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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Brummen mit Vorverstärker von Conrad


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Autor: Phillip G. (Gast)
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Hallo,

dieses Teil habe ich als Verstärker eines Audiosignales im Einsatz:
https://www.conrad.biz/de/vorverstaerker-baustein-kemo-m040n-114987.html
Die Qualität des Signals ist nicht wichtig, deshalb billig.
Nur das Brummen nervt dann doch gewaltig.
Angeschlossen ist es wie in Abbildung 1 mit einem Wandwarzennetzteil 
(diverse getestet).
http://www.produktinfo.conrad.com/datenblaetter/100000-124999/114987-an-01-ml-UNIVERSAL_VORVER_de_en_fr_nl_es_pl_ru_pt.pdf

Muss ich damit leben, da das Teil einfach schlecht ist, oder gibt es 
noch Möglichkeiten das Brummen weg zu bekommen?

Danke!

Autor: Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)
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Brummen kann mehrere Ursachen haben. Entweder benutzt du ein 
unstabilisiertes Netzteil mit Eisenkerntrafo (100Hz Brumm), oder du hast 
z.B. ein ungeschirmtes Kabel von deiner Signalquelle zum VV, oder du 
hast eine Brummschleife aufgebaut, indem du mit der Masse des 
Vorverstärkers, der Erde des 230V~ Netzes und/oder der Signalquelle eine 
Schleife aufgebaut hast (50Hz Brumm).
Wenn der Brumm verschwindet, wenn du IN und - Speisung am VV brückst, 
kommt der Brumm vom Eingang.
Am besten malst du mal kurz auf, wie du was verschaltet hast.

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Autor: Michael U. (amiga)
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Hallo,

testen ob es vom Netzteil kommt oder Dein Aufbau schuld ist, also mal 
mit Batterien betreiben.

Steckernetzteil sollte zumindest ein geregeltes sein oder Du mußt 
zusätzliche Siebmittel anbauen.
12V Netzteile von externen Festplatte u.ä. sollte eigentlich nicht 
brummen, allerdings kann über die internen Störschutzkondensatoren der 
Schaltnetzteile auch Brummen reinkommen.

Der Verstärker als solcher brummt nicht.

PS: zu langsam gewesen...

Gruß aus Berlin
Michael

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Autor: Andreas S. (igel1)
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Ich sehe 3 mögliche Fehlerquellen:

1.)  Netzteil verursacht das Brummen
     Da der Vorverstärker lt. Datenblatt nur 5mA Strom zieht, würde
     ich das Netzteil einfach einmal durch ein oder zwei 9V Batterien
     ersetzen (Achtung: die Leitungsführung nicht verändern, nur das
     schnöde Netzteil ersetzen).
     Wenn's nicht mehr brummt => Netzteil ist schuld
     Mit etwas Glück richtet es dann schon ein 100uF-Kondensator,
     den Du direkt parallel zu den Versorgungseingängen am
     Vorverstärker anlötest.

2.)  Leitungsführung
     Ändere die Leitungsführung einmal so, dass sich
     die "-" (Minus)-Leitung vom Mikrophone und vom Verstärker erst
     beim Netzteil treffen.
     Mikrophone und Verstärker sollten keine gemeinsamen langen "Strom-
     Rückwege" haben.

3.)  Einstrahlung
     Wie lang ist Deine Mikrophonleitung? Lange Leitungen wirken wie
     eine Antenne. Evtl. mußt Du eine Leitung mit Abschirmung verwenden.
     In diesem Fall, bitte vorab etwas recherchieren, damit Du die
     Abschirmung richtig anschließt.

-    Wenn dem Brummen absolut nicht beizukommen ist, würde ich
     schlimmstenfalls direkt vor dem Verstärkereingang einen Hochpass
     (R-C-Kombination) einsetzen, der erst Signale über 100 Hz 
durchläßt.


Soweit meine 10 Cent zum Thema. Ich bin allerdings kein Audio-Profi.
Meine bislang selbstgebauten 0-8-15-Verstärker waren in Sachen Brummen
auch nicht das Gelbe vom Ei.

Ich hoffe daher, dass sich hier noch ein paar berufenere Spezialisten
auf Deine Frage melden.

Gut wäre, wenn Du noch einen kleinen Schaltplan mit den jeweiligen
Leitungslängen hier einstellen könntest. Und eine Info zum verwendeten 
Mikrophone wäre wichtig.

Viele Grüße

Igel1


PS: ... viel zu langsam gewesen ...

: Bearbeitet durch User
Autor: Achim B. (bobdylan)
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Dieses Kernchen - Modul (Kemo) brummt NICHT. Jedenfalls nicht von 
alleine. Magst du uns mal ein Foto von deinem Aufbau zeigen?

Autor: Christian S. (roehrenvorheizer)
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Du solltest alle Komponenten aus der gleichen Steckdose versorgen. 
Probiere mal, ob es dann weg ist.

MfG

Autor: Phillip G. (Gast)
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Vielen Dank an euch alle!
Es liegt definitiv am Netzteil.
Mit einer 9V Batterie ist keinerlei Brummen zu hören.
Scheinbar waren alle getesteten Netzteile nicht besonders gut geeignet 
dafür.

Die Kabel sind zwar nicht geschirmt, aber nur maximal 10cm lang.
Der Elko hat nicht geholfen (zumindest nicht mit den vorliegenden NT).
Gleiche Steckdose macht keinen Unterschied.

Autor: Stefanus F. (Firma: Äppel) (stefanus)
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Eventuell kommst mit der Kombination aus einem 12V Netzteil mit einem 
nachgeschalteten LM7809 klar (Kondensatoren gemäß Datenblatt nicht 
vergessen).

: Bearbeitet durch User
Autor: Tom (Gast)
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Echtes Brummen (50 oder 100 Hz) oder Britzeln/Zirpen?

Autor: T. M. (tomtomtom)
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Phillip G. schrieb:
> Gleiche Steckdose macht keinen Unterschied

was meinst Du damit ?

Autor: Harald W. (wilhelms)
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Phillip G. schrieb:

> Es liegt definitiv am Netzteil.

Probleme machen da typischerweise die "leichten" Schaltnetzteile.
Gerade für Vorverstärker sind "schwere" 50Hz-Trafos besser ge-
eignet. Wenn da dann wirklich noch ein netzteilbedingtes Brummen
auftritt, kann man das durch einen Elko plus Vorwiderstand leicht
beheben.

Autor: Mark S. (voltwide)
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Das Brummen kommt vmtl über die Entstörkondensatoren, solche Störungen 
sind typisch bei KlasseII Netzteilen (Wandwarzen). Nachgeschaltete 
Stabis bringen da überhaupt nichts.
Wenn Du den sekundären Masseanschluss mal mit Schutzleiter verbindest, 
dürfte das Brummen weg sein.

Autor: tommy (Gast)
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Was ist denn die Signalquelle?
PC oder Notebook?
Dann hätte ich 'ne Idee ;-)

Autor: Andreas S. (igel1)
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Mark S. schrieb:
> Das Brummen kommt vmtl über die Entstörkondensatoren, solche Störungen
> sind typisch bei KlasseII Netzteilen (Wandwarzen). Nachgeschaltete
> Stabis bringen da überhaupt nichts.
> Wenn Du den sekundären Masseanschluss mal mit Schutzleiter verbindest,
> dürfte das Brummen weg sein.

Hört sich so an, als ob Du weißt, wovon Du da sprichst.
Könntest Du das bitte noch etwas ausführlicher erklären - mich würde
das ebenfalls sehr interessieren:

- Wie genau entsteht dieses Brummen?  (elektrisch/physikalisch erklärt)

- Was genau passiert, wenn man den sekundärseitigen Masseanschluss
  mit dem Schutzleiter verbindet? Sprich: wie wird dann das Brummen
  unterdrückt?

Viele Grüße

Igel1

Autor: Mark S. (voltwide)
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Die heute üblichen Steckeradapter enthalten ein kleines Schaltnetzteil.
Zur Funkentstörung findet sich hierin ein sog Y-Kondensator zwischen 
Primär- und Sekundärkreis. Üblich ist  eine Kapazität von 1nF.
Erschwerend hinzu kommt, dass bei dieser Technik die Gleichrichtung 
bereits auf der Netzseite passiert.
Und der Entstörkondensator ist (aus EMV-Gründen) hinter diesem 
Gleichrichter angeschlossen. Er koppelt also nicht einfach 50Hz Sinus, 
sondern 100Hz gleichgerichten Sinus in den Sekundärkreis. Diese 
Kurvenform ist von natur aus oberwellenreich, und das führt dazu, dass 
sie gehörmäßig viel eher störend in Erscheinung tritt als der reine 50Hz 
Sinus.
Im Endfeffekt erscheint also ein verzerrrter 100Hz-Ableitstrom auf der 
Sekundärseite. Dieser sucht sich seinen Weg nach Erde über 
Leitungskapazitäten des Aufbaus. Besonders kritisch sind hier 
ungeschirmte Leitungen.
Indem man den sekundären Masseanschluß mit PE verbindet, wird dieser 
Strom abgeleitet.

Alles in allem bleibt fest zu stellen, dass ältere "Trafo"-Netzteile in 
dieser Hinsicht unkritischer sind: Hier gibt es weder überbrückende 
Y-Kondensatoren noch eine PrimärGleichrichtung.
Nichtsdestotrotz haben alle "anständigen" Gitarrenverstärker seit 
Jahrzehnten den Sekundärkreis mit Schutzerde verbunden - wegen des 
Brummens und auch wegen der elektrischen Sicherheit.

Autor: Andreas S. (igel1)
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@Mark Space:

Danke für die gute Erklärung und die Mühen, die Du Dir damit gemacht 
hast.
Habe es gut verstanden!

Viele Grüße

Igel1

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