Hallo liebes Forum,
ich baue gerade verschiedene einfache EKG Verstärker meistens um einen
AD8221 oder den INA122U herum mit ~100x Vorverstärkung und hinten dran
einen weiteren 10x Verstärker einen 50 Hz Notch und nochmal variable
finale Verstärkung alles mit einem LTC1053. Alles wird gerade mit +5V
vom Arduino betrieben. Alles soll im Faraday Käfig betrieben werden.
Gerne würde ich nur zwei Elektroden verwenden LA+RA. Hierfür ist also
ein AC Couling am Instrumentenverstärker nötig. Wenn ich bsp. den INA122
mit V/2 referenziere und mit zwei Kondensatoren (zusätzlich zwei
hochohmige Wideständen gegen V/2 als Bias Return Path) mit mir verbinde
klappt das ganz gut, ohne AC Coupling messe ich eben meist nichts, da
mein Potential um 0V herumschwankt, und 0V beim Arduino sehr nahe oder
gleich GND ist.
Meine Frage: Warum ist das so?
Ich meine ich könnte doch verschiedene Potentiale annehmen die mehr als
nur ein paar 100 mV von GND entfernt liegen, wenn ich z.B mit Schuhen
über Linoleum wandere, aber das tue ich nicht: stets +/- 1V um GND/0V
herum.
Mein Gedanke nun: es liegt an der mich ständig umgebenden 50Hz
Wechselspannung die um GND/0V herum wabert. Ich, als relative gut
isolierter Kondensator mit geringer Kapazität schwinge mit und mein
Potential stellt sich auf ungefähr GND/0V ein.
Um hier also ohne AC coupling und trotzdem mit zwei Elektroden EKG's
messen zu können, müsste ich zumindest meinen Instrumentenverstärker mit
+/-5V betreiben, im Falle der Arduino-Versorgungsspannung bräuchte ich
also einen Inverter z.B. den neuen TI LM2776.
Wie würde sich aber mein Potential verhalten, wenn ich mich in einem
Faraday Käfig befände? Hier wäre der äußere Einfluss wesentlich kleiner,
und u.U. könnte ich dann Potentiale annehmen die noch stärker von GND/0V
entfernt wären?
Warum ich das Frage liegt auf der Hand: Das AC Coupling mit Kondesatorem
am InstAMP ist schlecht, da die Kondensatoren unterschiedlich sind und
so das 50Hz Rauschen stärker wird. Die ordentliche AC Kopplung am
InstAMP besteht aus einem Integrierer OPAMP der quasi den Mittelwert der
Eingangsspannung im Bereich von 0.1-1Hz als Referenzspannung für den
InstAMP bereitstellt. Hierfür muss das Potential des Messobjekt
allerdings im Bereich der Versorgungsspannung sein. Ich will also wissen
ob es sich lohnt den ganzen Inverter/Integrierer Kram mit einzubauen,
wobei allerdings nur Potentiale im Bereich der Versorgunsspannung
erlaubt sind, oder ob ich bei der Kondesator/Single-Supply Variante
bleibe, bei der das Potential des Messobjekts wurscht ist.
Vielen lieben Dank!!!
Grüße,
Bernd
Bernd schrieb:> Potentiale von Menschen - EKG Verstärker
Geräte für Messungen an Menschen sollte man eher von Menschen
bauen lassen, die Fachleute auf diesem Gebiet sind und auch
die vielfältigen, für dieses Fachgebiet typischen Vorschriften
kennen. Als Laie hat man m.E. auf diesem Terrain nichts zu suchen.
Nein ... ich habe mich nur über den Kommentar amüsiert. Ich meine würde
ich z.B. einen Kopfhörerverstärker mit nem LM386, ner 9V Batterie und
zusätlich vielleicht 220µF zu Spannungsstabilisierung bauen wollen, da
käme keiner auf die zu sagen: 'Audioverstärker für Menschen sollten nur
von qualifiziertem Personal gebaut werden', dass man sich damit
allerdings mit dem entsprechend gut abdichtenden Kopfhören für ca. 50 ms
gute 140db aufs Ohr ballern kann, sich ein Knalltraume zuzieht und das
Innenohr aushebelt ist recht wahrscheimnlich wenn man mal in die
Schaltung greift.
Aber was rede ich ... irgendwann werden wir alle nur noch LED's an- und
ausschalten statt mit nem Bleistift und ner Graphitmine
Kohlenbogenlampen basteln ....
Grüße,
Bernd
Harald W. schrieb:> Bernd schrieb:>>> Danke für die hilfreiche Antwort und guten Tag.>> Heisst das jetzt, Du suchst Dir ein neues Betätigungsfeld?
Vielleicht suchst du dir ein anderes Betätigungsfeld als dieses Forum
mit nutzlosen Kommentaren vollzumüllen? Für dein Ego ist hier sowieso
nicht genug Platz!
Squeezer schrieb:> Harald W. schrieb:>> Bernd schrieb:>>>>> Danke für die hilfreiche Antwort und guten Tag.>>>> Heisst das jetzt, Du suchst Dir ein neues Betätigungsfeld?>> Vielleicht suchst du dir ein anderes Betätigungsfeld als dieses Forum> mit nutzlosen Kommentaren vollzumüllen? Für dein Ego ist hier sowieso> nicht genug Platz!
Nun, für mich wäre es eine echte Horrorvision, wenn man mit
irgendwelchen, von Laien zusammerngeschusterten Geräten an mir
rummessen würde.
:-(
Harald W. schrieb:> Nun, für mich wäre es eine echte Horrorvision, wenn man mit> irgendwelchen, von Laien zusammerngeschustern Geräten an mir> rummessen würde.
Lass dich nicht ärgern.
Glücklicherweise kann ich Sie beruhigen - ich sprach von keiner
gewerblichen Nutzung des hier, mit u.U. auch Ihrer Hilfe, entstandenem
Zugewinns an Erkenntnis meinerseits.
Ich hoff dieser Exkurs hat nicht zu sehr vom Thema abgelenkt.
Grüße und vielen Dank,
Bernd
Netter technischer Artikel zum AD8236:
Micropower ICs Take the Heartburn Out of Heart Rate Monitor Designs
http://www.analog.com/media/en/technical-documentation/technical-articles/MS-2289.pdf
Wenn nur zwei Elektroden verwendet werden soll, dann kann man ja evtl.
die Referenz auf eine von denen legen.
Auf das Thema medizinische Sicherheit wird da leider nicht eingegangen.
>Nein ... ich habe mich nur über den Kommentar amüsiert. Ich meine würde>ich z.B. einen Kopfhörerverstärker mit nem LM386, ner 9V Batterie und
Gibt es sonst noch wichtige Informationen, die Du für Verschweigenswert
erachtest?
Die Hellseher sind hier, im Allgemeinen, in der Minderheit.
Interessant ist, beim Anlegen der Elektroden, dass manche Leute ganz
schön geladen sind. Ein paar KV, die der eine oder andere mit sich
rumschleppt, können Dir einen empfindlichen Schaltkreis schnell mal aus
der Fassung hauen.
Volker S. schrieb:> Netter technischer Artikel zum AD8236:
Der AD8232 sieht auch interessant aus. Alles in einem IC.
Versorgung anscheinend allerdings nur von 2 -3,5V und nur im LFCSP
Gehäuse.
Bernd schrieb:> Ja Analog hat viele tolle IC's und FrontEnds gerade im EKG/EEG Bereich.
TI auch. Wenn du hier im Forum auf die AD.... klickst, finden sich noch
weitere Threads.