Ich habe eine ungewöhnliche Frage. Deshalb hat diese auch noch niemand
im Internet beantwortet und ich jetzt gezwungen bin Experten zu
konsultieren.
Ich will nämlich die +12V(20A) eines PC-Netzteils (350W XP350 ATX 2.0
Passive PFC) mit den -12V(0.8A) in Reihe schalten, also +12V Pluspol mit
dem -12V Minuspol verbinden um 24V rauszukriegen.
Geht das so einfach oder gibt das einen Kurzschluss oder kann ich das
einfach mal ausprobieren, weil das Netzteil kurzschlussfest ist?
Wird wohl nicht gehen wenn beide Rails auf dem gleichen GND liegen
Aber ein 24v netzteil wird nicht so teuer sein weil du ja auf der -12V
Schiene eh kaum Strom rausbekommt.
Max M. schrieb:> Ich will nämlich die +12V(20A) eines PC-Netzteils (350W XP350 ATX 2.0> Passive PFC) mit den -12V(0.8A) in Reihe schalten, also +12V Pluspol mit> dem -12V Minuspol verbinden um 24V rauszukriegen.>> Geht das so einfach
Nein.
Beide Spannungen kommen ja aus einem Netzteil und sind beide auf GND
(0V) bezogen.
Wenn du jetzt die +12V und die -12V verbindest, gibt es einen satten
Kurzschluss. Und wo wolltest du die 24V abnehmen?
Bei zwei getrennten Netzteilen +12V/GND und -12V/GND musst du GND mit
GND verbinden und dann an den beiden anderen Klemmen (+12V, -12V) die
24V abnehmen.
Max M. schrieb:> Ich will nämlich die +12V(20A) eines PC-Netzteils (350W XP350 ATX 2.0> Passive PFC) mit den -12V(0.8A) in Reihe schalten, also +12V Pluspol mit> dem -12V Minuspol verbinden um 24V rauszukriegen.
Schalt mal gar nix und messe die Spannung einfach zwischen dem +12V und
dem -12V Anschluss.
Du wirst überrascht sein was da rauskommt.
HildeK schrieb:> Wenn du jetzt die +12V und die -12V verbindest, gibt es einen satten> Kurzschluss. Und wo wolltest du die 24V abnehmen?
Nachtrag:
Du kannst aber zwischen den beiden Klemmen +12V und -12V die 24V
abnehmen, ohne weitere Verbindung!
Allerdings: kurzschlussfest ist das dann nicht mehr, denn das kräftigere
+12V Teil macht dir dabei das andere kaputt, weil du es von hinten mit
einer 'verpolten' Spannung speist. Dafür sind sicherlich keine
Schutzmaßnahmen enthalten.
Beim PC-Netzteil kannst Du problemlos 24V zwischen +12V und -12V
entnehmen. Dabei darf aber GND nicht mit -12V verbunden werden, sonst
raucht's (-12V würden kurzgeschlossen). Die Schaltung, die die 24V
braucht, muß also damit klarkommen, wie "ihr" GND gegenüber GND am
PC-Netzteil auf -12V liegt.
Du mußt aber aufpassen, daß die -12V maximal mit den spezifizierten 0.8A
belastet werden. Die Bauteile des -12V-Kreises sind wirklich nur sehr
schwach dimensioniert.
Der Andere schrieb:> Du wirst überrascht sein was da rauskommt.
Ja, 24V. Denn beide sind auf GND bezogen. Und daher ergibt das 24V.
Ob man die Spannungen so auch belasten darf, steht auf einem anderen
Blatt. Wenn die -12V recht schwachbrüstig sind (was so sein dürfte), und
man zwingt rückwärts Strom durch, ist mit Rauch und fallsweise
Funkenflug zu rechnen.
Daher sollte man sein Geld lieber in eine 24V-NT investieren.
jemand schrieb:> Wenn die -12V recht schwachbrüstig sind
Das hat der TO doch selbst geschrieben:
Max M. schrieb:> -12V(0.8A)jemand schrieb:> und man zwingt rückwärts Strom durch
Und wie?
jemand schrieb:> Daher sollte man sein Geld lieber in eine 24V-NT investieren.
Kommt darauf an ob er das einmal braucht oder regelmäßig damit
experimantieren will. Im zweiten Fall stimme ich dir voll und ganz zu.
Max M. schrieb:> Geht das
Ja, das geht
> so einfach
nicht unbedingt einfach.
Deine 24V sind gegenüber den 5V um -12V versetzt, und wenn am Ausgang
ein Kondenstaor ist zwischen den +12V und den -12V, dann kann beim
Einschalten ein hoher Strom aus dem +12V fliessen, mehr als die -12V
normalerweise liefern würden, was dazu führt, daß die -12V auf über 0V
gezogen werden.
Je nach Auslegung geht das Netzteil dabei kaputt oder startet erst gar
nicht.
Legt man 2 Kondensataoren von +12 gegen 0V und von -12V gegen 0V hat man
das schon mal verhindert, ist die Last dann nur ein Widerstand und zieht
immer weniger als die -12V liefern können, dann funktioniert es, so
lange man diese 24V mit keiner anderen Spannung aus dem Netzteil
verbindet.
Hi,
so eine ähnliche Frage zur Reihenschaltung verschiedener Spannungen
eines PC (ATX) Netzteils hier:
Beitrag "Re: Anlaufstrom PC Lüfter"
Würde mich der Meinung von @Hilde
HildeK schrieb:> Nein.
rein vorsichtshalber anschließen.
Das sind keine "einfachen" Trafowicklungen, die man nach Belieben
parallel bzw. in Reihe schalten kann.
Vor allem das Regelverhalten (und die notwendige Grundlast) müssen
berücksichtigt werden.
Bei den hot swappable Netzteilen (ca. 1000 Watt) tritt bei
Parallelschalten oft das Bouncing-Phanomen auf bei sprunghaftem
Lastwechsel. D.h. die Dinger fangen an zu Schwingen. Das tut den
angeschlossenen Geräten nicht sonderlich gut.
ciao
gustav
Nachdem dem Durchlesen dieser Antworten habe ich mich entschieden es
besser zu lassen und es so zu nutzen. Ich werde nur 3V, 5V und 12V an
Bananenbuchseb löten und ins Gehäuse schrauben.
Man könnte aber vielleicht einen
20A-DC-DC-Step-Up-Wandler-Boost-Converter-Leistungsmodul bei epaj kaufen
und damit den 12V Anschluß boosten.
Oder dieses DIY-Netzteil (DIY Kit AC-DC Adjustable DC Regulated Power
Supply AC 15-24V to DC 0-)irgendwie mit 24V 3A DC betreiben. Es braucht
eigentlich einen 24V AC, 3A Trafo. Wenn man aber den Gleichrichter und
die Glättungskondensatoren umgeht, kann man vielleicht DC verwenden. Der
Grund: Geregeltes 24V 3A AC/DC Netzteil kostet mich 7€, ein Trafo aber
rund 30€. Das Diy Netzteil übrigens nur 5€. (Ohne Kühler und Ventilator)
Max M. schrieb:> kann man vielleicht DC verwenden.
Nein, da es mit D5, C2, D6, C3, R3 und D7 eine negative Hilfsspannung
erzeugt.
Du könntest dazu dann aber deine -12V benutzen, dann ginge es.
Aber bei deinem derzeitigen Wissensstand würde ich für ein preiswertes
(Schalt)Labornetzteil plädieren, das erspart dir viel Mühe und Ärger.
Max M. schrieb:>> Viel zu teuer. Ich kaufen mir jetzt das hier. Beim Chinesen kosten es> bestimmt nur die Hälte> [[Ebay-Artikel Nr. 122852300394]]
Klar kosten die beim Chinesen die Hälfte. Bei Abnahme von Tausenden
Stück vielleicht. Gegenvorschlag: TE635 - auch aus China, der hat
wenigstens ein Display zur Anzeige der Spannung mit dran.
Aber...
Wie sieht es mit der Kurzschlussfestigkeit des ganzen Gebildes
(PC-NT+StepUp) aus? Auch die Antwort auf die Frage - Was passiert dabei
zeitlich gesehen mit der Spannung in dem Fall? wäre interessant...
Netzgeräte ('Labornetzteil' will ich mal nicht dazu sagen) für den
Bastler gibts ab 35€ (die üblichen Standard-Verdächtigen 30V/5A oder so
ähnlich).
Die sind kurzschlussfest, haben Displays für Strom und Spannung,
desweiteren eine einstellbare Strombegrenzung und das Ganze endet auf
stabilen Bananenbuchsen, eingebaut in einem mehr oder minder schicken
Gehäuse - alles was du mit deinen billig, billig 'Eigenbau' aus PC_NT
und StepUp noch gar nicht dabei und dran hast.
Nimm es wie es ist: Wenn man es ernst meint, sollte man bei so
essentiellen Dingen wie Stromversorgung, Messtechnik und nötigem
Werkzeug nicht den Geiz-ist-geil Preis als primäres
Entscheidungskriterium heranziehen. Oder andere Quellen (Gebrauchtmarkt
- wenn man Ausdauer hat) ins Auge fassen. Erfahrungsgemäss kostet (zu)
billiges Werkzeug erst hinterher (zu) viel - das ist allerdings eine
jener Erfahrungen, die (nach meiner Meinung) jeder selber für sich
machen muss.
Max M. schrieb:> Viel zu teuer. Ich kaufen mir jetzt das hier. Beim Chinesen kosten es> bestimmt nur die Hälte> [[Ebay-Artikel Nr. 122852300394]]
Mach das, du willst es scheinbar auf die harte Tour lernen.
Macht nix, den Fehler haben die meisten von uns auch mal gemacht.
Nur damals (TM) war das deutlich teurer.
:-)
Stefanus F. schrieb:> HildeK schrieb:>> Du kannst aber zwischen den beiden Klemmen +12V und -12V die 24V>> abnehmen, ohne weitere Verbindung!>> Warum nicht?
Warum nicht was? :-)
Max M. schrieb:> Gute und richtige Argumente. Wenn ich ein Labornetzteil für etwa 35€> finde, dann kaufe ich es.
Ok, da sage ich mal, dass es für 30V/5A erst bei 38€ losgeht (Ebay -
einfach nach 30v/5a netzteil suchen). Reichelt könnte auch was haben.
"Labornetzteil" - naja, die Puristen sind von den billigen Dingern wohl
nicht überzeugt - aber dort hat man zuweilen den Eindruck, dass die auf
ihren Labortisch eh kein Gerät unter 1k€ (und selbstverständlich gleich
gar nix "markenloses") sehen wollen.
Bei den Einkaufsquellen sollte man deutsche Verkäufer bevorzugen,
weniger wegen dem Wirtschaftsstandort D, sondern mehr wegen
unkomplizierter Rückabwicklung bei eventuellen spontanen Nichtgefallen.
Das ist bei Chinateilen möglicherweise komplizierter - mal davon ab,
dass beim Direktimport aus CN ab ca. 22€ Gesamtbetrag 19%
Einfuhrumsatzsteuer anfällt - jedenfalls dann, wenn das Päckchen vom
Zoll abgefertigt wird (die Wahrscheinlichkeit dafür ist durchaus
gegeben). Der sucht dann auch zuerst das CE-Zeichen und beargwöhnt das
unter Umständen.
Jörg R. schrieb:>>> Du kannst aber zwischen den beiden Klemmen +12V und -12V die 24V>>> abnehmen, ohne weitere Verbindung!>>>> Warum nicht?>> Warum nicht was? :-)
Sorry, ich habe da irgendwo ein "nicht" hinzu phantasiert.
Macht nichts :-).
Er darf nur nicht die beiden Pole +12V und -12V miteinander verbinden,
wie er ursprünglich meinte.
Max M. schrieb:> in Reihe schalten, also +12V Pluspol mit> dem -12V Minuspol verbinden um 24V rauszukriegen.
MeierKurt schrieb:> Netzgeräte ('Labornetzteil' will ich mal nicht dazu sagen) für den> Bastler gibts ab 35€ (die üblichen Standard-Verdächtigen 30V/5A oder> so ähnlich).> Die sind kurzschlussfest, haben Displays für Strom und Spannung,> desweiteren eine einstellbare Strombegrenzung
Moment: Ist das nur fehlende Präzision der Beschreibung jener Funktion
(geschieht sehr, sehr häufig), oder gibt es gar kein Billig-(z.B.35€-)
"Labornetzteil" mit wirklicher (Umschaltung auf) Konstantstromfunktion?
Denn wenn wirklich nicht, ist man mit einem DPS-sonstnochwas StepDown
Modul ja besser dran - das hat KSQ Funktion nämlich schon auch.
Sorry, aber das fiel mir gerade auf - und ich bin gerade auf der Suche
nach einer leicht bezahlbaren Lösung dieser Art (CC und CV, ähnliche
Leistung wie v. D. genannt, gute Parameter / Specs erwünscht, aber im
Moment, für best. Projekte mit hohem P-Bedarf, nicht zwingend nötig).
Sonst hätte ich das unkommentiert stehen lassen, also nimms nicht böse.
HildeK schrieb:> Er darf nur nicht die beiden Pole +12V und -12V miteinander verbinden,> wie er ursprünglich meinte.
Ich habe den merkwürdigen Verdacht, daß er das zwar schrieb, aber gar
nicht wirklich meinte - er wollte ja 24VDC. Dieser (das geschähe so)
Kurzschluß ("verbinden") von + und - scheint mir spontan kaum nützlich.
Nur ein Verdacht, und natürlich hatte dieses Falsch-Vorhaben so oder so
korrigiert werden müssen - ob nun "nur" so geschrieben, oder gemeint.
vg
littlefiddle schrieb:> Ich habe den merkwürdigen Verdacht, daß er das zwar schrieb, aber gar> nicht wirklich meinte - er wollte ja 24VDC.
Ja, kann sein. Ich habe spontan dran gedacht, dass er sich das so
vorstellte wie beim Aneinanderreihen von z.B. Einzelzellen zu einer
Batterie.
Wie so oft, hätte eine kleine Skizze verhindert, dass jedem Leser was
anderes in den Sinn kommt ...
HildeK schrieb:> ja, kann sein. Ich habe spontan dran gedacht, dass er sich das so> vorstellte wie beim Aneinanderreihen von z.B. Einzelzellen zu einer> Batterie.> Wie so oft, hätte eine kleine Skizze verhindert, dass jedem Leser was> anderes in den Sinn kommt ...
Hi,
dachte mir das so:
https://www.mikrocontroller.net/attachment/19628/Schaltung2.jpg
Da fehlen nur die beiden Dioden am Ausgang (Sperrichtung).
So habe ich das immer beim EPROM-Brennen gemacht, um die Vpp
hinzukriegen.
Natürlich alle anderen Verbindungen zur Schaltung trennen, vor allem die
"alte" GND-Verbindung. Das EPROM (27-er Serie) brauchte als Vcc "nur"
5V, die noch für den 8051-er benötigten + minus 12V fallen ja weg, so
dass man das Netzteil für Vpp brauchen kann.
Und da es sich um Regler-ICs mit vergleichbaren Regelverhalten handelt,
dürfte es keine Probleme geben damit.
Als Regler nicht die in der Zeichnung eingezeichneten, sondern bei mir
7812 und für Minus 7912.
ciao
gustav