Hallo,
ich habe Informatik B.Sc. Schwerpunkt: Embedded Systems studiert.
Demnächst habe ich bei einem Dienstleister im Bereich Embedded Systems
als Berufseinsteiger ein Vorstellungsgespräch. Welche Fragen sind
typisch für den Bereich Embedded Systems?
Christian schrieb:> ich habe Informatik B.Sc. Schwerpunkt: Embedded Systems studiert.> Demnächst habe ich bei einem Dienstleister im Bereich Embedded Systems> als Berufseinsteiger ein Vorstellungsgespräch. Welche Fragen sind> typisch für den Bereich Embedded Systems?
Was ist ihr Wunschgehalt?
Ab wann können sie bei uns anfangen?
Wie gehen sie mit Niederlagen um?
Christian schrieb:> Welche Fragen sind typisch für den Bereich Embedded Systems?Ich würde dir einen halbwegs umfangreichen Schaltplan vorlegen und
dich fragen, was da passiert.
Und dann würde ich dich fragen, wer das Telefon, den Computer und das
Internet erfunden hat. Und als Kür: wer die Schreibmaschine erfunden
hat... ;-)
Andere machen das anders. Der Diensleister fragt evtl. nur: wieviel
kosten Sie mich?
Leierkastenonkel schrieb:> Christian schrieb:>> ich habe Informatik B.Sc. Schwerpunkt: Embedded Systems studiert.>> Demnächst habe ich bei einem Dienstleister im Bereich Embedded Systems>> als Berufseinsteiger ein Vorstellungsgespräch. Welche Fragen sind>> typisch für den Bereich Embedded Systems?>> Was ist ihr Wunschgehalt?> Ab wann können sie bei uns anfangen?> Wie gehen sie mit Niederlagen um?
Wenn Du einen Techniker/Ing. und keinen HR-Vollpfosten vor dir sitzen
hast, könnte es auch so aussehen:
- Man legt Dir 8051-Assemblercode vor und will hören, was Dir dazu
einfällt
- "Wie finden Sie Fehler in einem Programm?"
- Man legt Dir eine Platine hin und du sollst tagträumen, wie Du das
Ding reverse-engineeren würdest
Lothar M. schrieb:> wer die Schreibmaschine erfunden> hat...
Das mit dem Schaltplan: klar ok. Viel besser als "nennen sie mir Ihre
größte Schwäche"
Aber warum nach irgendwelchen obskuren zweifelhaft relevanten
historischen Begebenheiten fragen?
Das ist kein Wissen mit dem man irgendetwas tun oder bewirken kann. Was
das vorhanden- oder nicht vorhanden sein dieses Wissens an relevanter
Information über den Bewerber preis gibt hält sich ebenfalls sehr in
Grenzen.
Sowas merk ich mir nicht, das googel ich in 15 Sekunden, sollte es je
relevant sein. (Wenn es sich überhaupt so klar beantworten lässt: Wer
bekommt die Erfindung zugeschrieben? Wie ist Computer definiert? Ist
mechanisch ok? Turing-Vollständig programmierbar?)
Was haben Informatiker im Bereich Embedded verloren? Das wäre meine
erste Frage...;-)
DISS ON:
Die Antwort dazu:
"Jetzt nach dem Studium weiss ich, was ich später mal werden will"
DISS OFF
entity schrieb:> Lothar M. schrieb:> Und dann würde ich dich fragen, wer das Telefon, den Computer und das> Internet erfunden hat.> Aber warum nach irgendwelchen obskuren zweifelhaft relevanten> historischen Begebenheiten fragen?
1) Um den Bewerber aus dem Konzept zu bringen und um Druck aufzubauen -
Wie geht der canditate under test damit um, das er offensichtlich eine
Frage nicht beantworten kann? Wird pampig? Bleibt er cool? Delegiert er
die Frage zu einem ders wissen könnte (bspw. Mr goooogle) weiter?
Rechtfertigt er sich schitzendoder sucht er nach Alternativlösungen.
2) wer sich seit seiner Jugend brennend und mit Leidenschaft für
Elektronik interessiert oder einfach nur wissbegierig ist, weiss das,
auch wenn es nicht FH-Prüfungsstoff ist.
3) Auch wenn man keine konkireten geschichtlichen Details kennt, dürfte
sich doch jeder der nicht wie Kaspar Hauser in einem Kellerloch
aufgewachsen fragen, ob es überhaupt den Erfinder von Computer und
Internet überhaupt gibt oder ob es nicht die eher beiläufige
Zusammenführeng mehrere Erfindungen war die zum Computer führte. Und
wird nicht der Computer immer wieder neu erfunden? Die Erfindung
Konrad Zuses, unterscheidet sich erheblich von der v. Neumanns oder gar
der von Turing. der erste Computer wie wir ihn kennen entstand viel
später durch einen zotteligen Studiums-unter-brecher namens Steve
Wozniak....
...und manchmal will man als Frager auch gar nicht wissen, dass Zuse
seinen Z3 1941 zusammengebaut hat, sondern so eine ganz grobe
Einordnung.
Quasi das Gegenteil vom Känguru: "Warum feiern wir eigentlich
Weihnachten? Also das war so, vor ganz langer Zeit, 50 Jahren ungefähr,
da wurde Sancho Tadeus Klausberger, kurz Santa Klaus, in einer Mall
geboren, in der seine Eltern noch dringend Geschenke kaufen mussten,
einen digitalen Bilderrahmen oder was man sich damals eben so geschenkt
hat, weil war ja Weihnachten. Und am Himmel erschien ein Ufo und die
heiligen drei Sonderbevollmächtigten brachten..." (aus dem Kopf, das
Zitat geht anders).
MfG, Arno
Internet Karriere Berater Martin Wehrle hat ein Video gedreht unter dem
Titel "Beleidigungen kontern". Nachdem Vorstellungsgespräche immer
länger werden, es zu fünfstufigen Auswahlprozessen (mechatronic AG
Darmstadt) und nun auch zu Beleidigungen kommt fiel mir heute eine
versteckte Beleidigung von letzter Woche ein:
"<claus_w>, was würden Sie von einem idealen Arbeitsplatz verlangen?"
Weil das aber so eine Frage aus einer Liste ist, sieht man daran, dass
es dem Interviewpartner an Interesse und Sachinhalt fehlt. Na, und
beeinflussen wird es höchstens die Bemühungen bei der Vertragsanbahnung
diese Schwachpunkte zu verstecken. Meistens kommt eine Absage.
Wie sitzt man nun so einer Beleidigung nicht auf (immer im Hintergrund,
dass ich als Bauhilfsarbeiter meine Miete von 640,-€ je 33m² verdienen
will)?
- Eine Tätigkeit bei Ihnen wäre in jedem Falle ideal (Sie wissen ja
selbst am besten wie sie aussieht).
- Jeder Arbeitsplatz, denn ich warte schon lange und mein Geld wird
knapp.
- So, wie ich es bereits im Anschreiben formuliert habe.
Leierkastenonkel schrieb:> Die Erfindung Konrad Zuses, unterscheidet sich erheblich von der v.> Neumanns oder gar der von Turing. der erste Computer wie wir ihn kennen> entstand viel später durch einen zotteligen Studiums-unter-brecher> namens Steve Wozniak....
Haben wir den ersten Computer, den wir kennen, nicht Xerox zu verdanken?
Christian schrieb:> als Berufseinsteiger ein Vorstellungsgespräch. Welche Fragen sind> typisch für den Bereich Embedded Systems?
Ferchau klopfte bei mir C-Kenntnisse ab. Ist aber wohl auch von Filiale
zu Filiale unterschiedlich, heute hocken dort nur noch junge HR-Luder
mit extrem engen Klamotten rum um den jungen Bewerber zu verwirren. Auch
ne Methode den Bewerber unter Stress zu setzen.
Herr X was ist 1 & 1?
Äh....<auf die junge Recruiterin starrend> ... äh .... <fängt an zu
schwitzen>....2 Tüten Milch!
Joe J. schrieb:> Was haben Informatiker im Bereich Embedded verloren? Das wäre> meine> erste Frage...;-)
Da würde ich doch direkt fragen: Was haben Ingenieure in den Bereichen
Computer, Logik, Digitaltechnik verloren? Das wurde schließlich von
Mathematikern (quasi Informations-Mathematiker, auch Informatiker
genannt) erfunden.
Du bekommst eine kleine Platine in die Hand und sollst sagen, welche
Bauteile Du darauf erkennst.
Damit sieht man, wie Du die Platine anfasst und anschließend wieder
weglegst, ob Du Dich schon häufiger mit solchen Dingen beschäftigt hast
oder ob Du eher eine ablehnende Haltung dazu zeigst.
Anschließend sollst Du zu den Begriffen SOM, Linux, ggf. SIL3 usw. etwas
zu Deinen persönlichen Erfahrungen dazu berichten.
Bei uns sind es Themen wie:
Beispielcode mit:
kritische type Promotion, fehlendes volatile und ein volatile Zuviel,
critical section und so noch rudimentärerer Kram.
Allgemein Fragen:
Methoden für die Kommunikation zwischen Tasks
Nils schrieb:> Erklär mal den Unterschied zwischen einem Mutex und einer binären> Semaphore.
…
Gerne lässt man sich auch die Abschlussarbeit erklären. Dabei erlebt man
regelmäßig einen Schock, dass die Bewerber nicht einmal rudimentär
erklären können was Sie da gemacht haben. -> Fail
Oder die Bewerber haben wirklich null Wissen darüber wie ein
Mikrocontroller funktioniert, aber dies in ihre Bewerbung geschrieben.
Sehr schlecht kommt bei den Entwicklern die bei uns mit drin sitzen
erfahrungsgemäß an, wenn man sich als Experten zu irgendwas bezeichnet
hat und dann fast null Ahnung hat. Mit so Leuten will man nicht wirklich
zusammenarbeiten ;).
Allerdings hat man auch Verständnis für etwas Übertreibung, man muss ja
erstmal an Personalern quasi vorbeikommen.
Ich habe damals keine C Fragen gestellt bekommen :(. Der
Abteilungsleiter wusste schon, dass es dann bei mir langweilig wird. Hat
dann etwas weiter ausgeholt und auch direkt ins schwarze getroffen.
Konnte auf vielleicht 30 % die gewünschte Antwort liefern. Wenn ich da
perfekt abgeschnitten hätte, hätte es vielleicht ein/zwei Tausender im
Jahr mehr gegeben. Also nicht wirklich relevant.
Aber primär ging es damals auch eher darum, ob ich den Job wirklich
haben will und halbwegs zuverlässig mindestens bis zum Abschluss des
Projekts und dessen erstem Quality Releases bleibe. Da man im Projekt
mit meinem Output hoch zufrieden war, hatte ich auch schnell das
mögliche maximale Gehalt für die Stelle auf der ich sitze. Wenn ich mehr
möchte, muss ich mich erst wieder formell bewerben. Etwas umständlich …
Vor allem da die Chefs einen ungern auf die höheren Stellen ziehen, denn
von außen hat man es über diese noch geschafft neues Personal zu ziehen.
Für den direkten höheren Einstieg, habe ich damals leider nicht die
Formellen Voraussetzungen erfüllt. Da hätte mein Chef schon sehr für
kämpfen müssen … bzw. hat er damals schon kämpfen müssen überhaupt eine
Stelle zu bekommen (Geschäftsführung).
Leierkastenonkel schrieb:> 1) Um den Bewerber aus dem Konzept zu bringen und um Druck aufzubauen -> Wie geht der canditate under test damit um, das er offensichtlich eine> Frage nicht beantworten kann? Wird pampig? Bleibt er cool? Delegiert er> die Frage zu einem ders wissen könnte (bspw. Mr goooogle) weiter?> Rechtfertigt er sich schitzendoder sucht er nach Alternativlösungen.
Typisch deutscher VG-Quatsch ("Druck aufbauen", "aus dem Konzept
bringen").
Zeugt nur davon, dass man dir nicht auf Augenhöhe begegnet. Du pinkelst
während das Gesprächs im Sitzungszimer ja auch nicht in die
Zimmerpflanze, um zu sehen ob dein Chef souverän mit dieser Situation
umgehen kann, cool reagiert und einen pfiffigen Spruch dazu findet.
Natürlich mit der Erwartung, dass er dich danach sogar noch einstellt,
wenn du dich dafür entscheidest.
Ist wohl einfach wieder mal schrecklicher Fachkräftemangel.
Wieso sollte ein Bewerber zusagen und seinen Job wechseln, wenn das
Gegenüber im VG unverschämt wurde? Wenn es so schon im VG los geht, wo
man noch in keinerlei Abhängigkeit steht, wie geht's dann später erst
nach der Unterschrift weiter? Da geh ich doch da hin wo es noch um die
Sache geht und man bereit ist wie ganz normale Menschen miteinander zu
arbeiten.
Bei Embedded Systems gehts weniger um C-Sprachkenntnisse, als
viel mehr darum, das System, wo der Mikrocontroller eingebettet
ist, zu verstehen. Das kann Simpel oder Hochkomplex sein.
Garstiger Gnom schrieb:> Wieso sollte ein Bewerber zusagen und seinen Job wechseln, wenn das> Gegenüber im VG unverschämt wurde? Wenn es so schon im VG los geht, wo> man noch in keinerlei Abhängigkeit steht, wie geht's dann später erst> nach der Unterschrift weiter? Da geh ich doch da hin wo es noch um die> Sache geht und man bereit ist wie ganz normale Menschen miteinander zu> arbeiten.
Wir leben im Feudalismus des Geldadels. Ich zum Beispiel bin
Vorgesetzter und habe wenig Ahnung davon, was meine Untergebenen den
ganzen Tag lang treiben.
Es interessiert mich auch nicht, so lange sie sich dabei ruhig
verhalten. Je größer meine Abteilung ist, desto höher ist mein Ansehen
unter den anderen Führungskräften. Meine Mitarbeiter sind nur anwesend,
um mir weitere Schritte auf der Karriereleiter zu ermöglichen. Und darum
geht es im VG: Ich will testen, wie sehr sich ein Kandidat erniedrigen
lässt, damit ich sicher sein kann, dass er später keinen unnötigen
Fragen stellt. Was aus meinen Mitarbeitern wird, nachdem ich mein
Karriereziel erreicht habe, interessiert mich auch nicht. Hoffentlich
sehe ich sehe dann nicht mehr.
Christian schrieb:> Hallo,> ich habe Informatik B.Sc. Schwerpunkt: Embedded Systems studiert.> Demnächst habe ich bei einem Dienstleister im Bereich Embedded Systems> als Berufseinsteiger ein Vorstellungsgespräch. Welche Fragen sind> typisch für den Bereich Embedded Systems?
- Wo haben sie gedient?
- Leben Sie mit einer Frau zusammen?
- Warum ausgerechnet wir?
- Mögen Sie ihren Chef?
- Haben Sie schon einmal etwas von diesem neuen „Agil“ gehört?
- Haben Sie schon einmal etwas von diesem neuen „C“ gehört?
Fitzebutze schrieb:> - Man legt Dir 8051-Assemblercode vor und will hören, was Dir dazu> einfällt
Gott sei Dank sind die Zeiten vorbei und wir haben heute moderne
Mikrocontroller Architekturen. Muss wohl ein Dino sein, der mit sowas
noch im die ecke kommt.
> - "Wie finden Sie Fehler in einem Programm?"
1. Bei fremdem Code durch scharfes hinsehen.
2. Ich mache keine Fehler.
> - Man legt Dir eine Platine hin und du sollst tagträumen, wie Du das> Ding reverse-engineeren würdest
Wie? Fehlt etwa die Doku?
Garstiger Gnom schrieb:> Leierkastenonkel schrieb:> 1) Um den Bewerber aus dem Konzept zu bringen und um Druck aufzubauen -> Wie geht der canditate under test damit um, das er offensichtlich eine> Frage nicht beantworten kann? Wird pampig? Bleibt er cool? Delegiert er> die Frage zu einem ders wissen könnte (bspw. Mr goooogle) weiter?> Rechtfertigt er sich schitzendoder sucht er nach Alternativlösungen.>> Typisch deutscher VG-Quatsch ("Druck aufbauen", "aus dem Konzept> bringen").
Psychologische Erklärung dafür ist simpel: Narzissmus und Sadismus.
Aussagekraft = 0.
Quelle:
https://www.spektrum.de/news/von-narzissmus-und-sadismus-getrieben/1590698
Claus M. schrieb:> Fitzebutze schrieb:>> - Man legt Dir 8051-Assemblercode vor und will hören, was Dir dazu>> einfällt>> Gott sei Dank sind die Zeiten vorbei
Noch lange nicht.
Fitzebutze schrieb:> - Man legt Dir 8051-Assemblercode vor und will hören, was Dir dazu> einfällt
Was wenn man nur AVR, ARM, x86, MIPS, RISC-V Assembler kann, aber kein
8051? Hat man dann versagt?
Fitzebutze schrieb:> - "Wie finden Sie Fehler in einem Programm?"
Wenn man das pauschal beantworten könnte, könnte das ja jeder.
Claus M. schrieb:>> - Man legt Dir eine Platine hin und du sollst tagträumen, wie Du das>> Ding reverse-engineeren würdest>> Wie? Fehlt etwa die Doku?
Doku gibts doch nie wenn man Dinge extern zukauft/outsourct/in China
kauft.
Dr. Sommer schrieb:> Was wenn man nur AVR, ARM, x86, MIPS, RISC-V Assembler kann, aber kein> 8051? Hat man dann versagt?
Dann kann man vermutlich fragen was eine Instruktion bedeutet wenn man
es sich aus dem Zusammenhang nicht selbst zusammenreimen kann. Man
könnte auch Auszüge aus der Dokumentation für alle im Beispiel
verwendeten Instruktionen daneben legen um das abzufangen. Und ich
behaupte mal wer 5 verschiedene Assemblerdialekte beherrscht wird bei
8051 schon deutlich mehr als nur Bahnhof verstehen.
8051 werden hier wieder verstärkt eingesetzt. Aus der
Softwareentwicklung sind die vor 20 Jahren verbannt worden, jetzt
erleben Sie ihr survival in der Hardware Abteilung als
Überwachungsbaustein -> noch günstiger als AVR, PIC und Cortex-M0
devices zu bekommen. Schöner Nebeneffekt ... anstat das wie früher fast
nur die Software Entwickler mit Fragen in die Hardware Abteilung
getuggelt sind, kommen die jetzt immer häufiger bei uns vorbei.
Dann kann man jedem mal das zurückgeben was er verdient :D ... zugegeben
die meisten sind freundlich und bei den früheren Überfliegern lässt
man halt eher mal ein wie das weißt du nicht raushängen ;) und versucht
dann positives Beispiel zu sein wie Zusammenarbeit funktionieren kann.
Yammi schrieb:> Aus der> Softwareentwicklung sind die vor 20 Jahren verbannt worden, jetzt> erleben Sie ihr survival in der Hardware Abteilung als> Überwachungsbaustein
Haben Mikrocontroller nicht immer einen Software-und einen
Hardwareanteil? Macht die Hardware-Abteilung also auch Software und
umgekehrt? Irgendwie eine komische Strukturierung!
Garstiger Gnom schrieb:> Typisch deutscher VG-Quatsch ("Druck aufbauen", "aus dem Konzept> bringen").
Nö genau so macht man das. Das hat nix mit Druck zu tun. In meinem
Bewerbungsgespräch wurde mir auch eine Platine und ein Schaltplan
vorgelegt. Alles wusste ich damals nicht, trotzdem entstand eine
lebhafte Diskussion und mir wurde erklärt was ich nicht wusste. Aktiv
zuhören ist hier sehr wichtig.
Wenn man etwas nicht weiß, ist das später auch kein Beinbruch. Der
Umgang mit der Situation zeigt aber Reife.
Yammi schrieb:> Beispielcode mit:> kritische type Promotion, fehlendes volatile und ein volatile Zuviel,> critical section und so noch rudimentärerer Kram.> Allgemein Fragen:> Methoden für die Kommunikation zwischen Tasks
Auch toll. Pauschal solche Fragen zu stellen ohne die Anstellung zu
berücksichtigen. Welcher Hardware-Entwickler aus dem Embedded-Bereich
kann damit was anfangen?
Also bei mir kamen für den ersten Job nach Abschluss Fragen zu:
Gesetzmäßigkeiten zur Abtastung, Quantisierung & Echtzeit, weil direkt
Job relevant. Da hat der Interviewer auch die typischen Bilder von z.B.
Aliasing gemalt und man sollte sagen, was zu tun ist.
Dann sollte ich ein praxisrelevantes comm-protokoll meiner Wahl erklären
(hab ein FlowChart gemalt) und Pseudocode für ein digitales Filter
hinschreiben. Dann noch Sinn und Methoden der Masterarbeit etwas
präsentieren und es wurden ein paar Fragen zu Inhalten von den
interessierenden Modulen des Studiums gefragt: z.B. Systemtheorie oder
MSR - aber nicht sehr tiefgehend.
Damit war's das auch schon an technischen Dingen. Der Rest war: Können
Sie sich Dienstreisen ins Ausland vorstellen, wie gehen Sie mit #*%( um
und Co
Das war mit Abstand das anspruchsvollste Interview, was ich je hatte, da
es sehr technisch orientiert war.
Die Nachfolgenden waren eher biographisch geprägt,z.B. was man so für
tolle Projekte gemacht hat und was für Erfahrungen man hat.
Msd schrieb:> Yammi schrieb:>> Beispielcode mit:>> kritische type Promotion, fehlendes volatile und ein volatile Zuviel,>> critical section und so noch rudimentärerer Kram.>> Allgemein Fragen:>> Methoden für die Kommunikation zwischen Tasks>> Auch toll. Pauschal solche Fragen zu stellen ohne die Anstellung zu> berücksichtigen. Welcher Hardware-Entwickler aus dem Embedded-Bereich> kann damit was anfangen?
Hier scheint es sich doch eindeutig um eine Stelle für einen
Softwareentwickler Embedded Systems zu handeln.
Das mit dem 8051 kam nur daher, weil man immer öfter hört, die setzt
doch keiner mehr ein. Die werden dann übrigens wirklich von der Hardware
Abteilung programmiert. Meist aber ja nur 2x ADC Sampeln und die Werte
Prüfen und abhängig was schalten. So ganz rudimentäre Sachen.
Ich hatte daraus folgend zum ersten mal vor 2 Jahren mit dem 8051 zu
tun.
Das ist bei uns halt eher die Klasse Schieberegister als
Mikrocontroller/Mikroprozessor und liegt ja auch in etwa in dem
Preisbereich.
Wir in der Softwareentwicklung sind aktuell auf PowerPC, Cortex-A53,
Cortex-R5, Cortex-M3 bis 7, Renesas RL und dem Aurix unterwegs.
Bei uns wird sich vorsichtig Fachlich vorgetastet. Fragen zu stellen,
auf die man keine Antwort bekommt ist ja auch Zeitverschwendung.
Wichtiger ist ja auch das jemand lernwillig ist und wie er damit umgeht,
wenn er nicht übliches Wissen besitzt oder ihm übliches fehlt (wenn er
das dann überhaupt erkennt).
Interessant ist auch wie sich Bewerber verhalten, wenn man selbst etwas
falsches behauptet wo man sich sehr sicher ist, dass es der Bewerber
korrigieren kann. Wobei solche Spielchen auch nur bei Leuten getrieben
werden, wo man schon zweifel hat, dass Sie ins/in irgendein Team passen
... die aber Fachlich zu gut sind um dann Final eine Stelle unbesetzt zu
lassen. Bei einer SW-Entwickler Zahl im dreistelligen Bereich, findet
man ja auch für solche Leute ein Plätzchen.
8051->Brandaktuell.
Zb weil eben die Lizenzkosten bei den uC Herstellern doch eine große
Rolle spielen. Und tw hochpreisig, zB der PSoC3 von Cypress.
Ein wenig g(äähn)ewöhnungsbedürftig und speziell die Kiste, aber tolle
Peripherie und entsprechend günstiget. Habe sogar dann eine Elektronik
realisiert für eine Messanwendung mit besagtem Core, die hoff. die
nächsten 15 Jahre noch produziert werden wird.
Cheers
Ich hatte vor ca. 4 Jahren einige Gespräche in genau diesem Bereich.
Fachliches wurde fast nie abgefragt, die haben erzählt was sie soch
machen, ich wurde gefragt, was ich so gemacht habe. Eigentlich immer nur
bla bla.
Nur in einer Firma musste ich eine Fkt aufschreiben um via Zeiger die
Inhalte beider Variablen zu vertauschen.
Also mach dir keinen Kopf über die Vorstellungsgespräche und mach dich
nicht verrückt. Lieber entspannt an die Sache rangehen und alles wird
gut :D
Delta Loop schrieb:> Eine der häufigsten Fragen ist: "Sind Sie verrückt?"> Die erfolgt unmittelbar, nachdem man seine Lohnvorstellung kundgetan> hat.> :)
Erzähl das mal den Wohnungsvermietern. Eine neue Form ist auf dem
Wohnungsmarkt entstanden, die "Löffelfertige Vermietung". AirBnB
war gestern.
> ich habe Informatik B.Sc. Schwerpunkt: Embedded Systems studiert.
Mein aufrichtiger Beileid ...
> Demnächst habe ich bei einem Dienstleister im Bereich Embedded Systems> als Berufseinsteiger ein Vorstellungsgespräch.
Schön !!!
> Welche Fragen sind typisch für den Bereich Embedded Systems?
Wunschgehalt ???
Über 2000 € wird es schwierig , BRUTTO natürlich ...
PS -->> Es gibt zu viele Absolventen !!!
Leierkastenonkel schrieb:> wer sich seit seiner Jugend brennend und mit Leidenschaft für> Elektronik interessiert oder einfach nur wissbegierig ist, weiss das,> auch wenn es nicht FH-Prüfungsstoff ist.
Stimmt bei mir zumindest nicht. Ich habe mich zwar brennend und mit
Leidenschaft für Elektrnik interessiert, aber nicht für Elektroniker :-)
(Historische) Personen waren mir immer egal.
Msd schrieb:> Nö genau so macht man das. Das hat nix mit Druck zu tun. In meinem> Bewerbungsgespräch wurde mir auch eine Platine und ein Schaltplan> vorgelegt. Alles wusste ich damals nicht, trotzdem entstand eine> lebhafte Diskussion und mir wurde erklärt was ich nicht wusste. Aktiv> zuhören ist hier sehr wichtig.
Oder deine Gegenüber hören sich gerne Reden und fühlen sich in der Rolle
der Erklärers gut. Erklären kann man nur mit Wissensvorsprung und zwar
einem der keine Ahnung hat. Das gibt dem Erklärenden einen höheren
Status. Dir wurde also das Katzentürchen gezeigt und da bist
durchgerobbt. Fein gemacht, ein Lieber!
Wie wäre das Gespräch verlaufen, hätten sie einen Bewerber vor sich
gehabt, der mehr Ahnung als die Interviewer gehabt hätte?
Sören August schrieb:> Oder deine Gegenüber hören sich gerne Reden und fühlen sich in der Rolle> der Erklärers gut. Erklären kann man nur mit Wissensvorsprung und zwar> einem der keine Ahnung hat. Das gibt dem Erklärenden einen höheren> Status. Dir wurde also das Katzentürchen gezeigt und da bist> durchgerobbt. Fein gemacht, ein Lieber!
Du hast es etwas böse beschrieben, aber du hast recht. Man muss die
Hierarchie beachten und den Tonangebenden die Frageposition belassen.
Wer zu dominant auftritt, der bekommt den Job nicht.
Anpassung ist gefragt. Versetzt euch in die Position des Fragers.
Möchtet ihr jemanden, der alles besser weiß?
> Wie wäre das Gespräch verlaufen, hätten sie einen Bewerber vor sich> gehabt, der mehr Ahnung als die Interviewer gehabt hätte?
Dann kommt es darauf an, ob der Bewerber es erkennt und seine Kompetenz
zurückhaltend genug einsetzt.
So sind die Spielregeln.
Silke K. schrieb:> Dann kommt es darauf an, ob der Bewerber es erkennt und seine Kompetenz> zurückhaltend genug einsetzt.
Ich mache solche Leute immer zur Schnecke.
Silke K. schrieb:> Sören August schrieb:>> Oder deine Gegenüber hören sich gerne Reden und fühlen sich in der Rolle>> der Erklärers gut. Erklären kann man nur mit Wissensvorsprung und zwar>> einem der keine Ahnung hat. Das gibt dem Erklärenden einen höheren>> Status. Dir wurde also das Katzentürchen gezeigt und da bist>> durchgerobbt. Fein gemacht, ein Lieber!>> Du hast es etwas böse beschrieben, aber du hast recht. Man muss die> Hierarchie beachten und den Tonangebenden die Frageposition belassen.> Wer zu dominant auftritt, der bekommt den Job nicht.
Doch, nur der der zwigt das er das Problem beherscht und nicht umgekehrt
bekommt den Auftrag zur Problemlösung.
>> Anpassung ist gefragt. Versetzt euch in die Position des Fragers.> Möchtet ihr jemanden, der alles besser weiß?
Ja, ich möchte einen, der besser weiss als ich, wo das Problem bei
Produkt xyz steckt und schnurstracks brauchbare Lösungsansätze
präsentiert.
>> So sind die Spielregeln.
Im Kindergarten ja, im echten Leben, nein.
Da kommt es darauf an, gegebfalls selbst die Führung zu übernehmen und
Problem samt Lösungsansatz klar zu formulieren. Und dann muss es auch
mal ein "Du bist zu doof, wiederhol die Ausbildung" sein.
Leierkastenonkel schrieb:> Im Kindergarten ja, im echten Leben, nein.
Falsch gedacht. In vielen Unternehmen geht es teilweise wie im
Kindergarten zu, das ist ganz "normal". Hierbei sind vor allem
Psychologie und Politik gefragt, welche oft sehr viel wichtiger sind als
harte Fakten. Ein Besserwisser, der alle vor den Kopf stößt, selbst wenn
er vielleicht fachlich recht haben sollte, geht da schnell unter.
Ingenieur schrieb:> Leierkastenonkel schrieb:>> Im Kindergarten ja, im echten Leben, nein.>> Falsch gedacht.
Garnicht gedacht, sondern aus Erfahrung berichtet.
OK, man kennt nicht jeden Laden, aber eigentlich ist der
Einstellungsgrund für einen Fachkraft, der des höhehern Wissens/Können
als das der aktuellen Belegschaft.
> In vielen Unternehmen geht es teilweise wie im> Kindergarten zu, das ist ganz "normal". Hierbei sind vor allem> Psychologie und Politik gefragt, welche oft sehr viel wichtiger sind als> harte Fakten.
Nein, nicht in der freien WQirtschaft, die ihre Produkte an den Kunden
bringen muß. Im "Kindergarten" Öffentlicher Dienst mag das anders
aussehen.
> Ein Besserwisser, der alle vor den Kopf stößt, selbst wenn> er vielleicht fachlich recht haben sollte, geht da schnell unter.
Nur wenn er gleichzeitig zum Besserwisser ein Hosenscheisser ist, der
keinen Arsch in der Hose hat. Deswegen steht ja in den
Einstellungsprofilen ja auch neben den fachlichen Qualifikationen
"Durchsetzungsstark", Selbstständig und Eigeninitiative. Und
selbstverständlich sollte man wissen das man in seinem
Verantwortungsbereich sehr wohl was zu sagen hat, aber nicht in den
Bereichen , der anderen Verantwortlichen.
Ingenieur schrieb:> Leierkastenonkel schrieb:> Im Kindergarten ja, im echten Leben, nein.>> Falsch gedacht. In vielen Unternehmen geht es teilweise wie im> Kindergarten zu, das ist ganz "normal". Hierbei sind vor allem> Psychologie und Politik gefragt, welche oft sehr viel wichtiger sind als> harte Fakten. Ein Besserwisser, der alle vor den Kopf stößt, selbst wenn> er vielleicht fachlich recht haben sollte, geht da schnell unter.
Sehr wahre Worte. Ich musste feststellen, dass mich fachliche Expertise
im Unternehmen nicht weiterbringt, und bin dann schnell bei Psychologie
und Soziologie gelandet. Damit verstehe ich endlich besser, was im
Unglaublich vor sich geht.