Hallo Leute,
ich programmiere gerade an einem Gerät womit man durch Zufall div.
Lieder abspielen kann.
-- wie kann ich eine echte Zufallszahl generieren.
Ich hätte mir gedacht einen Rauschgenerator per Analog aufzubauen und
mit dem ADC den momentanen Wert einzulesen.
Hardware: Mega128
Danke für Ideen
Wenn du ein schönes Rauschen hinbekommst, geht das sicher.
Eine andere Idee wäre, einen Sägezahn zu erzeugen mit einer
nicht allzu stabilen Frequenz und bei Bedarf den aktuellen
Wert zu holen.
Das hätte den Vorteil, daß die gelesenen Werte ziemlich
gleiche Wahrscheinlichkeit haben.
Benutzt du c ?? Da gibt es doch die rand() Funktion. Zuvor must du
m.E. srand() mit einem integer Argument aufrufen. google mal danach
muesste fuer µc auch gehen.
Beitrag "Zufallszahl [0;6], ATtiny 2313"
Martin schrieb:> durch Zufall div. Lieder abspielen kann.
Wenn du nicht unbedingt eine wirklich gute Zufallszahl brauchst, dann
ist das mit dem externen Rauschgenerator denkbar.
Aber wenn du sowieso einen Prozessor hast (und nicht C programmierst),
dann bietet sich ein (möglichst breites) LFSR (Linear Feedback Shift
Register) an. Das kann recht einfach in Assembler abgebildet werden.
Axel Krüger schrieb:> rand()
Da muß man sich aber auch ernsthaft überlegen, wo man den
Startwert herbekommt, wenn man nicht nach jedem Einschalten
dieselbe Zahlenfolge haben will.
So richtig zufällig sind die Werte nämlich nicht.
genau. deswegen vorher srand() aufrufen, wobei man spaetesten dort
wieder einen Zufallswert braucht. Ein Oszillator am ADC waere ggf. auch
dafuer geeignet.
Klaus Wachtler schrieb:> Da muß man sich aber auch ernsthaft überlegen, wo man den> Startwert herbekommt
Ein berechneter "Zufallswert" hat den großen Vorteil, dass man die
Verteilung kennt/berechnen kann.
Auf dem PC nutzt man als seed ja häufig den Timer. Das könnte man auch
hier tun. Es stellt sich ja die Frage, was "Einschalten" genau bedeutet.
Ist dann der Strom weg oder schickt man den µC nur schlafen, wobei ein
Zähler weiterlaufen könnte? Man könnte auch einen externen gepufferten
RTC-Baustein nehmen. Das sollte für die meisten Zwecke reichen.
Alternativ könnte man einen Wert auch mit dem ADC erzeugen, indem man
von mehreren Messungen eines Pins, der "in der Luft hängt" immer nur das
niederwertigste Bit nimmt. Den verwendet man dann als seed. Als
Zufallswert selbst ist so eine Zahl wohl eher ungeeignet, weil es sicher
starke Korrelationen gibt.
Detlev T. schrieb:> Klaus Wachtler schrieb:>> Da muß man sich aber auch ernsthaft überlegen, wo man den>> Startwert herbekommt
Für AVR geht das prima mit nicht-initialisiertem RAM-Inhalt.
Beitrag "Miniprojekt: Lagerfeuer-LED (ATtiny25)"
Für solch Anwendungen wie Lagerfeuer, zufällig Liedchen düdeln ist das
allemal ausreichend. Wir machen hier ja keine Kryptographie ;-)
Martin schrieb:> ich programmiere gerade an einem Gerät womit man durch Zufall div.> Lieder abspielen kann.> -- wie kann ich eine echte Zufallszahl generieren.
Für solch eine einfache Anwendung wäre eine echte Zufallszahl massiver
Overkill. Da reicht die Zufallszahlenfunktion des C-Compilers locker
aus.
Johann L. schrieb:> Für AVR geht das prima mit nicht-initialisiertem RAM-Inhalt.
Naja. Der Inhalt hängt von den Fertigungs- und Temperaturschwankungen
der konkreten Hardware ab. Der ist damit zwar undefiniert, aber alles
andere als "zufällig". Ich würde da befürchten, das dieser Inhalt auf
demselben Chip beim Start auch immer dieselben Werte haben könnte.
Detlev T. schrieb:> Auf dem PC nutzt man als seed ja häufig den Timer.
Ein ganz einfacher Initialwert für srand() ist ein Zählerwert und ein
Tastendruck eines Benutzers...
Detlev T. schrieb:> Johann L. schrieb:>> Für AVR geht das prima mit nicht-initialisiertem RAM-Inhalt.>> Naja. Der Inhalt hängt von den Fertigungs- und Temperaturschwankungen> der konkreten Hardware ab. Der ist damit zwar undefiniert, aber alles> andere als "zufällig". Ich würde da befürchten, das dieser Inhalt auf> demselben Chip beim Start auch immer dieselben Werte haben könnte.
Für AVR und den genannten Anwendungsfall reicht das locker -- hab ich
schon mehrfach verwendet. Auch ein und das selbe AVR-Exemplar hat nach
dem Einschalten nicht-nachvollziehbare Inhalte (RAM+GPRs). Wenn die
Spannung nur sehr kurz wegfällt, nimmt die Streuung der Werte ab, aber
da der gesamte RAM verwendet wird, ist selbst das kein Problem. Der Wert
wird natürlich nur zur Init-Zeit einmal bestimmt und dient als Startwert
für nen Pseudozufalls-Generator. Die Beispiel-Anwendung ober nimmt ein
XOR über alle Zellen, was freilich keine sonderlich ausgefeilte
Hash-Funktion darstellt. Aber das ist ein reines Software-Thema.
So spart man jedenfalls einiges an Hardware, und es ist fix angetestet,
ob das für die konkrete Anwendung gut genug ist oder nicht.
Lothar Miller schrieb:> Detlev T. schrieb:>> Auf dem PC nutzt man als seed ja häufig den Timer.> Ein ganz einfacher Initialwert für srand() ist ein Zählerwert und ein> Tastendruck eines Benutzers...
Genau. Wenn z.B. die Funktion über einen "shuffle"-Taster aktiviert
wird, kann man einfach den Timer in dem Moment auslesen, indem der
Taster gedrückt wurde und das als Seed für rand() verwenden.
Falls du trotzdem noch einen Hardware-Rauschgenerator basteln willst.
Ich habe auch schon mal sowas gemacht:
http://www.rolfp.ch/elektronik/#zufallsgen
Das Rauschen wird in der etwas seltsamen Schaltung mit den beiden BC547
erzeugt. Danach einfach so weit verstaerkt (3*BC550) dass man ein
digitales Signal bekommt.
Rolf
Martin schrieb:> Ich hätte mir gedacht einen Rauschgenerator per Analog aufzubauen und> mit dem ADC den momentanen Wert einzulesen.
Warum nur der ganze Aufwand? Ein nicht angeschlossener AD-Pin liefert
bereits hervorragende echte Zufallswerte als AD-Wert.
Florian schrieb:> Ein nicht angeschlossener AD-Pin liefert> bereits hervorragende echte Zufallswerte als AD-Wert.
Bist du dir da sicher, dass diese Werte was taugen? Nimm doch mal ein
paar (zigtausend) Werte auf und lass dir die statistische Verteilung mit
Excel (o.ä.) anzeigen....
Du wirst sehen: Zufall sieht anders aus :-o
Oder sind die Ansprüche an diesen "Zufall" eher gering?
Zufallszahle - kein Problem!
Man nehme die letzten beiden Ziffern der gelistetetn Rufnummern aus
einem Telefonbuch (sagen wird dem Berliner, ab Seite 236). Das ergibt
erstklassige Zufallszahlen.
>Bist du dir da sicher, dass diese Werte was taugen?
Man sollte natürlich nicht die kompletten ADC-Samples verwenden, sondern
von jedem nur das niederwertigste Bit. Setzt man je acht dieser LSBs zu
einem Byte zusammen, was mit wenigen Zeilen Code erledigt ist, darf man
durchaus einen akzeptabel guten Byte-Zufallswert als Ergebnis erwarten.