Drehrichtung Nabendynamo

Gast #4875405
Hallo,
auf vielen Nabendynamos ist ja ein Pfeil für die Drehrichtung. Gibt es 
dafür einen "elektrischen" Grund? In einem Forum fand ich die Aussage, 
dass die "Magneten für eine Drehrichtung optimiert seien". Angeblich 
wurde das auch gemessen.

SON als Hersteller gibt nur an, dass sich sonst der Gehäusedeckel lösen 
könnte, also rein mechanische Gründe.
Elektrofan schrieb:
> Das gilt nur für billige Dynamos ohne Kompensationswicklung
> (Ankerrückwirkung).

Ich möchte doch annehmen, dass die Fahrraddynamos keinen teuren 
Kollektor und Kohlebürsten besitzen, sondern den Gleichstrom mittels 
billiger Dioden der Statorwicklung entnehmen.
Die Dioden schalten von selbst immer im richtigen Moment.
Gast
Das Licht flackert wegen AC. Je langsamer du fährst, je kleiner die 
Frequenz, je länger die dunkelphasen. Ist aber nicht Bug, sondern 
Feature: bessere Signalwirkung an andere.
Moderator Persönliche Seite
Achim S. schrieb:
> Das Licht flackert wegen AC. Je langsamer du fährst, je kleiner die
> Frequenz

Bei 5 km/h dreht sich ein 28er Rad schon nur noch mit 0,7 Hz.  Nun
hat der Dynamo sicher ein paar Polpaare, für einfache Shimanos lese
ich im Netz was von 28 Paaren.  Da bist du immer noch unter 20 Hz
beim Schieben.

Um das zu kompensieren, müsste man endlos große Elkos in die Lampe
bauen, oder man stellt das ganze System auf eine Drehstromlima um. ;)
Gast
Achim S. schrieb:
> Ist aber nicht Bug, sondern
> Feature: bessere Signalwirkung an andere.

Naja, wenn du nachts von 3...10hz blinken geblendet wirst, ist das nicht 
schön. Erst recht nicht, da der Radler dann relativ langsam ist und 
wahrscheinlich schön hin und her wackelt.
Sehr anstrengend, den dann auf dem schmalen, dunklen Radweg, total 
geblendet, nicht mit dem eigenen Rad zu treffen. Man weiss ja nie genau 
ob er nun noch auf seiner Seite ist, oder nicht.
Da finde ich dauerlicht Licht deutlich besser, nicht umsonst haben viele 
Radlampen 1F-Elkos drin ("Standlicht").

- hehe, 1 Farad am Fahrrad -

Einen 0815-Shimano habe ich schon gesehen, dessen Gehäusedeckel gerissen 
und leicht verdreht war. Ich vermute, verkehrt herum eingebaut, 
Radmutter nicht richtig Angezogen und der hat sich aufgedreht. 
Linksgewinde muss auch auf die richtige Seite, wenn's um Selbstsicherung 
geht.
Gast
Hp M. schrieb:
> Ich möchte doch annehmen, dass die Fahrraddynamos keinen teuren
> Kollektor und Kohlebürsten besitzen, sondern den Gleichstrom mittels
> billiger Dioden der Statorwicklung entnehmen.

Nabendynamos sind Klauenpolgeneratoren mit Permanentmagneten zur 
Erregung. Diese sitzen meist im Rotor, so dass auch keine Bürsten etc. 
notwendig sind.
Geliefert wird Wechselstrom.

Daher die Frage, ob man die Magnete/~anordnung auf eine Drehrichtung 
optimieren kann?
Gast
Vor einem halben Jahrhundert, so im Alter von 8 Jahren, bin ich 
gelegentlich mit einem an den Fahraddynamo angeschlossenen Lautsprecher 
auf dem Gepäckträger durch mein Heimatdorf geradelt.

Damals wie heute empfiehlt sich das zur:

 - Unterhaltung und "Freude" der lieben Nachbarn
 - zur praktischen Selbsterfahrung des Frequenzspektrum des Dynamos
Gast
Pausenclown schrieb:
> Vor einem halben Jahrhundert, so im Alter von 8 Jahren, bin ich
> gelegentlich mit einem an den Fahraddynamo angeschlossenen Lautsprecher
> auf dem Gepäckträger durch mein Heimatdorf geradelt.
>
> Damals wie heute empfiehlt sich das zur:
>
>  - Unterhaltung und "Freude" der lieben Nachbarn
>  - zur praktischen Selbsterfahrung des Frequenzspektrum des Dynamos

Noch so einer, hahaha :))

StromTuner
Gast
> Dann  ist der vom Elektrofan gegebene Link auf die Gleichstrommaschine
> überhaupt bedeutungslos.

Der Link war natürlich nur zur Erinnerung für die armen Teufel gedacht, 
die sich mal mit E-Maschinen-Vorlesungen abplagen mussten.
Deswegen war auch ein  " ;-) "  angehängt.

By the way:
Eine solche Ankerrückwirkung müsste es doch auch bei Synchronmaschinen 
geben?
(Und der übliche Fahrraddynamo IST so ein Ding, und kann auch als Motor 
betrieben werden ...)
Gast
> Nur muss man ihn immer erst anschieben, weil er keine Vorzugsrichtung
> hat.

Ich glaube, die hat er doch. Muss ich nochmal ausprobieren.
Das Anschieben ist notwendig, weil es eine 'Synchronmaschine' ist.
Gast
AW schrieb:
> Elektrofan schrieb:
>> Das Anschieben ist notwendig, weil es eine 'Synchronmaschine' ist.
>
> Dann erklär doch mal wie sich bei nur einer Phase ein Drehfeld mit
> entsprechnder Drehrichtung aufbaut.

Wenn man ihn anschiebt, braucht man kein Drehfeld.
Gast
Elektrofan schrieb:
> Stimmt, nochmal überlegt. Er müsste in beiden Richtungen laufen
> können
> (synchron).

Genauso funktionierte das neben dem bereits erwähnten 
Lautsprecher-Experiment bereits damals:

- das Fahrrad auf den Sattel und Lenker stellen
- 5 bis 8 Volt AC / 50 Hz eines "Klingeltrafos" an den Dynamo legen
- den (bereits zitternden) Dynamo an den Reifen klinken
- den Reifen in der gewünschten Drehrichtung anwerfen

Auch alleine konnte der Dynamo angeworfen und in Drehung versetzt 
werden, aber die Schwungmasse des Reifens trug bemerkbar zu einem 
stabilen Lauf bei.
Gast
Pausenclown schrieb:
> - 5 bis 8 Volt AC / 50 Hz eines "Klingeltrafos" an den Dynamo legen

Da hast du bei heutigen Nabendynamos jedoch ein Problem. Im Gegensatz zu 
den gammeligen Seitenläufern liefern die richtig Energie und zerlegen 
deinen Lautsprecher.
Gast
Keineswegs anlaßlos habe ich den Zeitpunkt der Experimente erwähnt - 
heutzutage dazu verwendetes Equipment muß selbstverständlich 
zweckdienlich skaliert werden... ;-)
Angehängte Dateien:
Moderator Persönliche Seite
T.roll schrieb:
> Im Gegensatz zu den gammeligen Seitenläufern liefern die richtig Energie
> und zerlegen deinen Lautsprecher.

Nominal liefern sie beide erstmal 3 W an 12 Ω.  Da die meisten
Lautsprecher einen eher geringeren Widerstand haben dürften, kann
es auch gut noch weniger sein.

Der Nabendynamo braucht nur deutlich weniger mechanische Leistung
dafür als der Seitenläufer.
Gast
T.roll schrieb:
> Im Gegensatz zu den gammeligen Seitenläufern liefern die richtig
> Energie und zerlegen deinen Lautsprecher.

Auch für Fahrraddynamos gilt die Energieerhaltung. Da der liebe 
Strampler einen Teil seiner Tretleistung (<200W) für die Fortbewegung 
verwenden wird und er i.d.R. auch nicht nur ein paar Sekunden unterwegs 
ist, gibt es also gute Chancen, einen Lautsprecher zu aufzutreiben, der 
das mit macht.
Gast
Hugo schrieb:
> Ja, kann man machen.
> Nur muss man ihn immer erst anschieben, weil er keine Vorzugsrichtung
> hat.

Elektrofan schrieb:
> Er müsste in beiden Richtungen laufen können (synchron).

Um mal auf's Kernthema zurückzukommen lese ich auch hieraus, dass die 
Drehrichtung rein mechanische Gründe hat und die Magnetanordnung egal 
ist.

In diesem Sinne vielen Dank für eure Antworten.
Nils S (krumeltee) schrieb:
> Achim S. schrieb:
>> Ist aber nicht Bug, sondern
>> Feature: bessere Signalwirkung an andere.
>
> Naja, wenn du nachts von 3...10hz blinken geblendet wirst, ist das nicht
> schön. Erst recht nicht, da der Radler dann relativ langsam ist und
> wahrscheinlich schön hin und her wackelt.
> Sehr anstrengend, den dann auf dem schmalen, dunklen Radweg, total
> geblendet, nicht mit dem eigenen Rad zu treffen.

nüchtern ist das nicht so schlimm.

scnr.

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