Gittermuster auf Platinen. Zweck?

Gast #2209146
Kim schrieb:
> warum mach man so ein Muster auf eine Platine?

Hallo,

in dem Fall ist das völlig überflüssig. Die elektrischen Werte wären bei 
einer durchgehenden Massefläche praktisch gleich.

Es wurde früher manchmal behauptet, ein Gitter hätte eine geringere 
Induktivität und damit einen geringeren Wechselstromwiderstand bei hohen 
Frequenzen als eine massive Fläche, aber das ist schlicht falsch. Auch 
die kapazitive Belastung der Schaltung auf der anderen Seite der 
Leiterplatte wird nicht merklich geringer.

Zugegeben: es sieht professionell aus.

Gruss Reinhard
Gast #2209240
Reinhard Kern schrieb:
> Die elektrischen Werte wären bei einer durchgehenden Massefläche
> praktisch gleich.

> es sieht professionell aus.

Aber nur für absolute Laien !
Zu allem Überfluss ist es auch noch Beweis für Dummheit, wenn man so mit 
seinem Ätzbad rumschludert und mehr Kupfer wegätzt, als nötig.

Es grüßt RainerK
Gast #2209288
Ich mache das auch, aber deshalb, um beim Herstellen der Platine mit der
Tonermethode gute Ergebnisse zu bekommen. Es ist einfacher, als eine
kompakte Tonerfläche auf die Platine zu kriegen.

MfG Paul
Gast #2209431
Hallo,

solche Masseflächen werden z.B. verwendet wenn man schirmen will, aber 
keine großen Kapazitäten mit der Fläche erzeugen will.

Dies ist wichtig wenn man z.B. mit einem Cypress PSOC kapazitive Tasten 
auf einer Platine verwirklicht. Die Rückseite der Platine sollte dann 
ein mit Masse verbundenes Gittergeflecht haben um zu schirmen, aber die 
Tastenflächen kapazitiv nicht zu stark beeinflussen.
Gast #2209437
Unser Leiterplattenlieferant besetzt die freien Bereiche zwischen den 
Leiterplatten mit kleinen Kupferpunkten. Er sagte mal sinngemäß '...das 
schafft gleichförmigere Verhältnisse beim Ätzen...'. Er wird schon 
seinen Grund haben :-)
Gast #2209460
Nabend,

unser CAD-Layouter hat sich mal den Spaß erlaubt, solche Masseflächen 
mit Blumenmuster zu verzieren löl - Ja, er arbeitet immer noch bei uns 
und macht auch sonst eine hervorragende Arbeit.

Beste Grüße, Marek
#2209468
Es ist schon etwas komplzierter wie
C = epsilon * A / d
Diese Plattenkondensatorformel gilt fuer ein paralelles Feld senkrecht 
durch ein Dielektrikum. Das ist bei einem Gittermuster nicht mehr 
gegeben. Im Prinzip muss man ueber das Vektor Feld integrieren. Mir 
scheint die mittlere Feldstaerken nehmen ab und damit auch die 
gespeicherte Energie. Und damit auch die Kapazitaet.
#2209517
Ich kenn das noch aus der Zeit der Wellenlötbäder. Wurde gemacht, um 
weniger thermischen Stress beim Löten zu bekommen (die Platinen bogen 
sich z.T. gewaltig, wenn da eine durchgehende Massefläche war).
Elektrisch machte es (zumindest mit damaligen Messverfahren und 
Anforderungen) keinen Unterschied.
Gast #2209579
Sehe ich da lauter kalte Lötstellen (C4, C8, C11, C15, ...) oder ist das 
irgendwie schlecht beleuchtet und fotografiert?
Warum ist da überall so viel Lot?
Gast #2209695
Luk4s K. schrieb:
> Ich meine mal, dass Durch das Gitter wird A, also auch C kleiner.

Ganz toll, deine Sensoren für Ironie scheinen irgendwie defekt zu sein. 
Jetzt erklär mir bitte welche relevanten Kapazitäts-Unterschiede noch 
bei einer Plattengröße 20x20mm feststellbar sind. Ich meine Werte, keine 
Formeln du Schlauberger.
Gast #2209702
Man macht das, um mechanische Spannungen beim Loeten zu verringern. 
Kupfer und Substrat haben unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten, und 
das kann bei grossen Flaechen zum Verzug der Platine fuehren. Davon sind 
allerdings hauptsaechloch einseitige Hartpapierplatten betroffen.
#2209704
coolcoker schrieb:
> Unser Leiterplattenlieferant besetzt die freien Bereiche zwischen den
>
> Leiterplatten mit kleinen Kupferpunkten. Er sagte mal sinngemäß '...das
>
> schafft gleichförmigere Verhältnisse beim Ätzen...'. Er wird schon
>
> seinen Grund haben :-)

Die machen das oft. Mir wurde als Hauptgrund dafür aber nicht das Ätzen 
genannt, sondern das Verkleben. Wenn links 'ne Fläche ist und rechts gar 
nichts, muss man riesig viel Hartz rechts reinschmieren, um das Loch zu 
füllen.

Für aussenlagen haben sie auch einen Grund genannt.... Wenn ich mich 
recht erinnere, hatte das mit der Galvanisierung zu tun, weiss aber 
nicht mehr genau, was das hätte sein können.
Gast #2209734
Simon schrob:
>Wenn links 'ne Fläche ist und rechts gar
>nichts, muss man riesig viel Hartz rechts reinschmieren, um das Loch zu
>füllen.

Nein!! Hartz und schmieren passt zusammen wie Harz und kleben.

;-)
MfG Paul
Gast #2209736
Ich kenn solche Gitter auch vom Cypress PSoC mit Touch. Da gibts ne 
Applikation Note in der drinnsteht man soll das machen. An den Zweck 
kann ich mich nicht mehr erinnern, aber damals hab ich um die 
Leiterplatten Touch-Felder auch so ein Gitter gemacht. Vielleicht hat 
jemand Zeit nochmal nach der AN zu schauen

Gruß und schönes WE

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