Brummen kann mehrere Ursachen haben. Entweder benutzt du ein
unstabilisiertes Netzteil mit Eisenkerntrafo (100Hz Brumm), oder du hast
z.B. ein ungeschirmtes Kabel von deiner Signalquelle zum VV, oder du
hast eine Brummschleife aufgebaut, indem du mit der Masse des
Vorverstärkers, der Erde des 230V~ Netzes und/oder der Signalquelle eine
Schleife aufgebaut hast (50Hz Brumm).
Wenn der Brumm verschwindet, wenn du IN und - Speisung am VV brückst,
kommt der Brumm vom Eingang.
Am besten malst du mal kurz auf, wie du was verschaltet hast.
Hallo,
testen ob es vom Netzteil kommt oder Dein Aufbau schuld ist, also mal
mit Batterien betreiben.
Steckernetzteil sollte zumindest ein geregeltes sein oder Du mußt
zusätzliche Siebmittel anbauen.
12V Netzteile von externen Festplatte u.ä. sollte eigentlich nicht
brummen, allerdings kann über die internen Störschutzkondensatoren der
Schaltnetzteile auch Brummen reinkommen.
Der Verstärker als solcher brummt nicht.
PS: zu langsam gewesen...
Gruß aus Berlin
Michael
Ich sehe 3 mögliche Fehlerquellen:
1.) Netzteil verursacht das Brummen
Da der Vorverstärker lt. Datenblatt nur 5mA Strom zieht, würde
ich das Netzteil einfach einmal durch ein oder zwei 9V Batterien
ersetzen (Achtung: die Leitungsführung nicht verändern, nur das
schnöde Netzteil ersetzen).
Wenn's nicht mehr brummt => Netzteil ist schuld
Mit etwas Glück richtet es dann schon ein 100uF-Kondensator,
den Du direkt parallel zu den Versorgungseingängen am
Vorverstärker anlötest.
2.) Leitungsführung
Ändere die Leitungsführung einmal so, dass sich
die "-" (Minus)-Leitung vom Mikrophone und vom Verstärker erst
beim Netzteil treffen.
Mikrophone und Verstärker sollten keine gemeinsamen langen "Strom-
Rückwege" haben.
3.) Einstrahlung
Wie lang ist Deine Mikrophonleitung? Lange Leitungen wirken wie
eine Antenne. Evtl. mußt Du eine Leitung mit Abschirmung verwenden.
In diesem Fall, bitte vorab etwas recherchieren, damit Du die
Abschirmung richtig anschließt.
- Wenn dem Brummen absolut nicht beizukommen ist, würde ich
schlimmstenfalls direkt vor dem Verstärkereingang einen Hochpass
(R-C-Kombination) einsetzen, der erst Signale über 100 Hz
durchläßt.
Soweit meine 10 Cent zum Thema. Ich bin allerdings kein Audio-Profi.
Meine bislang selbstgebauten 0-8-15-Verstärker waren in Sachen Brummen
auch nicht das Gelbe vom Ei.
Ich hoffe daher, dass sich hier noch ein paar berufenere Spezialisten
auf Deine Frage melden.
Gut wäre, wenn Du noch einen kleinen Schaltplan mit den jeweiligen
Leitungslängen hier einstellen könntest. Und eine Info zum verwendeten
Mikrophone wäre wichtig.
Viele Grüße
Igel1
PS: ... viel zu langsam gewesen ...
Vielen Dank an euch alle!
Es liegt definitiv am Netzteil.
Mit einer 9V Batterie ist keinerlei Brummen zu hören.
Scheinbar waren alle getesteten Netzteile nicht besonders gut geeignet
dafür.
Die Kabel sind zwar nicht geschirmt, aber nur maximal 10cm lang.
Der Elko hat nicht geholfen (zumindest nicht mit den vorliegenden NT).
Gleiche Steckdose macht keinen Unterschied.
Phillip G. schrieb:> Es liegt definitiv am Netzteil.
Probleme machen da typischerweise die "leichten" Schaltnetzteile.
Gerade für Vorverstärker sind "schwere" 50Hz-Trafos besser ge-
eignet. Wenn da dann wirklich noch ein netzteilbedingtes Brummen
auftritt, kann man das durch einen Elko plus Vorwiderstand leicht
beheben.
Das Brummen kommt vmtl über die Entstörkondensatoren, solche Störungen
sind typisch bei KlasseII Netzteilen (Wandwarzen). Nachgeschaltete
Stabis bringen da überhaupt nichts.
Wenn Du den sekundären Masseanschluss mal mit Schutzleiter verbindest,
dürfte das Brummen weg sein.
Mark S. schrieb:> Das Brummen kommt vmtl über die Entstörkondensatoren, solche Störungen> sind typisch bei KlasseII Netzteilen (Wandwarzen). Nachgeschaltete> Stabis bringen da überhaupt nichts.> Wenn Du den sekundären Masseanschluss mal mit Schutzleiter verbindest,> dürfte das Brummen weg sein.
Hört sich so an, als ob Du weißt, wovon Du da sprichst.
Könntest Du das bitte noch etwas ausführlicher erklären - mich würde
das ebenfalls sehr interessieren:
- Wie genau entsteht dieses Brummen? (elektrisch/physikalisch erklärt)
- Was genau passiert, wenn man den sekundärseitigen Masseanschluss
mit dem Schutzleiter verbindet? Sprich: wie wird dann das Brummen
unterdrückt?
Viele Grüße
Igel1
Die heute üblichen Steckeradapter enthalten ein kleines Schaltnetzteil.
Zur Funkentstörung findet sich hierin ein sog Y-Kondensator zwischen
Primär- und Sekundärkreis. Üblich ist eine Kapazität von 1nF.
Erschwerend hinzu kommt, dass bei dieser Technik die Gleichrichtung
bereits auf der Netzseite passiert.
Und der Entstörkondensator ist (aus EMV-Gründen) hinter diesem
Gleichrichter angeschlossen. Er koppelt also nicht einfach 50Hz Sinus,
sondern 100Hz gleichgerichten Sinus in den Sekundärkreis. Diese
Kurvenform ist von natur aus oberwellenreich, und das führt dazu, dass
sie gehörmäßig viel eher störend in Erscheinung tritt als der reine 50Hz
Sinus.
Im Endfeffekt erscheint also ein verzerrrter 100Hz-Ableitstrom auf der
Sekundärseite. Dieser sucht sich seinen Weg nach Erde über
Leitungskapazitäten des Aufbaus. Besonders kritisch sind hier
ungeschirmte Leitungen.
Indem man den sekundären Masseanschluß mit PE verbindet, wird dieser
Strom abgeleitet.
Alles in allem bleibt fest zu stellen, dass ältere "Trafo"-Netzteile in
dieser Hinsicht unkritischer sind: Hier gibt es weder überbrückende
Y-Kondensatoren noch eine PrimärGleichrichtung.
Nichtsdestotrotz haben alle "anständigen" Gitarrenverstärker seit
Jahrzehnten den Sekundärkreis mit Schutzerde verbunden - wegen des
Brummens und auch wegen der elektrischen Sicherheit.