Belastung einer Feinsicherung 5x20 1A

OP #4216593
Guten Tag,

ich habe eine 1A Feinsicherung Flink an einer LED-Matrix die bei 5V und 
20°C betrieben wird. Im Normalfall ist der Strom ca. 0,5A kurzzeitig 
(250ms alle 15Minuten) kann er aber mal auf 1,3A steigen.

Die Matrix läuft nun schon zwei Wochen mit einer 1A Sicherung. Geplant 
habe ich 2A einzubauen, aber wenn 1A reicht, kann ich auch dabei bleiben 
(ich fühle mich damit sicherer).

Ich habe geschucht und zeitabhaengige Stromschaubilder gefunden, daher 
ist das Verhalten ganz normal. Nun meine Frage: Kann meine Sicherung so 
irgendwann kaputtgehen, oder kann es ewig mit 0,5A und den kurzen Peaks 
1,25A weiterlaufen oder brennt die Sicherung jedesmal ein Stückchen 
weiter durch.
Gast
Das musst du dem Datenblatt entnehmen. Nimm eine Mittelträge oder Träge 
sicherung, damit bist du auf jedenfall auf der Sicheren Seite.
Wie lange dauern denn die Peaks?
Gast
Jim P. schrieb:
> Ich habe geschucht und zeitabhaengige Stromschaubilder gefunden, daher
> ist das Verhalten ganz normal.

Eben. Die Sicherung interessiert nur die Wärme. So lange I*I*R unter der 
linken Kurve bleibt, ist alles ok, 1.3A ist also bei der 1Aflink auch 
als Dauerstrom erlaubt.
OP
Ja, in dem Datenblatt von Conrad ist auch eine Tabelle bei 2,1*I brennt 
die Sicherung in 30min durch.

Meine Frage ist aber (da ich es nicht besser weiß): Ich belaste die 
Sicherung 1.800 mal eine Sekunde mit 2,1 Ampere dazwischen immer 15 min 
pause. Brennt die Sicherung immer ein Stueckchen weiter bis sie ganz 
durch ist? Oder ist nach jeder Pause die Zeit wieder 30min?
Gast
Jim P. schrieb:
> Brennt die Sicherung immer ein Stueckchen weiter bis sie ganz
> durch ist?

Nein.

Allerdings altern auch Sicherungen stärker bei höherer Temperatur.
Es kann schon vorkommen, daß eine alte 1A Sicheurng bei dauerhaft
1A irgendwann doch auslöst.
Gast
MaWin schrieb:
> Allerdings altern auch Sicherungen stärker bei höherer Temperatur.

Beobachte es! WENNNN der Sicherungsdraht kurz glühen sollte, dann 
verzundert er wie Deine Lötkolbenspitze und wird mit der Zeit etwas 
dünner, was zu einer vorzeitigen Auslösung führen könnTE. Das kommt aber 
sehr selten und nicht bei jeder Sicherungscharge vor.
Mir konnte das auch niemand genau sagen, deshalb habe das mal 
ausprobiert.

Mit vielen verschiedenen Sicherungen und mit flinken Sicherungen konnte 
ich sie, wenn der Strom langsam anstieg, bis auf 5A (also die 1A 
Sicherung) ziehen.
Deine 1,3A, da lacht die Sicherung drüber.

Allerdings stimmt das was MaWin sagt und Lothar hat da leider unrecht.
Ich habe bei meiner Arbeit schon oft Sicherungen gesehen, die altern und 
dann, meist nach Jahren, doch auslösen.
Dank dieser Erkenntnis wechsel ich die Sicherungen dann (es handelt sich 
nicht um Feinsicherungen, sondern um Sicherungen für sehr große Ströme), 
wenn sie schlecht aussehen, bei der Wartung.
Gast
Was man auch beachten muss:

5A sind im Vergleich zu 1A ca. 25fache Verlustleistung, bzw hier 
Temperaturerhöhung, da der Strom quadratisch eingeht.
Gast
Die Schmelzsicherung schützt nicht vor Halbleiter-Defekten, sondern
löst nur im schlimmsten Notfall aus und verhindert z.B. einen 
Kabelbrand.

Die Frage ist also, was Dein Strom im Fehlerfall ist und welche 
Sicherung
er dann sicher auslösen kann.

Ist der Strom im abzusichernden Fehlerfall nicht signifikant größer,
als der Betriebsstrom, wird es mit dieser Art von Sicherung schwer...
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite
F. F. schrieb:
> Allerdings stimmt das was MaWin sagt und Lothar hat da leider unrecht.
Naja, ich verweise nachdrücklich auf das letzte Wort in diesem Satz... 
;-)
Dass Sicherungen natürlich altern und dass irgendwan der Draht von 
alleine zu Staub verfällt ist klar.

> Ich habe bei meiner Arbeit schon oft Sicherungen gesehen, die altern und
> dann, meist nach Jahren, doch auslösen.
Kleine Aufgabe: eine 1A Sicherung wird periodisch beim Einschalten einer 
Steuerung für 15 ms um das 4-fache überlastet. Ich habe 2 solcher 1A 
Sicherungen zur Auswahl: eine aus der Littelfuse 213 Serie und eine aus 
der 218 Serie.
Hier die Datenblätter:
http://www.littelfuse.com/~/media/electronics/datasheets/fuses/littelfuse_fuse_213_datasheet.pdf.pdf
http://www.littelfuse.com/~/media/electronics/datasheets/fuses/littelfuse_fuse_218_datasheet.pdf.pdf
Frage: welche der Sicherungen sollte ich nehmen?
Welche wird zuerst kaputtgehen?
Lothar M. schrieb:
> Hier die Datenblätter:
> 
http://www.littelfuse.com/~/media/electronics/datasheets/fuses/littelfuse_fuse_213_datasheet.pdf.pdf
> 
http://www.littelfuse.com/~/media/electronics/datasheets/fuses/littelfuse_fuse_218_datasheet.pdf.pdf
> Frage: welche der Sicherungen sollte ich nehmen?
> Welche wird zuerst kaputtgehen?

Beide dürften nie kaputt gehen, aber die 218 ist höher belastbar und 
wird vielleicht länger halten.

Klar, der Satz ergibt dann natürlich einen anderen Sinn.

Aber sie altert unter dem "Stress" sicher schneller und wird dann 
irgendwann mal kaputt sein, obwohl kein Kurzschluss vorliegt.

Ich glaube jetzt ist das klar was ich eigentlich meinte und mir ist in 
jedem Fall klar, was du meinst.
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite
Lothar M. schrieb:
> Frage: welche der Sicherungen sollte ich nehmen?
Kleiner Tipp zur Lösung: der niedrigere Kaltwiderstand der 218 leitet in 
die falsche Richtung, der I²t Wert spricht deutliche Worte...
213: 19.20 A²s
218:  6.73 A²s
Die 213er hält wesentlich mehr aus. Im Test hat die 3 mal so lange 
durchgehalten (und das passt irgendwie auch zum 3 mal höhteren I²t...)

Und was ist jetzt der konstruktive Unterschied, den man auf den Bildern 
nicht sieht? Die 213 Serie hat einen gewendelten Sicherungsdraht, der 
durch seine größere Masse die Überlastungsenergie leichter aufnehmen 
kann.

F. F. schrieb:
> Beide dürften nie kaputt gehen
Ich frage mich auch, wie oft der im Datenblatt angegebene Wert 
auszuhalten ist...
Jim P. schrieb:
> die bei 5V und
> 20°C betrieben wird

Noch ein Hinweis:

Da prüf auch einmal nach, welchen Widerstand die Sicherung hat und 
wieviel Spannung an der Sicherung abfällt. Bei 5V stellt eine 
1A-Sicherung 20x5 schon einen beachtlichen Widerstand dar.

Solche Sicherungen sind für den Einsatz bei 230V gedacht, da macht man 
sich um ein Volt Spannungsverlust keine Gedanken.
Lothar M. schrieb:
> F. F. schrieb:
>> Beide dürften nie kaputt gehen
> Ich frage mich auch, wie oft der im Datenblatt angegebene Wert
> auszuhalten ist...

Das ist tatsächlich eine berechtigte Frage. Ich hatte Mühe das 
Datenblatt zu lesen und bin mir nicht mal sicher, ob ich es richtig 
verstanden habe.
Ich bin im Moment in keiner guten Verfassung.
Aber ich denke ihr versteht das.

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