Ein Asynchronmotor/Käfigläufer mit 0,2 kW ist in Sternschaltung an
Drehstrom angeschlossen. Geschaltet wird er von einem 3-Phasen Solid
State Relais. Nach dem Ausschalten läuft der Motor ein wenig zu lange
nach und müsste daher nur leicht abgebremst werden. Gibt es ein
elektronisches Gerät, dass ich statt des Solid State Relais einsetzen
könnte, das den Motor nach dem Ausschalten ein wenig - möglicherweise
einstellbar - bremst?
Das Thema führt bei einer Google/Wikipedia Suche auf Gleichstrombremsung
oder Widerstandsbremsung und bezieht sich dort auf Züge und
Kraftfahrzeuge. Konkrete Schaltungen mit Größenordnungen von Werten oder
konkreten Gerätschaften gibt es da kaum.
Old P. schrieb:> dass> der Motor kurz geschlossen wird
Elektrischen Antriebe hatte ich jetzt schon eine Weile nicht in den
Fingern. Bist Du sicher das der nicht einfach entmagnetisiert und
fröhlich weiter dreht?
sonnigen Tag
hauspapa
S. K. schrieb:> kleiner Schütz
Der Motor wird minütlich bis zu zehn mal aus- und ein geschaltet. Schütz
geht also gar nicht. Daher suche ich nach einer elektronischen
Möglichkeit. Eigentlich erklärt es sich mir nicht, dass es da nicht eine
Flut von Geräten gibt. Solch eine Aufgabe dürfte sich sehr häufig
stellen.
Dirk J. schrieb:> Der Motor wird minütlich bis zu zehn mal aus- und ein geschaltet.
Und wieviel mal am Tag im Monat im Jahr?
Wenn das dauernd so geht hast Du klar recht, wenn das im Mittel unter
250 Schaltspiele pro Tag bleiben könnte ein Kleinschütz da durchaus
glücklich werden.
Die vielen Anlauf und Bremsmanöver machen aber im Motor massiv
Zusatzverluste, deher aus Sicht des Motors ein ziemlich klarer Fall für
einen kleinen Umrichter.
viel Erfolg
hauspapa
hinz schrieb:> Gibts es doch: Frequenzumrichter.
Es könnte sein das bei so häufigen Bremsmanövern der Bremswiderstand im
Umrichter an seine Grenzen kommt. Im Zweifel eine Nummer grösser kaufen.
Kann man das 3 Phasen SSR auch gegen 3 einphasige tauschen? Dann liesse
sich mit einem 4. SSR, einer Diode, Glühlampe zur Strombegrenzung und
ein bischen Zauberei in der Ansteuerung was machen. Auch wenn Lasten mit
DC Anteil im Strom beim Energieversorger nicht sonderlich beliebt sind.
Ist ja nur für kurze Zeit.
viel Erfolg
hauspapa
S. K. schrieb:> Es könnte sein das bei so häufigen Bremsmanövern der Bremswiderstand im> Umrichter an seine Grenzen kommt.
Ist normalerweise extern, wird aber hier eh nicht benötigt, man nimmt
einfach DC-Bremse.
Wenn sehr oft und lange gebremst wird, lohnt sich evtl. ein
rückspeisender Umrichter. Der verheizt die Bremsenergie nicht, sondern
speist sie ins Netz zurück.
Das CNC-Bearbeitungszentrum eines Freundes macht das so (40kW
Hauptspindelantrieb). Woandershin könnte man die Bremsenergie bei
häufigen Drehzahländerungen auch gar nicht entsorgen, ohne das irgendwas
richtig heiß wird.
S. K. schrieb:> Brückengleichrichter, Lampe als Vorwiderstand, kleiner Schütz und ein> bischen basteln.
Ja, man braucht nicht viel Gleichstrom für eine ordentliche
Bremswirkung.
S. K. schrieb:> Old P. schrieb:>> dass>> der Motor kurz geschlossen wird>> Elektrischen Antriebe hatte ich jetzt schon eine Weile nicht in den> Fingern. Bist Du sicher das der nicht einfach entmagnetisiert und> fröhlich weiter dreht?
Ich schätze auch, dass genau das passiert: Praktisch kaum Wirkung.
Ben B. schrieb:> Wenn sehr oft und lange gebremst wird, lohnt sich evtl. ein> rückspeisender Umrichter. Der verheizt die Bremsenergie nicht, sondern> speist sie ins Netz zurück.
Bei einem 200W Motor?
200W naja gut, ist nicht die Welt, aber mehr als nichts.
Übrigens ist bei der Gleichstrombremsung zu bedenken, daß die ganze
Bremsenergie in Form von Wärme auf dem nicht besonders gut gekühlten
Rotor frei wird. Ich hab daher so meine Bedenken, daß sich der Motor bei
ständig wiederkehrender Bremsung zu stark erhitzt. Ihn mit einem
Frequenzumrichter abzubremsen und was Sinnvolles mit dem erzeugten Strom
anzustellen erscheint mir als beste Lösung.
Erst einmal Danke für Eure Hinweise. Wie gesagt, suche ich einen 1:1
elektronischen Ersatz für das 3 Phasen Solid State Relais: 3 Anschlüsse
Drehstrom vom Netz, drei Anschlüsse Drehstrom zum Motor, ein digitaler
Eingang: High = Motor an, Low = Motor aus. Also Relais raus, Ersatz rein
- und das ohne sonstiges Umverdrahten und Basteln. Da scheint der von
Euch genannte "Frequenzumrichter" das richtige Stichwort zu sein, auf
das ich bei meiner Suche zuvor nicht gestoßen bin.
Allerdings gibt es da Versionen in Hülle und Fülle und ich finde diesen
1:1 Ersatz nicht. Es wäre schön, wenn man mich auf den Link zu einem
konkreten Produkt stoßen könnte. Der Umrichter sollte den 0,2 kW Motor
beim Ausschalten abbremsen, was das Solids State Relais nicht leisten
kann. Optimal aber verzichtbar wäre es, wenn die Härte der Bremse an dem
Frequenzumrichter einstellbar wäre.
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