Rechenrätsel Stein in Brunnen

#4689149
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> Wie tief ist der Brunnen?
solche Brunnen mit der Tiefe gibt es doch gar nicht, um das Platschen 
noch hören zu können!

> ein Stein fällt senkrecht in einen Brunnen.
Kann so ein Stein auch noch anders in einen Brunnen fallen als 
senkrecht?

Richard H. (richard_h27) fragte
> Wozu braucht man den Wasserstand?
der TO meinte
> Nach 5 Sekunden hört man "platsch".
> Wie tief ist der Brunnen?
Gast #4689238
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Sven F. schrieb:
> Es sind nur ca. 122 mtr. bis zum Platsch, trotzdem völlig
> realitätsfremd.

Ne, der Schall braucht ja auch noch eine gewisse Zeit für den Rückweg.
Ich hab jetzt 106 m raus.

edit: Ja, ich habe fälschlicherweise mit 300 m/s für die 
Schallgeschwindigkeit statt 343 gerechnet. Sorry, war den ganzen Tag in 
der Sonne.
Angehängte Dateien:
#4689258
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Sven F. schrieb:
> Marek N. (bruderm)
> Spielverderber
>
>
>
> Es sind nur ca. 122 mtr. bis zum Platsch, trotzdem völlig
> realitätsfremd.

Ist es nicht. Die Burgen, auf dem Berg, brauchten einen Notbrunnen
bei Belagerungen. Da war es ziemlich egal, wie tief der war.

Die normale Wasserversorgung funktionierte mit einer Zisterne,
hier wurden auch Dachflächen zur Füllung genutzt.

Das fördern der nötigen Wassermengen (für Mensch und Tier)
über den Notbrunnen, war die Ausnahme.

Grüße Bernd
#4689297
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Bernd F. schrieb:
> Es sind nur ca. 122 mtr. bis zum Platsch, trotzdem völlig
>> realitätsfremd.

Man müsste noch die Zeitverzögerung einrechnen, die der Schall
(Platsch) bis zu unseren Ohren dringt - das würde doch etwas
ausmachen in der Rechnung...


Wie tief der Brunnen ist, kann man natürlich nicht beantworten,
dazu müsste man ein Senklot auf Schnur hinunter lassen und später
nachmessen...
Gast #4689303
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Sven F. schrieb:

> Es sind nur ca. 122 mtr. bis zum Platsch, trotzdem völlig
> realitätsfremd.

Burg Stolpen Sachsen          84 m
Festung Königsstein Sachsen  152 m
Festung Špilberk Tschechei   112 m
Kaiserburg Nürnberg           50 m
Hohenburg (Homburg)           150 m


> edit: Ja, ich habe fälschlicherweise mit 300 m/s für die
> Schallgeschwindigkeit statt 343 gerechnet. Sorry, war den ganzen Tag in
> der Sonne.

Schallgeschwindigkeit ist stark Temp. abhängig:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schallgeschwindigkeit#Temperaturabh.C3.A4ngigkeit_in_Luft

Ich wurde hier eher 334 m/s ansetzen. Ebenfalls hat die Luftfeuchte 
einen Einfluß und der Luftdruck nimmt mit der Tiefe zu.
#4689391
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Bei einem normal geformten Stein (keine Platte/Pfeil) is so bei 
300km/h Schluss.

Jetzt müssten wir nur noch die exakte Dichte, aerodynamischen 
Eigenschaften, genauen Standort(Gravitationsanomalien), Uhrzeit 
(Sonne/Mond Position) und wer verdammt noch mal da reingepinkelt hat 
wissen.
Das mal 42. Dann wissen wir die Uhrzeit wann die Vogonen kommen.

Ne sorry, is eigentlich ganz interessant malen zu Überlegen(*), in 
welcher Hohe die einzelnen Faktoren Einfluss nehmen.



(*) OK ich geb's zu. Andere Rechnen lassen :}
Moderator #4690064
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Richard H. schrieb:
> Jetzt fehlt aber noch der Einfluss des Luftwiderstandes auf den Fall.

Hier ist er:

  h: Tiefe des Brunnens (bis zur Wasseroberfläche)
  t: Dauer bis der "Platsch" gehört wird
  m: Masse des Steins
  A: Querschnittsfläche des Steins
c_w: Luftwiderstandsbeiwert des Steins
  ρ: Dichte der Luft
  c: Schallgeschwindigkeit
  g: Erdbeschleunigung

Leider ist h nicht als geschlossener Term darstellbar, man kann aber h
numerisch (bspw. mit dem Newton-Verfahren) aus der Gleichung berechnen.

Beispiel anhand eines kugelförmigen Steins (c_w = 0,45) mit Durchmesser
5 cm und Dichte 2000 kg/m³:

Mit den Parametern

  t = 5 s
  ρ = 1,204 kg/m³  (Wert für 20 °C und 1013 hPa)
  c = 343,4 m/s    (Wert für 20 °C und 1013 hPa)
  g = 9,81 m/s²

ergibt sich die Tiefe zu

  h = 96,13 m

Ohne Berücksichtigung des Luftwiderstands wäre

  h = 107,72 m

Je größer und/oder dichter der Stein ist, umso weniger macht sich sein
Luftwiderstand in der Lösung der Aufgabe bemerkbar. Beim vierfachen
Durchmesser (20 cm) ist bei unveränderter Dichte

  h = 104,42 m
Gast #4690089
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Richard H. schrieb:
> Wieso hat Yalu jetzt ein Minus bekommen?

Bei allem Fleiß: Ein Minus hat er sich dafür verdient, bei einer 
Eingangsgröße mit 1 signifikanten Stelle (5sec) die Tiefe auf 4 bis 5 
signifikante Stellen anzugeben. Gerundet auf ganze Meter hätte gereicht.

Aber da er dieses Minus offenbar schon abgefangen hat, bekommt er auch 
von mir ein Plus. ;-)

Die Aussage: Der Luftwiderstand verursacht einen Fehler von etwa 10% ist 
doch mal ganz passabel.
Moderator #4690174
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Timm T. schrieb:
> Bei allem Fleiß: Ein Minus hat er sich dafür verdient, bei einer
> Eingangsgröße mit 1 signifikanten Stelle (5sec) die Tiefe auf 4 bis 5
> signifikante Stellen anzugeben.

Es ging ja darum den Einfluss des Luftwiderstands zu zeigen. Hätte ich
die Ergebnisse auf 1 signifikante Stelle gerundet, wäre mit und ohne
Luftwiderstand dasselbe, nämlich jeweils h = 100 m herausgekommen, was
den Anschein erwecken würde, der Luftwiderstand hätte überhaupt keinen
Einfluss auf das Ergebnis.

> Gerundet auf ganze Meter hätte gereicht.

Klar. Nur: Wieso gerade auf ganze Meter und nicht auf 10 Meter oder auf
10 Zentimeter? Bei mir ist es eben 1 Zentimeter, so kann jeder für sich
selber nach seinem persönlichen Geschmack runden. Andersherum wäre es
schwieriger ;-)
#4690176
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>> Gerundet auf ganze Meter hätte gereicht.

>Klar. Nur: Wieso gerade auf ganze Meter und nicht auf 10 Meter oder auf
>10 Zentimeter? Bei mir ist es eben 1 Zentimeter, so kann jeder für sich
>selber nach seinem persönlichen Geschmack runden. Andersherum wäre es
>schwieriger ;-)

Bei einem Stein den cw-Wert anzugeben ist sowieso ziemlich schwierig.
Bei einem kugelförmigen Stein wäre das ja noch möglich. Aber wenn der 
Stein flach ist, links breiter als rechts, unterschiedliche Textur ... 
wer will da einen genauen cw-Wert ermitteln können, wenn der Stein sich 
beim Abflug auch noch dreht ...
#4690208
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Da sich Werner Fischer nicht mehr gemeldet hat.

Die meisten Dinge wurden genannt

122.6 bei 9,81m/s² alles weitere vernachlässigt

dann cw-Wert des Steins
Größe des Steins im Verhältnis zum Brunnendurchmesser
Temperatur, Luftfeuchtigkeit, ...
Erdrotation
Messung nach P von Platsch, wann hört man was, Berührung des Steins auf 
die Wasseroberfläche oder erst beim vollständigen Untertauchen?

und das wichtigste:

Was soll der Scheiss?
#4690509
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Rick M. schrieb:
> Da sich Werner Fischer nicht mehr gemeldet hat.
>
> Die meisten Dinge wurden genannt
>
> 122.6 bei 9,81m/s² alles weitere vernachlässigt
>
> dann cw-Wert des Steins
> Größe des Steins im Verhältnis zum Brunnendurchmesser
> Temperatur, Luftfeuchtigkeit, ...
> Erdrotation
> Messung nach P von Platsch, wann hört man was, Berührung des Steins auf
> die Wasseroberfläche oder erst beim vollständigen Untertauchen?
>
> und das wichtigste:
>
> Was soll der Scheiss?

Ich finde das nicht, es ist sehr interessant.

 Kurt
Persönliche Seite #4690867
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Yalu X. schrieb:
> Es ging ja darum den Einfluss des Luftwiderstands zu zeigen. Hätte ich
> die Ergebnisse auf 1 signifikante Stelle gerundet, wäre mit und ohne
> Luftwiderstand dasselbe, nämlich jeweils h = 100 m herausgekommen, was
> den Anschein erwecken würde, der Luftwiderstand hätte überhaupt keinen
> Einfluss auf das Ergebnis.

Interessant ist der zusätzliche Einfluss des Auftriebes.
Aus einer Tiefe von h = 96,13 m werden nun h = 96,084 m. Das sind 
nochmals 4,6 cm weniger :-)
Angehängte Dateien:
#4692076
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Joe G. schrieb:
> Die Aufgabe könnte durch den Aufprall einer Kugel auf eine Metallplatte
> sicher entschärft werden :-) Aber vielleicht sollte man g(h) noch mit
> einbziehen  :-)

Entschärft wollen wir das nicht wissen.

Unsere Mathematik-Koryphäen rechnen das auf Millimeter aus.
Gerade das gefällt mir hier :)

Ich finde die gesamte Diskussion toll, da gibt es doch einige
Faktoren, die bei oberflächlicher Betrachtung der Aufgabe
verschluckt werden.

So einfach ist das nicht :)

Viele Grüße
Bernd
Persönliche Seite #4692141
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Bernd F. schrieb:
> Unsere Mathematik-Koryphäen rechnen das auf Millimeter aus.

Na dann...

Da die sich die Berechnung auf den Körperschwerpunkt bezieht ist bei der 
obigen Rechnung die Kugel mit einem Durchmesser von 5 cm schon 2,5 cm 
ins Wasser getaucht. Also könnte man beide Grenzwerte ermitteln.

1. Kugel berühert gerade die Wasseroberfläche h = 96.059 m
2. Kugel ist gerade vollständig untergetaucht h = 96.109 m
#4692528
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Oliver H. schrieb:
> Der Brunnen ist exakt so tief, dass er an das Grundwasser reicht.

Stimmt sicher nicht, denn eventuelle Quellen können auch höher liegen
als der Grundwasserspiegel...

So gesehen, hatte ich einen Kunden, bei dem der Brunnen ca. 3m
unter Erdniveau den Wasserspiegel hatte, aber beim Einpflanzen eines
Baumes beim ersten Spatenstich (20 cm) das Wasser fingerdick
heraus quoll - und das bei mehreren Bäumchen - das war am Fusse
eines Berges der Fall, die Bäumchen hatten wir dann mit Steinen
rundherum gepflanzt und sie haben auch überlebt ohne abzusaufen...
#4693033
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Sehr schöne Berechnungen :)

Die Temperatur im Schacht wird aber nach den ersten Metern eher so 
zwischen 8° und 12° liegen. (Bei ganz tiefen Schächten wird's dann 
wieder wärmer, aber da ist dann ja noch das Grund-/Oberflächenwasser :) 
)

Und der Luftdruck ist nicht konstant.
Luftfeuchte ??

Die Schallgeschindigkeit ist ja u.a. eine Funktion von Druck, 
Temperatur, Feuchte .....

Spielt neben der Unsicheit der Schallerzeugung ggf. bei 100m Röhre auch 
die Dispersion des Schalls ein Rolle?

Es geht ja um mm!! :)


Und für die Unsicherheitsbetrachtung dann bitte noch die partiellen 
Ableitungen...

Gruß Henrik
#4693068
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Richard H. schrieb:
> Kurt B. schrieb:
>> Ich finde das nicht, es ist sehr interessant.
>
> Bernd F. schrieb:
>> So einfach ist das nicht :)
>
> Kurt arbeitet schon an einer einfachen Lösung.

Lassen wir doch ein Bindl-Basis-Teilchen Anstelle des Steines mit v0=0 
m/s in den Brunnen fallen.

Welchen Einfluss haben evtl. Raummoden auf die Schallwelle des 
Platsches? Zudem sollte die obere Öffnung des Brunnens bedeckt sein um 
Auslöschung der initialen Platsch-Schallwellen durch periphere 
Störgeräusche auschließen zu können.
#4693069
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Henrik V. schrieb:
> Die Temperatur im Schacht wird aber nach den ersten Metern eher so
> zwischen 8° und 12° liegen. (Bei ganz tiefen Schächten wird's dann
> wieder wärmer, aber da ist dann ja noch das Grund-/Oberflächenwasser :)
> )
>
> Und der Luftdruck ist nicht konstant.
> Luftfeuchte ??
>
> Die Schallgeschindigkeit ist ja u.a. eine Funktion von Druck,
> Temperatur, Feuchte .....
>
> Spielt neben der Unsicheit der Schallerzeugung ggf. bei 100m Röhre auch
> die Dispersion des Schalls ein Rolle?

Wenn man das so liest, traut man sich keinen Stein mehr in den Brunnen 
werfen.
#4693078
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Jetzt mal eine andere Brunnenfrage:
Angenommen man könnte man den Brunnen so tief bohren, dass er auf der 
anderen Seite wieder rauskommt und kippt dann etliche Kubikmeter Wasser 
in diese Röhre. Wo würde sich der Wasserspiegel einstellen?

Der Einfachheit halber ignorieren wir die Hitze im Erdinnern.
#4693129
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Mani W. schrieb:
> Man müsste noch die Zeitverzögerung einrechnen, die der Schall
> (Platsch) bis zu unseren Ohren dringt - das würde doch etwas
> ausmachen in der Rechnung...

Und erst die Verzögerung von den Ohren bis zur Reaktion des Probanten. 
Das kann sich zieeehen.

Was ich bisher in der Rechnung vermisse: Die Realtivitätstheorie, sowohl 
die allgemeine als auch die spezielle.
Duck...

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