Hallo,
gibt es irgendwo eine schöne Liste, um Mosfets mit einander zu
vergleichen.
Ich benötige immer mal wieder einen Mosfet in meiner Schaltung. Dabei
ist die Gatespannung unterschiedlich. Bei manchen µC habe ich eine
Spannung von ~1,8V, bei anderen 3,3V oder 5V. Die letzten beiden sind
der typische Fall.
Nun bin ich auf der Suche nach geeigneten Mosfets, die preiswert und gut
verfügbar sind. (Anbieter Reichelt, eBay, Conrad).
Geschaltet werden soll bei einer Gatespannung 1,8V-5V. An Drain hängen
ohmsche Verbraucher an max. 12V (eher 5V). Möglich ist es aber auch,
dass kleine Motor angetrieben werden.
Anwendungsgebiete sind als PWM Schaltung für Motoren/Leds/... oder für
andere komponenten als "Schalter". Strom wird um die 1-3A benötigt. Das
Mosfet kann aber auch größer ausgelegt sein.
Bislang habe ich immer IRF540n genutzt in der 3Bein Variante. Die sind
mM nach aber recht fett für meine Anwendungen.
Sebbe schrieb:> Geschaltet werden soll bei einer Gatespannung 1,8V-5V.
Gate Threshold Voltage ist nicht der Wert bei dem der voll auf ist,
sondern der Wert bei dem er ganz zaghaft anfängt Strom fliessen zu
lassen.
Schau Dir mal die Kurven an vom irf540 an.
Du brauchst Gate Treiber, oder Logig Level Fets.
Ob die bei 1,8V aufmachen ?
Sebbe schrieb:> gibt es irgendwo eine schöne Liste, um Mosfets mit einander zu> vergleichen.
Bei den Herstellern. IRF, Vishay, Rohm, Infineon. u.v.w.
> Ich benötige immer mal wieder einen Mosfet in meiner Schaltung. Dabei> ist die Gatespannung unterschiedlich. Bei manchen µC habe ich eine> Spannung von ~1,8V, bei anderen 3,3V oder 5V. Die letzten beiden sind> der typische Fall.
Für 3.3V und 5V brauchst du logic level MOSFETs. Das ist in aller
Regel ein direkt anklickbarer Punkt in der parametrischen Suche. MOSFET
die bei 1.8V schon sicher durchschalten (lies: spezifiziert sind), sind
dünn gesät.
> Nun bin ich auf der Suche nach geeigneten Mosfets, die preiswert und gut> verfügbar sind. (Anbieter Reichelt, eBay, Conrad).
Da wirst du schon selber abgleichen müssen. Aber zumindest Reichelt hat
ja auch eine recht brauchbare Such/Filterfunktion.
> Anwendungsgebiete sind als PWM Schaltung für Motoren/Leds/... oder für> andere komponenten als "Schalter". Strom wird um die 1-3A benötigt. Das> Mosfet kann aber auch größer ausgelegt sein.
Weder 12V noch 3A wären ein Problem. Interessanter ist, welche Gehäuse
du verarbeiten kannst/willst. TO220 ist eher ungebräuchlich bei
aktuellen Typen.
> Bislang habe ich immer IRF540n genutzt in der 3Bein Variante. Die sind> mM nach aber recht fett für meine Anwendungen.
Vor allem ungeeignet für die Ansteuerung mit 5V oder gar weniger.
Warum müssen es immer FET sein? Das meiste in Deinem geplanten Bereich
sich lässt ohne weiteres mit den normalen bipolaren Transistoren
erledigen. Da gibt es auch die Probleme mit den niedrigen Spannungen
nicht.
> Ist das richtig?
Ja. Der hat allerdings einen ziemlich hohen RDSon.
Ich nehme gerne den IRLU024N, weil
- Gibt bei Reichelt
- Kann bei 3,3V bzw. 5V einige Ampere schalten
- Geringer RDSon
- Man kann einfach Kupferfahnen dran löten, wenn etwas Kühlung benötigt
wird
- Ist etwas dünner als 5mm, was für solche Konstruke vorteilhaft ist:
http://stefanfrings.de/bfAlarm/Anschlussbox2.jpg (ich musste die
Transistoren schräg stellen, weil sie sonst zu dick gewesen wären)
Sebbe schrieb:
[IRLR110]
> Dem Datenblatt entnehme ich auf> Seite 3 oben rechts, das dieser bei ~3,3V bereits 2A durchschaltet.> Ist das richtig?
Nein.
1. gilt das Diagramm für U_ds = 25V, also weit außerhalb des ohmschen
Bereichs der Ausgangskennlinie.
2. ist das Diagramm für ein typisches Exemplar. Das Exemplar das du in
den Händen hältst, kann um einiges schlechter (oder besser) sein. Für
die Dimensionierung einer Schaltung muß man sich immer am worst case
orientieren.
Auf Seite 2 stehen garantierte maximale Werte für den on-Widerstand.
Für 4V und 5V Gate-Source-Spannung. Einmal darfst du raten, warum der
Hersteller für 3.3V keinen Wert garantieren möchte.
Aber auch bei U_gs = 5V und I_d = 2A würde an diesem MOSFET noch gut 1V
abfallen und 2W verheizt werden.
Axel,
was könntest du ansonsten empfehlen? Ich ging eigentlich davon aus, das
gerade die Mosfet einen sehr geringen Übergangswiderstand haben.
Möchte wenn möglich so wenig wie nötig am Mosfet selber verlieren. Auch
soll es, wenn möglich keine Schaltung aus 2 Bauteilen
(Mosfet/Transistoren) werden.
Sebbe schrieb:> Axel,>> was könntest du ansonsten empfehlen? Ich ging eigentlich davon aus, das> gerade die Mosfet einen sehr geringen Übergangswiderstand haben.
Das gilt nur, wenn es ein passender MOSFET ist.
Bei Reichelt einfach mal quergeschaut:
IRLML2502 - spezifiziert bis U_gs=2.5V, als SOT-23 aber schlecht
kühlbar. Bis 2A sollte er aber gehen.
IRLU2905, IRLU8743 - zwar erst ab 4V bzw. 4.5V spezifiziert, aber mit
viel Reserve. Für 2A auch an 3.3V tauglich. Und als TO-251 gut kühlbar.
> Möchte wenn möglich so wenig wie nötig am Mosfet selber verlieren. Auch> soll es, wenn möglich keine Schaltung aus 2 Bauteilen> (Mosfet/Transistoren) werden.
Das Leben ist kein Wunschkonzert. Viel Strom und/oder schnell schalten
mit MOSFET braucht oft einen Gate-Treiber. Schau dir gerade unterhalb
3.3V auch Bipolartransistoren an. Von Zetex (jetzt: Diodes) gibts da
sehr nette Teile mit viel Stromverstärkung und wenig Sättigungsspannung.
Ich hatte mir kürzlich paar FETs zusammengesucht, wobei mir folgende
Kriterien wichtig waren: SOT23-Gehäuse, niedriger Rds(on), niedriger
Ugs; soll voll schaltbar mit 3,3V-µCs sein.
Folgende Transistoren waren dabei auch bezahlbar bis günstig:
- IRLML6402 (P-FET)
- IRLML2502 (N-FET)
- BSS138 (N-FET, Standard-Bauteil, nicht so wirklich tolle Eckdaten)
- 2N7002 (N-FET, kaum belastbar)
Vielleicht hilft das ja schon weiter.
Sebbe schrieb:> IRLU2905, kann ich diesen direkt nun mit 3v3 bzw 5 antreiben?
Mit 5V definitiv ja. Mit 3.3V sollte er bis ca. 3A gehen. Schau dir Fig.
2 auf Seite 3 des Datenblatts an. Die Kurve für U_gs = 3V zeigt U_ds =
0.2V für einen Strom von ca. 3.5A. Das wären dann 0.7W, die mit diesem
Gehäuse auch noch kühlbar sind. Es ist zwar auch wieder ein typischer
Wert. Aber du steuerst ja auch mit 3.3V an und nicht mit 3V.