Das Gerät ist wohlbehalten angekommen, vielen Dank.
Der folgende Text bezieht sich ausschließlich auf das Gerät selbst und
ist ausdrücklich nicht als Vorwurf o.Ä. dem Verkäufer gegenüber zu
verstehen; mit dem Handel ist aus meiner Sicht alles in Ordnung – bitte
also nicht missverstehen!
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Falls jemand mit dem Gedanken spielt, sich auch sowas zuzulegen: es ist
nicht, was man angesichts der Beschreibung erwarten würde. Ich schildere
mal meinen ersten Eindruck:
Die numerische Anzeige im Multimetermodus hat ’ne
Aktualisierungsfrequenz von ~2Hz, was es als Multimeter nur für
statische Sachen brauchbar erscheinen lässt. Die angezeigten Werte
stimmen im Großen und Ganzen, soweit ich das auf die Schnelle
durchprobiert habe.
Der „Scope-Modus“ beschränkt sich darauf, ein periodisches Signal
autogetriggert, halbwegs gerade und AC-gekoppelt (0V/5V-Signale
beispielsweise werden also nicht mit 0 auf der Achse angezeigt)
darzustellen. Sägezähne sehen bis ca. 1,5kHz hübsch aus, Rechtecke bis
ca. 2kHz, und Sinusse werden bis ca. 5kHz brauchbar gemalt, bevor
Verzerrungen einsetzen.
Die einzigen ablesbaren Werte in diesem Modus sind die Frequenz (passt
in etwa) und die Durchschnittsspannung (die Größenordnung passt in
etwa). Es gibt keinerlei Unterteilungen, man hat keinen Einfluss auf den
Trigger; es gibt nicht mal ’ne Anzeige der Achsenunterteilung oder eine
sonstwie geartete Beschriftung der Achsen – was die Anzeige im Grunde
nahezu völlig wertlos macht: man kann rein nichts ablesen. Rein- und
rauszoomen (auf der x-Achse, auf die Darstellung der y-Achse hat man
keinen Einfluss) geht entsprechend auch nur nach Gefühl, und zudem sehr
träge.
Einen weiteren Modus erreicht man, wenn man mit dem Wahlschalter auf
Gleichspannung in den „Scope-Modus“ schaltet: dann bekommt man eine Art
DC-gekoppelte Anzeige. Die höchste zeitliche Auflösung sind dabei 10ms,
wobei diese Angabe nicht etwa als „10ms/Div“ zu lesen ist, sondern sich
auf die Breite eines Pixels bezieht. Skalenunterteilungen und
Achsenbeschriftungen gibt es auch in diesem Modus nicht. Wenn die
Darstellung am rechten Ende angekommen ist, wird alles gelöscht und von
links neu begonnen – einen „Roll-Modus“ gibt’s also nicht. Der Anstieg
bei einer Rechteckspannung verläuft über 12px, was 120ms entsprechen
würde, der Abfall sieht genauso aus – sieht ein wenig so aus, als würde
man ’nen größeren Kondensator messen.
Die numerischen Angaben in diesem Modus sind: Zeit eines Pixels und
momentane Spannung (welche allerdings bei schnelleren
Spannungsänderungen auch gut als Zufallswertanzeige missbrauchbar ist,
etwa als Würfelersatz bei Gesellschaftsspielen).
In beiden Modi kann man die Anzeige anhalten und das angezeigte Bild
abspeichern – wozu auch immer das gut sein soll, so ganz ohne
Einteilungen der Achsen. Einen Cursor, um die Werte an einem wählbaren
Punkt anzuzeigen, gibt es selbstredend nicht.
Die Anleitung … sowohl deutsch, als auch englisch haben den gleichen
Unterhaltungsfaktor, wie die automatisch aus dem Chinesischen
übersetzten Artikelbeschreibungen auf Amazon. Die anderen Sprachen kann
ich nicht beurteilen.
Unterm Strich: Spielzeug, und die oftmals hängenden Gummiknöpfe
unterstreichen diesen Eindruck noch nachdrücklich. Diese 20€-„DSO“s bei
ebay oder Amazon sind wahrscheinlich geeigneter als Scope; ein
10€-Baumarktmultimeter macht mit Sicherheit eine bessere Figur bei den
Sachen, die man mit ’nem Multimeter halt so macht. Dann hat man immer
noch 30 Münzen übrig (gemessen am ganz oben verlinkten Angebot auf
ebay).
Sorry für eigentlich OT, aber vielleicht hilft’s ja jemandem, der das
Ding auf den Bildern und den Zahlen nach genauso schick findet, wie ich
:)