relais welches einen Motor 
schaltet), brauche ich wahrscheinlich eine Transistor 
Verstärkerschaltung.

Also wenn genug Wasser im Brunnen (Pegelstand hoch genug) ist sollte 
durch den leitenden Wassersensor ein Relais-Spule geschalten werden, 
welches dann eine Pumpe schaltet die Wasser aus dem Brunnen pumpt.

Aber ich wollte vorher noch fragen, ob man damit auch direkt eine 
Relais-Spule schalten kann?

Ich halte es mit 1mA ja eher für nicht möglich, aber ich weiß ja auch 
nicht alles :D
#6263062
Lesenswert?

Roman K. schrieb:
> Also wenn genug Wasser im Brunnen (Pegelstand hoch genug) ist sollte
> durch den leitenden Wassersensor ein Relais-Spule geschalten werden,
> welches dann eine Pumpe schaltet die Wasser aus dem Brunnen pumpt.

Du solltest auch an eine Hystere denken. Es macht wenig Sinn, wenn die 
Pumpe anläuft und nachdem sie 3 Sekunden gepumpt hat und der Wasserstand 
um wenige mm gefallen ist wieder ausgeht.
#6263068
Lesenswert?

Roman K. schrieb:
> Ich nehme an durch den Widerstand des Wassers gehen bei 17V von der
> Quelle nicht mehr als 1mA durch.

Wenn 17V im Widerstand vom Wasser hängen bleiben, wie viel Volt hast du 
dann noch für das Relais übrig? bzw. wenn du 12V für das Relais brauchst 
und nur noch 5V im Wasser bleiben dürfen, wie viel Strom hast du dann 
zur Verfügung?

Aus was für Material ist der Wassersensor? Bei den Spannungen wird der 
innerhalb von Tagen bis Wochen wegkorrodieren. Bei einem Sensor aus 
Platin, mit unter einem Volt (Elektrolyse vermeiden) und mit 
Wechselspannung betrieben hätte ich vllt. Hoffnung das das hält, aber 
wahrscheinlich ist das so ein China-PCB-Sensor. Schmeiß den weg und kauf 
was vernünftiges.


> Ich halte es mit 1mA ja eher für nicht möglich, aber ich weiß ja auch
> nicht alles :D
Ein Relais hat normalerweise ein Datenblatt, wo sowas nachzulesen ist.
OP #6263178
Lesenswert?

K. S. schrieb:
> Roman K. schrieb:

>
> Aus was für Material ist der Wassersensor? Bei den Spannungen wird der
> innerhalb von Tagen bis Wochen wegkorrodieren. Bei einem Sensor aus
> Platin, mit unter einem Volt (Elektrolyse vermeiden) und mit
> Wechselspannung betrieben hätte ich vllt. Hoffnung das das hält, aber
> wahrscheinlich ist das so ein China-PCB-Sensor. Schmeiß den weg und kauf
> was vernünftiges.
>

Also aus welchem Materia weiß ich nicht, ich erneuere das alles nur mal 
nach 20 Jahren.

Der Sensor leitet aber nach wie vor, obwohl er tatsächlich korrodiert 
ist.

Zuvor dachte ich schon, dass der kaputt ist, dabei sind die Kabel 
verzinnt und ich kann keinen Durchgang messen, nachdem ich die Kabel 
aber etwas abgeschliffen habe, waren ca 1 Ohm Durchgang.

Also obwohl der Sensor korrodiert aussieht, leitet er noch.

Gemessen liegen 17V an und Strommessung ergibt 1mA mit Messgerät.
Gast #6263392
Lesenswert?

Roman K. schrieb:

> 17V und 1mA

> Aber ich wollte vorher noch fragen, ob man damit auch direkt eine
> Relais-Spule schalten kann?

Hallo,

da ich schon sehr kleine Relais gesehen habe hat mich das Thema 
motiviert nach dem kleinsten mechanischen Relais zu suchen.

Das BT24-2A66 (Reedrelais) ist an der Anforderung sogar nah dran:
Spulenstrom   1,2mA
Anzugspannung   18 V DC

Technisch würde ich es so aber trotzdem nicht lösen. Gründe wurden ja 
genannt. Insbesondere wenn der "Motor" (vermutlich eine Pumpe) mit 
Netzspannung betrieben werden soll.

Meine Frage, was ist das kleinste (mechanische) Relais in Bezug auf 
Baugröße oder Spulenstrom das ihr kennt oder findet?
Gast #6263459
Lesenswert?

~Mercedes~  . schrieb:
> Thomas meinte:
>
>> Meine Frage, was ist das kleinste (mechanische) Relais in Bezug auf
>> Baugröße oder Spulenstrom das ihr kennt oder findet?
>
> Das Relais mit dem kleinsten Anzugsstrom, was ich kenn,
> ist das (polarisierte) Telegrafenrelais, das ist aber
> bauartbedingt groß.
>
> mfg

Interessant, danke Mercedes.

Auf die Schnelle habe ich folgendes dazu gefunden:

"Am entgegengesetzten Ende gabs polarisierte Telegrafenrelais, die
funzten fast mit nem Mückenfurz, AW Zahl etxrem niedrig. Dafür schwierig
zu justieren. Ich vermute mal, dass die mit weniger als 1V bei nahe
0,nix mA prima klapperten. ggf. sowas umwickeln.

Und noch ne Potenz empfindlicher waren die Galvanometerrelais. IIRC
liefen die mit 0,1V Spulenspannung und 1mA, also Rspule 100Ohm. Aber die
durften wir nur hinter Glas anschauen und nie anfassen Smile Aber 0,1mW
Antriebsleistung war schon `ne Hausnummer."

Da (http://www.edaboard.de/low-volt-relais-t23140.html) gehts ebenfalls 
um sehr leistungsarm schaltende Relais...
#6263481
Lesenswert?

Jupp,
Telegrafenrelais, sind auch schnell, denn sie müssen 50Hz
aushalten im Dauerbetrieb.
Deshalb hat man sie beim Fernschreiben genommen und für
Proportional-Flattersteuerungen bei Fernsteuerungen.

Wenn Du mich mal im September nochmal erinnerst, und
ich bis dahin wieder zu Haus bin, mach ich mal Fotos.

mfg
#6263570
Lesenswert?

Roman K. schrieb:
> Bei einem Wassersensor der leitet, habe ich bei vorhandenem Wasser einen
> Durchgang von 17V und 1mA gemessen.
>
> Ich nehme an durch den Widerstand des Wassers gehen bei 17V von der
> Quelle nicht mehr als 1mA durch.
>
> Wenn ich damit etwas schalten will (ein Relais welches einen Motor
> schaltet), brauche ich wahrscheinlich eine Transistor
> Verstärkerschaltung.

Mal eine Frage:
Wenn der Wasserstand gerade so hoch ist dass er den Sensor gerade so 
berührt und dann die Pumpe anspringt, dann wird sie doch nur eine ganz 
geringe Menge an Wasser hoch pumpen und dann gleich wieder aus gehen.
Wenn dann das Wasser aus dem Rohr zurück strömt, dann wird der Sensor 
wieder aktiv und schaltet die Pumpe an. Das geht dann immer so weiter, 
deine Pumpe geht pausenlos an und aus.

Du brauchst irgend eine Abschaltverzögerung, damit eine gewisse Menge an 
Wasser raus gepumpt werden kann.

Solch ein Sensor sollte auch immer kapazitiv arbeiten und er lässt sich 
auch sehr leicht mit einem beliebigen Mikrocontroller zusammen basteln.
https://www.youtube.com/watch?v=BEwNEg1KWpg
Gast #6263583
Lesenswert?

Mike J. schrieb:
> Du brauchst irgend eine Abschaltverzögerung, damit eine gewisse Menge an
> Wasser raus gepumpt werden kann.

Er braucht zwei Sensoren und ein RS Flip Flop. Einen Sensor für den 
oberen Wert und einen etwas weiter unten montiert. Da GND für beide 
Sensoren gleich ist, benötigt er 3 Leitungen.
Einer der beiden Sensoren muss von der Logik her invertiert werden.
Gast #6263584
Lesenswert?

Roman K. schrieb:
> Bei einem Wassersensor der leitet, habe ich bei vorhandenem Wasser einen
> Durchgang von 17V und 1mA gemessen

Bevor man nach Relais sucht, die mit 1mA schalten, oder eine 
Verstärkerschaltung:

Schmeiss deinen 'Wasserstandssensor' weg und besorge dir einen 
Schwimmerschalter. Besser, zuverlassiger, und schaltet ordentlich, meist 
ein Reedkontskt und Magnet im Schwimmer.

Denn Wasserstandssensoren auf Widerstandsbasis haben viele Nachteile: 
bei reinem Wasser schalten sie nicht, sie brauchen dreckiges bzw. 
salziges Wasser, die Elektroden korrodieren, man muss sie daher mit 
Wechselstrom auswerten, und der Strom fliesst durchs Wasser, keine 
Potentialtrennung.
#6263588
Lesenswert?

Elektrofurz (Gast) schrieb:

>Er braucht zwei Sensoren und ein RS Flip Flop. Einen Sensor für den
>oberen Wert und einen etwas weiter unten montiert. Da GND für beide
>Sensoren gleich ist, benötigt er 3 Leitungen.
>Einer der beiden Sensoren muss von der Logik her invertiert werden.

Genau das macht ja eigentlich ein 555.
Gast #6263732
Lesenswert?

MaWin schrieb:
>
> Schmeiss deinen 'Wasserstandssensor' weg und besorge dir einen
> Schwimmerschalter. Besser, zuverlassiger, und schaltet ordentlich, meist
> ein Reedkontskt und Magnet im Schwimmer.
>
> Denn Wasserstandssensoren auf Widerstandsbasis haben viele Nachteile:
> bei reinem Wasser schalten sie nicht, sie brauchen dreckiges bzw.
> salziges Wasser, die Elektroden korrodieren, man muss sie daher mit
> Wechselstrom auswerten, und der Strom fliesst durchs Wasser, keine
> Potentialtrennung.

Einen schwimmerschalter hab ich , das wasser im Brunnen schaltet den 
aber fast nicht, da es nur maximal 50 cm hoch wird und da der Schwimmer 
noch nicht auslöst
Gast #6263735
Lesenswert?

Wie die Vorposter festgestellt haben, Verstärkerschaltung und Hysterese 
müssen sein. Mit einem NE555 wäre das ganze möglicherweise lösbar, der 
macht beides. Aus dem Sensor und einem Widerstand (mit Poti in Reihe zum 
Einstellen) einen Spannungsteiler aufbauen. Das ganze ist dann so zu 
dimensionieren, dass der Spannungsteiler zuverlässig unter 1/3 und über 
2/3 der Versorgungsspannung des IC kommt. Über Zusatzbeschaltung an Pin 
5 (interner Referenzspannungsteiler) liesse sich das ganze noch ein 
wenig "ziehen". Den Abgriff des Spannungsteilers an Pin 2 und 6, zum 
träge machen noch einen Elko nach Masse. Der 555 bringt am Ausgang (Pin 
3) bis 200 mA, da kannst du ein 12 Volt Relais problemlos schalten. 
Freilaufdiode nicht vergessen! Die Wirkrichtung des Relais kannst du 
bestimmen, je nachdem, ob du den Anschluss der Relaisspule, der nicht an 
Pin 3 hängt, auf Masse oder 12 Volt hängst. Dimensionierung als grobe 
Richtwerte.
Angehängte Dateien:
Gast #6263802
Lesenswert?

Auch wenn es so ein Relais zu kaufen gäbe, würde ich es dennoch nicht 
benutzten. Denn wenn das Gerät später mal kaputt geht, kommt man ganz 
schnell in Teufels Küche.

Man kann ja nicht sein Leben lang alle Bauteile als Ersatzteil auf 
Vorrat halten.
Gast #6263827
Lesenswert?

Bedenke dass eine Tauchpumpe mit dem Brunnenwasser gekühlt wird. Wenn da 
zuwenig Wasser im Brunnen ist, wird sie nicht lange laufen. Da braucht 
es dann eine externe, selbst saugende Pumpe. Und dann kannst Du zur 
Füllstandsmessung Radar, Ultraschall, Druck, Schwimmerschalter oder 
elektrische Sensorik nehmen.
Der Vorteil der ersten 3 Methoden ist, Du kannst auch den Pegelstand im 
Brunnen mitloggen. Der monetäre Einsatz ist beim Radar am größten und 
sinkt bei Bastellösungen bei der elektrischen Sensorik gegen null.
OP #6265959
Lesenswert?

Also ich habe einen Schwimmerschalter den man runterlassen kann und der 
nicht montiert werden muss.

Der Brunnen ist immerhin 30 Meter tief und da klettert man nicht so 
einfach runter, aber am Boden ist der Wasserpegel maximal 80cm hoch (bei 
guter Wasserlage).

Ich glaub alle anderen Schwimmerschalter die hier gepostet wurden muss 
man ja dann irgendwo montieren in dieser Tiefe.

Der Pegel hebt den Schwimmerschalter aber bei seinen 80cm nie soweit an, 
dass er einschaltet.

Aber ich werde natürlich einiges austesten, sobald ich dazu komme ... 
jegliches testen dauert halt Stunden, deswegen versuch ich das gerne 
soweit als möglich theoretisch auszukundschaften.
Gast #6265987
Lesenswert?

Roman K. schrieb:
> Der Brunnen ist immerhin 30 Meter tief und da klettert man nicht so
> einfach runter, aber am Boden ist der Wasserpegel maximal 80cm hoch (bei
> guter Wasserlage).

Bei den Links sind auch Geräte dabei, die senkrecht an Seil oder Kabel 
hängen. Diese werden durch einen steigenden Wasserspiegel betätigt. Wenn 
du so ein Teil an ein 30m langes Seil hängst, ist doch der Drops 
gelutscht. Wo siehst du das Problem? Du musst nicht mal selbst 
runtersteigen, sondern nur den Schalter runterlassen...
OP #6266013
Lesenswert?

Helfer schrieb:
> Erwin D. schrieb:
>> Du musst nicht mal selbst runtersteigen, sondern nur den Schalter
>> runterlassen...
>
> Und wer schraubt den Schalter da unten fest? Der bleibt ja nicht einfach
> von alleine in der Luft stehen.

Hmm anscheinend doch, irgendwie.
Schwer vorstellbar, aber ich hab eine kleine Ahnung wie da funktioniert.

Ich denke zwar auch, da wird es bei steigendem Wasserpegel ohne Montage 
ja den ganzen Schalter anheben, aber vlt ist vorne ein ganz leichtes 
Teil dran, das es eher anhebt, als die ganze Pumpe.

Aber weiß jetzt nicht so genau :)
#6266068
Lesenswert?

Welchen Durchmesser hat der Brunnen?

Ich würde wahrscheinlich ein Gestell (Aus Edelstahlrohren oder 
HT-Rohren) bauen in welches ich die Pumpe befestigen kann und wo auch 
der Schalter montiert wird.
Das Gestell könnte auch schwimmen wenn man oben am Gestell vier 
Schwimmkörper befestigt. (leere Behälter für destilliertes Wasser 
vielleicht?)

Man könnte dann eine Edelstahlkette/Nylonseil nehmen um dieses Gestell 
nach unten zu lassen.
OP #6266070
Lesenswert?

Mike J. schrieb:
> Welchen Durchmesser hat der Brunnen?
>
> Ich würde wahrscheinlich ein Gestell (Aus Edelstahlrohren oder
> HT-Rohren) bauen in welches ich die Pumpe befestigen kann und wo auch
> der Schalter montiert wird.
> Das Gestell könnte auch schwimmen wenn man oben am Gestell vier
> Schwimmkörper befestigt. (leere Behälter für destilliertes Wasser
> vielleicht?)
>
> Man könnte dann eine Edelstahlkette/Nylonseil nehmen um dieses Gestell
> nach unten zu lassen.

Auf ca. 5 Meter Höhe, wo sich der Einlass für die Stromversorgung und 
der Anschlussschlauch  für die Pumpe befindet, ist ein Art Pult 
montiert, da kann man leider daneben nur grad so die Pumpe 
durchschleusen.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren