Hallo,
im Forum fand ich div. Artikel, wie man eine LED als Photodiode
"Missbrauchen" kann.
funktioniert dies mit handelsüblichen SMD-LED´s bzw. IR-SMD-LED´s
ebenfalls?
WIe sind eure Erfahrungen oder könnt ihr ein (LED-) Produkt nennen?
Und das Ganze soll ? Ein paar Cents sparen ?
Die Flaeche einer LED ist viel kleiner als die flaecher einer
Photodiode, daher das Signal auch viel schwaecher. Es ist eher ein Witz
um die Machbarkeit zu zeigen. Aber da eine LED ja nichts kostet, ist es
ja schnell ausprobiert. Photodiode raus, LED rein.
Bei weissen LED dürfte es schwierig werden, weil die Fluoreszenzpigmente
auf/in der LED nicht rückwärts funktionieren. Nimm farbige LED mit
Flussspannungen unter 2 Volt, dann dürfte es gehen.
LIchtmesser schrieb:> funktioniert dies mit handelsüblichen SMD-LED´s bzw. IR-SMD-LED´s> ebenfalls?
Ja.
> WIe sind eure Erfahrungen oder könnt ihr ein (LED-) Produkt nennen?
Es gibt zuwenige (keine?) Erfahrungsberichte. Wie wär es, wenn du uns
mal berichtest?
Also diese Art des Missbrauch kann schon Sinn machen und wird
offensichtlich auch praktiziert. Beispiel: FRITZ!WLAN Repeaters N/G,
dieser hat als Bedienfläche eine LED Matrix, die je nach Interaktion per
"Touch" Aktionen ausführt, sprich als Art Photodiode arbeitet
Wenn man beim STK500 die LEDs mit dem ADC Eingang von nem µC verbindet
kann man das schön beobachten. Aber die LEDs sind beim STK500 noch mit
einer Treiberstufe verschaltet wenn ich mich nicht irre.
Oder D. schrieb:> Es ist eher ein Witz> um die Machbarkeit zu zeigen
Durchaus nicht.
LED sind blind für Licht mit grösserer Wellenlänge, als es ihrer
Emissionsfarbe entspricht.
Blaue LED sind z.B. völlig unempfindlich für grünes, rotes und
infrarotes Licht, und ich habe diese schon vor über 20 Jahren für die
Steuerung eines Platinenbelichters benutzt.
Hp M. schrieb:> LED sind blind für Licht mit grösserer Wellenlänge, als es ihrer> Emissionsfarbe entspricht.
Das ist ja mal interessant.
Kannst Du ganz grob was über den Verlauf der Empfindlichkeit bezogen auf
die Wellenlänge sagen ?
Bei längeren Wellenlängen blind. Wo liegt dann das Maximum und wie
'weich' fällt das nach beiden Seiten ab ?
Ich gebe zu das ich zu faul bin das ohne konkrete Anwendung selber zu
testen.
Michael K. schrieb:> Kannst Du ganz grob was über den Verlauf der Empfindlichkeit bezogen auf> die Wellenlänge sagen ?
Ich habe das nicht näher untersucht.
Wahrscheinlich wird es im Detail auch von der Technologie abhängen, denn
moderne LEDs bestehen ja längst nicht mehr aus einem einfachen Kristall,
der p- und n-dotiert ist. Bei blauen LEDs z.B. habe ich schon schwache
grüne und orange Emissionen gesehen.
Ich habe keinerlei Information, worauf diese parasitären Übergänge mit
Energien deutlich unter der eigentlichen Bandlücke des GaN-Materials
beruhen, und wie diese sich bei einem Sensor bemerkbar machen.
Generell aber erwarte ich, dass die Lichtempfindlichkeit einen ähnlichen
Verlauf wie bei Si-Detektoren hat, nur dass alles zu kürzeren
Wellenlängen verschoben ist.
Von kurzen Wellen kommend also einen allmählichen Anstieg bis zum
Maximum und dann einen ziemlich steilen Absturz der Empfindlichkeit auf
0.
Bei den UV-Wellenlängen wird man auch an die Absorption des zum Verguss
verwendeten Kunststoffs denken müssen, aber das hat ja nichts mit den
elektrooptischen Eigenschaften des LED-Kristalls zu tun.
Der grosse Bandabstand der für LED verwendeten Halbleiter macht sich
übrigens auch bei der im Elementbetrieb erzeugten Spannung bemerkbar:
Während man bei Si-Photoelementen kaum je eine Leerlaufspannung von 0,7V
erreicht, kann man an LEDs im hellen Sonnenlicht durchaus Spannungen von
1,5 bis über 2V messen.
Diese Photo-EMK einer einzelnen LED reicht um Logik-Level-MOSFETs
leitend werden zu lassen und einen damit aufgebauten Spannungswandler zu
starten, der mit einem einzelnen grossen Si-Solarelement betrieben wird.
LIchtmesser schrieb:> im Forum fand ich div. Artikel, wie man eine LED als Photodiode> "Missbrauchen" kann.>> funktioniert dies mit handelsüblichen SMD-LED´s bzw. IR-SMD-LED´s> ebenfalls?>> WIe sind eure Erfahrungen oder könnt ihr ein (LED-) Produkt nennen?
Hab ich mal gemacht, um die Helligkeit einer Anzeige an die Helligkeit
der Umgebung anzupassen:
Die Anzeige war eine LED-Matrix, die per PWM angesteuert wurde. Eine
Spalte wurde zur Helligkeitsmessung verwendet; die Messung geschah in
den PWM-Pausen.
Sonderlich genau war die Messung nicht und ziemlich verrauscht. Die
Software hat dann einen simplen Filter implementiert. Die Anpassung der
Diaplay-Helligkeit war relativ lahm, was angenehmer ist als die
Helligkeit im Sekundenrhythmus zu trimmen.
Extra Hardware brauchte ich keine; es waren nur LEDs in einer Matrix und
Vorwiderstände; Anoden und Kathoden hingen direkt am µC, was wegen der
geringen Stromaufnahme von 2mA / LED kein Problem war.
Mein erfahrung war, dass es nicht mit jedem Substrat funktioniert, d.h.
du musst rumprobieren. Kein Erfolg hatte ich mit grünen und blauen
LEDs, während es mit roten und gelben gut Funktionierte.
Von der Bauform (SMT, THT) dürfte das kaum abhängen, was zählt ist der
innere Aufbau (Substrat, DOtierung etc.)
Habe grad eine gelbe LED (nicht SMD) an das Multimeter gehalten und mit
der Taschenlampe angestrahlt. Spannung stieg von einstelligen mV bis auf
750mV. Direkte Sonneneinstrahlung dürfte noch mehr liefern.
Also einfach mal mit den vorhandenen LEDs testen, das war einfach und
fix. :)
Mit hoher Impedanz an den EIngängen sollte das ein ADC auswerten können.
Es geht, auch mit weissen LEDs. Eine Methode, bei der das interessant
ist, ist wenn man die LED auch als Anzeige verwendet. Sie wird dabei
zwischen zwei Ports gehängt.
Dabei leuchtet die LED in "normaler" Betriebsrichtung. Die Kapazität der
LED kann nun in Sperrrichtung über den Widerstand "aufzuladen" werden.
Wird nun der Port, der an der Kathode hängt, auf Eingang geschaltet,
entlädt sich die LED-Kapazität über den in umgekehrter Richtung
fliessenden Photostrom (je heller desto schneller). Man misst dann die
Zeit, bis an B "low" gemessen wird. Setzt Schmitt-Trigger-Eingang
voraus.
PortA -- RRRR ---- AK ----- PortB
Normaler Betrieb: A=H, B=L
Aufladen: A=L, B=H
Zeitmessung: A=L, B=Input, warten bis B=L gemessen wird
Das ganze geht, aber wird u.U. sehr langsam, wenn es dunkel ist.
Siehe auch interessanten Artikel hier:
http://www.merl.com/publications/docs/TR2003-35.pdf
Michael K. schrieb:> Bei längeren Wellenlängen blind. Wo liegt dann das Maximum und wie> 'weich' fällt das nach beiden Seiten ab ?
Ähm, Bandlücke!
Das Maximmum dürfte ziemlich gut da liegen, wo die LED auch emittiert.
Johann L. schrieb:> Sonderlich genau war die Messung nicht und ziemlich verrauscht.
Man macht das eigentlich auch anders. Gemessen wird nicht die
Photospannung oder der Photostrom wie bei einer Photodiode. Gemessen
wird die Kapazität, die sich mit der Lichteinstrahlung ändert. Sprich,
man hängt die LED an einen Analogkomperator-Eingang des µC*, schaltet
Spannung auf und mißt nach dem Abschalten der Spannung, wie lange es
dauert, bis der AC anspricht. Je kürzer, desto hell.
*) natürlich mit Vorwiderstand.
Verwendet wird sowas in Geocaches, die nach dem Anleuchten mit der
Taschenlampe durch kurzes Blinken ihre Position preisgeben.